Russland will Ölförderung kräftig erhöhen

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Russland will Ölförderung kräftig erhöhen moya

Russland will Ölförderung kräftig erhöhen

 
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Russland will Ölförderung kräftig erhöhen

Im Jahr 2020 soll doppelt so viel "schwarzes Gold" exportiert werden wie zurzeit

Dass die Opec seit zwei Jahren mit einem Preiskrieg droht, sieht man in Moskau, dessen Wirtschaft zu einem Großteil vom Rohstoffexport abhängt, mit großer Gelassenheit. Man weiß: Große und künftige potenzielle Abnehmer wie die USA, China und Japan setzen auf eine Diversifizierung der Lieferanten, und Russland ist dabei die erste Adresse.

Weltspitze

Russland verspricht, die Erdölförderung und den Erdölexport zu erhöhen, um so die Hochpreispolitik der Opec zu konterkarieren und zu einem Konjunkturaufschwung in den industriell entwickelten Ländern beizutragen. Gleich zwei Energieminister (USA und Südkorea) erörterten vorige Woche in Moskau die Möglichkeiten einer Vergrößerung des Exports in ihre Länder und Perspektiven neuer Projekte für den Öl- und Gastransport. Mit einer Fördermenge von 421 Mio. Tonnen hat Russland, dessen Ölproduktion in den vergangenen fünf Jahren um 48 Prozent gestiegen ist, im Vorjahr erstmals Saudi-Arabien an der Weltrangspitze abgelöst. Die Steigerung soll heuer weitergehen: um zehn Prozent will man die Vorjahresfördermenge erhöhen, und in den kommenden fünf Jahren soll die derzeitige Tagesproduktion von neun Mio. Fass (159 Liter) auf elf Mio. Fass angehoben werden. Nicht nur dass Russland mit seinen Vorhaben die Strategie der Opec stört, es zielt auch auf neue Marktsegmente. Wie die im Vorjahr beschlossene Energiestrategie vorsieht, will Russland, das Europas Ölbedarf zu 30 Prozent deckt, seinen Gesamtexport bis 2020 verdoppeln – mit klarer Ausrichtung auf neue Kunden im Osten. So laufen bereits erste Versuche einer Direktversorgung der USA. Bis 2010 könnte der noch mickrige Anteil am US-Ölimport auf 13 Prozent steigen.

Mindestens 60 Mrd. Fässer Ölvorrat

Öl gibt es genug. Die russischen Ölvorräte werden auf 60 Mrd. Fass geschätzt, was gut einem Viertel der saudischen Vorräte entspricht. Das russische Brokerhaus Brunswick UBS spricht gar von 180 Mrd. Fass erkundeter Reserven. (Eduard Steiner aus Moskau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.6.2004)



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