Massenillusionswaffen

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Massenillusionswaffen moya

Massenillusionswaffen

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Massenillusionswaffen

von Eric Fry an der Wall Street

"Massenillusionswaffen" plagen weiterhin den amerikanischen Investor.
Die potenteste dieser Waffen ist die Illusion, dass sich die US-Wirtschaft in einer "nachhaltigen" Erholung befindet. Die damit zusammenhängende Illusion ist, dass sich die Aktienkurse in einer "nachhaltigen" Rally befinden.

Greenspans hervorragende Geldpolitik-Maschinen erweisen sich auf dem wirtschaftlichen Schlachtfeld als weniger hervorragend als zuvor von den Analysten der Wall Street verkündet. Seine mächtige Zins-Waffe - die einst heroische Aktienkäufe und mutige Konsumausgaben inspiriert hatte - hat an Wirkungskraft verloren. Die kann weder einen Vormarsch des Aktienmarktes noch die unausweichliche wirtschaftliche Verlangsamung verhindern. Deshalb könnten sich die Investoren ohne Verteidigungswaffe finden, wenn sie von den zyklischen wirtschaftlichen Kräften angegriffen werden sollten.

Die Wahrheit gewinnt langsam gegen die Illusion, was die Aktienkurse fallen lässt.

Was kommt als Nächstes? Sollten die Investoren nun den Rückzug antreten, mit nur moderaten Verlusten, oder sollte sie nach vorne preschen, im Wissen, dass sie einen formidablen Kampf mit steigenden Ölpreisen und fallenden Unternehmensgewinnen antreten würden?

Ich weiß nicht, was als Nächstes kommen wird, aber ich kann mir ein mögliches Szenario vorstellen: Die Aktienfonds-Fußsoldaten verlieren ihre Moral und wenden sich zur Flucht. Sie haben genug von den Verlusten, die Woche für Woche, Monat für Monat anfallen. Sie beginnen, ihre Aktienfonds-Anteile zu verkaufen, und - bevor man es richtig realisiert hat - beginnt ein realer Bärenmarkt. Wenn es dann Panik geben wird, dann werden die einzigen, die kaufen, diejenigen sein, die ihre Aktien im Februar 2000 verkauft hatten. Also die Warren Buffets des Jahres 2020.

"Warum solle irgendjemand jetzt Aktien haben wollen?" meinte ein Hedgefondsmanager gestern zu mir. "Es gibt einfach keinen Grund, sie jetzt zu besitzen ... außer man nimmt an, der Krieg im Irak endet morgen und der Ölpreis nimmt Kurs auf 35 Dollar je Barrel ..."

"Das ist die Zeit, abseits zu stehen und die Idioten an den Markt stürmen zu lassen ... haben Sie den Intel-Chart gesehen? Der sieht wie der Tod aus." Glücklicherweise habe ich keine erste-Hand-Erfahrung mit dem Tod, und deshalb kann ich diesen Vergleich nicht verstehen. Aber es stimmt, dass der Chart von Intel soviel Angst mach wie ein Höllengemälde von Hieronymus Bosch.

Derzeit wären die meisten Investoren wohl froh, wenn es eine Art Pause geben würde - in der die Aktienkurse zwar nicht steigen, aber auch nicht fallen würden. Leider werden die Kleinanleger dieses Glück wohl nicht haben, wenn der Ölmarkt seine überraschende Stärke beibehält.

Der Rohölpreis, der an 8 der letzten 9 Handelstage neue Intraday-Rekordstände erreicht hatte, ist weiter auf dem Vormarsch.
Trotz der "größeren Ankündigung" (laut CNBC) der Saudis, mehr Öl zu fördern.

Ölhändler gähnten bei dieser kleineren Ankündigung ... eine "größere Ankündigung" wäre es gewesen, wenn die Saudis Yukos gekauft hätten, mit dem Versprechen, die Steuerschulden von Yukos zu zahlen. DAS hätte die Ölhändler aufgeregt.

"Es gibt zahlreiche Bedrohungen für das Ölangebot, weltweit", warnt Ölanalyst John Kilduff von Fimat USA. "die zwar noch nicht zu apokalyptischen Kontraktionen des Angebots geführt haben, aber schon in den Köpfen der Marktteilnehmer ein potenzielles worst-case-Szenario haben entstehen lassen ..."

Damit ist eine weitere Massenillusionswaffe zerstört worden.


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