Feri-Umfrage
Profianleger werfen Aktien auf den Markt
von Elisabeth Atzler
Die Börsenverluste und Anteilsverkäufe haben die Aktienquote deutscher Profianleger auf zuletzt gut acht Prozent reduziert. Vor allem Versicherer trennten sich von Dividendentiteln: Der Aktienanteil in ihren Portfolios beträgt nicht einmal mehr drei Prozent.
Daran dürfte sich wenig ändern: Die meisten Investoren rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit fallenden oder stagnierenden Börsenkursen und wollen nur zögerlich investieren.
Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Investorenumfrage von Feri EuroRating und der FTD. Seit 2004 befragt der Vermögensverwalter monatlich Altersversorger, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Industrieunternehmen nach Markteinschätzungen und Anlageabsichten. Im Januar nahmen 70 Häuser teil, die zusammen 300 Mrd. Euro verwalten.
Während der Anteil der Renten von Anfang 2008 bis Anfang 2009 durchschnittlich von knapp 72 auf 74 Prozent stieg, sank die Aktienquote von 15 auf etwa 8 Prozent. Am deutlichsten sind die Veränderungen bei Versicherern, was auch am Mangel von Risikokapital liegen dürfte - die Unternehmen müssen Eigenkapital für Versicherungsgeschäfte und Anlagevermögen vorhalten. Unter den befragten Versicherern stieg der Rentenanteil von 80 auf fast 85 Prozent, während die Aktienquote von knapp acht auf unter drei Prozent fiel.
Anders als die übrigen Befragten stockten die Versicherer ihre Barmittel nur leicht auf - auf knapp fünf Prozent. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken, Altersversorgern und Industrieunternehmen kletterte die Liquiditätsquote auf rund 13 Prozent. Der Aktienanteil sank: bei Banken von acht auf vier Prozent, bei Altersversorgern von 16 auf 11 Prozent, bei Industrieunternehmen sogar von 27 auf 13 Prozent. Vor allem Altersversorger und Industrieunternehmen erhöhten auch die Rentenquote, während Banken den Anleiheanteil sogar leicht senkten. Den Immobilienanteil veränderten die Investoren kaum: Er liegt im Schnitt bei sieben Prozent.
Zwar sind die deutschen Profianleger wegen des traditionell hohen Bestands an Anleihen bisher relativ gut durch die Finanzkrise gekommen. Doch wegen der fallenden Renditen lassen sich weder mit Staatsanleihen noch mit sonst stark gefragten Pfandbriefen erkleckliche Erträge erzielen. "Ich glaube, es kommen schwierige Zeiten auf die Branche zu", sagt der Anlagefachmann eines Versicherers. Erst wenn der ausgetrocknete Pfandbriefmarkt wieder anspringe, werde auch der Druck auf den Rentenmark abnehmen, meint Dieter Lehmann, Leiter der Vermögensverwaltung der Volkswagen Stiftung.
Wie problematisch die Situation noch werden kann, zeichnet sich an den Prognosen ab: Der Erwartungsindikator für Aktien, der sich am Stoxx 50 orientiert, sinkt von plus zwölf auf minus fünf. 33 Prozent der Investoren rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit fallenden und 28 Prozent mit steigenden Kursen. Der Rest erwartet unveränderte Notierungen.
Viele Investoren - besonders Versicherer - haben sich in den vergangenen drei Monaten von Aktien getrennt. Trotz der schlechten Aussichten planen etliche Befragte Zukäufe. So steigt der Umschichtungsindikator für Aktien, der sich aus geplanten und realisierten Käufen sowie Verkäufen zusammensetzt, von fünf auf elf. "Bei institutionellen Investoren hängt die Entscheidung, ob und in welchem Volumen man in Risikoaktiva wie zum Beispiel Aktien investiert, mehr von der Risikotragfähigkeit als von Markteinschätzungen ab", sagt Hans Wilhelm Korfmacher, Geschäftsführer des Versorgungswerks der Wirtschaftsprüfer und der vereidigten Buchprüfer.
Für den Rentenmarkt sind die Prognosen düster: Nur wenige Investoren meinen, dass die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen zulegt. Entsprechend reagiert der Erwartungsindikator: Er steigt von zwei auf zehn - der Erwartungsindikator zeigt die Prognosen für den Bund-Future, einen Terminkontrakt auf ein Bündel langfristiger Bundesschuldverschreibungen, der sich entgegengesetzt zu den Renditen entwickelt.
Anmerkung meinerseits:
Ähnliches wurde 2002/2003 auch vermeldet , danach gings hoch...
Profianleger werfen Aktien auf den Markt
von Elisabeth Atzler
Die Börsenverluste und Anteilsverkäufe haben die Aktienquote deutscher Profianleger auf zuletzt gut acht Prozent reduziert. Vor allem Versicherer trennten sich von Dividendentiteln: Der Aktienanteil in ihren Portfolios beträgt nicht einmal mehr drei Prozent.
Daran dürfte sich wenig ändern: Die meisten Investoren rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit fallenden oder stagnierenden Börsenkursen und wollen nur zögerlich investieren.
Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Investorenumfrage von Feri EuroRating und der FTD. Seit 2004 befragt der Vermögensverwalter monatlich Altersversorger, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Industrieunternehmen nach Markteinschätzungen und Anlageabsichten. Im Januar nahmen 70 Häuser teil, die zusammen 300 Mrd. Euro verwalten.
Während der Anteil der Renten von Anfang 2008 bis Anfang 2009 durchschnittlich von knapp 72 auf 74 Prozent stieg, sank die Aktienquote von 15 auf etwa 8 Prozent. Am deutlichsten sind die Veränderungen bei Versicherern, was auch am Mangel von Risikokapital liegen dürfte - die Unternehmen müssen Eigenkapital für Versicherungsgeschäfte und Anlagevermögen vorhalten. Unter den befragten Versicherern stieg der Rentenanteil von 80 auf fast 85 Prozent, während die Aktienquote von knapp acht auf unter drei Prozent fiel.
Anders als die übrigen Befragten stockten die Versicherer ihre Barmittel nur leicht auf - auf knapp fünf Prozent. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken, Altersversorgern und Industrieunternehmen kletterte die Liquiditätsquote auf rund 13 Prozent. Der Aktienanteil sank: bei Banken von acht auf vier Prozent, bei Altersversorgern von 16 auf 11 Prozent, bei Industrieunternehmen sogar von 27 auf 13 Prozent. Vor allem Altersversorger und Industrieunternehmen erhöhten auch die Rentenquote, während Banken den Anleiheanteil sogar leicht senkten. Den Immobilienanteil veränderten die Investoren kaum: Er liegt im Schnitt bei sieben Prozent.
Zwar sind die deutschen Profianleger wegen des traditionell hohen Bestands an Anleihen bisher relativ gut durch die Finanzkrise gekommen. Doch wegen der fallenden Renditen lassen sich weder mit Staatsanleihen noch mit sonst stark gefragten Pfandbriefen erkleckliche Erträge erzielen. "Ich glaube, es kommen schwierige Zeiten auf die Branche zu", sagt der Anlagefachmann eines Versicherers. Erst wenn der ausgetrocknete Pfandbriefmarkt wieder anspringe, werde auch der Druck auf den Rentenmark abnehmen, meint Dieter Lehmann, Leiter der Vermögensverwaltung der Volkswagen Stiftung.
Wie problematisch die Situation noch werden kann, zeichnet sich an den Prognosen ab: Der Erwartungsindikator für Aktien, der sich am Stoxx 50 orientiert, sinkt von plus zwölf auf minus fünf. 33 Prozent der Investoren rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit fallenden und 28 Prozent mit steigenden Kursen. Der Rest erwartet unveränderte Notierungen.
Viele Investoren - besonders Versicherer - haben sich in den vergangenen drei Monaten von Aktien getrennt. Trotz der schlechten Aussichten planen etliche Befragte Zukäufe. So steigt der Umschichtungsindikator für Aktien, der sich aus geplanten und realisierten Käufen sowie Verkäufen zusammensetzt, von fünf auf elf. "Bei institutionellen Investoren hängt die Entscheidung, ob und in welchem Volumen man in Risikoaktiva wie zum Beispiel Aktien investiert, mehr von der Risikotragfähigkeit als von Markteinschätzungen ab", sagt Hans Wilhelm Korfmacher, Geschäftsführer des Versorgungswerks der Wirtschaftsprüfer und der vereidigten Buchprüfer.
Für den Rentenmarkt sind die Prognosen düster: Nur wenige Investoren meinen, dass die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen zulegt. Entsprechend reagiert der Erwartungsindikator: Er steigt von zwei auf zehn - der Erwartungsindikator zeigt die Prognosen für den Bund-Future, einen Terminkontrakt auf ein Bündel langfristiger Bundesschuldverschreibungen, der sich entgegengesetzt zu den Renditen entwickelt.
Anmerkung meinerseits:
Ähnliches wurde 2002/2003 auch vermeldet , danach gings hoch...
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. Konrad Adenauer