SPD--Geistig verhungert...

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SPD--Geistig verhungert... big lebowsky
big lebowsky:

SPD--Geistig verhungert...

 
03.05.05 09:00
#1
"Meine Partei verhungert geistig"
Ex-SPD-Chef Rudolf Scharping kritisiert die Kapitalismusschelte Münteferings
 
Rudolf Scharping auf dem Rennrad
Foto: dpa  
DIE WELT: Franz Müntefering schimpft über Kapitalismus und Heuschrecken. Können Sie das nachvollziehen, Herr Scharping?


Rudolf Scharping: Ja, es ist Wahlkampf - und viele Menschen haben ernste Sorgen. Meine Partei erfriert emotional, verhungert geistig und verliert immer mehr Mitglieder oder gestaltende Macht, solange manche ihre Politik nur vermitteln als Sachzwang der wirtschaftlichen Umstände unseres Lebens. Zudem ist die Regierung unter Druck und wird von vielen als sprunghaft angesehen. Dem versucht Franz Müntefering entgegenzuwirken. Aber er verengt dabei, agiert mit Feinbildern und verallgemeinert. Hoffentlich geht der Schuß nicht nach hinten los. Denn er hat mit seinen sehr harschen Worten auch ernste Fragen aufgeworfen..


DIE WELT: Welche?


Scharping: Natürlich muß man an bestimmten Erscheinungen unserer Wirtschaft harte Kritik üben. Wenn sich ein Unternehmen in Gewinnsteigerung und Shareholder-Value erschöpft, dann mißachtet es Mitarbeiter, deren Qualifikation und Verantwortungsbereitschaft. Aber weit über 95 Prozent unserer Unternehmer und Arbeitnehmer verhalten sich anders. An denen sollten wir uns orientieren, nicht an einigen Profitgeiern oder holzköpfigen Funktionären.


DIE WELT: Müntefering hat ausdrücklich den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann angegriffen.


Scharping: Nun stellen Sie sich mal vor, unsere international ohnehin nicht optimal aufgestellten Geschäftsbanken würden schwächer und von anderen übernommen. Nein, manche Unternehmen in Deutschland sind Ziel für Übernahmen. Da sollten wir uns über jeden Erfolg freuen, und über jeden, der sich hier engagiert. Zudem fällt der Widerspruch auf: Die Regierung will, gemeinsam mit der Opposition, den Körperschaftsteuersatz auf 19 Prozent senken. Das ist richtig. Aber sonderlich überzeugend ist es nicht, auf diese Weise zu Investitionen und neuen Arbeitsplätzen in Deutschland einzuladen - und gleichzeitig mit starken Worten dem gerade Eingeladenen die Tür zuzuknallen. Es fällt auf, wie deutlich vernehmbar die Regierung dazu schweigt. Auch mein Vorsitzender sollte die Kirche im Dorf lassen: Deutschland ist als Exportweltmeister einer der Hauptgewinner von Globalisierung und freien Kapitalmärkten. Wenn es an der notwendigen Balance zwischen wirtschaftlichen und sozialen Belangen fehlt, bedarf es konkreter Initiativen.


DIE WELT: Zum Beispiel?


Scharping: Ein nationaler Jobgipfel mit der Opposition hätte schon vor zwei Jahren stattfinden müssen - auf Einladung der Regierung. Aber leider kam der erst 2005 zustande - unter dem Druck der Verhältnisse und unter dem Druck der Opposition. Denken Sie mal an 1993 und 1994. Damals haben sich Bund und Länder auf einen neuen Länderfinanzausgleich geeinigt - nur ein Jahr vor einer Bundestagswahl. Damals waren die Parteien in der Lage, den Solidaritätszuschlag zu regeln und das Grundgesetz zu ändern, um Post und Bahn zu privatisieren. Und zumindest bei der Post und in der Telekommunikation war das arbeitsplatzmäßig sehr positiv. All das habe ich schon vor zwei Jahren Franz Müntefering in einem Brief vorgeschlagen.

SPD--Geistig verhungert... Happy End
Happy End:

Interessant

 
03.05.05 09:02
#2
welche ehemals verschmähten plötzlich als Zeugen angeführt werden....

PS: Zwischen "verhungert geistig" und "geistig verhungert" gibt´s schon einen Unterschied.
SPD--Geistig verhungert... big lebowsky
big lebowsky:

Tja, jetzt kommts knüppeldick

 
03.05.05 09:02
#3
Einer der geistigen Tiefflieger der SPD haut jetzt auch noch auf den Busch. Mann, Franz, Du hast den Laden nicht im Griff....

Gehört Scharping zu einer private Equity Gruppe, die die deutschen Parteien übernehmen und ausschlachten wollen???

Fragen über Fragen...

Ciao B.l.
SPD--Geistig verhungert... Talisker

Äh, lebt Scharping in einem Paralleluniversum?

 
#4
"[...] um Post und Bahn zu privatisieren. Und zumindest bei der Post und in der Telekommunikation war das arbeitsplatzmäßig sehr positiv."
Sinn oder Unsinn der Privatisierung sind die eine Sache, aber der Satz ist doch wohl Schwachsinn? Was sagt da wohl ein Viventomitarbeiter zu?
Gruß
Talisker


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