Produktlabel und deren Nutzen

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Produktlabel und deren Nutzen Thomastradamus
Thomastrada.:

Produktlabel und deren Nutzen

3
04.09.07 12:22
#1

Von "Alnatura" über "Blauer Engel" bis "Zertifiziertes Solarium" - auf fast allen Produkten prangen ein oder mehrere dieser Label. Was sie letztlich tatsächlich aussagen und was nicht, wird nicht immer auf Anhieb deutlich.

Label-Online beschreibt Kriterien und Verfahren für die Vergabe und bewertet die teilweise gar nicht so guten Gütesiegel.


Hier ein Beispiel eines häufig an Computern anzutreffenden Aufklebers:

Energy Star - EPA Pollution preventer

Rubrik
Computer

Produkte
Computer und Monitore

Vergabekriterien
Der Energy Star kennzeichnet energiesparende Computer und Monitore, die folgende Anforderungen erfüllen:


  • Computer sind mit einem Stand-by Betrieb ausgestattet, bei dem die Leistungsaufnahme 30 Watt nicht überschreiten darf.
  • Monitore sind mit zwei Stand-by Betriebsstufen ausgestattet; in der ersten Sparstufe darf die Leistungsaufnahme  nicht über 15 Watt liegen, in der zweiten Sparstufe, der "Tiefschlaf-Phase" ,liegt die Leistungsaufnahme nicht über 8 Watt.

 

Vergabeverfahren
Der Energy Star wurde von der Amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) gemeinsam mit dem U.S. Department of Energy (DOE) sowie Herstellern und Händlern entwickelt. Jeder Hersteller darf den Energy Star nutzen, wenn er glaubt, dass sein Geräte die Energieeffizienzkriterien für die Produkte erfüllt. Eine Benachrichtigung an die EPA reicht aus. Kontrollen der Einhaltung der Kriterien finden nicht statt.

Bewertung
Der Energy Star steht für einen niedrigen Energieverbrauch. Dieser Standard hat sich mittlerweile auf dem Markt durchgesetzt und wird von den meisten Geräten eingehalten. Seine Vorgaben bleiben hinter denen anderer Enerigspar-Label zurück.

Zu den Bewertungskriterien

Note
eingeschränkt empfehlenswert

 

Produktlabel und deren Nutzen Thomastradamus
Thomastrada.:

Beispiel 2: Woolmark (nicht empfehlenswert)

 
04.09.07 12:28
#2

Woolmark

Rubrik
Textilien - Bekleidung

Produkte
Bekleidungstextilien, Heimtextilien

Vergabekriterien
Woolmark kennzeichnet Produkte aus 100% reiner Schurwolle und garantiert zudem, dass bestimmte Mindestgebrauchswerte nicht unterschritten werden. Diese beziehen sich z.B. auf die Farbechtheit gegenüber Licht und Wasser, die Reißfestigkeit bei Geweben oder Filzfreiheit bei entsprechend gekennzeichneten Strickwaren. Für andere Produktmerkmale, die nicht zu den Woolmark-Kriterien zählen, aber auf dem Etikett angebracht werden, muss der Woolmark Company gegenüber der Nachweis über die Richtigkeit der Angabe erbracht werden.

Vergabeverfahren
Die Woolmark-Company ist Herausgeber des Woolmark-Zeichens und in Deutschland durch den Wollsiegel-Verband e.V. vertreten. Interessierte Hersteller schließen einen Lizenzvertrag ab und verpflichten sich damit zur Einhaltung der Lizenzbedingungen. Grundlage für die Lizenzvergabe sind die Ergebnisse der Prüfung aller zu kennzeichnenden Produkte sowie des Betriebs durch einen Woolmark-Mitarbeiter. Mit der Lizenzvergabe erhält der Hersteller eine individuelle Lizenz-Nummer, die er auf den Etiketten seiner Produkt anbringt.
Lizenznehmer werden zweimal im Jahr durch Betriebsbegehungen und Stichprobenentnahme kontrolliert. Zudem tätigt die Woolmark-Company anonyme Testkäufe, die sie auf die Qualitätskriterien überprüft. Durch die Lizenz-Nummer kann bei Verstößen der Hersteller ermittelt werden.

Bewertung


Das Woolmark-Zeichen basiert auf Qualitätskriterien für Produkte aus 100% reiner Schurwolle, die über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausreichen. Ökologische oder gesundheitlich relevante Kriterien werden jedoch weder bei der Wollgewinnung oder -verarbeitung noch beim Endprodukt beachtet. Die Einhaltung der Kriterien wird regelmäßig durch Woolmark überprüft, Verstöße werden verfolgt und wenn nötig mit dem Entzug der Lizenzgenehmigung sanktioniert. Die Unabhängigkeit des Zeichens ist durch die enge Verquickung des Woolmark Company mit der Wollwirtschaft nicht gewährleistet. Informationen über Vergabekriterien und –verfahren können auf der Homepage von Woolmark nur bei Angabe persönlicher Daten (z.B. Name, Emailadresse) eingesehen werden.
Für denjenigen, der auf 100 % Schurwolle Wert legt, bietet das Zeichen rasche Orientierung. Allerdings vergibt Woolmark zwei weitere, ähnlich aussehende Zeichen (Woolmark Blend und Wool Blend), die bei ungenauer Betrachtung zu Verwechslung führen können.

Zu den Bewertungskriterien

Note
nicht empfehlenswert

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JIMPS-Hinweise sind Kindergarten und nerven!!!

Produktlabel und deren Nutzen Thomastradamus
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Beispiel 3: Fairtrade (empfehlenswert)

 
04.09.07 13:07
#3

Fairtrade-Siegel

Rubrik
Fairer Handel

Produkte
Lebensmittel (z.B. Bananen, Datteln, Fruchtsäfte, Schokolade, Kaffee, Tee, Zucker)

Vergabekriterien

Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Lebensmittel aus fairem Handel, welcher vor allem menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Hersteller aber auch eine umweltverträgliche Produktion unterstützen soll. Basis des Siegels sind u.a. folgende Kriterien:

 


  • direkter Handel mit den Produzentengruppen,
  • Zahlung von Mindestpreisen über dem Weltmarktniveau,
  • Zahlung von Prämien zur Finanzierung von Projekten (z.B. Bildung, Umwelt, Infrastruktur),
  • Vorfinanzierung,
  • langfristige Lieferbeziehungen,
  • Zahlung fairer Löhne,
  • transparente, demokratische Strukturen in Verwaltung und Management,
  • Verbot illegaler Kinderarbeit und Zwangsarbeit,
  • Umwelt- und Naturschutz (z.B. in Bezug auf Wasserschutz, Vermeidung von Pestizideinsatz).

 

Die Kriterien sind je nach Produkt spezifisch formuliert.

 

Vergabeverfahren
TransFair e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und wird von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren z.B. aus Entwicklungspolitik, Kirche und Verbraucherschutz getragen. Er ist Mitglied der internationalen Fair Trade Labelling Organisation (FLO), die für die Erarbeitung einheitlicher Kriterien des Fairen Handel verantwortlich ist.
Zur Nutzung des Fairtrade-Siegels verpflichten sich Händler, Verarbeiter und Importeure in einem Lizenzvertrag mit TransFair e.V. auf die Einhaltung der Kriterien des Fairen Handels. Die Angaben der Lizenznehmer werden nach einem standardisierten System der Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH geprüft und jährlich durch unabhängige Wirtschaftsprüfer kontrolliert, zudem finden stichprobenartige Kontrollen statt. Lizenznehmer und Produzenten melden regelmäßig ihre Verkaufsabschlüsse aus fair gehandelten Produkten an TransFair e.V. und FLO, wo die Angaben verglichen werden.

Bewertung

Das Fairtrade-Siegel basiert in erst Linie auf sozialen Kriterien, berücksichtigt aber auch Umweltaspekte. Die Vorgaben gehen über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus und berücksichtigen die Produktionsbedingungen bis hin zu den Handelsabläufen. Die breite Trägerschaft des TransFair e. V. gewährleistet eine hohe Glaubwürdigkeit. Kriterienentwicklung, Zeichenvergabe und Kontrollen erfolgen durch externe und vom Lizenznehmer unabhängige Stellen. Verstöße gegen die Kriterien werden verfolgt und sanktioniert. Vergabekriterien und –verfahren sind teilweise zugänglich.



Zu den Bewertungskriterien

 

Note
empfehlenswert

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Produktlabel und deren Nutzen Thomastradamus
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Beispiel 4: Grüner Punkt

 
04.09.07 13:09
#4

Grüner Punkt

Rubrik
Verpackungen

Produkte
Verpackungen

Vergabekriterien
Der "Grüne Punkt" ist auf Verkaufsverpackungen zu finden. Er zeigt an, dass diese gesammelt, sortiert und stofflich verwertet werden. Die getrennte Sammlung und stoffliche Verwertung von Verpackungen mit dem "Grünen Punkt" wird durch eine privatwirtschaftliche Inititative, das Duale System Deutschland (DSD), organsiert.
Das DSD ist eine Reaktion der Wirtschaft auf die Verpackungsverordnung von 1991. Diese sieht vor, dass Verkaufsverpackungen von Herstellern und dem Handel kostenlos zurückgenommen werden müssen. Diese sind von der Rücknahmepflicht für gebrauchte Verkaufsverpackungen freigestellt, wenn sie sich an einem dem DSD entsprechenden System beteiligen. Das Duale Entsorgungssystem wurde ergänzend zu den bestehenden kommunalen Entsorgungseinrichtungen eingeführt.
Zur Kennzeichnung der Verkaufsverpackungen mit dem "Grünen Punkt" müssen Hersteller und Handel ein Lizenzentgelt bezahlen. 

Vergabeverfahren
Der "Grüne Punkt" wird von dem Dualen System Deutschland (DSD) vergeben. Um das Zeichen nutzen zu dürfen, zahlen Hersteller und Handel eine Lizenzgebühr an das DSD, die sich nach Material, Gewicht, Volumen sowie der Stückzahl der Verpackungen richtet. 

Bewertung


Der "Grüne Punkt" ist kein Umwelt-Label. Er ist lediglich ein Hinweis darauf, dass sich Hersteller bzw. der Handel am Dualen System Deutschland finanziell beteiligen. Er sagt nichts über die Umweltverträglichkeit der Verpackung aus, sondern zeigt Verbraucherinnen und Verbrauchern, welche Abfälle in die "Gelbe Tonne" bzw. in den "gelben Sack" gehören. Die Vermeidung von Müll wird mit diesem System nicht gefördert.

Zu den Bewertungskriterien

Note
eingeschränkt empfehlenswert

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Produktlabel und deren Nutzen lassmichrein

Thomas... Du denkideest !!

 
#5

 


Immer schön locker durch die Hose atmen !! 



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