Still und starr ruht der Dax .. (Steffens)

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Still und starr ruht der Dax .. (Steffens)

 
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Still und starr ruht der Dax ...

von Jochen Steffens

Aus der Seitwärtsbewegung ab Anfang November ist der Dax nun in eine kleine Aufwärtsbewegung eingeschwenkt. Nun gut, es kommt wie immer auf den Betrachtungszeitraum an. Seit August dieses Jahres, Sie erinnern sich, damals wurde die große Seitwärtsbewegung zwischen 3692 und 4175 Punkten kurz nach unten verlassen, um ein paar Bärchen abzukassieren, steigt der Dax in einer beachtlichen Aufwärtsbewegung stetig an. Seit November ist dieser Anstieg allerdings etwas ins Stocken geraten, ohne jedoch wirklich ein Ende zu finden. Immer wieder werden neue Jahreshochs gebildet.

Ich weiß dabei nicht, wie subjektiv der Eindruck ist, aber trotzdem kommt mir der Dax zurzeit auffällig bewegungslos vor. Was waren das noch für herrliche Zeiten, als der Dax in wenigen Wochen mehrere hundert Punkte machte. Für Trader ein Paradies! Doch dieses Jahr war eher eine Katastrophe. Die Volatilität sank auf ein Rekordtief. Da stellt sich die Frage, was man macht, wenn die Märkte erstarren?

Und schon richtet sich der Focus auf die "gefallenen Engel", Aktien die unter die Räder gekommen sind. Doch hier verbergen sich natürlich vielfältige Gefahren.

Es gibt schließlich die alte Börsenweisheit: "Greife nicht in ein fallendes Messer". Und manchmal bewahrheitet sich diese Weisheit auch.
Ich erinnere mich noch schmerzlich an Nokia, die in viele Portfolios der Vermögensverwalter, Fonds und Investorenkonten ein tiefes Loch gerissen hat und natürlich an die Trader, die nach dem ersten Rutsch, nach der ersten schlechten Nachricht, dachten, es wäre vorbei, dann aber einen weiteren dramatischen Kurseinbruch hinnehmen mussten.

Ich habe es hier schon häufiger erwähnt: Selten ist der erste Boden der wirkliche Boden. Für den Trader bedeutet das, wenn er bei einer stark fallenden Aktie denkt, der Boden sei jetzt erreicht, sollte er noch etwas abwarten und dann erst einsteigen.

Denn schlechte Nachrichten, die zu starken Kurseinbrüchen führen, haben eine seltsame Angewohnheit: Sie ziehen andere schlechte Nachrichten an. Daraus folgt: Nachdem man meint, alles sei durch, der Boden sei gefunden, kommt meistens noch irgendeine schlechte Nachricht und drückt den Kurs noch einmal richtig in die Knie. Gerade ist genau das wieder zum Beispiel bei KarstadtQuelle geschehen. Als viele dachten, das Unternehmen sei erst einmal gerettet, die Finanzierung stehe, die Kapitalerhöhung sei unter Dach und Fach und die Aktie bilde bei 7 Euro einen Boden, wurde KarstadtQuelle in diversen Internetforen als der heißeste Tipp des kommenden Jahres herumgereicht. Meistens ist das schon sehr verdächtig, Sie wissen, die Masse liegt gerne falsch.
Und schon kam noch schnell eine Meldung von einer Millionenforderung der Jewish Claims Conference, die den Aktienkurs mal eben eine Etage tiefer auf 6,13 Euro im Tief schickte. Viele Trader, die dichte Stops gesetzt hatten, wurden ausgestoppt.

Erst danach stieg Karstadt-Quelle wieder an. Die Trader, die ausgestoppt wurden, sind natürlich nun nicht mehr drin. Und wieder einmal hat es viele Trader auf dem falschen Fuß erwischt. Gerade wenn Sie antizyklisch auf eine Trendumkehr setzen, sollten Sie immer einkalkulieren, das stark fallende Aktien ein Zeichen von Verunsicherung der Anleger sind. Und nervöse und verunsicherte Anleger reagieren auch auf ansonsten kaum kursrelevante Nachrichten oft etwas über.

Natürlich gilt grundsätzlich bei solchen Aktien: Lieber einmal zu viel ausgestoppt, als einmal einen großen Verlust hinnehmen zu müssen. Denn Sie wissen nie, was noch für Nachrichten folgen.

Zum Markt: Heute am dreifachen Hexensabbat sollte der Dax wohl auf 4200 Punkte gebracht werden. Das ist auch erfolgreich geschehen. Mein Realtime-Kurslieferant stellte allerdings um 13.00 Uhr Kurse, dass einem Angst und Bange wurde. Zuerst schoss der Dax auf 4900 Punkte, dann auf 6800 Punkte und ich dachte: Man was für ein Hexentanz, wow!
Als er schließlich bei 700.000 Punkten (!) sein Hoch fand, begriff auch ich endlich, dass es hier zu "Kursübermittlungsfehlern" gekommen war. Damit sind alle meine Daxcharts heute nicht mehr zu analysieren.
Nun gut, dann mache ich heute eben mal etwas früher Feierabend.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen 4. Advent.

Gruß Moya Still und starr ruht der Dax .. (Steffens) 1747483



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