So jetzt zurück zu den Fakten die Herr Rembrandt gerne so auslegt, wie es für Ihr paßt
www.cama-automotive.de/templates/yprognose/...FinalVersion.pdf
Für Rembrandt: VDA heißt: Verband der Automobilindustrie (VDA)
www.vda.de/de/meldungen/news/20130514-2.html
VDA: Weiterhin schwierige Lage in Westeuropa
Die Lage in Westeuropa ist von Moll-Tönen geprägt. 2012 ging der Pkw-Markt um 8 Prozent auf knapp 11,8 Mio. Neufahrzeuge zurück. Unter der Schwäche Westeuropas – insbesondere in Spanien, Italien und Frankreich – leiden vor allem Hersteller und deren Zulieferer, die ihre Hauptabsatzmärkte in Europa haben und in den Wachstumsregionen USA oder China kaum oder gar nicht präsent sind. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist der westeuropäische Pkw-Markt um drei Mio. Einheiten zurückgegangen. Im ersten Quartal 2013 war noch keine Besserung in Sicht: der Pkw-Absatz ging um 10 Prozent auf 2,9 Mio. Neufahrzeuge zurück. Für das Gesamtjahr 2013 rechnen wir mit einem leicht gebremsten Rückgang – d. h. einem Minus von 5 Prozent auf gut 11,1 Mio. Pkw. Westeuropa liegt damit rund drei Mio. Einheiten unter seinem langfristigen Durchschnittsniveau.
Eine ähnlich rasche Erholung wie auf dem US-Markt in den vergangenen Jahren wird es in Westeuropa nicht geben. Der Prozess wird deutlich mehr Zeit benötigen. Denn die Euro-Schuldenkrise, die vor allem die Länder Frankreich, Spanien und Italien seit längerem fest im Griff hat, kann nur durch langfristig wirkende Strukturmaßnahmen überwunden werden: Die Staatshaushalte sind zu konsolidieren, die Verschuldung muss zurückgefahren werden, gleichzeitig gilt es, die Wachstumspotenziale in den einzelnen Ländern anzuregen. Das ist ein enormer Kraftakt, der insbesondere von der Politik viel Standfestigkeit fordert.
Die Schwäche in manchen europäischen Nachbarstaaten kann uns keineswegs gefallen. Wir Deutsche brauchen starke Franzosen und Italiener, wir brauchen sie wirtschaftlich, wir brauchen sie politisch: in Brüssel ebenso wie für unsere europäischen Interessen gegenüber den Wettbewerbern aus Asien und Nordamerika.
Auch die Produktionsstruktur innerhalb Europas verändert sich: In der Slowakei wurden im vergangenen Jahr rund 862.000 Autos gebaut (und zwar Modelle von Audi, Seat, Skoda Volkswagen, Kia und PSA Peugeot Citroen) – das sind mehr als doppelt so viele wie in Italien (rund 400.000).
Die Prognosen (Consensus Forecasts April 2013) für Frankreich gehen 2013 von einem Rückgang der Industrieproduktion (minus 2,2 Prozent) und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 10,7 Prozent aus. Der private Konsum dürfte stagnieren, die Anlageinvestitionen werden leicht rückläufig sein (minus 1,6 Prozent). Keine guten Aussichten.
Von den großen europäischen Automobilländern ist im 1. Quartal 2013 nur Großbritannien mit einem Plus unterwegs (+7,4 Prozent). Im 1. Quartal 2013 ging der Pkw-Absatz in Frankreich um 15 Prozent zurück, in Spanien um 11 Prozent, in Italien um 13 Prozent. Auch der deutsche Markt konnte sich nicht mehr vollständig von der allgemein schlechten Konjunktur in Europa abkoppeln: Der Rückgang in den ersten drei Monaten betrug 13 Prozent. Der April brachte zwar einen ersten Lichtblick: Die Neuzulassungen in Deutschland stiegen um 4 Prozent auf 284.500 Einheiten. Allerdings standen im April auch zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung. Insgesamt sanken die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland in den ersten vier Monaten um 9 Prozent auf 958.500 Einheiten. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Volumen von 2,9 bis 3,0 Mio. Pkw-Neuzulassungen. Wir müssen uns in Westeuropa auf eine längere Durststrecke einrichten. Der Gegenwind ist deutlich schärfer geworden.
Das zeigen auch die Quartalszahlen vieler Unternehmen. Unsere Hersteller und Zulieferer spüren die geringere Nachfrage auf "ihrem Heimatmarkt Westeuropa": Nahezu jeder zweite Neuwagen (49 Prozent), der in Westeuropa verkauft wird, trägt ein deutsches Konzernmarkenzeichen. Flexibilität ist gefordert. Es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass in vielen Unternehmen die Zahl der Zeitarbeitsverträge zurückgefahren wird.