Mein "Witzig" gilt übrigens keinesfalls Dir, sondern Paul Krugman!
Die Vereinigten Staáten von Amerika haben die höchste öffentliche und private Verschuldung in ihrer Geschichte.
Der Umstand, dass es da drüben noch hoffnungsloser aussieht, als bei uns, darf jedoch nicht als Indiz betrachtet werden, dass bei uns noch mehr Spielraum bestünde.
Das wäre ungefähr das gleiche, als wenn ein hoffnungslos Überschuldeter mit seiner Bank argumentieren würde, dass doch noch Luft für weitere Kredite bestünde, da ein Freund ja noch viel schlimmer verschuldet sei als er
Ausserdem haben die Amerikaner, da sie die Leitwährung stellen, naturgemäß größere Spielräume, um sich zu verschulden, ohne dass ihr Währungssystem zusammen bricht.
Solange allle Rohstofftransaktion der Welt weiterhin in Dollar abgerechnet werden, ist auch eine entsprechende Nachfrage nach ihrer Währung garantiert.
Die Eurozone hat diesen Vorteil jedoch nicht.
Die ganze Argumentation finde ich unter diesen Gesichtspunkten ein bischen unseriös. Als Ökonom wird er diese Unterschiede sicher kennen.
Wobei ich natürlich Verständnis dafür habe, dass er im Interesse der Amerikaner argumentieren muss.
Natürlich ist es toll für die U.S.A wenn Europa auf oder am besten über ihr eigenes Schuldenniveau aufschliessen.
Die Amerikaner stünden dann relativ betrachtet nämlich besser da.
Bei einem möglichen Reset und einer etwaigen Währungsreform unserer Industrienationen hätte derjenige die größten Wettbewerbsvorteile und die besten Aussichten, sich hinterher eine Vormachtstellung zu sichern, der vordem im Vergleich zu den anderen noch am besten dastand.
Was die Staatsschulden betrifft, wundert es mich, wenn man so will, daher u. U. nicht besonders, dass die Amerikaner bei anderen Staaten noch einen gewissen Nachholebedarf ausmachen.