Schläfer offenbar auch in Bayern aktiv

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Schläfer offenbar auch in Bayern aktiv Thomastradamus

Schläfer offenbar auch in Bayern aktiv

 
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www.spiggl.de/spiggl_schlaefer
 
Gefahr aus der Provinz:

Schläfer offenbar auch in Bayern aktiv

Dem SPIGGL gelang es einen authentischen Schläfer aufzuspüren, der in der bajuwarischen Provinz auf den terroristischen Ernstfall wartet. Mahmud Mahlzahn (Name wurde von der Redaktion geringfügig geändert), 34, gebürtiger Toraboraner, wartet nun schon seit vielen Jahren auf seinen Einsatz. Wie lebt so ein Schläfer? Schläfer, das verrieten schon die Pritsche aus geflochtenem Hanf, Kamuintee und die Reiberdatschi von vorgestern, sind recht genügsame Leute. Tagsüber schlafen sie und nachts ruhen sie zumeist. Doch nicht nur das. Schläfer sind Terroristen in der Warteschleife. Please hold the line! Da kann die Zeit schon mal lang werden, bis der Vorhang im Tempel zerreißt und der säbelschwingende Siebenschläfer auf die geheime Losung hin hellwach wird. Ein kleines, ach was sage ich, ein klitzekleines, von allen Ungläubigen unbemerktes Zeichen genügt schon und der Schläfer erhebt sich wie ein blutsüchtiger Zombie aus den Hammer-Studios der Fünfzigerjahre und wandelt starren Blicks unbeirrbar auf sein Ziel zu, um es zu vernichten.

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Bayerischer Schläfer,
nahe Augsburg fotografiert.


Hart ist´s für einen veritablen Leidumbringa, immerzu nur zu warten, bis das geheime Signal zum gottgefälligen Morden ertönt. Zumal in der bayerischen Oberprovinz mit ihren langen, kalten Winterabenden. Um unter den bajuwarischen Aborigines nicht aufzufallen, trägt Mahmud seit seiner Einreise die Ortstracht der Eingeborenen, hat seine Sprache ihrem Dialekt anverwandelt und hält seine kleine blauweiße Scheinwelt so pedantisch wie heimtückisch in Ordnung. Selbst seinen gottesfürchtigen Bart hat er zu einem saddamitischen Schnauzer gestutzt, nur die listigen Augen verraten, dass Mahmud M. nicht gekommen ist, um anständig im Akkord zu malochen. Sonntags also Kirchgang, Frühschoppen, ach ja, und: Schützenverein. Mahmud ist letztes Jahr nach seiner Einbürgerung Schützenkönig geworden und keiner seiner Schützenbrüder weiß, dass Mahmud nicht für den Spaß- sondern für den Ernstfall trainiert. Attentate auf bayerische Almhütten, Plutonium-Sprengsätze auf „Maria in Frieden“, vielleicht gar ein Kidnapping des CSU-Kreisvorsitzenden.

Mahmud M. räumte indes auf hartnäckiges investigatives Befragen gegenüber dem SPIGGL ein, kein hochrangiger Schläfer zu sein. Der fundamentale Oberschläfer im fernen Lands-Hut-Al-Ab hat ihn nicht mal zum diesjährigen konspirativen Sleep-In im „Zum Oachkatzlschwoaf“ eingeladen. Außer der in der untersten Schreibtischschublade verwahrten Autogrammkarte von Usama hat Mahmud M. alle verdächtigen Hinweise auf sein einschläferndes Dasein vernichtet. Letztes Jahr hielt Mahmud M. die Zeit seines heiligen Krieges schon für gekommen. Nach dem Fall von Kandahar hatte er bereits seine Kalaschnikow, ein Geschenk der Al-Qaida-Kreisleitung, Wolfratshausen Ost, aus dem Schrank geholt, seine Tarn-Krachlederne und die giftgrünen Joppn angezogen, das Schneiztiache eingesteckt und wartete sehnsüchtig auf den erlösenden Weckanruf. Leider passierte gar nichts. Die Mutter aller Pleiten. Der einzige Anruf in diesen großen Tagen war der des Vertreters der Lebensversicherung, ob denn Mahmud M. die Abschlusssumme erhöhen wolle. Mahmud M. verstand zunächst Abschusssumme und war schon mächtig erregt, er könne nun beruhigt und schicksalsergeben sein gottgefälliges Testament aufsetzen. Aber das war nur ein Freud´scher Verhörer und Mahmud M. warf wütend den Hörer auf die Gabel (– des Bildes wegen).

Als Schläfer hat man es wahrlich, wahrlich, ich sage es Euch, nicht einfach: Die anderen dürfen bomben, morden, öffentlich beten und sich mit Saddam konspirativ im Führerbunker treffen, heiße Partys in Tora Bora, gar eine wilde Elchjagd mit Usama am Hindukusch, während der Schläfer immer nur unauffällig sein muss. Bonjour tristesse. Den lieben langen Tag über so unauffällig, dass nicht einmal der GEZ-Beauftragte zu einer inquisitorischen Nachfrage bereit ist. So unauffällig, dass sich Mahmud M. allenfalls morgens heimlich beim Rasieren vor dem SPIGGL kurz zuzwinkert. Kein Gebet gen Mekka, keinen offen unter´m Kruzifix herumliegenden Koran, nicht mal einen winzigen Gebetsteppich, der das BKA auf einen aufmerksam machen könnte. „Reiß di zsamm“, sagt sich der wahre bayerische Assassine. Der Dschihad wird auch mich nicht vergessen. Sein kleiner gottgefälliger Beitrag wird auch belohnt werden, selbst wenn die Huris verächtlich gähnen...wenn nur endlich, endlich der Einsatzbefehl käme.

Bis dahin wählt Mahmud CSU. Er ist Stammwähler. Die weltoffene Familienpolitik der Christsozialen ist Mahmud M. nicht unsympathisch. Selbst Ungläubige wandeln mitunter auf den richtigen Pfaden, auch wenn ihnen die letzte Offenbarung fehlt, den Scheitan im Nächsten zu erkennen. Letzten Monat ist Mahmud M. gefragt worden, ob er sich nicht für den Stadtrat aufstellen lassen wolle. So a Gscheer! Als Schläfer ist man solchen Offerten machtlos ausgeliefert. Mahmud M. bereitet sich jetzt also auf den Wahlkampf vor. Schläfer sind freilich prädestiniert, im Wahlkampf besonders erfolgreich zu sein. Zurzeit arbeitet er an einem kommunalen Sofortprogramm zur Terrorismusbekämpfung und hat gar laut Allensbach mächtig gepunktet, als er öffentlich für einen Schläferbeauftragten votierte. Perfekter kann Tarnung nicht mehr sein. Wenn sich erst die bayerische Staatsverwaltung des Problems annimmt, ist jede Gefahr gebannt, doch noch in seinem tristen Schläferleben aufgestoibert zu werden. Neulich hat er mit dem neuen bayerischen Ministerpräsidenten einige Worte gewechselt. Der signalisierte Mahmud M., dass er sich in seinem Kompetenzteam einen erfahrenen Vertreter für die Belange ausländischer Mitbürger gut vorstellen könne. Multikulti ist halt zurzeit in Munich-al-Barak a bissl gefragt. Mahmud M. zögerte zwar zunächst. Aber wenn es der Wille des Höchsten sein sollte, ist er auch zu dieser letzten Selbstentäußerung bereit, selbst einem Ungläubigen zu dienen. Aber nur bis zum Weckalarm! Jedenfalls steht fest, dass er als Innenminister nicht ohne Einfluss wäre, sein Schläferdasein zudem abwechslungsreicher würde und die karge Pritschenzeit endgültig vorbei wäre.

Do is eahm kemme: Wenn er die bayerische Polizei kommandierte, wäre es dereinst in einer schlaflosen Nacht möglich, die bayerische Unabhängigkeit vom teutschen Zwingherrn zu proklamieren: Revolution, Volksaufstand, der Mahdi, der Kini. Das wäre eine Mordsgaudi im engsten Sinne des Wortes, im Herzen von Europa den grantigen Funken an das bajuwarische Pulverfass zu legen und die Vasallen des amerikanischen Erzfeinds in die Luft zu jagen. Die Blauweissen haben fundamentalistische Gene, die in einer aufgefrischten Monarchie zu prächtigster Entfaltung kämen. Und von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zu einem panislamischen Großreich schwärzester Mullahs. Unser Schläfer hat diese royalistischen Urviecher ein wenig lieb gewonnen, wenn sie doch bloß schon Gläubige wäre. Und dass ihre Frauen besser bedeckt gingen und den Blick zu Boden senkten, das wird er ihnen schon klar machen können. Die Vision einer fundamentalistischen Revolution Bayerns versöhnt Mahmud M. zumindest ein wenig mit seinem öden Schläferdasein.

Nach langer Zeit meldete sich gestern mal wieder die Al-Qaida-Kreisleitung bei Mahmud M. und übermittelte ihm die Segenswünsche seiner Kampfgenossen zur erfolgreichen Kommunalwahl. „Pfüat di“ sagte Mahmud M. zum Abschluss des Gesprächs und ihn beschlich dabei das Gefühl, dass der Al-Qaida-Kreisvorsitzende leicht pikiert reagierte. Aber diese frommen Herrschaften haben eben kein Verständnis für die travestischen Schattenseiten des Schläferlebens. Host mi?



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