Streit um Blutsauger als Touristenattraktion
Rumänien plant, einen Dracula-Park zu errichten. Künstler, Intellektuelle, Kirchenangehörige und Umweltschützer sind dagegen.
BUKAREST / BUDAPEST (pbo). Es sei eine Schande für Rumänien, daß es als "Geburtsland" von Graf Dracula aus diesem "Erbe" bisher nicht mehr Kapital geschlagen habe. Dieser Ansicht ist der rumänische Tourismusminister Dan-Matei Agathon. Doch seit der Präsentation des Projekts Dracula-Park, herrscht Aufruhr: Stein des Anstoßes ist für viele der Standort des Parks. Das Areal für die geplante Touristenattraktion soll nur fünf Kilometer von der siebenbürgischen Stadt Sighisoara entfernt liegen. Die malerische Stadt, deren Hauptsehenswürdigkeit der prachtvolle Turm der mittelalterlichen Festung ist, gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Viele Künstler, Intellektuelle und Kirchenangehörige sind besorgt, daß der Massentourismus vom Vergnügungspark auf die Altstadt Sighisoaras überschwappen und deren idyllische Atmosphäre zerstören könnte.
Auch die Umweltschützer steigen auf die Barrikaden. Sie prangern vor allem die mit dem Bau des Parks einhergehenden großflächigen Rodungen wertvoller Wälder an. Diese stünden unter Naturschutz und beherbergten auch den ältesten Eichenwald Rumäniens. Fremdenverkehrsminister Agathon versucht freilich zu besänftigen.
Er hält entgegen, daß der Park rund 3000 Arbeitsplätze bringen würde. Das Projekt soll zwischen 30 und 40 Mill. Dollar (bis zu 624 Mill. S/45,35 Mill. €) kosten. Zur Finanzierung des Unternehmens wurde eigens ein spezieller Entwicklungsfonds geschaffen, der den Großteil der Kosten über Obligationen abdecken soll. Die Wertpapiere wird die Rumänische Handelsbank (BCR) in Umlauf bringen. Den restlichen Teil der Kosten sollen die Selbstverwaltung von Sighisoara, die Ministerien für Verkehr und Fremdenverkehr sowie zwei deutsche Banken tragen. Der Eintritt für das bluttriefende Spektakel wird voraussichtlich rund fünf Dollar kosten.
Trotz der scheinbar aussichtslosen Situation wollen die Gegner des Dracula-Parks noch nicht aufgeben. Jüngst richteten sie einen gemeinsam verfaßten Brief an den rumänischen Staatspräsidenten Ion Iliescu, und baten ihn, den geplanten Park doch lieber in der Nähe der Hauptstadt Bukarest bauen zu lassen, wo die Infrastruktur besser sei. Der Appell stieß bisher allerdings auf taube Ohren.
Rumänien plant, einen Dracula-Park zu errichten. Künstler, Intellektuelle, Kirchenangehörige und Umweltschützer sind dagegen.
BUKAREST / BUDAPEST (pbo). Es sei eine Schande für Rumänien, daß es als "Geburtsland" von Graf Dracula aus diesem "Erbe" bisher nicht mehr Kapital geschlagen habe. Dieser Ansicht ist der rumänische Tourismusminister Dan-Matei Agathon. Doch seit der Präsentation des Projekts Dracula-Park, herrscht Aufruhr: Stein des Anstoßes ist für viele der Standort des Parks. Das Areal für die geplante Touristenattraktion soll nur fünf Kilometer von der siebenbürgischen Stadt Sighisoara entfernt liegen. Die malerische Stadt, deren Hauptsehenswürdigkeit der prachtvolle Turm der mittelalterlichen Festung ist, gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Viele Künstler, Intellektuelle und Kirchenangehörige sind besorgt, daß der Massentourismus vom Vergnügungspark auf die Altstadt Sighisoaras überschwappen und deren idyllische Atmosphäre zerstören könnte.
Auch die Umweltschützer steigen auf die Barrikaden. Sie prangern vor allem die mit dem Bau des Parks einhergehenden großflächigen Rodungen wertvoller Wälder an. Diese stünden unter Naturschutz und beherbergten auch den ältesten Eichenwald Rumäniens. Fremdenverkehrsminister Agathon versucht freilich zu besänftigen.
Er hält entgegen, daß der Park rund 3000 Arbeitsplätze bringen würde. Das Projekt soll zwischen 30 und 40 Mill. Dollar (bis zu 624 Mill. S/45,35 Mill. €) kosten. Zur Finanzierung des Unternehmens wurde eigens ein spezieller Entwicklungsfonds geschaffen, der den Großteil der Kosten über Obligationen abdecken soll. Die Wertpapiere wird die Rumänische Handelsbank (BCR) in Umlauf bringen. Den restlichen Teil der Kosten sollen die Selbstverwaltung von Sighisoara, die Ministerien für Verkehr und Fremdenverkehr sowie zwei deutsche Banken tragen. Der Eintritt für das bluttriefende Spektakel wird voraussichtlich rund fünf Dollar kosten.
Trotz der scheinbar aussichtslosen Situation wollen die Gegner des Dracula-Parks noch nicht aufgeben. Jüngst richteten sie einen gemeinsam verfaßten Brief an den rumänischen Staatspräsidenten Ion Iliescu, und baten ihn, den geplanten Park doch lieber in der Nähe der Hauptstadt Bukarest bauen zu lassen, wo die Infrastruktur besser sei. Der Appell stieß bisher allerdings auf taube Ohren.