Opec erhöht Fördermenge auf 2 Mio. Barrel je Tag

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Opec erhöht Fördermenge auf 2 Mio. Barrel je Tag moya
moya:

Opec erhöht Fördermenge auf 2 Mio. Barrel je Tag

 
03.06.04 18:40
#1
Opec erhöht Fördermenge auf 2 Mio. Barrel je Tag

von Jochen Steffens

Heute Nacht war erst einmal zu hören, dass aus Opec Kreisen durchgesickert sei, die Ölförderquote würde nur auf 1-1,5 Mio. Barrel je Tag angehoben - erwartet wurde eine Anhebung um 2-2,5 Mio. Barrel.
Dieses "Gerücht" schickte unter anderem die asiatischen Märkte deutlich ins Minus. Wieder einmal hat ein Gerücht den Markt bewegt und wiedereinmal scheinen hier mehr Eigeninteressen als Tatsachen Ursache für dieses Gerücht gewesen zu sein.

Die Opec hat nämlich soeben (nach den letzten Meldungen) beschlossen, die Ölförderquote um 2 Mio. Barrel anzuheben, behält sich zudem vor, im Sommer die Förderquote noch einmal um 0,5 Mio. auf 2,5 Mio.
anzuheben. Sehr geschickt. Die Erwartungen erfüllt, aber das Pulver noch nicht verschossen.

Immer wieder ist von Seiten der Opec zu hören, dass der Ölpreis durch Spekulanten hoch getrieben wird. Das unterstützt meine These zum Öl und dem amerikanischen Wahlkampf. Lustig ist, dass sich die amerikanische Regierung so beständig "besorgt" über die Entwicklung des Ölpreises zeigt. Dabei hatte gerade die US- Regierung die Möglichkeit gehabt, den Ölpreis allein durch eine Äußerung zu beeinflussen. Ich hatte es letztens geschrieben: Die US-Regierung hat es kategorisch abgelehnt, die strategischen US-Reserven anzugehen.

Hier hätte eine weniger kategorische Aussage, eine vielmehr diplomatische Aussage, die diese Option offen lässt, den Ölpreis sicherlich deutlich einbrechen lassen. Für mich war diese kategorische Ablehnung ein Zeichen dafür, dass der US-Regierung der hohe Ölpreis im Moment nur Recht ist, um den Markt unten zu halten. Ich bin mir mittlerweile fast sicher, dass ab September der Ölpreis deutlich nachgeben wird, damit rechtzeitig vor der Wahl eine Kursrallye starten kann.

Da fällt mir ein, ein Leser schrieb mir, ich solle doch mal erwähnen, dass die Fed keine staatliche Organisation sei. Offenbar hat aus meine Texten ein anderer Eindruck entstehen können. Das möchte ich hiermit noch einmal deutlich nachholen. Natürlich gibt es jedoch eine enge Verbindung zwischen Staat und Fed. Die eigentlich Kontrolle über die Fed hat ein siebenköpfiges Board of Goveneurs. Dessen Mitglieder werden auf 14 Jahre von niemand geringerem als dem amerikanischen Präsidenten ernannt. Der Vorsitzende, zur Zeit Alan Greenspan, wird auf vier Jahre ernannt.

Aber auch sonst ist die Verbindung zwischen Fed und Präsidenten sehr groß. Aktuell sogar so groß wie nie zuvor. Die "Tiefe der Verbindung"
wird an den Besuchen von Alan Greenspan beim Präsidenten Bush gemessen, die aktuell ein Rekordniveau erreicht haben sollen - wie so vieles im Moment. Ob die beiden vielleicht einfach nur gerne zusammen Brezeln essen, anstatt über den desaströses Zustand der Staatsfinanzen zu debattieren, vermag ich dabei nicht zu beurteilen ...

Kommen wir zur europäischen "Fed", der EZB, die aber im Gegensatz zur Fed nur für die Preistabilität sorgen soll und die Geldmenge steuert, sich jedoch nicht direkt um das europäische Wirtschaftswachstum kümmert.

So hat die EZB heute auch die europäischen Leitzinsen unverändert gelassen. Nichts anderes war, auch angesichts der durch den Ölpreis anziehenden Inflation, erwartet worden.

Und was macht der Dax? Er notiert nach dem Ergebnis der Opec Konferenz uneinheitlich um die Null-Marke herum. Die wirklichen Impulse werden gleich wieder die amerikanischen Märkte geben. Auch wenn einige Analysten es anders sehen, diese Ölfördererhöhung sollte zu einem sinkenden Ölpreis führen, der sich in Folge stabilisierend auf die Märkte auswirken wird. Mehr dazu in den US-Konjunkturdaten.
Opec erhöht Fördermenge auf 2 Mio. Barrel je Tag moya

US-Konjunkturdaten

 
#2
US-Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

Im Moment sind keine wirklichen Überraschungen mehr vom US-Arbeitsmart zu vermelden, vielleicht ändert sich das, wenn morgen die Zahl der neuen Stellen gemeldet wird.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der letzten Woche auf 339.000 zurückgegangen. Damit pendelt sich der Wert auf einen Wert um 340.000 ein. Erwartet wurden 335.000 bis 337.000 neue Anträge nach zuvor 345.000 (revidiert von 344.000).

Die Industrieaufträge sind um 1,7 % zurückgegangen. Erwartet wurde ein Rückgang um 1,2 bis 1,5 % nach zuvor noch +4,3 %.

Der ISM Dienstleistungsindex notiert bei 65,2. Erwartet wurde der Service-Index bei 66,0 nach zuvor 68,4.

Diese beiden letztgenannten Wert weisen wiederum auf eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität in den USA hin. Dadurch wird der besser ausgefallene ISM Index des verarbeitenden Gewerbes wieder etwas relativiert.

So, nun sollten die Märkte eigentlich wieder steigen. Auch wenn manche Markteilnehmer mit 2,5 Mio. Barrel gerechnet hatten, ist diese moderatere Taktik der Opec im Prinzip langfristig besser für den Markt, da das Pulver noch nicht verschossen wurde. Auch die schlechteren Konjunkturdaten sollten sich positiv auswirken, da die Zinserhöhungsangst wieder gedämpft wird.

Dass die Amis im Moment noch im Minus sind, dürfte die erste Reaktion sein, die gerne mal die falsche Richtung einschlägt. Wir kennen das Spiel, die Amis müssen erst ihre Rechenschieber rauskramen und alles genau durchkalkulieren, bevor sie sich dann entsprechend positionieren. Die wirklich Richtung wird, wie so oft, erst nach 20.00 Uhr eingeschlagen.


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