Planet der Liebe...

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Planet der Liebe... Mäuschen

Planet der Liebe...

 
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Über Deutschland und vielen Teilen der Welt haben gestern Hunderttausende ein ebenso seltenes wie beeindruckendes Himmelsspektakel beobachtet: Vor der Sonnenscheibe zog wie ein winziges langsames Flugzeug der Planet Venus vorbei, ein Ereignis, das in vollem Umfang von Mitteleuropa aus nur knapp alle 250 Jahre gesehen werden kann. Der so genannte Venustransit, der in Deutschland um 07.20 Uhr begonnen hatte, endete um 13.23 Uhr mit dem Wiederaustritt der Venus am unteren rechten Rand der Sonne.

  In Stadtparks, auf Plätzen, in der freien Natur oder in Volkssternwarten fanden sich in Deutschland und weltweit Hunderttausende ein, um die Venus bei ihrem Lauf über die Sonne mit speziellen Brillen und Fernrohren zu verfolgen. Zwar war das Interesse nicht mit der Begeisterung über die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 zu vergleichen, doch erregte das Ereignis mehr Aufmerksamkeit, als die Astronomen erwartet hatten.

  Ab 07.20 Uhr bewegte sich der Planet der Liebe, wie ihn Astrologen auch nennen, klein wie eine Erbse über die Oberfläche unseres Zentralgestirns. Diese so genannten Venus-Durchgänge sind von der Erde aus höchst selten zu sehen. Der letzte, der in Deutschland in vollem Umfang verfolgt werden konnte, fand am 6. Juni 1761 statt, der nächste in Mitteleuropa beobachtbare vollständige Venusdurchgang steht am 11. Juni 2247 an.

  Der nächste Transit folgt nach der Himmelsmechanik zwar schon in acht Jahren, ist aber von Deutschland aus so gut wie nicht zu sehen. Wer am 6. Juni 2012 jedoch ganz früh aufsteht, kriegt immerhin bei Sonnenaufgang gerade noch mit, wie die Venus sich wieder von der Sonnenscheibe löst. Der zuvor stattfindende volle Lauf des Planeten über die Sonne ist den Mitteleuropäern verwehrt, weil es Nacht ist. Gestern aber hatten sich Planetarien in Deutschland und allen Teilen der Welt gerüstet, um das Spektakel angemessen zu würdigen. Von der ostindischen Stadt Bhubaneswar bis New York City, von Sydney bis zu den Kanarischen Inseln warteten professionelle und Gelegenheitsastronomen auf den Eintritt der Venus in die Sonne. Dabei faszinierte viele Menschen vor allem die Tatsache, dass sie das Schauspiel allenfalls einmal in ihrem Leben verfolgen können, es sei denn, sie unternehmen 2012 eine Reise nach Hawaii oder Ostaustralien. Das wäre freilich die letzte Chance: Danach steht die Venus erst wieder in mehr als 100 Jahren exakt auf einer Linie mit Erde und Sonne.

  Wissenschaftlich dagegen ist ein Venustransit ein alter Hut. Dennoch gebe es Erkenntnisse, die wichtig seien, sagte gestern der Sonnenphysiker Hubertus Wöhl vom Freiburger Kiepenheuer-Institut.

  Unter anderem gehe es darum, mehr über die Zusammensetzung Venusatmosphäre zu erfahren. Die bei der gestrigen Beobachtung gesammelten umfangreichen Daten würden nun ausgewertet, sagte Wöhl.


mfg










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