Schweizer mauern, Amis powern

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Schweizer mauern, Amis powern bammie

Schweizer mauern, Amis powern

 
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FXdirekt Bank-Kolumne: Schweizer mauern, Amis powern

USA, USA und nochmals die USA. Selten hatte Fed-Chef Alan Greenspan die Märkte besser im Griff als heutzutage, kurz vor seiner Pensionierung. Er hat es geschafft, die Anlegerschar von der robusten Verfassung der US-Wirtschaft zu überzeugen. Ob zu Recht oder nicht, ist an dieser Stelle nicht die Frage. Ergebnis: In den USA steigen die Leitzinserwartungen fast täglich. Es herrscht einzig und allein Unsicherheit darüber, ob die "Fed Funds Rate" bis zum Jahresende von 3,50 Prozent auf 4,00 Prozent oder gar 4,25 Prozent klettert. Klar ist jedoch, dass Greenspan an seiner Politik der Trippelschritte festhält.

Das scheint mittlerweile so selbstverständlich, dass sich niemand mehr etwas dabei denkt. Indes hätte die US-Notenbank unter normalen Umständen jeden Grund, beherzter auf die Bremse zu drücken. Nicht nur hatte ihr restriktiver geldpolitischer Kurs bisher so gut wie keinen Einfluss auf das lange Ende des Rentenmarktes, was ihre Bemühungen konterkariert. Auch gibt sich die Fed inzwischen selbst besorgt über die spekulative Blase am US-Immobilienmarkt.

Darüber hinaus hat die US-Konjunktur nun schon seit neun Quartalen mit Raten zwischen 3,3 Prozent und 7,2 Prozent zugelegt. Alles spricht dafür, dass der BIP-Anstieg auch im laufenden Vierteljahr weit über dem Trendwachstum liegen wird. Die Arbeitslosenquote ist auf fünf Prozent gefallen. Sogar in der Kernrate - also ohne Energie und Nahrungsmittel gerechnet - steigen die Verbraucherpreise um zwei Prozent. Der aktuelle Leitsatz von 3,50 Prozent liegt somit meilenweit unter dem nominalen BIP-Wachstum von 6,1 Prozent.

Es stellt sich zwangsläufig die Frage, warum die Fed noch immer mit Samthandschuhen vorgeht? Vermutlich um die Zuversicht der US-Verbraucher nicht zu gefährden wie es jetzt in der Schweiz passiert ist. Der Stimmungsindex des Staatssekretariats für Wirtschaft seco, fällt von -9 Zählern auf -15 Punkte. Eigentlich ist das ist noch kein Beinbruch. Allerdings schreckt die Ursache auf: Ein Großteil der 1100 befragten schweizerischen Haushalte beklagt die allgemein schlechte Wirtschaftslage in der Alpenrepublik.

Auf das Währungspaar USD/CHF hatte dies bislang nur marginalen Einfluss. Dennoch ist der kurzfristige Aufwärtstrend des Franken gegenüber dem US-Dollar in Gefahr. Als kritische Marke gilt die 1,2700. Und dies trotz der Wiederaufnahme des iranischen Atomprogramms und der damit verbundenen Nachfrage nach der schweizerischen Valuta.

Carsten Stern kommentiert als Analyst der FXdirekt Bank AG - FXdirekt Woche für Woche die aktuelle Entwicklung der wichtigsten Währungen.  


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