OT -Nachschlag wegen Verleumdung

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OT -Nachschlag wegen Verleumdung

 
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Häftling wirft Beamtin Sex-Spiele in der Zelle vor




Ein Häftling, der angeblich von einer Beamtin zu Sex-Spielen in der Zelle aufgefordert wurde, muss für seine Lüge mit weiterem Freiheitsentzug büßen. Das Landgericht hielt gestern sechs Monate "Nachschlag" wegen Verleumdung, falscher Verdächtigung und Beleidigung für angemessen. In zwei unter anderem ans Oberlandesgericht Dresden adressierten Briefen bezichtigte der Gefangene Christoph-Edmund K. im August vorigen Jahres eine Bedienstete, es mit ihm in der Zelle getrieben zu haben. Er bezeichnete die 26-Jährige als "Hure". Für ihre Sex-Spiele stünde er künftig nicht mehr zur Verfügung. Gegen die Beamtin wurde daraufhin ein Dienstaufsichtsverfahren eingeleitet - und wieder eingestellt. Die Angaben von Christoph-Edmund H. entbehrten jeder Grundlage.


Der 48-Jährige fühlte sich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Torgau schickaniert und wollte verlegt werden. "Ihm ging es einfach darum, Stunk zu machen. Nach seiner einfachen Denkweise glaubte er, wenn er für genügend Rabatz sorge, würde ihn die JVA-Leitung so schnell wie möglich loswerden wollen. Aber so funktioniert das nicht. Damit hat er eher ein Eigentor geschossen", sagte Verteidiger Johannes Driendl. Sein Mandant sei leider nicht in der Lage, sich selbst "zu zähmen". Was der Angeklagte gestern erneut unter Beweis stellte: Er hält sein Vorgehen nach wie vor für berechtigt, "weil man sich in dieser JVA wie in der Irrenanstalt vorkommt". In anderen Gefängnissen "hatte ich eine Zelle allein, jetzt gibt's ein Doppelstockbett", schimpfte er lautstark. Wegen Totschlags muss er zehn Jahre verbüßen. Er hatte 1997 auf einen Bekannten 77-mal mit einem Messer eingestochen, weil er sich von diesem provoziert fühlte.


Wegen mangelnder Reue hielt die 9. Strafkammer die unlängst am hiesigen Amtsgericht verhängten sechs Monate Haft wegen der Verleumdungsaktion für schuldangemessen. "Es überschreitet deutlich Grenzen, was der Angeklagte getan hat", so Richter Jens Kaden.



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