Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste

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Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste

 
09.08.05 12:07
#1

Exporte ziehen kräftig an

Die deutschen Exporteure haben im Juni deutlich mehr Waren verkauft als im Vorjahr: Die Ausfuhren lagen knapp zehn Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Exportzuwächse verteilten sich auf alle Regionen.

Container stehen am Eurokai im Hafen von Hamburg  Container stehen am Eurokai im Hafen von Hamburg

Mit einem Wert von 68,8 Mrd. Euro lagen die Ausfuhren um 9,8 Prozent über dem Niveau von 2004, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Importwert lag mit 51,9 Mrd. Euro 8,1 Prozent über dem Stand von 2004. Allerdings gingen die Exporte im Vergleich zum Mai saisonbereinigt um 0,4 Prozent, die Importe sogar um 5,5 Prozent zurück.

Der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz stieg damit auf 16,8 von 12,1 Mrd. Euro im Mai. In der Leistungsbilanz verzeichnete Deutschland ein Plus von 10,4 Mrd. Euro.

"Wir hatten mit einem leichtem Rückgang der Exporte gerechnet nach dem Plus im Vormonat. Insgesamt haben sich die Exporte im zweiten Quartal gut entwickelt", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Wegen des Rückgangs der Importe dürfe dies nun den Außenbeitrag beim Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal verbessern. Gesamtwirtschaftlich rechne die Commerzbank für das abgelaufene Quartal mit einem Plus von 0,1 Prozent.

"Wir erwarten in den nächsten Monaten, dass sich der Export wegen des im Vergleich zu seinen Höchstständen starken Rückgangs des Euro belebt", sagte Alexander Koch von der HypoVereinsbank. Im zweiten Quartal habe der Außenhandel anders als in den ersten drei Monaten des Jahres das Wachstum aber gebremst.

Die Exportzuwächse verteilten sich auf alle Regionen: Die Ausfuhren in die anderen Länder der Euro-Zone legten um zehn Prozent auf 30,2 Mrd. Euro zu, die Exporte in den Rest der Europäischen Union stiegen um 9,8 Prozent auf 13,5 Mrd. Euro. In den Rest der Welt führten die deutschen Firmen Waren im Wert von 25,1 Mrd. Euro aus, was einem Zuwachs von 9,6 Prozent im Vergleich zum Juni 2004 entsprach.

Großhandelspreise gestiegen

Der hohe Ölpreis heizte im Juli die Inflation im deutschen Großhandel an. Die an die Großhändler gezahlten Preise stiegen im Vergleich zum Juni um 0,5 Prozent und lagen damit um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, hieß es. "Besonders stark stiegen gegenüber Juli 2004 unter anderem die Preise im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen", teilten die Statistiker mit. Diese Produkte kosteten auf Großhandelsebene 18,4 Prozent mehr. Allein im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise hier um gut vier Prozent. Dagegen fielen die Preise im Großhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln von Juni auf Juli saisonbedingt um gut drei Prozent.

ftd.de, 09:03 Uhr
2005 Financial Times Deutschland

ZUM THEMA


Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BarCode
BarCode:

Man lese dazu dann auch

 
09.08.05 12:14
#2
mal die Prognose vom Juni des IfW (IfW: Schwächere Exporte drücken Wachstum), die unter dem Artikel verlinkt ist. Die Verfallsdaten der Prognosen werden halt immer kürzer...

Gruß BarCode
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

Sry, BarCode,

 
09.08.05 12:19
#3
Du solltest bitte den IfW-Artikel etwas genauer
lesen. Die Überschrift ist mißverständlich.

Ciao
BeMi
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

prognosen geben oft

 
09.08.05 12:26
#4
nur die stimmungslage der ersteller wieder. rechnen kann man in prognosen jeden unsinn. nicht berechnen kann man die zukunft. für unsere wirtschaftliche entwicklung ist sicherlich der rohölpreis von erheblicher bedeutung. bei unseren exporten ist die entwicklung des euros zu den wichtigsten handelspartnerwährungen nicht zu unterschätzen. einer der allerdings eine prognose für diese punkte errechnen könnte, würde steinreich werden und nicht als verkappter beamter in einem institut hocken.


 Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 2048666

Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste Apfelbaumpflanzer
Apfelbaumpfla.:

BeMi,

 
09.08.05 13:06
#5
die Julis (ganz zufällig drauf gestossen :-)) sehen in der Statistik einige Probleme, die nicht von der Hand zu weisen sind:

www.btw-2005.de/blog/blogs/...rbsfahigkei&more=1&c=1&tb=1&pb=1


und zusätzlich:


Die Statistik, die zur Begründung der Exportweltmeister-Triumphe meist herangezogen wird, ist aber nicht die Leistungsbilanz. Stattdessen guckt man sich einfach an, wie hoch der absolute Wert aller Exporte der verglichenen Länder ist. Und damit läuft man in eine Falle: Der Leistungsbilanzüberschuß zeichnet sich zumindest dadurch aus, daß hier tatsächlich ein Überschuß der Exporte über die Importe ausgewiesen wird. Importe von Vor- und Zwischenprodukten werden also berücksichtigt.


Also: Glaub' keiner Statistik....

Grüße

Apfelbaumpflanzer

Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

Apfelbaumpflanzer,

 
09.08.05 13:17
#6
der Außenbeitrag (Ex- minus Import) ist in
Deutschland schon immer seit ca. 1952 positiv.
Letztlich ist doch die Konkurrenzfähigkeit der
deutschen Unternehmen auf dem Weltmarkt der
Angelpunkt, wie auch immer der erfolgt,
z.B. wurde auch schon früher
Erz oder Öl importiert.
Die Zielerreichung ist entscheidend, nicht der Weg.
Das Ganze ist doch auf dem Hintergrund der Hypothese
zu sehen, die  alle Politiker hinausposaunen:
"Die hohen Lohnnebenkosten gefährden die
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft."
Dem ist (noch ?) nicht so.

Ciao
BeMi
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

@BeMi

 
09.08.05 13:23
#7
wir exportieren zwar viele endprodukte, nur stammen die vorprodukte aus dem osteuropäischen ausland. das spricht zwar für eine hohe wertschöpfung durch zusammenssetzen der vorprodukte zum endprodukt, schafft aber null arbeitsplätze udn kann somit auch nicht als besonders positiv gesehen werden.

als zweites muss auch die währungsseite berücksichtigt werden. straker euro, kurzfristig stark (wertmässig) gestiegene exporte. mittle- bis langfristig aber eher negativ zu sehen.
währungsanstige führen immer zunächst zu steigenden wertmässigen exporten, um danach entsprechend deutlich wieder zu fallen.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

IDTE

 
09.08.05 13:42
#8
Zu:
1. "schafft aber null arbeitsplätze"

Empirische Untersuchungen neuester Art sagen
etwas anderes.
Aber nur der Erhalt von Arbeitsplätzen wäre doch
auch schon gut, odda?

2. "Währungsrisiken"
Der größte Teil der Exp geht in den EU-Raum.
Zahlen dazu: "google"

Ciao
BeMi  
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

@BeMi

 
09.08.05 13:51
#9
zu 1. Die Vorproduktproduktion wird mehr und mehr verlagert. Hier erfolgt nur Endmontage, Marketing und vertrieb. Es lassen sich so also auf Dauer auch keine Arbeitsplätze erhalten.

zu 2. Hier geht es um den begriff Exportweltmeister. Die USA exportieren zwar mehr als wir, aber durch die dollarschwäche eben nicht wertmässig mehr. Daher sind wir auf einmal wieder die nummer 1. Allerdings ist der deutsche Anteil am Welthandelsaufkommen seit Jahren stark rückläufig.
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Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

IDTE

 
09.08.05 14:16
#10
1. Strukturwandel gibt es in einer offenen
Volkswirtschaft immer. Meistens sind dabei beide
Seiten "winner".
2. Ob Weltmeister oder nur an 20.Stelle ist
unerheblich,
entscheidend ist doch, ob die gesellschaftlich
gesetzten Ziele erreicht werden.
Hier (P # 1) geht es doch nur um die Widerlegung
der Hypothese:
"Hohe Lohnnebenkosten ...."
um mehr nicht.

Btw, wenn es so weitergeht, landen wir noch bei
Adam und Eva. *g*
... alles ist interdependent.

Ciao
BeMi
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

also ich sehe die hypothese

 
09.08.05 14:33
#11
von den hohen Lohnnebenkosten bei weitem nicht widerlegt.

Ob wir hohe Lohnnebenkosten haben oder nicht, sieht man am Arbeitsmarkt, nicht beim Export.

"1. Strukturwandel gibt es in einer offenen Volkswirtschaft immer. Meistens sind dabei beide Seiten "winner".  "

Kann ich mich nur anschliessen. Nur leider ist Deutschland weit weg von ner offenen Volkswirtschaft und somit auch dem damit verbundenen Strukturwandel. Oder anders herum: Wir bekommen keinen wirtschaftl. notwendigen Strukturwandel hin, also sind/haben wir auch keine offene Volkswirtschaft.

"2. entscheidend ist doch, ob die gesellschaftlich gesetzten Ziele erreicht werden"

also für mich wäre "arbeit und wohlstand für (fast) alle" ein gesellschaftliches ziel. Scheinbar bringen uns unsere exporte dem aber keinen zentimeter näher.


wir haben eine positive Leistungsbilanz, weil kein Ausländer daran interessiert ist in Dt. zu investieren. Die Handelsbilanz ist ja nur Bestandteil der Leistungsbilanz. Man muss aber das ganze Konstrukt betrachten.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

die belastungen, die auf der arbeit

 
09.08.05 14:56
#12
liegen, sind zu hoch. unsere hochstehende industrie kann das zwar verkraften, der inländische dienstleistungsbereich jedoch nicht.

in welchem bereich wesentliche arbeitsplätze exportiert wurden, wegen im ausland produzierten vorprodukten die hier montiert werden, ist mir nicht bekannt. sollte hier z.b. die automobilindustrie gemeint sein, so bleibt festzustellen, dass in diesem bereich die letzten jahre das größte arbeitsplatzwachstum im inland war. eine weltweite arbeitsteilung gab es schon immer und ist absolut nicht neues - wenigstens im westen.


 Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 2049010

 
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

@reab

 
09.08.05 15:16
#13
vorprodukte für die automobilindustrie z.B., nachzulesen bei conti, elmos, bosch und vor allem leoni, um nur die grösseren zu nennen...

die liste liesse sich aber beliebig fortsetzen. hat nichts mit dienstleistungen zu tun. das produzierende gewerbe lässt immer mehr (vor)produkte im ausland herstellen.

Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BarCode
BarCode:

Der Export boomt

 
09.08.05 15:17
#14
seit Jahr und Tag, reicht aber nicht aus, um im Inland die notwendige Anzahl von Arbeitsplätzen zu generieren. Die hohen Lohnnebenkosten drücken eben durch die niederen Nettolöhne die Nachfrage. Wir können nicht die Brutto-Löhne erhöhen, ohne dass dies sich auf den Export auswirken würde. Das würde also den Inlandsnachfrageeffekt wieder aufheben in der Summe. Deshalb kann es derzeit nur eine Binnen-Nachfrageerhöhung geben, wenn die Schere zwischen Brutto und Netto geringer wird. (Aber Frau Merkel wird das schon richten. Sie kennt sich im Verhältnis von Brutto zu Netto ja blendend aus.)
Außerdem sehe ich das auch so wie reab: der inländische Dienstleistungsbereich hat Probleme mit den hohen Lohnnebenkosten - wie mit der schwachen Nachfrage.
Gruß BarCode
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

@IDTE2: zur automobilindustrie wird nicht

 
09.08.05 15:24
#15
nur die pkw-endmontage gezählt. dazu zählen natürlich auch die zulieferer. informier dich doch bitte beim verband der deutschen automobilindustrie über die arbeitsplatzentwicklung des gesamten bereichs in deutschland die vergangenen 5 jahre.

natürlich wurden in der zeit, sowohl von der endmontage wie auch von den zulieferern (letztere ziehen zwangsweise den ersteren nach) viele arbeitsplätze im ausland geschaffen. ist auch nichts neues. will man am weltmarkt erfolgreich sein, muss mann überall präsent sein. auch keine neue entwicklung,mindestens im westen.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

wir kommen aber vom export

 
09.08.05 15:35
#16
und wenn ein leoni-kabel, dass für 2€ importiert wird, nachher bei nem zu exportierenden auto mit 12€ zu buche schlägt, dann ist es kein wunder, dass wir beim export zwar spitze sind, aber ständig arbeitsplätze verlieren.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

wieso dann das arbeitsplatzwachstum

 
09.08.05 15:38
#17
im gesamten bereich der automobilindustrie?
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BarCode
BarCode:

IDTE

 
09.08.05 15:39
#18
Vorprodukte bei uns teuer zu produzieren, wenn man sie woanders in gleicher Qualität billiger herstellen kann, wäre Unsinn.
Früher hat man Rohstoffe importiert und mit zunehmender Entwicklung war das dann immer ausdifferenzierter. Dies hat nur insofern Einfluss auf den Arbeitsmarkt, dass Industriearbeitsplätze weniger werden. In anderen hochentwickelten Ländern - etwa USA - ist deren Abbau noch wesentlich weiter fortgeschritten. Die Frage ist,  wieviel Wertschöpfung passiert noch hier und wie hoch ist die Produktivität. Und aus der Differenz von Import und Export ist ersichtlich: Immer noch recht viel Wertschöpfung und sehr hohe Produktivität. Dann kommt die Frage: Was wird aus dem "geschöpften Wert". Wer schöpft ihn ab? Und jetzt erst kommen die Sozialsysteme ins Spiel: Sie schöpfen sehr viel ab. Und lassen wenig für direkten Konsum bzw. für Inanspruchnahme von Dienstleistung - und damit neuen Arbeitsplätzen. Wobei man berücksichtigen muss: Das Gesundheitswesen ist auch ein arbeitsiontensiver Dienstleistungsbereich und wird weitgehend von den Krankenkassen bezahlt. Hier kommt die effektivität der eingesetzten Mittel ins Spiel.

Ist also alles nicht so einfach... Die Auslagerung ist jedenfalls nur Teil des Problems - meiner Meinung nach sogar der kleinere. Ist allerdings ein herrliches Jammerfeld...

Gruß BarCode
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

@barcode

 
09.08.05 15:48
#19
du verstehst du mich glaube ich verkehrt. ich habe nur deutlich machen wollen, dass man von einem hohen export nicht auf die qualität einer volkswirtschaft schliessen kann. daher habe ich gezeigt, wie export entsteht.
arbeitsplatzverlagerungen sind nicht ursache sondern bestandteil unserer probleme.

ich stimme da mit dir vollkommen überein.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

reab54

 
09.08.05 15:58
#20
Zu:
"12. die belastungen, die auf der arbeit   54reab   09.08.05 14:56  

liegen, sind zu hoch. unsere hochstehende industrie kann das zwar verkraften, der inländische dienstleistungsbereich jedoch nicht."
--------------------------------------
Mit wem konkurriert denn der Dienstleistungsbereich?
Alle inl. Konkurrenten haben die gleichen Belastungen.
Kritisch wird es erst, wenn ausl. Mitbewerber oder
Schwarzarbeit ins Spiel kommt.
Konsequenz daraus:
Wir reduzieren die Lohnnebenkosten gegen Null.
Aber auch dann wird es noch erhebliche Schwarzarbeit geben, odda?
Auf der anderen Seite ist wichtig, worauf
BarCode zu recht hinweist:
Aus den Lohnnebenkosten wird die Nachfrage
im sozialen Sektor finanziert, mit entsprechenden
Beschäftigungseffekten.
Bei Reduzierung werden neue Probleme und Arbeitslose
generiert.
... alles ist interdependent.

Ciao
BeMi  
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

qualität einer volkswirtschaft ?

 
09.08.05 15:59
#21
Watt is dat denn nu wieder?
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

@BeMi

 
09.08.05 16:14
#22
eine subjektive Einschätzung sämtlicher Komponenten, wie Wachstum, Bildung, Sozialsystem, Arbeitsmarkt, Leistungsbilanz etc.

soll eiegntlich nur heissen, dass es nicht ausreicht, wenn nur eine dieser komponenten gut aussieht.

ausserdem liegst du mit psoting 20 verkehrt.

1. funktioniert der soziale sektor nicht effizient. schwache leistungen zu überteuerten preisen sind die folge. es erfolgt eine falsche anreizsetzung.

2. wenn man die lohnnebenkosten senken würde , entständen neue arbeitsplätze. denn wenn man brutto nur noch 20€ zahlen müsste, damit jemand netto 15€ bekommt, anstatt 30€, wäre die schon ein grund, um hier und nicht irgendwoanders in der welt zu produzieren.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

@BeMi: wenn eine dienstleistung zu teuer

 
09.08.05 16:16
#23
ist, wird sie nicht nachgefragt. die arbeitsplätze entstehen also gar nicht oder verschwinden. ein wichtiger aspekt dabei ist die belastung mit der sozialversicherung, der steuer und den regulierungen. man kann z.b einfache vergleiche zwischen volkswirtschaften anstellen:

als musterkunde nehmen wir z.b. einen 40-jährigen ingenieur aus der großindustrie, nehmen sein nettogehalt und fragen uns welche dienstleistungen er dafüt kaufen kann:

- wieviel stunden kann er seinen garten in ordnung bringen lassen
- welche fläche kann er streichen oder tapezieren lassen
- ...

wir werden feststellen, dass dieser mensch diese tätigkeiten bei uns leider selber ausführen muß. man kann z.b. über den zaun in ein nachbarland schauen, und wird feststellen, dass das dort nicht so ist, trotz einem der höchstem lebensstandards der welt und einer besseren sozialen absicherung. allerdings sind die belastungen dort auf die arbeit wesentlich geringer und diese dienstleistungen faktisch steuerfrei (mwst gibt es zurück).

Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

hehe reab

 
09.08.05 16:25
#24
er muss nicht (selber ausführen) aber er macht es oder lässt es "schwarz" machen.

das nennt man den OBI-effekt. Nicht umsonst boomen baumärkte in Deutschland und schiessen wie pilze aus dem boden.

allerdings würe ich streichen etc. nicht als dienstleistung ansehen.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi
BeMi:

IDTE

 
09.08.05 16:28
#25
Von Effizienz im Gesundheitswesen war in diesem
Thread noch nie die Rede.
Neues Thema ...

Btw., in China liegt aber der Stundenlohn bei 1 €.
Ca. 80 bis 100 Mio Arbeitslose warten dort.

... alles ist interdependent.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

btw haben wir/sollten wir nicht...

 
09.08.05 16:33
#26
...aber die weit bessere infrastruktur, besser ausgebildetes personal und vor allem einen festen rechtlichen rahmen (auch steuern) haben. Haben wir das alles noch?

wenn nein, wo ist unser vorsprung geblieben und warum?

ps es wandern auch arbeitsplätze nach holland und frankreich  
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

und es wandern auch arbeitsplätze

 
09.08.05 16:38
#27
nach deutschland. das leben ist nun mal nicht statisch. frankreich ist übrigens ein tolles beispiel. die haben es ohne wiedervereinigung geschafft uns in der arbeitslosenrate einzuholen.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

weil sie auch meinen, dass

 
09.08.05 16:43
#28
der staat sich überall einmischen muss. Allerdings können sie da locker wieder rasunkommen, weil sie kein demographisches problem haben wie wir, dass uns in 10-20 Jahren das Genick brechen wird.

heute arbeiten 4 leute für einen rentner. 2025 sind es 2 für einen. also verdopplung der rentenversicherungsbeiträge auf 40% oder ....

auf jeden fall gehts hier ohne tiefgehende reformen deutlich bergab. und diese tiefgreifende reformen hat keine partei parat. die verwalten alle nur den angerichteten schaden.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste 54reab
54reab:

die unterschiede in der

 
09.08.05 16:54
#29
demografischen zusammensetzung sind so gering, dass sie keine rolle spielen werden. wenn wir eine woche längere lebensarbeitszeit haben, stehen wir uns besser. das verhältnis rentner/arbeitende ist in frankreich heute schlechter.  
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste IDTE2
IDTE2:

nun nicht übertreiben

 
09.08.05 17:36
#30
so siehts denn doch nicht aus. frankreich hat einendeutlich bessere altersstruktur als wir.

und eine woche mehr lebensarbeitszeit ist wohl auch sehr überspitzt.

aber 5 stunden je woche wären schon mal gut. (ohne lohnausgleich natürlich)


ps wir wollen uns ausserdem nicht an dem einzigen land messen, dem es ähnlich schlecht geht.
Schuld daran haben nur unsere hohen Lohnnebenkoste BeMi

reab54, zu P # 23

 
#31
Der Dienstleistungssektor der Wirtschaft umfaßt
aber nicht nur das! *gg*

Allerdings sind die Lohnnebenkosten für derartige
Minijobs, wie Du sie anführst, enorm hoch:

Private Arbeitgeber sind gegenüber gewerblichen bevorzugt: sie zahlen mit maximal 13,3 Prozent der Lohnsumme deutlich weniger an Abgaben an die Minijob-Zentrale.
Außerdem kann der private Haushalt 10 Prozent der Ausgaben, jedoch maximal 510 Euro jährlich, von der Steuerschuld abziehen.
Darüber hinaus wird ihm anteilig die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erstattet.
www.minijob-zentrale.de/coremedia/...esse__all/03__12__08.html



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