Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz

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Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz

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19.05.07 10:55
#1

Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz

Von Karsten Stumm

Selten sorgte eine Studie für so viel Gesprächsstoff an der Börse. Zwei US-Professoren fanden heraus, dass die Größe der Villen von Topmanagern den künftigen Geschäftserfolg verrät. Sogar den Aktienkurs der Unternehmen kann man so vorhersagen.

New York - David Yermack wirkt nicht klein, wenn er spricht. Das mag an den übersichtlichen Räumen liegen, in denen er seine Vorlesungen hält oder an den Decken in diesem Teil der New York University, die nicht sehr hoch sind. Oder an seinem Selbstbewusstsein. Manche Studenten halten den Finanzprofessor für unerträglich eingebildet.

Wenn er es je gewesen sein sollte, hätte er jetzt allen Grund dazu: Yermacks neuestes und skurril anmutendes Werk hat die etablierten Wertpapierexperten an der Wall Street in eine schwere Sinnkrise gestürzt.

Der Professor schlägt gemeinsam mit seinem Kollegen Crocker Liu von der Arizona State University eine höchst unorthodoxe Methode vor, den künftigen Erfolg eines Unternehmens zu bestimmen - und nebenbei die baldige Entwicklung des Aktienkurses. Ein einziger Blick auf die Wohnhäuser der Vorstandsvorsitzenden genüge, um Bescheid zu wissen, wie es um die Wertpapiere stehe.

Verwirrung an der Börse

"Wir haben beobachtet, dass sich die wirtschaftliche Perspektive vieler Firmen verschlechtert, sobald sich der Chef extrem große oder teure Anwesen kauft", sagt Yermack. "Darüber hinaus entwickeln sich die Aktienkurse der Unternehmen nach einem aufwendigen Kauf weniger gut als die durchschnittlichen Notierungen der übrigen Werte im S&P-500-Aktienindex."

An der Börse herrschte zunächst Verwirrung. Was soll die Quadratmetergröße der Chef-Villen über die Aktienkursentwicklung ihrer Unternehmen verraten, fragten sich Händler und Analysten - und erklärten die beiden Wirtschaftsprofessoren schlichtweg für verrückt. Doch mittlerweile sind die Börsenprofis stiller geworden, denn Yermack und Liu wussten mit einem beachtlichen Zahlenwerk zu ihrer Verteidigung zu überraschen.

20 Prozent Extrarendite

Die beiden Forscher haben ihre These anhand des Standard-&-Poor's-500-Aktienindex überprüft, in dem die Aktien der 500 größten und bedeutendsten amerikanischen Aktiengesellschaften enthalten sind; an diesem Börsenbarometer orientieren sich auch viele Fondsmanager. "Wir suchten für jeden einzelnen der 500 Topmanager der S&P-500-Firmen die entsprechenden Hauskäufe zum Zeitpunkt ihres Dienstantritts heraus, etwa anhand von Steuerunterlagen, öffentlich einsehbaren Dienstverträgen oder anderen Quellen", sagt Yermack.

"Schließlich bestätigten unsere Daten die These, dass die kostspieligen und zeitaufwändigen Immobilienkäufe eher Zeichen für die Verschanzung der Chefs in ihren Wohnungen sind als ein Vertrauensbeweis in die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ihrer Unternehmen."

Das Ergebnis ihrer ungewöhnlichen Analyse: Wer am Tag der Immobilienkäufe Aktien von Unternehmen kaufte, deren Chefs unterdurchschnittlich große Häuser erwarben, strich in den kommenden 36 Monaten erhebliche Kursgewinne ein. Der Mehrertrag lag 20 Prozent über dem Durchschnitt der Aktien der S&P-500-Unternehmen im gleichen Zeitraum.

Aktienstrategen sind beeindruckt

Auch umgekehrt habe diese Handelsstrategie funktioniert. Die Aktien jener Gesellschaften, deren Chefs sich besonders eindrucksvolle Residenzen zulegten, schnitten zuverlässig schlechter ab als der Marktdurchschnitt. Das Minus lag bei rund 25 Prozent.

Etablierte Aktienstrategen zeigen sich beeindruckt. Kann es tatsächlich sein, dass der junge Professor mit seiner scheinbar wirren und lächerlich einfachen Methode durchgängig bessere Ergebnisse erzielt als sie selbst mit ihren ausgetüftelten Unternehmensanalysen?

Bei näherem Hinsehen wurde den Bankern schnell klar, dass Yermacks und Lius Methode nicht völlig losgelöst von der klassischen Unternehmensanalyse ist. Es gibt zumindest indirekt Berührungspunkte: "Unsere Daten zeigen beispielsweise deutlich die Neigung vieler Topmanager, im Jahr ihres Dienstantritts als Firmenchef neue Häuser zu kaufen", sagt Yermack. Die private Entscheidung, die eigenen Lebensumstände zu ändern, fiel also nicht unabhängig von der beruflichen Situation. Und der anschließende Blick darauf, wie sie ihre Erwerbungen finanzierten, brachte die Professoren endgültig auf bekanntes Analystengebiet.

Schlösser mit 36 Zimmern

"Die herrschende Meinung ist, dass Manager tendenziell eher geneigt sind, Aktien der eigenen Firma zu verkaufen, wenn die Geschäftsaussichten des Unternehmens schlechter werden. Wir schauten uns deshalb an, ob und wann die Manager auch Aktienbestände ihrer eigenen Firmen zur Finanzierung ihrer Häuser einsetzten", sagt Arizona-State-Professor Crocker Liu.

Damit hatten die beiden Forscher die etablierte Wall-Street-Analystenschar endgültig für sich eingenommen. Die 40 Seiten umfassende Analyse der Wirtschaftsforscher avancierte binnen weniger Tage zur begehrtesten und am häufigsten gelesenen Studie - und die ersten Analysten schauten sich mit einem scheuen Blick tatsächlich einmal die Häuser der Topmanager näher an. Das lohnte sich auch optisch, denn über mangelnde Beinfreiheit müssen amerikanische Manager nicht klagen.

Mittelgroße Chefvillen weisen in Amerika elf Wohnräume sowie gut vier Bäder auf, haben Yermack und Liu ermittelt. Die Firmenlenker und ihre Familien nennen 520 Quadratmeter Wohnfläche und ein 5050 Quadratmeter großes Gründstück ihr Eigen.

Doch das ist nichts im Vergleich zu den richtig großen Anwesen. Yermack und Liu ermittelten Kleinode mit bis zu 36 Wohnräumen, zwölf Bädern und 1800 Quadratmetern Wohnfläche, ihre Gärten sind von Landschaftsgenies gestaltet worden. Die Könige unter den Managern kriegen auf ihrem Grundstück auch noch einen Golfplatz unter. Den großen 18-Loch-Parcours, versteht sich.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,481015,00.html

Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz 98855
Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz Zwergnase
Zwergnase:

Dann möcht' ich jetzt mal Garry Anselmo's

2
19.05.07 11:02
#2
Anwesen gern in Augenschein nehmen. Hoffentlich wohnt der nicht in irgendeiner Bretterbude...Gr., ZN
Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz Stöffen
Stöffen:

Villenkauf mit Geschmäckle

 
08.07.07 13:04
#3
Linde-Chef droht Ärger

Dem Vorstandsvorsitzenden von Linde, Wolfgang Reitzle, könnte im Zusammenhang mit dem geplanten Kauf einer Villa juristischer Ärger ins Haus stehen. Die Staatsanwaltschaft München habe einen schriftlichen Hinweis bekommen, dass es wegen des Kaufs einer Immobilie ein Gespräch über Möglichkeiten zur Reduzierung des Preises gegeben haben soll, bestätigte Oberstaatsanwalt Anton Winkler einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Es ist ein Hinweis, den wir überprüfen müssen. Wir wissen nicht, ob die Behauptung Wahrheitsgehalt hat." Es gebe bisher keine Ermittlungen.

Laut "Spiegel" wollte der Vorstandschef von Linde im vergangenen Jahr in München-Bogenhausen eine Villa für 7,8 Mio. Euro erwerben. Den Preis sollte sein Unternehmen zahlen. Sowohl Reitzle als auch der Aufsichtsratsvorsitzende von Linde, Manfred Schneider, hätten bestätigt, der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden sehe vor, dass das Unternehmen ihm ein Wohnhaus zur Verfügung stelle, schreibt das Magazin.

Der Verkäufer der Villa in München-Bogenhausen, Immobilienunternehmer Christian Krawinkel, habe erklärt, Reitzle habe vorgeschlagen, das Haus "optisch" billiger zu machen, schreibt der "Spiegel". Krawinkel sollte das Haus zu etwa fünf Mio. verkaufen und gleichzeitig den Bau der neuen Hauptverwaltung für Linde in München betreuen können. Aus diesem Auftrag solle Krawinkel die Kaufpreisdifferenz zufließen.

Reitzle sagte dem "Spiegel" dazu: "Es war Herr Krawinkel, der die Idee aufbrachte, den Preis des Wohnhauses dann reduzieren zu wollen, wenn er die Beauftragung für den Bau der Firmenzentrale erhalten würde." Er selbst habe Manipulationen am Kaufpreis "weder vorgeschlagen noch vereinbart".

www.n-tv.de/824366.html
Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz kiiwii
kiiwii:

Das Gschmäckle kommt von Herrn Krawinkel

 
08.07.07 13:20
#4
...Reitzle bzw. Linde haben nicht gekauft...

...steht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auf Seite 41


MfG
kiiwii

Mein Haus, mein Park, mein Golfplatz Nassie
Nassie:

Das Eingangsposting

 
08.07.07 23:01
#5
regt zum Nachdenken an. Kenne einige Fälle die darauf zutreffen.
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Villa für Rekordpreis von 165 Millionen $

 
#6
Weil's der Rekordpreis sein könnte, hier mal eingefügt.
Diese private Immobilie wird für 165 Millionen $ zum Verkauf angeboten. Der etwaige Käufer dürfte von der US – Housing / Subprime – Krise wohl kaum betroffen sein.

Villa in Beverly Hills soll 165 Millionen Dollar kosten

Der Zeitungs-Tycoon Hearst und die Schauspielerin Marion Davis haben darin gewohnt, er hat 29 Schlafzimmer, drei Swimmingpools und ein eigenes Kino. Für die Rekordsumme von 165 Millionen Dollar steht der Villenkomplex "Beverly House" in Beverly Hills jetzt zum Verkauf.

Los Angeles - Die Villa aus den zwanziger Jahren steht seit gestern zum Verkauf und ist laut "Los Angeles Times" mit einem Preis von 165 Millionen Dollar die teuerste private Immobilie, die in den USA je angeboten wurde. Die rosafarbene Villa in Beverly Hills umfasst sechs Gebäude mit insgesamt 29 Schlafzimmern, drei Swimmingpools, einen eigenen, hypermodernen Kinosaal und einen Tanzsaal. Das sogenannte "Beverly House"-Anwesen gehörte einst dem Zeitungs-Magnaten William Randolph Hearst und seiner Geliebten, der Hollywood-Diva Marion Davies.

"Das ist ein Grundstück, das so nur einmal in jeder Generation auf den Markt kommt", sagte dem Bericht zufolge Jeff Hyland, ein Immobilienhändler aus Beverly Hills. Der jetzige Eigentümer Leonard M. Ross hatte es 1976 gekauft, braucht aber nach Angaben seines Maklers jetzt einen anderen "Lebensstil". Der anvisierte Preis übersteigt die bisher bekannten Höchstpreise bei Immobilien - darunter etwa ein Grundstück für 155 Millionen Dollar in der Big Sky Country in Montana oder eine Immobilie in Aspen, Colorado, für 135 Millionen Dollar, das von Prinz Bandar bin Sultan aus Saudi Arabien zum Verkauf angeboten worden ist.

Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden laut "L.A. Times" sechs Grundstücke in den USA für einen neunstelligen Betrag zum Kauf angeboten. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Rick Goodwin, den Herausgeber eines Jahrbuches mit den interessantesten - und wahrscheinlich teuersten - Immobilien weltweit. Allerdings hat bislang noch kein Grundstück einen Verkaufspreis von über 100 Millionen erreicht - keines der sechs genannten Grundstücke wurde tatsächlich verkauft. Den Rekord für das teuerste Haus hält immer noch ein Grundstück des Telekom-Magnaten Gary Winnick, der sein Grundstück in Bel Air im Jahr 2001 für 94 Millionen Euro verkaufte.

Die Gegend, in der die Hearst-Villa steht, gehört schon seit längerem zu den begehrteren Ecken: Dort wohnen inzwischen Stars wie Tom Cruise und Katie Holmes, der Amazon-Chef Jeff Bezos und seit neuestem auch Fußball-Star David Beckham mit Frau Victoria.

Hearst hatte das Grundstück, das jetzt 165 Millionen Dollar kosten soll, im Jahr 1947 übrigens für 120.000 Dollar gekauft. Ein Schnäppchen gewissermaßen.

www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,493683,00.html
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