"Man darf nicht bescheißen!"

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"Man darf nicht bescheißen!"

2
25.02.11 15:14
#1

(...)

Da "Bild" seine Leser auch gebeten hatte, Begründungen für ihr Votum einzureichen, war die Seite 2 heute schnell gefüllt: 19 Pro-Guttenberg-Leserzuschriften stehen drei gegenüber, die den Minister zum Rücktritt auffordern — womit das Abstimmungsergebnis exakt repräsentiert wird.

Unter den Leserbriefen finden sich Meinungen wie diese:

"Fehler machen wir alle. Wir und unsere Kinder brauchen Politiker wir Herrn zu Guttenberg. Deshalb, Herr Minister: Bleiben Sie bitte im Amt."

Svenja R. (41), Golf-Managerin aus Sch. (NRW)

(Alle Anonymisierungen von uns.)

Auch Leute, die sich mit Berufsehre auskennen, kommen zu Wort:

"Als Handwerksmeister werde ich nach meinen handwerklichen Fähigkeiten beurteilt. Ob ich einen Doktortitel habe, spielt dabei keine Rolle. Das gleiche muss auch für Politiker gelten!"

Hermann R. (76), ehem. Installateurmeister aus Sch. (Hessen)

Doch nicht alle Zuschriften sind so schlüssig:

"Im Dritten Reich musste mein Vater ins Gefängnis, weil er sich für die Wahrheit eingesetzt hat. Auch heute haben in Deutschland nur wenige den Schneid, eigene Fehler einzugestehen. Herr Guttenberg hat das getan. Deshalb wünsche ich mir, dass er Minister bleibt."

Amoene Sybille R. (75), Rentnerin aus W.

Es lohnt sich, mal wieder einen Blick in die Archive zu werfen: Nachdem die Spitzenkandidatin der hessischen SPD, Andrea Ypsilanti, im Jahr 2008 beim Versuch einer Regierungsbildung von ihrem ursprünglichen Vorhaben abgelassen hatte, "keine Zusammenarbeit" mit der Linkspartei einzugehen ("weder so noch so"), nannte "Bild" sie fortan einigermaßen konsequent "Frau Lügilanti" und veröffentlichte damals Leserbriefe wie diese:

Jedem Arbeitnehmer, der seinen Chef belügt, droht die fristlose Kündigung ("Vertrauensbruch"). Frau Ypsilanti hat ihren Arbeitgeber, den hessischen Steuerzahler, aufs Tiefste belogen.

Christian L., O. (Niedersachsen)

Sie ist doch in guter Gesellschaft. Und da wundern sich die Politiker, wenn die Wahlbeteiligung zurückgeht. Ich habe schon lange den Glauben an die Aufrichtigkeit der Politiker verloren.

Gerhard H., C. (Niedersachsen)

Franz Josef Wagner schrieb damals einen (selbst für seine Verhältnisse bemerkenswerten) Brief an die "Liebe Lüge" und erklärte:

Wenn ich mich über die Lügnerin Ypsilanti empöre, dann muss ich mir die Frage gefallen lassen, ob ich selbst ein wahrheitsliebender Mensch bin. Als Kolumnist ja, glaube ich. Privat – das ist Ansichtssache.

Schon im Februar 2008 hatte Wagner an Andrea Ypsilanti geschrieben:

Frau Ypsilanti, Sie müssen sich an Ihre Wahlversprechen halten, weil sonst das Bescheißen überhandnimmt. Der Diebstahl am Arbeitsplatz, die Steuerhinterziehung. Wenn Lügen in Deutschland schick werden, dann haben wir einen nationalen Notstand. Ich fordere Sie auf, nicht zu betrügen, weil wir doch alle moralisch sein wollen.

Im November 2008 schrieb Wagner an sie:

Sie haben technische Fehler zugegeben, aber keine moralischen.

Und im Januar 2009:

WER EINMAL LÜGT, DEM GLAUBT MAN NICHT.

Wagner gerierte sich lange als Verteidiger des einfachen Volkes. Über unrechtmäßig erlangte Erfolge schrieb Wagner im Januar 2008:

Lieber Oskar Lafontaine,

ich habe Ihnen noch gar nicht zu Ihren Wahlerfolgen (7,1 und 5,1 Prozent) gratuliert. Ich sage Ihnen, warum. Weil ich einem Doping-Betrüger auch nicht gratuliere. Sie dopten Ihre Wähler mit den Drogen "Weg mit Hartz IV", "Weg mit der Rente mit 67″, "Raus aus Afghanistan".

Das ist, wie wenn man verspricht: nie mehr Zahnweh, nie mehr Liebeskummer, nie mehr Insektenstiche.

Auf dem Höhepunkt von Ulla Schmidts "Dienstwagen-Affäre" schrieb er:

Was mich empört ist, dass die Mächtigen glauben, dass das alles normal ist. Als wären sie Könige, etwas Besseres. Mehr als wir.

Den Post-Chef Klaus Zumwinkel, der wegen Steuerhinterziehung vor Gericht stand, wollte Wagner "wegen Heuchelei" zu drei Jahren Gefängnis verurteilen. Doch das ging leider nicht:

Heuchelei ist kein Straftatbestand. Sie heuchelten Tugendhaftigkeit nach außen, aber in Ihrem Inneren waren sie nicht sittlich.

Und dann war da noch die Supermarkt-Kassiererin, die wegen der Unterschlagung von Pfandbons im Wert von 1,30 Euro entlassen worden war, und der Wagner ins Stammbuch schrieb:

Es ist der kleine Beschiss, Du nimmst dir was mit aus Deiner Firma, einen Kugelschreiber, eine Tintenpatrone für deinen Computer daheim. (…) Was ich denke, ist: Man darf nicht im Kleinen und im Großen bescheißen.

Man darf nicht bescheißen!

Was fast klingt wie ein göttliches Gebot, ist wohl eher als Regel zu verstehen. Und die werden bekanntlich von Ausnahmen bestätigt.

http://www.bildblog.de/28247/man-darf-nicht-bescheissen/

Dieses Posting ist neben meiner Moderatorentätigkeit in mühevoller Kleinstarbeit entstanden
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Dr. zu Lügenberg

 
25.02.11 15:17
#2
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Ich habe ja schon lange den Verdacht

 
25.02.11 15:25
#3
dass Herr Wagner eine ID bei ARIVA hat...  *g*
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chartgranate:

Happy,wo Du Dich so unermüdlich

4
25.02.11 15:27
#4
hier ins Zeug legst..........nicht daß Du mir depressiv wirst wenn dieses ganze Geschichte Gutti NICHT den Kopf kosten wird.... ;-)
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Keine Sorge, chartie

 
25.02.11 15:29
#5
Dr. Lügenberg wird nicht mehr lange Minister sein... :-)
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chartgranate:

da wirst Du

 
25.02.11 15:51
#6
Dich vielleicht gewaltig irren..................je länger sich die Nummer hinzieht umso mehr sinken Deine Chancen.Irgendwann kanns keiner mehr hören und so langsam wurde ja auch schon alles dazu gesagt und durch ständige Wiederholungen und noch lautere Polemik alleine werden die Argumente ja nicht besser oder treffender.Wenn es nicht sehr bald scheppert sitzt er die Nummer halt aus.Ich hoffe ja nur,daß Deine Nevenkostüm (und das vieler anderer) das dann aushälten wird.
Da hat z.Bsp. der olle Helmut einst noch ganz andere Dinger ausgesessen.......++
Was machen eigentlich alle Gutti-Hasser wenn er nicht fällt? Auswandern? Wäre ja nur konsequent...... ;-)
Happy End:

Zweite Guttenberg-Arbeit unter Verdacht

 
25.02.11 15:53
#7
Zweite Guttenberg-Arbeit unter Verdacht

Den Doktortitel ist er los, aber die Plagiatejäger lassen nicht locker: Auch in einem 2004 veröffentlichten Aufsatz zur Beziehung zwischen der Türkei und der EU soll Karl-Theodor zu Guttenberg Fremdpassagen übernommen haben, ohne die Urheber zu nennen. Sein Büro wiegelt ab.

weiter: www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,747423,00.html
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@chartie

 
25.02.11 15:53
#8
Leyendecker ist dem Ghostwriter schon auf der Spur :-)
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scholle19:

Happy, ich werde den Verdacht nicht los

 
25.02.11 15:58
#9
das du den Guttenberg und die CDU nicht sonderlich magst...
BarCode:

So was Ähnliches

2
25.02.11 15:59
#10
kam mir auch schon in den Sinn....
Happy End:

Das ist doch vollkommen abstrus!

3
25.02.11 16:00
#11
Dieses Posting ist neben meiner Moderatorentätigkeit in mühevoller Kleinstarbeit entstanden
noidea:

wenn alle Politiker zurück treten müssten,

 
25.02.11 16:04
#12
weil sie schon einmal gelogen haben, hätten wir keine mehr :-)))))

all diese Moralapostel, sollten sich mal an der eigenen Nase fassen.
Da ist das Vergehen von guttenberg ne lachnummer dagegen.
BarCode:

Ist es eben nicht.

 
25.02.11 16:07
#13
Eine Lachnummer. Jedenfalls nicht für die, für die Bildung und Geist noch einen besonderen Stellenwert haben.
Wärna:

zu #7

 
25.02.11 16:13
#14
jetzt suchen die sogar schon in alten Aufsätzen herum!
Wird bald auch ne Klassenarbeit der 3. Klasse hervorgeholt?
Aber sonst geht's gut, ja?
chartgranate:

auch hier nochmal

 
01.03.11 17:12
#15
Glückwunsch Happy...............den Triumph hast Du Dir redlich verdient ;-)
Happy End:

First we take Dr.Guttenberg

 
01.03.11 17:16
#16
then we take Dr.Merkel ;-)
Dieses Posting ist neben meiner Moderatorentätigkeit in mühevoller Kleinstarbeit entstanden
Minespec:

ja die Alte weiss es...

 
01.03.11 17:31
#17
ihr Schicksal steht in der Akte " IM Erika"...
Minespec:

Axel Weber seilt sich nach Chicago ab, IM Erika

 
09.03.11 08:44
#18
Quelle: hartgeld.com Leseremeinung
Auszug Beginn:
Neu 2011-03-08:

[19:15] Neuer Job gefunden: Bundesbank-Chef Weber geht nach Chicago

[20:00] Leserkommentar: Wann geht endlich IM Erika an eine amerikanische Uni, Lehrstuhl Landesverrat
Auszug Ende

weiss jeder wer IM Erika ist ?

 
#19
Ähhriggaaaa..
"Jeder ist seines Silber`s Schmied " (minespec)


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