Liebe zu Döner, aber nicht zum EU-Beitritt !!

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Liebe zu Döner, aber nicht zum EU-Beitritt !!

 
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Angela Merkel bei der
VergrößernAngela Merkel bei der "Hürriyet" (dpa)

14. September 2006

Liebe zu Döner, aber nicht zum EU-Beitritt der Türkei: Merkel bei "Hürriyet"

Die Kanzlerin besucht Dogan-Verlag

Von Thomas Maier

Trotz Lächelns wirkte Angela Merkel eher angespannt: Sofort nach ihrer Ankunft in der Europa-Zentrale des türkischen Dogan-Konzerns in Walldorf bei Frankfurt/Main zog sie Hausherr Aydin Dogan in die Mitte, um sich mit Frau sowie den vier Töchtern zusammen mit der Kanzlerin in Pose zu stellen. Der Besuch der CDU-Politikerin beim Dogan-Konzern, der die Türken in Deutschland mit mehreren Zeitungen und Fernsehkanälen erreicht, fiel am Mittwochabend sehr höflich aus. Insgesamt blieb die Atmosphäre aber reserviert bei der vierstündigen Visite, der das Dogan-Boulevardblatt «Hürriyet» am Donnerstag vier Sonderseiten widmete.

Merkel bewegte sich in dem hochmodernen Verlagsgebäude, in dem Medienzar Dogan mit viel Prominenz das zehnjährige Bestehen des TV- Kanals Euro D feierte, auf nicht einfachem Terrain. Anders als ihr Vorgänger Gerhard Schröder (SPD), der auf den Tag genau vor einem Jahr in der Dogan-Zentrale vor der Bundestagswahl überschwänglich empfangen worden war, ist Merkel keine Befürworterin einer EU- Mitgliedschaft der Türkei.

"Pacta sunt servanda"

Bei einer Podiumsdiskussion mit Chefredakteuren der Dogan-Gruppe machte sie jedoch deutlich, dass sie die laufenden Verhandlungen mit der Türkei nicht torpedieren wolle. «Pacta sunt servanda», beruhigte sie die Türken gleich mehrfach auf lateinisch. Sprich: Die große Koalition in Berlin hält sich an das, was Rot-Grün zuvor vereinbart hat. «Das wird noch schwierige Verhandlungen mit sich bringen», betonte Merkel aber auch. Sie machte kein Hehl daraus, dass sie die von ihr bevorzugte «enge privilegierte Partnerschaft» mit der Türkei wegen der «unterschiedlichen Kulturen» für die eigentlich bessere Lösung hält.

Trotz des Insistierens der türkischen Journalisten, dass der Türkei die EU-Mitgliedschaft doch nicht mehr genommen werden könne, gab Merkel keinen Millimeter nach: «Das Ergebnis wird erst am Ende (der Verhandlungen) feststehen.»

Integration in Deutschland betont

Doch viel lieber als über das Thema EU-Mitgliedschaft wollte die Kanzlerin über die Integration der in Deutschland lebenden Türken reden. Die Sprache sei das «Eingangstor» für die hier lebenden Türken, meinte sie. Gerade türkische Frauen, die zu Hause nur türkisch sprächen, sowie junge Mädchen seien benachteiligt. Große Probleme bei der Einbindung in die Gesellschaft machte die Kanzlerin auch bei jungen Türken ohne Schulbildung aus.

Dass eine bessere Integration der etwa 2,5 Millionen Türken in Deutschland auch zwangsläufig die Einbindung der Türken in die EU bedeute, wie ein Chefredakteur argumentierte, ließ Merkel nicht gelten. «Das sind zwei verschiedene Dinge.» Auch die doppelte Staatsbürgerschaft, wie sie viele einbürgerungswillige Türken gerne hätten, lehnte Merkel ab.

«Ich bin eine große Freundin der Türkei», sagte Merkel zum Schluss der Diskussion versöhnlich. Ihren Tee und auch ihren Döner nehme sie beim Türken um die Ecke von ihrer Berliner Wohnung zu sich. Das will sie trotz des Gammelfleisch-Skandals auch weiterhin tun. Denn damit sei ja nicht der Döner an sich disqualifiziert, sagte die Kanzlerin. Der türkische Kult-Imbiss stand beim anschließenden Bankett jedenfalls nicht auf dem Menü. An der Tafel im eigens aufgebauten Zelt saßen unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Fußball-Trainer Christoph Daum, der bis vor kurzem den türkischen Spitzenverein Fenerbahce Istanbul betreute. (dpa)

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