NICK LEESON: "Inkompetenz und Fahrlässigkeit"


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NICK LEESON: "Inkompetenz und Fahrlässigkeit"

 
07.02.02 14:15
Für Fälle wie den jetzt bekannt gewordenen Millionenbetrug bei der Allied Irish Bank gibt es einen unbestrittenen Experten: Nick Leeson, dessen krumme Geschäfte zum Zusammenbruch des britischen Bankhauses Barings führten. Leeson wirft den Finanzinstituten jetzt vor, sie hätten seit damals nichts dazugelernt.

London/Dublin - In einem BBC-Interview sagte Leeson am Donnerstag, der Betrugsfall der irischen Allied Irish Bank (AIB) zeige, dass in der Bankenwelt immer noch "Inkompetenz und Fahrlässigkeit" vorherrschten. Der Börsenmakler Leeson hatte Mitte der neunziger Jahre durch seine waghalsigen Geschäfte das altehrwürdige Finanzhaus Barings in den Bankrott getrieben.
"Ich finde das Ganze deshalb so erschreckend, weil ich die grundlegenden Kontrollen kenne, mit denen man mich seinerzeit hätte fangen können", so Leeson. "Wenn diese Kontrollen [nach dem Barings-Skandal] nicht eingeführt wurden, ist das schockierend."

Starhändler außer Kontrolle

Die AIB hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass der Devisenhändler John Rusnak die amerikanische AIB-Tochter Allfirst Financial in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) vermutlich um 750 Millionen Dollar betrogen habe. Er wird nach einem Bericht der BBC inzwischen vom FBI verhört.

Leeson sagte, der einzige Unterschied zu seinem Börsenbetrug in Höhe von 850 Mio Pfund sei, dass die irische Bank den Schaden vermutlich überstehen könne. Wie er, sei auch Rusnak von "zum Starhändler" aufgestiegen, sagte Leeson. Er habe dann immer mehr Risiken auf sich genommen und schließlich die Kontrolle verloren. Die Frage sei, warum er nicht vom Management gestoppt worden sei, so Leeson gegenüber der BBC.

Leeson erzählte außerdem, der gestrige Tag sei für ihn ein gruseliges Déjà-Vu-Erlebnis gewesen: "Ich war auf dem Weg zu einem Fußballspiel und jeder im Zug hatte eine Zeitung mit meinem Bild darauf, weil es von diesem Typen ja noch kein Foto gab." "Rogue Trader" Leeson sagte der englischen Boulevardzeitung "Daily Mirror", dass er nach wie vor Jobs in der Finanzbranche angeboten bekomme - als Risikomanager. "Vielleicht glauben die Leute, ein ehemaliger Wilderer könnte einen guten Förster abgeben."
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schleimer:

nach dem film auf HR

 
07.02.02 14:18
über schneider bzw die banken

fällt mir nichts mehr ein!

eine schande diese dicken fetten schweine
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NickLeeson:

Starhändler & Risikomanager

 
07.02.02 14:29
gibt es viele. Aber die wenigsten können ihr Spiel
so weit treiben dass die Bank/das Brokerhaus ruiniert ist.
Auf jeden Fall müssten UNABHÄNGIGE Kontrollinstanzen  
her um solche Betrugsfälle zu unterbinden.

Fondsmanager sind auch Risikomanager, nur dass hier nicht
die Bank/der Broker den Schaden hat, sondern der Anleger...

Grüsse,

nl
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Börsenbetrug - die spektakulärsten Fälle

 
07.02.02 16:19
Wenn Börsenhändler Geld verbrennen: Die Chronologie der Millionen-Deals, die nach hinten losgingen.

1990: Junk-Bond-König Michael Milken wird wegen Wertpapierbetrugs zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Das US-Unternehmen Drexel Burnham Lamnbert meldet Konkurs an, nachdem es wegen Milkens Geschäften 650 Millionen Dollar für Strafen und Widergutmachen zahlen muss.

1994: Wall Street Broker Kidder, Peabody & Co. feuert Joseph Jett, den Chef seiner Abteilung für den Handel mit Staatsanleihen. Jetts "Phantom-Trades" kosten Kidder mehr als 200 Millionen Dollar.

1995: Nicholas Leeson, Händler der Barings Bank in Singapur, häuft mit unauthorisierten Derivatgeschäften Verluste in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar an.

1995: Der frühere Angestellte der Daiwa Bank, Toshihide Iguchi, gibt zu, dass er durch nicht genehmigte Transaktionen am US-Anleihemarkt 1,1 Milliarden Dollar verloren hat.

1996: Yasuo Hanaka bekennt sich des Betruges und der Fälschung für schuldig. Seine Handelsgeschäfte mit dem Rohstoff Kupfer kosten den Mischkonzern Sumitomo Corporation insgesamt 2,6 Milliarden Dollar.

1999: Martin Armstrong wird beschuldigt, 950 Millionen Dollar Investitionskapital seines Arbeitgebers Princeton Economics International verloren zu haben. US-Behörden zufolge benutzte er das Geld, um Handelsverluste zu verschleiern.

2001: Merrill Lynch feuert zwei namentlich nicht genannte Manager, die ihre Aufsichtspflicht gegenüber einem Devisenhändler verletzt haben sollen. Der Händler soll Gewinne an bevorzugte Kunden weitergeleitet haben. Schaden für die Bank: zehn Millionen Dollar.

Quelle: "The Wall Street Journal Europe"
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