Russland will EADS mit Militärprojekt locken

Beitrag: 1
Zugriffe: 108 / Heute: 1
Russland will EADS mit Militärprojekt locken lassmichrein

Russland will EADS mit Militärprojekt locken

 
#1

19. September 2006

Russland will EADS mit Militärprojekt locken

Keine feindlichen Absichten

Frankreich sieht den deutsch-französischen Aktionärspakt bei EADS

durch die Kapitalbeteiligung des russischen Staates am Luftfahrt- und Rüstungskonzern nicht gefährdet. «Die Sache ist klar. (...) Nichts könnte den auf einem industriellen Projekt basierenden Aktionärspakt gefährden», sagte Frankreichs Finanzminister Thierry Breton am Dienstag im französischen Rundfunk. Ähnlich hatten sich zuvor die französischen und deutschen EADS-Präsidenten, Arnaud Lagardère und Manfred Bischoff, zum Einstieg der Moskauer Wneschtorgbank geäußert. Die russische Bank ist mit einem Anteil von 5,02 Prozent der Aktien neuer Großaktionär des EADS-Konzerns.

Keine feindlichen Absichten

Der Direktor des Moskauer Zentrums für Strategische und Technologische Analyse, Ruslan Puchow, sagte, Russland hege keine feindlichen Absichten gegenüber EADS. Russlands Präsident Wladimir Putin suche die Zusammenarbeit mit Deutschland und Frankreich im Interesse einer multipolaren Welt ohne US-Vorherrschaft, sagte Puchow der Pariser Finanzzeitung «La Tribune». Puchow zufolge ist das Bündnisprojekt für den Anfang «rein zivil. Die Russen wollen keinen Zugang zu allen Rüstungsgeschäften von EADS, weil sie weder politische Probleme schaffen noch die Verträge auf dem US-Markt gefährden wollen.» Langfristig sei für Moskau aber mit EADS eine «Zusammenarbeit bei Militärtransportern wie dem kleinen MTA möglich», betonte Puchow.

Zugang zum russischen Markt

Russland hat Puchow zufolge darüber hinaus noch mehr zu bieten: Wenn EADS einen höheren russischen Anteil an seinem Kapital akzeptiere, werde Moskau im Gegenzug eine EADS-Beteiligung von mehr als zehn Prozent am künftigen gesamtrussischen Flugzeughersteller OAK zulassen. Russland könne seine Beteiligung an OAK bis auf 51 Prozent senken, «aber nicht darunter, denn die Kapitalmehrheit ist heilig», sagte Puchow. EADS hätte somit auch einen «privilegierten Zugang zum Markt der russischen Fluggesellschaften», hob der russische Direktor hervor. Das öffne EADS die Märkte von Staaten wie Kasachstan und Usbekistan. Aeroflot will derzeit 23 Langstreckenmaschinen kaufen.

Putin will verhandeln

DaimlerChrysler ist mit 22,3 Prozent weiterhin größter EADS-Aktionär. Der Automobilkonzern hat ein Aktionärsbündnis mit der französischen Holding Sogeade - dahinter verbergen sich der französische Staat und die Groupe Lagardère - geschlossen, die ebenso viele Anteile hält. Das Bündnis sieht vor, dass die Partner einem unerwünschten neuen Aktionär mit aller Macht den Weg verbauen, wenn dieser mehr als 7,5 Prozent der Anteile erreicht. Putin ist am Freitag zu Gast beim französischen Präsidenten Jacques Chirac. Am Samstag gibt es ein Dreiertreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Laut russischen Medienberichten will Putin dabei ein Abkommen über die Aufnahme des russischen Aktionärs in die EADS-Führung aushandeln. (nz)

N24.de
© 2006 SevenOne Intermedia GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


 

...be happy and smile



Talkforum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--