Marodes UN- Gebäude: Diplomaten wollen Bonn

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Marodes UN- Gebäude: Diplomaten wollen Bonn

 
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UN-Gebäude in New York (Foto: AP) - Marodes UN-Gebäude: Diplomaten wollen BonnMarodes UN- Gebäude: Diplomaten wollen Bonn 2542982
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UN-Gebäude in New York (Foto: AP)Marodes UN- Gebäude: Diplomaten wollen Bonn 2542982
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08. Mai 2006

Marodes UN-Gebäude: Diplomaten wollen Bonn

Von Christoph Driessen

Der Wind heult, und es tropft von der Decke. Abgerissene Stromkabel bewegen sich im Luftzug. Eine Maus rennt über den Gang. Ratternd öffnet sich eine Aufzugstür, und acht Fahrgäste zwängen sich heraus. Hinter ihnen, an der Fahrstuhlwand, ein Schild: "Nur Fracht - dem Personal ist die Benutzung aus Sicherheitsgründen verboten." Willkommen im Hauptquartier der Vereinten Nationen.

Viele Kritiker der Vereinten Nationen sagen, die Organisation sei veraltet und dringend reformbedürftig. Wenn dem so ist, könnte dies nicht besser symbolisiert werden als durch den Zustand der 55 Jahre alten Zentrale. Nach amerikanischen Bau- und Sicherheitsvorschriften müsste der ganze Komplex am East River in New York sofort geschlossen werden: Keine Sprinkleranlagen und kein Feueralarm, dazu Asbest in den Wänden, Wasser im Keller und Löcher im Dach.

John Bolton (Foto: AP) - Marodes UN-Gebäude: Diplomaten wollen BonnMarodes UN- Gebäude: Diplomaten wollen Bonn 2542982
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John Bolton (Foto: AP)Marodes UN- Gebäude: Diplomaten wollen Bonn 2542982
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Putz von der Decke

Nur wenige Tage bevor im vergangenen September 150 Staats- und Regierungschefs in der Halle der UN-Vollversammlung des 60-jährigen Bestehens der Vereinten Nationen gedachten, fielt dort Putz von der Decke. Später kam Regenwasser durchs Dach. Auch in der Kammer des Sicherheitsrates bröckelt es manchmal von oben. "Achtung Steinschlag!", müsste es eigentlich am Eingang heißen.

Heizung und Klimaanlage funktionieren nicht mehr richtig, so dass sich Kofi Annans Leute im Winter in Decken wickeln und im Sommer entblättern. Stromausfälle und Telefonstörungen sind häufig. Manchmal kann man sich auf der Toilette nicht die Hände waschen, weil kein Wasser aus den Hähnen kommt. Der einzige Grund, warum das 39-stöckige Sekretariatshochhaus immer noch benutzt werden darf, ist, dass die US-Behörden nicht zuständig sind: Das UN-Gelände ist internationales Territorium.

Seit elf Jahren plant die Organisation eine Renovierung des Hauptsitzes. Etwa 1,6 Milliarden Dollar würde das kosten, und wegen der fortschreitenden Verrottung wird es ständig teurer: Jeden Tag steigen die Kosten um 225.000 Dollar.

Doch noch immer ist unklar, ob die Arbeiten je beginnen werden. Denn die USA wollen als einzige nicht zahlen. "Zu teuer", meint der amerikanische UN-Botschafter John Bolton. Er glaubt, dass es auch billiger ginge.

Rücktritt des Architekten

Um den Amerikanern keinen Grund zur Kritik zu geben, hatte UN-Generalsekretär Annan eigens einen altgedienten New Yorker Bauprojektleiter, Fritz Reuter, mit den Planungen beauftragt. Reuter legte einen "Capital Master Plan" vor, nach dem immer nur zehn Stockwerke des Hochhauses gleichzeitig renoviert werden sollen, so dass nie die ganze Organisation ausziehen muss.

"Alle sind mit allem einverstanden - nur die Vereinigten Staaten nicht", klagte er kürzlich. "Ich bin wirklich frustriert. Das Gebäude fällt auseinander, es ist unsicher." Als daraufhin wieder nichts geschah, trat er in der vergangenen Woche zurück.

Bonn als Alternative

Die Vereinten Nationen fühlen sich in Amerika mittlerweile so ungeliebt, dass deutsche Diplomaten hin und wieder die Bemerkung fallen lassen, auch in Bonn am Rhein sei es doch ganz schön, und dort stünden noch ein paar Häuser leer. Doch bisher ist das Angebot nicht wirklich auf fruchtbaren Boden gefallen. Selbst ein kubanischer Diplomat - sicher kein Freund Amerikas - wendet ein: "I don't like Jägersnitsel." (dpa)

(N24.de, Netzeitung)


 

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