Für Fälle wie den jetzt bekannt gewordenen Millionenbetrug bei der Allied Irish Bank gibt es einen unbestrittenen Experten: Nick Leeson, dessen krumme Geschäfte zum Zusammenbruch des britischen Bankhauses Barings führten. Leeson wirft den Finanzinstituten jetzt vor, sie hätten seit damals nichts dazugelernt.
London/Dublin - In einem BBC-Interview sagte Leeson am Donnerstag, der Betrugsfall der irischen Allied Irish Bank (AIB) zeige, dass in der Bankenwelt immer noch "Inkompetenz und Fahrlässigkeit" vorherrschten. Der Börsenmakler Leeson hatte Mitte der neunziger Jahre durch seine waghalsigen Geschäfte das altehrwürdige Finanzhaus Barings in den Bankrott getrieben.
"Ich finde das Ganze deshalb so erschreckend, weil ich die grundlegenden Kontrollen kenne, mit denen man mich seinerzeit hätte fangen können", so Leeson. "Wenn diese Kontrollen [nach dem Barings-Skandal] nicht eingeführt wurden, ist das schockierend."
Starhändler außer Kontrolle
Die AIB hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass der Devisenhändler John Rusnak die amerikanische AIB-Tochter Allfirst Financial in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) vermutlich um 750 Millionen Dollar betrogen habe. Er wird nach einem Bericht der BBC inzwischen vom FBI verhört.
Leeson sagte, der einzige Unterschied zu seinem Börsenbetrug in Höhe von 850 Mio Pfund sei, dass die irische Bank den Schaden vermutlich überstehen könne. Wie er, sei auch Rusnak von "zum Starhändler" aufgestiegen, sagte Leeson. Er habe dann immer mehr Risiken auf sich genommen und schließlich die Kontrolle verloren. Die Frage sei, warum er nicht vom Management gestoppt worden sei, so Leeson gegenüber der BBC.
Leeson erzählte außerdem, der gestrige Tag sei für ihn ein gruseliges Déjà-Vu-Erlebnis gewesen: "Ich war auf dem Weg zu einem Fußballspiel und jeder im Zug hatte eine Zeitung mit meinem Bild darauf, weil es von diesem Typen ja noch kein Foto gab." "Rogue Trader" Leeson sagte der englischen Boulevardzeitung "Daily Mirror", dass er nach wie vor Jobs in der Finanzbranche angeboten bekomme - als Risikomanager. "Vielleicht glauben die Leute, ein ehemaliger Wilderer könnte einen guten Förster abgeben."
London/Dublin - In einem BBC-Interview sagte Leeson am Donnerstag, der Betrugsfall der irischen Allied Irish Bank (AIB) zeige, dass in der Bankenwelt immer noch "Inkompetenz und Fahrlässigkeit" vorherrschten. Der Börsenmakler Leeson hatte Mitte der neunziger Jahre durch seine waghalsigen Geschäfte das altehrwürdige Finanzhaus Barings in den Bankrott getrieben.
"Ich finde das Ganze deshalb so erschreckend, weil ich die grundlegenden Kontrollen kenne, mit denen man mich seinerzeit hätte fangen können", so Leeson. "Wenn diese Kontrollen [nach dem Barings-Skandal] nicht eingeführt wurden, ist das schockierend."
Starhändler außer Kontrolle
Die AIB hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass der Devisenhändler John Rusnak die amerikanische AIB-Tochter Allfirst Financial in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) vermutlich um 750 Millionen Dollar betrogen habe. Er wird nach einem Bericht der BBC inzwischen vom FBI verhört.
Leeson sagte, der einzige Unterschied zu seinem Börsenbetrug in Höhe von 850 Mio Pfund sei, dass die irische Bank den Schaden vermutlich überstehen könne. Wie er, sei auch Rusnak von "zum Starhändler" aufgestiegen, sagte Leeson. Er habe dann immer mehr Risiken auf sich genommen und schließlich die Kontrolle verloren. Die Frage sei, warum er nicht vom Management gestoppt worden sei, so Leeson gegenüber der BBC.
Leeson erzählte außerdem, der gestrige Tag sei für ihn ein gruseliges Déjà-Vu-Erlebnis gewesen: "Ich war auf dem Weg zu einem Fußballspiel und jeder im Zug hatte eine Zeitung mit meinem Bild darauf, weil es von diesem Typen ja noch kein Foto gab." "Rogue Trader" Leeson sagte der englischen Boulevardzeitung "Daily Mirror", dass er nach wie vor Jobs in der Finanzbranche angeboten bekomme - als Risikomanager. "Vielleicht glauben die Leute, ein ehemaliger Wilderer könnte einen guten Förster abgeben."