Lesestoff: Tageschronik 12. April

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Lesestoff: Tageschronik 12. April

 
12.04.04 10:23
#1

Chronik

12.4.1900Der US-Kongreß in Washington verabschiedet das Foraker-Gesetz. Danach wird Puerto Rico durch einen vom US-Präsidenten zu ernennenden Gouverneur regiert.Nach Mitteilung der Münchner »Allgemeinen Zeitung« verschlimmert sich die wirtschaftliche Lage der russischen Bauern wegen des Sinkens der Sittlichkeit drastisch: Alkoholismus, Hang zum Luxus und Müßiggang seien die Hauptlaster der Russen. Ein weiterer Grund sei die mangelnde Bildung.12.4.1901In Genua (Italien) startet eine von der Wiener Akademie ausgerüstete österreichische Expedition zur Erforschung Südbrasiliens. Im Mittelpunkt stehen botanische Ziele. Die Expedition wird von dem österreichischen Botaniker Richard Wettstein, Ritter von Westersheim, geleitet, der zu den bedeutendsten Forschern seines Fachs zählt.12.4.1902Wladimir I. Lenin und seine Frau Nadeschda K. Krupskaja siedeln von München nach London über. Im gleichen Monat wird die Redaktion der »Iskra« ebenfalls nach London verlegt.Der belgische Sozialistenführer Emile Vandervelde wird im Verlauf revolutionärer Unruhen in Brüssel verhaftet, muß jedoch nach einigen Stunden wieder freigelassen werden.In Lausanne wird der Redakteur der als anarchistisch bezeichneten Zeitung »Il Risveglio« verhaftet. Ein in dem Blatt abgedruckter Artikel gegen die italienische Monarchie führt zu diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Italien und der Schweiz.Norwegens Ministerpräsident Johannes Steen tritt infolge der Auseinandersetzungen um ein neues Wahlrecht von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird nach längeren Verhandlungen am 21. April der bisherige Staatsminister am schwedischen Hof, Otto Albert Blehr. Dessen Amt in Stockholm übernimmt Sigurd Ibsen.12.4.1903In Bordeaux beginnt der zweitägige französische Sozialistenkongreß. u.a. beschließt die Mehrheit der Delegierten, daß der frühere Handelsminister Alexandre Millerand in der Partei verbleiben darf. Einige Gruppierungen forderten seinen Ausschluß, da er als Handelsminister Entscheidungen mitgetragen habe, die den Prinzipien der Sozialisten widersprechen.Auf einer Massenversammlung in Madrid befürworten 15 000 Republikaner den Zusammenschluß unter der Führung von Nicolás Salmerón. Das Vorhaben, dem sich auch die republikanischen Gruppen Barcelonas anschließen, zerschlägt sich allerdings schon in den nächsten Tagen, als es in Valencia zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen republikanischen Gruppierungen kommt.12.4.1904Ein Teil der deutschen Arbeitgeberverbände schließt sich in Berlin zu einer überregionalen »Hauptstelle Deutscher Arbeitgeberverbände« zusammen.Der Reichstag in Berlin debattiert über eine mögliche Änderung des Fünfzigpfennigstücks. Das Mischungsverhältnis zwischen Silber und Kupfer soll geändert werden. Dadurch soll die Münze etwas dicker gemacht werden, da die bisherige Münze häufig mit anderen Geldstücken verwechselt wird. Der Reichsschatzminister Hermann von Stengel fordert außerdem neue münzrechtliche Bestimmungen, weil in letzter Zeit mit münzähnlichen Reklamemarken viel Unfug getrieben werde.12.4.1905Zar Nikolaus II. Löst die »Besondere Beratung für die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Industrie« unter Ministerpräsident Sergei Graf Witte auf und ersetzt sie durch eine »Besondere Beratung zur Frage von Maßnahmen zur Stärkung des bäuerlichen Landbesitzes«. Eine Korrektur seiner Politik ist damit jedoch nicht verbunden.12.4.1906Bei einem Empfang ehemaliger deutscher Soldaten, die in die USA ausgewandert sind, betont US-Präsident Theodore Roosevelt in Washington, daß es die Aufgabe der Vereinigten Staaten und des Deutschen Reichs sei, die gegenseitigen Beziehungen immer fester zu gestalten.12.4.1907Das belgische Abgeordnetenhaus in Brüssel verabschiedet trotz des Protests der konservativen Regierung mit 94 zu 32 Stimmen die Einführung des Achtstundentags in den Bergwerken. Ministerpräsident Paul Graf de Smet de Nayer tritt daraufhin zurück. Durch eine Verordnung von König Leopold II. wird das Gesetz zurückgezogen.Die deutsche Reichsregierung unter Bernhard Fürst von Bülow fordert in einem Nachtragshaushalt 7,5 Mio. Mark für deutsche Ansiedler, die während des Hottentotten-Aufstands in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika Schäden erlitten haben.Die Regierung des Großherzogtums Baden unter Ministerpräsident Alexander Freiherr von Dusch lehnt die von der Reichsregierung geplante Erhebung von Schiffahrtsabgaben ab.In Genua und Zürich werden Falschmünzerwerkstätten ausgehoben, die sich auf den Druck falscher 100-Franc-Noten spezialisiert haben. Die Fälschungen sind so perfekt, daß es selbst Beamten der Banque de France schwerfällt, sie zu erkennen.12.4.1908An der russisch-persischen Grenze kommt es zu einem Scharmützel zwischen sechs russischen Reitern und persischen Briganten. Vier Russen werden getötet. Aus dem Zwischenfall entstehen Spannungen zwischen Rußland und Persien.In Chelsea, einer Vorstadt von Boston, bricht ein Feuer aus. Es vernichtet über 1200 Häuser, darunter Kirchen, Schulen und andere öffentliche Gebäude. Die Schadenssumme beträgt mehrere Millionen Dollar. 15 000 Menschen werden obdachlos.12.4.1909Vertreter aus allen Teilen des Deutschen Reichs treffen in Berlin zum 1. Delegiertentag der Demokratischen Vereinigung zusammen. Der Vorsitzende Rudolf Breitscheid nennt als Ziel der Organisation die konsequente Demokratisierung der öffentlichen Einrichtungen im Reich sowie die Verwirklichung der Rechtsgleichheit. Zu diesem Zweck sei auch eine Verständigung mit der Sozialdemokratie möglich.Die Sozialistische Partei Belgiens spricht sich anläßlich einer Parteiversammlung in Lüttich für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht aus. Als Begründung wird die gefährliche Lage Belgiens zwischen Frankreich und Deutschland angeführt.Durch eine Schlagwetterexplosion in der Kohlengrube »Deutscher Kaiser« bei Hamborn kommen fünf Bergleute ums Leben.12.4.1910Das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin nimmt bei der Wiederholungsabstimmung die umstrittene Wahlrechtsvorlage erneut gegen die Stimmen der Freikonservativen, Nationalliberalen, der Fortschrittlichen Volkspartei, der Polen und der Sozialdemokraten an. Deutschkonservative Partei und Zentrum verhinderten durch einen Geschäftsordnungstrick jede Debatte über die Novelle, die am 27. Mai zurückgezogen wird.Wegen der Fleischnot reicht die Berliner Fleischerinnung beim Deutschen Reichstag in Berlin eine Petition auf Öffnung der Grenzen für die Einfuhr von lebendem Schlachtvieh ein.Bei der Ersatzwahl zum preußischen Abgeordnetenhaus wird im sechsten Berliner Wahlkreis der Sozialdemokrat Adolf Hoffmann mit 416 zu 68 Stimmen wiedergewählt. Hoffmann, der wegen seiner Schrift »Die zehn Gebote und die besitzende Klasse« auch »Zehn-Gebote-Hoffmann« genannt wird, zählt zu den populärsten Berliner Politikern dieser Zeit. Er ist bekannt durch seinen schlagfertigen Witz, den er in unverfälschter Berliner Mundart äußert.12.4.1911Winzer aus der Champagne zerstören Weinfabriken, die ortsfremde Reben verarbeiten.Der französische Aviatiker Pierre Prier fliegt erstmals nonstop von London nach Paris.In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. wird bei Kerkira auf Korfu ein Artemistempel freigelegt.12.4.1912In Luzern gründen Delegierte der konservativen und christlichen Parteien aller schweizerischen Kantone (ausgenommen Waadt und Neuenburg) die Schweizerische Konservative Volkspartei.Nachdem die Sozialistische Partei Italiens gegen das von der Regierung in Rom beschlossene Annexionsdekret für Tripolis protestiert hat, kommt es zu mehreren Austritten von Parteimitgliedern.In einem in einer japanischen Zeitung erscheinenden Artikel beklagt der Präsident der Bank von Japan, daß deutsche Waren japanische Produkte von den internationalen Märkten verdrängen. Dies träfe auch auf Märkte in Asien zu, die bisher traditionell von Japan beliefert wurden.Im Kunstauktionshaus der Gebrüder Heilbron in Berlin werden Werke aus dem Nachlaß des Bildhauers Reinhold Begas bis zum 14. April gezeigt. Ein Großteil der Arbeiten soll versteigert werden.12.4.1913Montenegro setzt allein die Belagerung der osmanischen Festung Skutari (heute Shkodër) fort, nachdem sich die serbischen Truppen unter dem Druck der europäischen Großmächte nicht mehr daran beteiligen.Serbische Kaufleute vereinbaren einen Boykott aller österreichisch-ungarischer Waren, um gegen die Haltung der Regierung Österreich-Ungarns zum Balkankrieg zu protestieren. Die bulgarischen und griechischen Kaufleute beteiligen sich nicht an dem Boykott, obwohl sie von ihren serbischen Kollegen dazu aufgefordert werden.Das Kommunalparlament von Weimar beschließt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, anläßlich des Regierungsjubiläums von Kaiser Wilhelm II. am 15. Juni 1913 eine große Festhalle zu errichten.Die Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst aus Großbritannien wird nach einem achttägigen Hungerstreik auf Anordnung der Ärzte aus dem Gefängnis entlassen, da bei ihr akute Lebensgefahr besteht.Der Karlsruher Hofkapellmeister Leopold Reichwein wird für sechs Jahre an die Wiener Hofoper verpflichtet.In zwei Petroleumdepots in Kafa El Sheikh (Ägypten) bricht Feuer aus. Durch den 36stündigen Brand werden zwölf umliegende Orte zerstört und 20 000 Menschen obdachlos.12.4.1914Die Forderung nach einem Verbot der Sonntagsarbeit steht im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankbeamten. Zugleich besteht die Interessenvertretung der Angestellten im Bankwesen auf einem Ausbau des Koalitionsrechts und der Einführung einer Reichsarbeitslosenversicherung. Der zweite Verbandstag der erst im Jahr 1912 gegründeten Organisation endet am Ostermontag.Unter 16 gestarteten Pferden gewinnt Aveyron unter Jockey F. Williams auf der Galopprennbahn von Paris-Auteuil den mit 50 000 Francs (40 000 Mark) dotierten und über eine Strecke von 4500 m führenden »Prix du Président de la République«, eines der bedeutendsten französischen Pferderennen.12.4.191539 gefangene britische Offiziere werden aus deutschen Offiziersgefangenenlagern in Militärarrestanstalten verlegt. Die deutsche Regierung reagiert damit auf die Unterbringung gefangener deutscher U-Boot-Besatzungen in britischen Marinegefängnissen.Die Schlachtfronten der Alliierten sind nach französischen Berechnungen derzeit 2668 km lang. Davon entfallen 1370 km auf die russische und 870 km auf die französische Front.Die Gründung einer Reichsstelle für Kartoffelversorgung wird vom Deutschen Bundesrat beschlossen.12.4.1916Der deutsche Heeresbericht meldet schwere Abwehrkämpfe auf dem linken Ufer der Maas, am »Pfefferrücken«, vor Verdun. Seit Beginn der Offensive ist die französische Frontlinie auf einer Breite von rund 70 km bis zu 8 km tief eingedrückt worden.Nach dem Vorbild des »Eisernen Hindenburg« in Berlin und des »Wehrmannes in Eisen« in Wien wird in Konstantinopel ein »Mörser in Eisen« aufgestellt. Das hölzerne Geschütz soll zum Zwecke der Kriegsfürsorge gegen Entgelt benagelt werden.Der Kriegsausschuß für Öle und Fette warnt vor dem Kauf von Ersatzmitteln für Fett und Speiseöl, da diese einen zu hohen Gehalt an Wasser und minderwertigen Zusatzstoffen aufweisen.12.4.1917Die belgische Regierung enthebt den Rat von Flandern seiner Ämter und droht den Mitgliedern Zwangsarbeit an. Der Rat setzt sich für eine Teilung der belgischen Volksgruppen ein.In einem Memorandum an Kaiser Karl I. spricht sich der österreichisch-ungarische Premierminister Ottokar Graf von Czernin von und zu Chudenitz für einen baldigen Frieden aus.Von dem in Batavia internierten deutschen Dampfer »Mario« gelingt zwei Matrosen die Flucht. In einem nur etwa 6 m langen Boot segeln die Flüchtlinge bis Manila.12.4.1918Als Antwort auf die Rede des österreichisch-ungarischen Außenminister Ottokar Graf Czernin von und zu Chudenitz, in der dieser das französische Friedensangebot abgelehnt hatte, veröffentlicht der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau den sog. Sixtus-Brief vom 24. März 1917. Dies löst eine schwere Verstimmung zwischen Czernin und Kaiser Karl I. aus, da der Außenminister von dem damaligen kaiserlichen Angebot eines Sonderfriedens an Frankreich nichts gewußt hatte.Die 1757 in der russischen Stadt St. Petersburg (1918 Petrograd, heute Leningrad) gegründete Akademie der Künste wird aufgelöst. Ihre Lehranstalten werden in »Freie staatliche Kunstwerkstätten« umgewandelt.Die Sowjetregierung Rußlands beschließt die Beseitigung aller Denkmäler des Zaren, seiner Familie und seiner politischen Anhänger.Als Vertretung von Großgrundbesitz und Bürgertum erklärt der Gemeinsame Landrat von Estland und Livland die Länder eigenmächtig zu Bestandteilen des Deutschen Reiches. Die Mehrheit der Liv- und Estländer ist jedoch der Meinung, ihre Staaten müßten die Unabhängigkeit gegenüber dem Deutschen Reich aufrechterhalten wie gegenüber dem sowjetischen Rußland.12.4.1919Kriegsbeschädigte ermorden in Dresden den sächsischen Kriegsminister Gustav Neuring (MSPD).In Berlin wird der Reichsverband der deutschen Industrie gegründet. Er ist der Spitzenverband der wirtschaftspolitischen Unternehmerverbände.Im Depot des Moskauer Rangierbahnhofs findet der erste kommunistische Subbotnik (freiwillige Arbeit ohne Bezahlung) statt.12.4.1920Erstmals seit dem Kapp-Putsch tritt die Nationalversammlung wieder in Berlin zusammen. Bis zu ihrer letzten Sitzung vor den Reichstagswahlen am 6. Juni verabschiedet sie eine Reihe wichtiger Gesetze, u.a. das Reichswahlgesetz und das Gesetz über die Wahl des Reichspräsidenten.Der deutsche Politiker Adolf Köster (MSPD) übernimmt in Berlin das Reichsaußenministerium, das seit der Regierungsneubildung vom 26. März von Reichskanzler Hermann Müller (MSPD) mitverwaltet wurde.In der französischen Abgeordnetenkammer in Paris beginnt eine Debatte über neue Steuergesetze. u.a. sind eine Erhöhung der Einkommenssteuer, eine Vermögensübertragungsgebühr und verschiedene indirekte Steuern vorgesehen. Die Steuergesetze werden im Parlament am 29. April mit 535 gegen 69 Stimmen angenommen.Mit einem viertägigen Generalstreik wird in Irland gegen die schlechten Haftbedingungen der in London inhaftierten irischen Unabhängigkeitskämpfer protestiert. Der Streik endet am 15. April nach Zugeständnissen der britischen Regierung.12.4.1921Die sowjetische Regierung in Moskau schickt eine Protestnote an Rumänien, in der die sofortige Entfernung der rumänischen Kriegsschiffe aus der Dnjestr-Mündung am Schwarzen Meer gefordert wird. Rumänien hatte dort Teile seiner Flotte zusammengezogen, um sich die Zufahrt zum Meer zu sichern. Gleichzeitig wird die Bildung einer gemischten Kommission zur Ausarbeitung eines sowjetisch-rumänischen Schiffahrtsstatuts vorgeschlagen.Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) und der Allgemeine freie Angestelltenbund (AfA) schließen in Berlin einen Vertrag über die Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Den Schwerpunkt in dem Abkommen bildet der Ausbau betrieblicher Mitbestimmung.Das expressionistische Drama »Kräfte« von August Stramm wird in der Regie von Max Reinhardt in den Berliner Kammerspielen uraufgeführt.12.4.1922In Kopenhagen enden die mehrmals unterbrochenen Verhandlungen zwischen Dänemark und dem Deutschen Reich, bei denen wirtschaftliche, finanzielle und territoriale Probleme geklärt wurden.Am Städtischen Opern- und Schauspielhaus von Hannover wird »Christus« von August Strindberg uraufgeführt.12.4.1923Die Schriftleiter der nationalsozialistischen Zeitungen »Völkischer Beobachter« und »Miesbacher Anzeiger« weigern sich, vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig zu erscheinen, der gegen sie wegen öffentlicher Beleidigung früherer Minister zu verhandeln hat.Der Republikanische Schutzbund wird vom österreichischen Innenministerium genehmigt. Als bewaffnete Organisation der Sozialdemokratischen Partei tritt der Schutzbund die Nachfolge der 1922 gegründeten Arbeiterwehren an. Julius Deutsch und General Theodor Körner leiten den Schutzbund.In Abbey Theatre (Dublin) wird die Tragikomödie »Der Schatten eines Rebellen« (»The Shadow of a Gunman«) von Sean O'Casey uraufgeführt. O'Casey setzt sich in dem Stück kritisch mit der irischen Unabhängigkeitsbewegung gegen Großbritannien auseinander.Zum Abschluß der 21. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Rom (seit 7. 4.) geben die Franzosen bekannt, daß die deutschen Sportler, die auch 1920 keine Einladung nach Antwerpen erhalten hatten, noch nicht das moralische Anrecht auf eine Olympiateilnahme hätten. Das IOC vertagt die Entscheidung über den Wunsch der Exilrussen, an den Olympischen Spielen 1924 in Paris teilzunehmen.12.4.1924Nach Abschluß des Hitlerprozesses am 1. April hebt die Bayerische Regierung den Erlaß über den Nichtvollzug des Republikschutzgesetzes vom 29. September 1923 auf. Damit tritt die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofs zum Schutz der Republik in Leipzig für Bayern wieder in Kraft.Durch ein sowjetisches Pressegesetz soll die Zensur verschärft werden. Ferner wird der »Zensurkommission« (Glavlit) die allgemeine Überwachung der Presse übertragen.In Kiel wird an der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals ein neuer Freihafen eröffnet. Die bisher von der Kriegsmarine geprägte Stadt ist gezwungen, ihre Wirtschaft unter den Bedingungen des Versailler Friedensvertrags von 1919 umzustellen.12.4.1925Die griechische Nationalversammlung beschließt die Herabsetzung der Militärdienstzeit von 24 auf 18 Monate.Der Gouverneur des US-Bundesstaates Tennessee hat ein Gesetz erlassen, das jedem Lehrer oder Professor an Schule oder Universität die Behauptung verbietet, der Mensch stamme von tierischen Wesen ab. Es werde kein Zweifel an der biblischen Schöpfungsgeschichte zugelassen.12.4.1926In der Nähe von Bagdad (Irak) ist am Tigris ein Deich gebrochen. Die Umgebung von Bagdad steht unter Wasser, auch der Königspalast, der außerhalb der Stadt steht, ist überschwemmt worden. Am 14. April fällt das Wasser des Tigris wieder, am 16. April wird der Deichbruch ausgebessert.Die Nationalsozialisten haben in Köln für den Abend eine öffentliche Veranstaltung mit dem Referat »Enteignet die Fürsten, der Jude braucht Geld« angekündigt. Da die Kölner Bevölkerung gegen die aufhetzerischen Ankündigungsplakate protestiert hat, verbietet die Polizei diese Veranstaltung.12.4.1927Die britische Regierung beschließt, den Frauen das gleiche Wahlrecht einzuräumen. Das Frauenwahlrecht ist 1917 in Großbritannien eingeführt worden.Nach einem Mißtrauensvotum gegen seine Regierung löst der litauische Ministerpräsident Antanas Smetona das Parlament auf.Chiang Kai-shek, der Oberbefehlshaber der Kuomintang-Truppen, läßt die kommunistische Gewerkschaftszentrale in Schanghai stürmen und richtet unter den Gewerkschaftsmitgliedern ein Blutbad an. Eine Trennung der Kommunistischen Partei Chinas von der Kuomintang kündigt sich an.Die Schweizer Mustermesse, die größte Industrieschau der Eidgenossenschaft, die am 2. April eröffnet worden ist, geht in Basel zu Ende.Der – noch nicht vollendete – Wolkenkratzer des »New Netherland-Hotels« in New York gerät in Brand. Es ist der größte Brand in der Geschichte der Stadt, Menschen kommen nicht zu Schaden.12.4.1928König Viktor Emanuel III. von Italien entgeht in Mailand unverletzt einem Attentat. Durch den Anschlag werden 20 Menschen getötet.Der Physiker Max Born antwortet in einem Zeitungsartikel dem ehemaligen Schachweltmeister Emanuel Lasker, der in einer Presseveröffentlichung Kritik am Verzicht der modernen Physik auf das Prinzip von Ursache und Wirkung (Kausalitätsprinzip) geübt hatte.12.4.1929Der britische Vizekönig von Indien, Edward Wood Lord Irwin of Kirby Underdale, hebt das Recht des indischen Parlamentspräsidenten, Gesetzentwürfe von der Tagesordnung abzusetzen, auf. Am Vortag war eine Novelle zur inneren Sicherheit von der Tagesordnung gestrichen worden. Hintergrund der Kontroverse ist das Attentat vom 8. April.12.4.1930Der thüringische Innen- und Volksbildungsminister Wilhelm Frick (NSDAP) erläßt eine Verfügung gegen die »Negerkultur«, mit der er gegen »fremdrassige Einflüsse« auf die deutsche Kultur vorgehen will.In Berlin wird ein deutsch-österreichischer Handelsvertrag unterzeichnet. Der Vertrag sieht u.a. Erleichterungen für den Import österreichischer Industrieerzeugnisse ins Deutsche Reich vor. Reichsaußenminister Julius Curtius (DVP) beurteilt den Vertrag als einen Schritt auf dem Weg zur Vereinigung beider Länder.Die Oper »Aus einem Totenhaus« von Leos Janácek wird im Brünner Nationaltheater uraufgeführt. Der am 12. August 1928 verstorbene Janácek hat sich bei der Komposition des Werkes auf eine von ihm entwickelte Theorie der Sprachmelodie gestützt.Auf der Themse bei London gewinnt der Universitätsachter von Cambridge das traditionelle jährliche Ruderwettrennen gegen Oxford. Für Cambridge ist es der achte Sieg in Folge.12.4.1931Bei den Gemeindewahlen in Spanien erzielen die republikanischen Parteien Erfolge in den Städten des Landes, in der Provinz behaupten sich hingegen die Monarchisten.Die deutschen Rennfahrer Rudolf Caracciola/Wilhelm Sebastian gewinnen das zum fünften Mal ausgetragene Auto-Langstreckenrennen Mille Miglia mit Start und Ziel in Brescia.In Wien schlägt die österreichische Fußball-Nationalelf vor 20 000 Besuchern die Elf der Tschechoslowakei 2:1(2:1).In ihrem 100. Länderspiel unterliegt die Schweizer Fußball-Nationalelf in Budapest gegen Ungarn 2:6 (2:2).12.4.1932Der frühere Reichswehrleutnant Richard Scheringer wird in Berlin vom Reichsgerichtshof wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu zweieinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Scheringer hatte dazu aufgerufen im Bund mit der Sowjetunion das deutsche Regierungssystem gewaltsam zu verändern.In New York (USA) wird der Film »Grand Hotel« nach Vicky Baums Roman »Menschen im Hotel« uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt die schwedische Schauspielerin Greta Garbo.12.4.1933Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr (DNVP) wird unter dem Vorwurf der Beamtenbestechung und Veruntreuung öffentlicher Gelder verhaftet.Theodor Lewald, seit 1919 Präsident des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, tritt in Berlin zurück. Er bleibt Leiter des Deutschen Olympischen Ausschusses. Dem DRA gehören 42 Verbände mit 6,5 Mio. Mitgliedern an.12.4.1934In Spanien schließen sich die drei Parteiorganisationen Republikanische Aktion, Galizische Republikaner und Unabhängige Radikalsozialisten zur Republikanischen Linken unter dem früheren Ministerpräsidenten Manuel Azaña y Díaz zusammen.Die deutsche Gesandtschaft in Prag protestiert gegen eine vom tschechischen Künstlerverein »Manes« veranstaltete Karikaturenausstellung, in der »in unerhört beleidigender Form« der deutsche Reichspräsident, der Reichskanzler und führende Persönlichkeiten der deutschen NS-Führung verhöhnt würden. – Die tschechoslowakische Regierung veranlaßt die sofortige Entfernung der beanstandeten Karikaturen.12.4.1935Die Reichsschrifttumskammer schließt alle nichtarischen Mitglieder aus ihrer Organisation aus. Diese Maßnahme kommt einem Berufsverbot gleich, da ohne die Mitgliedschaft in dem Gremium im Deutschen Reich kein schriftstellerischer oder journalistischer Beruf ausgeübt werden darf.Wegen Kritik an Alfred Rosenbergs »Der Mythus des 20. Jahrhunderts« wird der katholische Studentenpfarrer von Rostock, Wilhelm Leffers, in Schwerin zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Studentin zeigte ihn an.In allen deutschen Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten finden zum letzten Mal im »Dritten Reich« die Wahlen der Vertrauensräte statt.Die deutsche Universität in Prag wendet sich in einem Memorandum scharf gegen tschechische Vorwürfe einer »hakenkreuzlerischen Gesinnung«. Die Universität sei »rein wissenschaftlich« tätig, Unterschiede zwischen Ariern und Nichtariern im Lehrpersonal würden nicht gemacht.Der US-Amerikaner Jack Medica verbessert in Chicago den Weltrekord im 200-m-Freistilschwimmen auf 2:07,2 min. Den alten Weltrekord von 2:08,8 min hatte Johnny Weissmuller acht Jahre lang gehalten.12.4.1936Italienische Truppen besetzen die sudanesisch-abessinische Grenze bei Gallabet westlich von Gondar.Italien und die Schweiz schließen ein Zahlungsabkommen. Italiener und in Italien wohnhafte Ausländer dürfen danach bei Urlaubsreisen in die Schweiz fremde Devisen im Wert von 500 Lire, italienische Banknoten im Betrag von höchstens 2000 Lire sowie Hotel- und Reisegutscheine mitnehmen. Doch darf insgesamt ein Betrag von 3000 Lire nicht überschritten werden.12.4.1937Die Gestapo (Geheime Staatspolizei) beschlagnahmt französische und britische Tageszeitungen, die im Deutschen Reich erscheinen, um eine Verbreitung von Nachrichten über die Pariser Sitzung des Ausschusses zur Vorbereitung der deutschen Volksfront zu verhindern.Der Oberste Bundesgerichtshof in Washington erklärt die National Labor Relations Act (nach ihrem Verfasser Wagner-Act genannt) von 1935 für verfassungsgemäß. Das von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt eingebrachte Gesetz gesteht den Gewerkschaften das Organisationsrecht und das Recht auf Führung von kollektiven Tarifverhandlungen zu.Im Rahmen der reichsweiten Aktion »Kampf dem Verderb« startet der deutsche Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung einen Werbefeldzug für Kühlschränke.In Großbritannien findet ein Probelauf des ersten Turbinen-Luftstrahltriebwerks durch Frank Whittle statt.12.4.1938Der neue radikalsozialistische französische Ministerpräsident Édouard Daladier legt seine Regierungserklärung vor, die von der Kammer mit 576 gegen fünf Stimmen angenommen wird.Der Film »Jugend« von Veit Harlan mit Kristina Söderbaum in der Hauptrolle hat in Dresden Premiere.12.4.1939Eine Nationalversammlung in Tirana bietet Italiens König Viktor Emanuel III. die albanische Krone an.Die Berliner Zeitschrift »Adresse und Anzeige« teilt mit, daß Juden nicht mehr in Adreßbücher aufgenommen werden.Mit dem Motorschiff »Schwabenland« trifft die am 17. Dezember 1938 ausgelaufene deutsche Antarktisexpedition wieder in Hamburg ein.12.4.1940Die polnische Stadt Lódz wird in Litzmannstadt umbenannt und an Stelle von Kalisch (Kalisz) zugleich Regierungshauptstadt des Reichsgaus Wartheland.Das Sondergericht in Halle an der Saale verurteilt einen jungen Mann aufgrund mehrerer, in Ausnutzung der Verdunkelung begangener Einbrüche zum Tode.In Mailand wird die 21. Mustermesse eröffnet, auf der 29 Nationen vertreten sind. Die Messe endet am 28. April.Am Deutschen Opernhaus in Berlin findet die deutsche Erstaufführung der Oper »Palla de Mozzi« der italienischen Komponisten Giovaccino Forzano und Gino Marinuzzi statt.12.4.1941Deutsche Wehrmachts- und SS-Einheiten nehmen Belgrad ein, gleichzeitig wird eine Verbindung zwischen den deutschen und italienischen Invasionstruppen in Jugoslawien bei Karlovac hergestellt.Das schweizerische Rote Kreuz gibt die Ergebnisse seiner Wäschesammlung bekannt.12.4.1942Als erstes Ziel der beginnenden Frühjahrsoffensive befiehlt Adolf Hitler die Einnahme von Woronesch im Mittelabschnitt der Ostfront.In einer Rundfunkrede bekräftigt der bulgarische Ministerpräsident Bogdan Dimitrow Filow den Konsens mit den Achsenmächten als alte und neue außenpolitische Leitlinie.In der Nacht zum Montag werfen 178 Bomber der Royal Air Force 269 t Bomben auf die Ruhrgebietsstadt Essen. Zehn Maschinen werden abgeschossen.Im Berliner Olympia-Stadion trennen sich die Fußballnationalmannschaften von Deutschland und Spanien 1:1.12.4.1943Die 8. britische Armee erobert die tunesische Stadt Sousse.In Salzburg trifft der rumänische Staatsführer Ion Antonescu zu zweitägigen Besprechungen mit Adolf Hitler über die Kriegslage ein.Reichskanzleichef Hans Heinrich Lammers legt ein geheimes Gutachten über Korruption und Mißwirtschaft im Generalgouvernement Polen vor.In Dortmund kommt es bei dem Versuch eines Wehrmachtsoffiziers, einen offenbar desertierten Soldaten zu verhaften zu einer Protestkundgebung mehrerer hundert kriegsmüder Frauen.Die finnische Stadtbevölkerung wird zum Arbeitsdienst in der Land- und Forstwirtschaft eingezogen.In Wien wird ein 47jähriger Mann als »Rundfunkverbrecher« zum Tode verurteilt.12.4.1944Die Sowjetunion übergibt Rumänien die »Minimalbedingungen« für einen Waffenstillstand zwischen beiden Ländern.Der italienische König Viktor Emanuel III. kündigt an, daß er am Tage des Einmarsches der Alliierten in Rom zugunsten des Kronprinzen Humbert II. abdanken werde.Bei einem heftigen Unwetter, das von Überschwemmungen begleitet wird, kommen in den US-Bundesstaaten Kansas, Oklahoma, Colorado und Texas 30 Menschen ums Leben.12.4.1945In Warm Springs im US-Bundesstaat Georgia erliegt US-Präsident Franklin Delano Roosevelt (* 30.1. 1882 in Hyde Park, US-Bundesstaat New York) einer Gehirnblutung. Am selben Tag wird Vizepräsident Harry Spencer Truman als Nachfolger vereidigt.12.4.1946Der Beauftragte des US-Präsidenten Harry Spencer Truman für Ernährungsfragen in Europa, Herbert Clark Hoover, trifft in Berlin mit den Ministerpräsidenten der Länder der US-Besatzungszone zusammen, um über die angespannte Ernährungslage in Deutschland zu sprechen.Der Verlag F. H. Brockhaus in Leipzig erhält von der sowjetischen Militäradministration in Deutschland die Lizenz zur Wiedereröffnung.In Hamburg wird das Theaterstück »Engel des Lebens« von Hans José Rehfisch uraufgeführt.12.4.1947In der britischen Universitätsstadt Oxford findet eine internationale Konferenz liberaler Politiker statt. Auch deutsche Delegierte sind vertreten.Die UNO überträgt den USA die Treuhandverwaltung für die ehemaligen japanischen Inseln im Pazifik.In Finnland tritt die Regierung unter Mauno Pekkala zurück, nachdem die vier Minister der Agrarpartei demissioniert sind.12.4.1948Aus Anlaß des Jahrestages der Eingliederung der ehemaligen deutschen Ostgebiete erklärt Polens Minister für die wiedergewonnenen Gebiete, Wladislaw Gomulka, sein Land werde diese Gebiete niemals an Deutschland zurückgeben.In Tel Aviv beschließt der Zionistische Generalrat die Bildung eines provisorischen Regierungsausschusses für den zukünftigen Staat Israel.Arabische Freischärler überfallen in der Nähe von Jerusalem eine jüdische Sanitätskolonne.In Frankfurt am Main wird der deutsche Fußballausschuß gegründet. Vertreter der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands nehmen nicht teil, die der französischen Zone nur als Beobachter. Erste Amtshandlung des Fußballausschusses ist die Planung einer Deutschen Fußballmeisterschaft.In Hartfield (England) erreicht ein düsengetriebenes Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 968,37 km/h und stellt damit einen Weltrekord auf.12.4.1949Die westdeutschen Ministerpräsidenten stimmen in Bonn dem alliierten Besatzungsstatut zu.Auf einer Flüchtlingskonferenz in Frankfurt am Main wird beschlossen, daß die französische Zone von den ihr zugedachten 300 000 Flüchtlingen zunächst 120 000 aus der Bizone übernehmen soll, um besonders Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu entlasten.In mehreren Städten der Ostzone werden laut Pressemeldungen Einheiten der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in eine Jugendpolizei umgewandelt.Jugoslawien äußert den Wunsch, seine Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten und den westeuropäischen Ländern auszubauen.12.4.1950In der Verwaltungsakademie Speyer beginnt der erste viermonatige Ausbildungskurs von 21 Anwärtern für den auswärtigen und konsular-wirtschaftlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland.300 Familien aus Chicago sind am ersten Versuch mit Kabelfernsehen beteiligt, der in den USA anläuft. 90 Tage lang sollen die Teilnehmer täglich einen anderen Kinofilm abrufen können, der für eine Gebühr von einem US-Dollar (ca. 4,20 DM) via Kabel auf den heimischen Bildschirm übertragen wird.12.4.1951Die Deputiertenkammer und der Senat Argentiniens beschließen, die oppositionelle Tageszeitung »La Prensa« zu enteignen.Wilhelm Herz stellt auf einem 500-ccm NSU-Motorrad mit 289,796 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord für Zweiräder auf.12.4.1952Der am 25. März 1952 neu ernannte tunesische Ministerpräsident, Salah el Din Baccouche, stellt sein Kabinett vor, das jedoch nur geringe Befugnisse hat. Frankreich behält als Kolonialmacht in Tunesien den weitreichenderen Einfluß auf die Außenpolitik und das Militär des Landes.Wegen seiner Kandidatur für das US-amerikanische Präsidentenamt gibt General Dwight D. Eisenhower seinen Rücktritt vom Amt des NATO-Oberbefehlshabers in Europa zum 1. Juni bekannt.Die Moskauer Wirtschaftskonferenz endet nach neun Tagen mit der Forderung, bestehende Handelsbeschränkungen zwischen den Blöcken zu beseitigen. Bundesdeutsche Industrielle schließen mit sowjetischen und chinesischen Delegierten Rahmenverträge über einen Warenaustausch im Wert von mehr als 300 Mio. DM ab.12.4.1953Der südkoreanische Staatschef Syngman Rhee bekräftigt seinen Widerstand gegen einen Waffenstillstand im Koreakrieg, solange die Teilung des Landes nicht aufgehoben wird.12.4.1954In Salzgitter demonstrieren über 6000 Bergleute für die Vollbeschäftigung im bundesdeutschen Erzbergbau. Durch den zunehmenden Import billiger Walzstahlerzeugnisse sehen sie ihre Arbeitsplätze gefährdet.12.4.1955Nach Angaben des Ministerrates der DDR haben die Sicherheitsorgane in einer Großoperation insgesamt 521 westliche Agenten verhaftet.In einer Pressekonferenz teilt der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, General Anthony McAuliffe, mit, daß durch neuartige taktische Atomwaffen Westdeutschland im Falle eines sowjetischen Angriffes durchaus mit Erfolg verteidigt werden könne. Bislang sah die Verteidigungsstrategie der US-Truppen einen Rückzug bis zum Rhein vor.Nach einem erfolgreich verlaufenen Großversuch gibt die US-amerikanische Regierung in Washington die Freigabe des von Jonas E. Salk entwickelten Impfstoffes gegen Kinderlähmung bekannt. Der Impfstoff, um dessen Bereitstellung bereits am folgenden Tage zahlreiche Staaten bitten, darf wegen Produktionsengpässen zunächst aus den USA nicht ausgeführt werden.In Taiss wird der ehemalige Außenminister des Jemen, Prinz Abd Allah, zum Tode verurteilt. Prinz Abd Allah, Bruder des jemenitischen Königs Ahmad, wird die Beteiligung an einem geplanten Staatsstreich vorgeworfen.12.4.1956In Dresden veröffentlicht die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens eine Erklärung, in der sie in scharfer Form gegen eine Rede von DDR-Innenminister Karl Maron (SED) protestiert. Maron hatte behauptet, die evangelische Kirche lasse sich von »aggressiven NATO-Kräften zu friedensfeindlichen Plänen mißbrauchen«.In Pamplona und anderen Städten des spanischen Baskenlandes treten mehrere tausend Arbeiter in den Streik, um soziale Verbesserungen zu erreichen. Da in Spanien Streiks seit 1939 verboten sind, ordnet die Regierung die Entlassung der streikenden Arbeiter an.12.4.195718 deutsche Atomwissenschaftler wenden sich in ihrem »Göttinger Manifest« gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr.Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) gibt Einzelheiten über die neue Wahlordnung bekannt, die u.a. die Möglichkeit der Briefwahl vorsieht.In Kassel wird das Oratorium »Die Seligen« von Joseph Haas uraufgeführt.12.4.1958Das Bundesverteidigungsministerium dementiert Pressemeldungen über eine angebliche Beteiligung der Bundesrepublik an der französischen Atomwaffenproduktion. Auch eine bundesdeutsche Atomwaffenproduktion stehe nicht zur Debatte.Heinrich Rau, stellvertretender DDR-Ministerpräsident, führt in Belgrad Gespräche mit der jugoslawischen Regierung. Darin wird festgestellt, daß große Möglichkeiten bestünden, die Beziehungen zwischen beiden Staaten beträchtlich zu erweitern.630 Millionen DM sollen nach Auskunft des Bundesbauministeriums in diesem Jahr für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stehen.12.4.1959Im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen findet eine Gedenkstunde anläßlich der Befreiung vor 14 Jahren statt.Prinz Albert von Lüttich, ein Bruder des belgischen Königs Baudouin I., verlobt sich mit der italienischen Prinzessin Donna Paola Ruffo de Calabria.In der Dortmunder Westfalenhalle verteidigt der bundesdeutsche Boxer Erich Schöppner seinen Europameistertitel im Halbschwergewicht gegen den Italiener Rocco Mazzola.12.4.1960Die DDR und die Tschechoslowakei legen Dokumente vor, die eine Beteiligung von amtierenden bundesdeutschen Juristen an nationalsozialistischen Verbrechen nachweisen sollen.Zur Vorbereitung der am 16. Mai beginnenden Pariser Gipfelkonferenz treffen in Washington die Außenminister der drei Westmächte zu dreitägigen Gesprächen zusammen.Der Film »Hiroshima mon amour« nach dem Drehbuch von Marguerite Duras läuft in den bundesdeutschen Kinos an.12.4.1961Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin umkreist als erster Mensch die Erde in einer Raumkapsel.Die Volkskammer der DDR beschließt das »Gesetzbuch der Arbeit«.12.4.1962Vom deutschen Bundestag in Bonn wird gegen die Stimmen der Abgeordneten der SPD der Bundeshaushalt in Höhe von 53,5 Milliarden DM für das laufende Jahr verabschiedet.Zum ersten Mal seit Ausbruch der Ruhr-Epidemie in der DDR treffen Vertreter der Gesundheitsbehörden von Berlin (West) und Berlin (Ost) zusammen.Gegen die Aufführung des Veit-Harlan-Films »Das dritte Geschlecht« demonstrieren vor einem Züricher Lichtspielhaus etwa 1000 junge Schweizer gegen diesen Film eines NS-Regisseurs.Die erste Etappe der Deutschland-Radrundfahrt mit Start und Ziel in Köln (12.-18. 4.) muß wegen Bauarbeiten in der Rheinmetropole überraschend ausfallen.12.4.196352 britische Atomwaffengegner, die an den Ostermärschen in der Bundesrepublik teilnehmen wollten, hindert die Polizei in Düsseldorf am Verlassen des Flugzeugs. Durch die Weigerung der Demonstranten, die Sicherheitsmaßnahmen im Flugzeug zu befolgen, ist dem Piloten der Maschine jedoch der Rückflug nicht möglich.Erich Honecker, Mitglied des Politbüros beim Zentralkomitee der SED in Berlin (Ost), fordert in einer Rede das Aufholen der Planrückstände in der DDR. Er beziffert den Produktionsausfall seit Januar 1963, verursacht durch den strengen Winter, mit 934 Millionen Mark (Ost).Papst Johannes XXIII. korrigiert während des Karfreitagsgottesdienstes im Petersdom in Rom den Gebetssprecher, der in seinem Gebet die Formulierung »perfide Juden« gebrauchte.12.4.1964Das sowjetische lenkbare Raumschiff »Poljot II« wird in eine Erdumlaufbahn gebracht.Die international bekannten Skisportler Barbara Henneberger (BR Deutschland) und Bud Werner (Kanada) kommen bei einem Lawinenunglück im Oberengadin ums Leben.Bei den Deutschen Meisterschaften im Kunstturnen in Ulm gewinnt der Oppauer Philipp Fürst zum fünftenmal seit 1957 den Titel im Zwölfkampf.12.4.1965Erstmals in der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wird mit Anni Moser in der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen eine Frau Vorsitzende einer Einzelgewerkschaft.Die gaullistische Pariser Zeitung »La Nation« bezweifelt in einem weitbeachteten Kommentar, daß die Bundesrepublik Deutschland auf Dauer auf die Anerkennung der Hallstein-Doktrin durch westliche Staaten vertrauen könne. Die von dem damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein 1955 formulierte Doktrin schließt diplomatische Beziehungen der Bundesrepublik zu Ländern – mit Ausnahme der Warschauer-Pakt-Staaten – aus, die Beziehungen zur DDR unterhalten.Schwere Wirbelstürme fordern in den frühen Morgenstunden über 200 Todesopfer in den US-amerikanischen Bundesstaaten Indiana, Iowa, Illinois und Wisconsin.12.4.1966Ein 25jähriger Ukrainer steckt sich vor einem Moskauer Gefängnis selbst in Brand, weil ihm die sowjetischen Behörden nicht gestattet hatten, als Kriegsfreiwilliger nach Vietnam zu gehen. Der Mann erliegt seinen Verletzungen. Die UdSSR unterstützt Nordvietnam nur durch Entsendung von Kriegsmaterial.Das Bundesverkehrsministerium in Bonn gibt bekannt, daß bei dem unerwartet starken Reiseverkehr zu Ostern 153 Personen ums Leben gekommen und 5000 verletzt worden seien.12.4.1967Bundespräsident Heinrich Lübke ernennt offiziell die ersten Parlamentarischen Staatssekretäre der Bundesrepublik.Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger gibt anläßlich des bevorstehenden Parteitags der SED am 17. April eine Erklärung zur Deutschlandpolitik der Bundesregierung ab.Die spanische Regierung verhängt ein Flugverbot für britische Militär- und Zivilflugzeuge über den 40 Meilen (61 km) langen Küstenstreifen von Tarifa bis nordöstlich von Gibraltar.12.4.1968Im Zusammenhang mit dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke kommt es bei Protestaktionen gegen das Verlagshaus Axel Springer in Berlin zu schweren Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Demonstranten und der Polizei.Der 53jährige General Creighton Abrams wird von US-Präsident Lyndon B. Johnson erwartungsgemäß zum neuen US-Oberkommandierenden in Vietnam ernannt. Er löst am 2. Juli General William C. Westmoreland ab. Gleichzeitig werden weitere 10 000 Reservisten zum Kriegsdienst in Vietnam eingezogen.In Hamburg wird die Aussichtsterrasse des neuen Fernmeldeturms geöffnet. Besucher können aus 127 m Höhe den Blick über Hafen, Elbe und Alster genießen.12.4.1969Zum zweitägigen Gründungsparteitag der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) versammeln sich in Essen 773 Delegierte.In der Zentralafrikanischen Republik ist nach Regierungsangaben ein Staatsstreich gegen Staatschef General Jean, Bedel Bokassa gescheitert. Der Initiator des Putsches, der 37jährige Gesundheitsminister Alexandre Banza, wird am 13. April hingerichtet.Unter der Regie von Jaroslav Dudek wird im Akademietheater Wien das Stück »August August August« des tschechoslowakischen Dramatikers Pavel Kohout aufgeführt (deutschsprachige Erstaufführung). Die Uraufführung fand am 12. Mai 1967 in Prag statt. Kohout wurde 1968 aus der Kommunistischen Partei seines Landes ausgeschlossen und hat seitdem in der Tschechoslowakei Publikationsverbot.12.4.1970Hohe Zuchthaus- und Gefängnisstrafen erhalten bei einem Prozeß in Athen 20 von 34 Angeklagten, die angeblich der Widerstandsbewegung Demokratische Verteidigung angehören. Schon vor der Urteilsverkündung hatten Norwegen, Schweden und Dänemark beim Europarat eine Beschwerde gegen Athen eingereicht. Das Regime wird darin beschuldigt, durch den Massenprozeß wichtige Bestimmungen der Menschenrechtskonvention verletzt zu haben.Im schweizerischen Kanton Wallis wird eine Vorlage über das Frauenstimmrecht auf kantonaler Ebene anläßlich einer Volksabstimmung mit 26 263 gegen 9895 Stimmen angenommen.Bei den 16. Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen (bis 18. 4.) sind 40 Länder mit 120 Filmen vertreten.12.4.1971In Ceylon werden die Botschaftsangestellten aus Nordkorea unter Hausarrest gestellt. Sie sollen die bürgerkriegsähnlichen Unruhen gefördert haben.Eine Volkszählung in Indien ergibt eine Gesamtbevölkerung von 547 Mio. Menschen.12.4.1972Der sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko erläutert vor den beiden in Moskau tagenden außenpolitischen Ausschüssen des Obersten Sowjet den deutsch-sowjetischen Vertrag vom 12. August 1970. Gromyko setzt die Ausschußmitglieder über den »Brief zur deutschen Einheit« in Kenntnis. Zugleich erklärt Gromyko, bei Nichtratifizierung des deutsch-sowjetischen Vertrags werde das Berlin-Abkommen vom 3. September 1971 nicht in Kraft treten.Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) empfängt den Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, Rainer Barzel, und andere Oppositionspolitiker zu Gesprächen über die bevorstehende Ratifizierung der Ostverträge. Dabei übergibt Barzel Brandt angeblich authentische Auszüge »aus den Protokollen zum Moskauer Vertrag«, die er von anonymer Seite erhalten hat. Die Bundesregierung bezeichnet sie am 17. April als Bruchstücke und in Einzelfällen gefälscht. Barzel fordert im Zusammenhang mit der »Protokollaffäre« erneut Einsicht in die Protokolle der Verhandlungen über den Vertrag.12.4.1973Die Regierungen Frankreichs und Nordvietnams nehmen diplomatische Beziehungen auf.Der polnische Sejm beschließt eine Erneuerung der Gesetzesvorlage aus dem Jahr 1961 zur Entwicklung des Erziehungs- und Bildungswesens. In dem neuen Gesetz wird der Militärdienst zum wichtigsten Erziehungsfaktor erklärt. Die Allgemeinbildung der Jugend soll dem Niveau der Mittelschule entsprechen.12.4.1974Mehr als 15 000 Menschen protestieren in Qirjat Shemonah im Norden Israels gegen den blutigen palästinensischen Terroranschlag vom Vortag. Sie geben dem Libanon, wo die Guerillaorganisation ein Quartier besitzt, Mitschuld an dem Verbrechen und drohen mit einem Vergeltungsschlag.Der kuwaitische Verteidigungs- und Innenminister, Scheich Saad As Sabah unterschreibt mit Regierungsvertretern aus Frankreich einen Kaufvertrag über 16 französische Kampfflugzeuge der Marke »Mirage F1« mit Luft-Luft- und Luft-Boden-Raketen.Das letzte Teilstück der Brenner-Autobahn, eine 32 km lange Strecke zwischen Klausen und Bozen (Südtirol) wird freigegeben. Damit besteht zwischen Skandinavien und Sizilien eine durchgehende Autobahnverbindung.In der Kirche St. Nikolai übergibt der österreichische Maler Oskar Kokoschka der Stadt Hamburg ein Mosaik-Wandbild. Das Bild »Ecce Homines«, die vierte Arbeit Kokoschkas für Hamburg, zeigt eine Kreuzigungsszene.12.4.1975Frankreich nimmt diplomatische Beziehungen zu den Roten Khmer, den kambodschanischen Kommunisten auf, deren Sieg sich im Bürgerkrieg abzeichnet und bricht zugleich die zur Republik Kambodscha ab.Der französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing trifft zu einem dreitägigen offiziellen Besuch in Algerien ein.In Irlands Hauptstadt Dublin kommen die Außenminister der Staaten der Europäischen Gemeinschaft zu zweitägigen »Gesprächen am Kamin« ohne formelle Tagesordnung zusammen. Dabei kommt es u.a. zu einem Meinungsaustausch über die geplante politische Union der Europäer.Auf Lohn- und Gehaltsverbesserungen um 7% für die rund 162 000 Beschäftigten einigen sich die Tarifpartner des Steinkohlebergbaus an der Ruhr.Die französische Sängerin und Tänzerin Josephine Baker stirbt im Alter von 68 Jahren in Paris.12.4.1976Der sowjetische Dissident Andrej A. Amalrik und seine Frau erhalten von den sowjetischen Behörden ein Visum zur Ausreise aus der UdSSR.In Danzig unterzeichnen der Bremer Bürgermeister Hans Koschnik (SPD) und sein polnischer Amtskollege Kazowski einen Vertrag über die Zusammenarbeit zwischen beiden Städten auf dem Gebiet von Wirtschaft, Umweltschutz und Kultur.12.4.1977Im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und dem Sudan kommt es zu militärischen Zwischenfällen, äthiopische Truppen schlagen sudanesische Soldaten zurück, die in den Nachbarstaat eingedrungen sind. Der Sudan unterstützt die Rebellen in der nach Unabhängigkeit strebenden äthiopischen Provinz Eritrea.12.4.1978In London unterzeichnen Vertreter der sudanesischen Regierung und der aus dem Exil operierenden Untergrundorganisation USNLF ein Abkommen, das den seit neun Jahren dauernden Kampf zwischen Regierungstruppen und Guerillas beendet.In der Königlichen Oper der schwedischen Hauptstadt Stockholm wird die Oper »Le Grand Macabre« von György Ligeti uraufgeführt.12.4.1979In Wien endet die 17. Runde der Verhandlungen über einen gegenseitigen ausgewogenen Truppenabzug in Mitteleuropa (MBFR) zwischen NATO und Warschauer Pakt. Wie bereits in den vorangegangenen Verhandlungen der am 31. Januar 1973 eröffneten Konferenz konnten entscheidende Fortschritte nicht erzielt werden. Am 17. Mai beginnt die nächste Verhandlungsrunde.Die Republik Südafrika verweist drei US-Diplomaten wegen angeblicher Spionage des Landes.12.4.1980Der liberianische Ministerpräsident William Tolbert wird durch putschende Militärs gestürzt und getötet. Die Macht übernimmt ein »Volkserlösungsrat« unter Leitung des Hauptfeldwebels Samuel Kanyon Doe.Bundeskanzler Helmut Schmidt vergleicht die augenblickliche weltpolitische Lage mit der Situation vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die beiden Supermächte, so der SPD-Politiker, verfügten über keine hinreichende Kriegsvermeidungsstrategie.Das Nationale Olympische Komitee der USA beschließt auf einer Tagung in Colorado Springs, die Olympischen Spiele in Moskau zu boykottieren.12.4.1981Die US-amerikanische Raumfähre »Columbia« startet von Cape Canaveral aus zu ihrem Jungfernflug. Die erste wiederverwendbare Raumfähre landet nach zwei Tagen im All sicher auf dem Flughafen Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien.Der 18jährige DDR-Gewichtheber Andreas Letz stellt in Meißen einen Zweikampf-Weltrekord im Reißen und Stoßen auf. Mit 277,5 kg steigert Letz die bisherige Bestmarke des Kubaners Daniel Nunez um 2,5 kg.12.4.1982Fast eine halbe Million Menschen beteiligen sich an Ostermärschen im ganzen Bundesgebiet und Berlin (West).12.4.1983Bei den Parlamentswahlen auf Grönland, das autonomes Territorium Dänemarks ist, verliert die linksgerichtete Siumut-Partei von Regierungschef Jonathan Motzfeldt ihre absolute Mehrheit. Siumut und die sozialdemokratische Atassut erringen je 12 der 26 Sitze.Die Hannover-Messe wird eröffnet. Rund 6000 Firmen und Organisationen aus 47 Ländern präsentieren bis zum 20. April den neuesten Stand der technischen Entwicklung. Aus 116 Ländern kommen 650 000 Fachinteressenten. Die 27 Tagungen, Symposien und Kongresse werden von mehr als 4500 Fachleuten besucht.Der Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg wird an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Stuttgart) verkauft.Bei der 55. Preisverleihung der Filmkunstakademie in Hollywood erhält der Film »Gandhi« des britischen Regisseurs Richard Attenborough insgesamt acht Oscars.12.4.1984Die Bundesrepublik und die DDR paraphieren eine Vereinbarung über den grenzüberschreitenden Kaliabbau in Hessen und Thüringen.Die schwedische Regierung verhängt einen allgemeinen Preis- und Mietenstopp sowie Begrenzungen der Gewinnausschüttungen und privaten Kreditaufnahme. Sie hofft, so die inflationäre Entwicklung aufhalten zu können.12.4.1985In Paris endet die zweitägige Jahrestagung der Wirtschafts- und Außenminister der 24 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Die Teilnehmer sprechen sich für eine Fortführung des Kampfes gegen die Inflation und den Abbau der hohen Staatsdefizite aus.Die baskische Untergrundorganisation ETA und die im Libanon tätige Terrororganisation Heiliger Islamischer Krieg beanspruchen beide die Täterschaft bei einem Anschlag auf ein vor allem von US-Soldaten besuchtes Autobahnrestaurant in Spanien, bei dem 17 Menschen ums Leben kommen.

Lesestoff: Tageschronik 12. April flamingoe
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12.04.04 10:28
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Chronik

12.4.1900Der US-Kongreß in Washington verabschiedet das Foraker-Gesetz. Danach wird Puerto Rico durch einen vom US-Präsidenten zu ernennenden Gouverneur regiert.Nach Mitteilung der Münchner »Allgemeinen Zeitung« verschlimmert sich die wirtschaftliche Lage der russischen Bauern wegen des Sinkens der Sittlichkeit drastisch: Alkoholismus, Hang zum Luxus und Müßiggang seien die Hauptlaster der Russen. Ein weiterer Grund sei die mangelnde Bildung.12.4.1901In Genua (Italien) startet eine von der Wiener Akademie ausgerüstete österreichische Expedition zur Erforschung Südbrasiliens. Im Mittelpunkt stehen botanische Ziele. Die Expedition wird von dem österreichischen Botaniker Richard Wettstein, Ritter von Westersheim, geleitet, der zu den bedeutendsten Forschern seines Fachs zählt.12.4.1902Wladimir I. Lenin und seine Frau Nadeschda K. Krupskaja siedeln von München nach London über. Im gleichen Monat wird die Redaktion der »Iskra« ebenfalls nach London verlegt.Der belgische Sozialistenführer Emile Vandervelde wird im Verlauf revolutionärer Unruhen in Brüssel verhaftet, muß jedoch nach einigen Stunden wieder freigelassen werden.In Lausanne wird der Redakteur der als anarchistisch bezeichneten Zeitung »Il Risveglio« verhaftet. Ein in dem Blatt abgedruckter Artikel gegen die italienische Monarchie führt zu diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Italien und der Schweiz.Norwegens Ministerpräsident Johannes Steen tritt infolge der Auseinandersetzungen um ein neues Wahlrecht von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird nach längeren Verhandlungen am 21. April der bisherige Staatsminister am schwedischen Hof, Otto Albert Blehr. Dessen Amt in Stockholm übernimmt Sigurd Ibsen.12.4.1903In Bordeaux beginnt der zweitägige französische Sozialistenkongreß. u.a. beschließt die Mehrheit der Delegierten, daß der frühere Handelsminister Alexandre Millerand in der Partei verbleiben darf. Einige Gruppierungen forderten seinen Ausschluß, da er als Handelsminister Entscheidungen mitgetragen habe, die den Prinzipien der Sozialisten widersprechen.Auf einer Massenversammlung in Madrid befürworten 15 000 Republikaner den Zusammenschluß unter der Führung von Nicolás Salmerón. Das Vorhaben, dem sich auch die republikanischen Gruppen Barcelonas anschließen, zerschlägt sich allerdings schon in den nächsten Tagen, als es in Valencia zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen republikanischen Gruppierungen kommt.12.4.1904Ein Teil der deutschen Arbeitgeberverbände schließt sich in Berlin zu einer überregionalen »Hauptstelle Deutscher Arbeitgeberverbände« zusammen.Der Reichstag in Berlin debattiert über eine mögliche Änderung des Fünfzigpfennigstücks. Das Mischungsverhältnis zwischen Silber und Kupfer soll geändert werden. Dadurch soll die Münze etwas dicker gemacht werden, da die bisherige Münze häufig mit anderen Geldstücken verwechselt wird. Der Reichsschatzminister Hermann von Stengel fordert außerdem neue münzrechtliche Bestimmungen, weil in letzter Zeit mit münzähnlichen Reklamemarken viel Unfug getrieben werde.12.4.1905Zar Nikolaus II. Löst die »Besondere Beratung für die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Industrie« unter Ministerpräsident Sergei Graf Witte auf und ersetzt sie durch eine »Besondere Beratung zur Frage von Maßnahmen zur Stärkung des bäuerlichen Landbesitzes«. Eine Korrektur seiner Politik ist damit jedoch nicht verbunden.12.4.1906Bei einem Empfang ehemaliger deutscher Soldaten, die in die USA ausgewandert sind, betont US-Präsident Theodore Roosevelt in Washington, daß es die Aufgabe der Vereinigten Staaten und des Deutschen Reichs sei, die gegenseitigen Beziehungen immer fester zu gestalten.12.4.1907Das belgische Abgeordnetenhaus in Brüssel verabschiedet trotz des Protests der konservativen Regierung mit 94 zu 32 Stimmen die Einführung des Achtstundentags in den Bergwerken. Ministerpräsident Paul Graf de Smet de Nayer tritt daraufhin zurück. Durch eine Verordnung von König Leopold II. wird das Gesetz zurückgezogen.Die deutsche Reichsregierung unter Bernhard Fürst von Bülow fordert in einem Nachtragshaushalt 7,5 Mio. Mark für deutsche Ansiedler, die während des Hottentotten-Aufstands in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika Schäden erlitten haben.Die Regierung des Großherzogtums Baden unter Ministerpräsident Alexander Freiherr von Dusch lehnt die von der Reichsregierung geplante Erhebung von Schiffahrtsabgaben ab.In Genua und Zürich werden Falschmünzerwerkstätten ausgehoben, die sich auf den Druck falscher 100-Franc-Noten spezialisiert haben. Die Fälschungen sind so perfekt, daß es selbst Beamten der Banque de France schwerfällt, sie zu erkennen.12.4.1908An der russisch-persischen Grenze kommt es zu einem Scharmützel zwischen sechs russischen Reitern und persischen Briganten. Vier Russen werden getötet. Aus dem Zwischenfall entstehen Spannungen zwischen Rußland und Persien.In Chelsea, einer Vorstadt von Boston, bricht ein Feuer aus. Es vernichtet über 1200 Häuser, darunter Kirchen, Schulen und andere öffentliche Gebäude. Die Schadenssumme beträgt mehrere Millionen Dollar. 15 000 Menschen werden obdachlos.12.4.1909Vertreter aus allen Teilen des Deutschen Reichs treffen in Berlin zum 1. Delegiertentag der Demokratischen Vereinigung zusammen. Der Vorsitzende Rudolf Breitscheid nennt als Ziel der Organisation die konsequente Demokratisierung der öffentlichen Einrichtungen im Reich sowie die Verwirklichung der Rechtsgleichheit. Zu diesem Zweck sei auch eine Verständigung mit der Sozialdemokratie möglich.Die Sozialistische Partei Belgiens spricht sich anläßlich einer Parteiversammlung in Lüttich für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht aus. Als Begründung wird die gefährliche Lage Belgiens zwischen Frankreich und Deutschland angeführt.Durch eine Schlagwetterexplosion in der Kohlengrube »Deutscher Kaiser« bei Hamborn kommen fünf Bergleute ums Leben.12.4.1910Das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin nimmt bei der Wiederholungsabstimmung die umstrittene Wahlrechtsvorlage erneut gegen die Stimmen der Freikonservativen, Nationalliberalen, der Fortschrittlichen Volkspartei, der Polen und der Sozialdemokraten an. Deutschkonservative Partei und Zentrum verhinderten durch einen Geschäftsordnungstrick jede Debatte über die Novelle, die am 27. Mai zurückgezogen wird.Wegen der Fleischnot reicht die Berliner Fleischerinnung beim Deutschen Reichstag in Berlin eine Petition auf Öffnung der Grenzen für die Einfuhr von lebendem Schlachtvieh ein.Bei der Ersatzwahl zum preußischen Abgeordnetenhaus wird im sechsten Berliner Wahlkreis der Sozialdemokrat Adolf Hoffmann mit 416 zu 68 Stimmen wiedergewählt. Hoffmann, der wegen seiner Schrift »Die zehn Gebote und die besitzende Klasse« auch »Zehn-Gebote-Hoffmann« genannt wird, zählt zu den populärsten Berliner Politikern dieser Zeit. Er ist bekannt durch seinen schlagfertigen Witz, den er in unverfälschter Berliner Mundart äußert.12.4.1911Winzer aus der Champagne zerstören Weinfabriken, die ortsfremde Reben verarbeiten.Der französische Aviatiker Pierre Prier fliegt erstmals nonstop von London nach Paris.In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. wird bei Kerkira auf Korfu ein Artemistempel freigelegt.12.4.1912In Luzern gründen Delegierte der konservativen und christlichen Parteien aller schweizerischen Kantone (ausgenommen Waadt und Neuenburg) die Schweizerische Konservative Volkspartei.Nachdem die Sozialistische Partei Italiens gegen das von der Regierung in Rom beschlossene Annexionsdekret für Tripolis protestiert hat, kommt es zu mehreren Austritten von Parteimitgliedern.In einem in einer japanischen Zeitung erscheinenden Artikel beklagt der Präsident der Bank von Japan, daß deutsche Waren japanische Produkte von den internationalen Märkten verdrängen. Dies träfe auch auf Märkte in Asien zu, die bisher traditionell von Japan beliefert wurden.Im Kunstauktionshaus der Gebrüder Heilbron in Berlin werden Werke aus dem Nachlaß des Bildhauers Reinhold Begas bis zum 14. April gezeigt. Ein Großteil der Arbeiten soll versteigert werden.12.4.1913Montenegro setzt allein die Belagerung der osmanischen Festung Skutari (heute Shkodër) fort, nachdem sich die serbischen Truppen unter dem Druck der europäischen Großmächte nicht mehr daran beteiligen.Serbische Kaufleute vereinbaren einen Boykott aller österreichisch-ungarischer Waren, um gegen die Haltung der Regierung Österreich-Ungarns zum Balkankrieg zu protestieren. Die bulgarischen und griechischen Kaufleute beteiligen sich nicht an dem Boykott, obwohl sie von ihren serbischen Kollegen dazu aufgefordert werden.Das Kommunalparlament von Weimar beschließt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, anläßlich des Regierungsjubiläums von Kaiser Wilhelm II. am 15. Juni 1913 eine große Festhalle zu errichten.Die Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst aus Großbritannien wird nach einem achttägigen Hungerstreik auf Anordnung der Ärzte aus dem Gefängnis entlassen, da bei ihr akute Lebensgefahr besteht.Der Karlsruher Hofkapellmeister Leopold Reichwein wird für sechs Jahre an die Wiener Hofoper verpflichtet.In zwei Petroleumdepots in Kafa El Sheikh (Ägypten) bricht Feuer aus. Durch den 36stündigen Brand werden zwölf umliegende Orte zerstört und 20 000 Menschen obdachlos.12.4.1914Die Forderung nach einem Verbot der Sonntagsarbeit steht im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankbeamten. Zugleich besteht die Interessenvertretung der Angestellten im Bankwesen auf einem Ausbau des Koalitionsrechts und der Einführung einer Reichsarbeitslosenversicherung. Der zweite Verbandstag der erst im Jahr 1912 gegründeten Organisation endet am Ostermontag.Unter 16 gestarteten Pferden gewinnt Aveyron unter Jockey F. Williams auf der Galopprennbahn von Paris-Auteuil den mit 50 000 Francs (40 000 Mark) dotierten und über eine Strecke von 4500 m führenden »Prix du Président de la République«, eines der bedeutendsten französischen Pferderennen.12.4.191539 gefangene britische Offiziere werden aus deutschen Offiziersgefangenenlagern in Militärarrestanstalten verlegt. Die deutsche Regierung reagiert damit auf die Unterbringung gefangener deutscher U-Boot-Besatzungen in britischen Marinegefängnissen.Die Schlachtfronten der Alliierten sind nach französischen Berechnungen derzeit 2668 km lang. Davon entfallen 1370 km auf die russische und 870 km auf die französische Front.Die Gründung einer Reichsstelle für Kartoffelversorgung wird vom Deutschen Bundesrat beschlossen.12.4.1916Der deutsche Heeresbericht meldet schwere Abwehrkämpfe auf dem linken Ufer der Maas, am »Pfefferrücken«, vor Verdun. Seit Beginn der Offensive ist die französische Frontlinie auf einer Breite von rund 70 km bis zu 8 km tief eingedrückt worden.Nach dem Vorbild des »Eisernen Hindenburg« in Berlin und des »Wehrmannes in Eisen« in Wien wird in Konstantinopel ein »Mörser in Eisen« aufgestellt. Das hölzerne Geschütz soll zum Zwecke der Kriegsfürsorge gegen Entgelt benagelt werden.Der Kriegsausschuß für Öle und Fette warnt vor dem Kauf von Ersatzmitteln für Fett und Speiseöl, da diese einen zu hohen Gehalt an Wasser und minderwertigen Zusatzstoffen aufweisen.12.4.1917Die belgische Regierung enthebt den Rat von Flandern seiner Ämter und droht den Mitgliedern Zwangsarbeit an. Der Rat setzt sich für eine Teilung der belgischen Volksgruppen ein.In einem Memorandum an Kaiser Karl I. spricht sich der österreichisch-ungarische Premierminister Ottokar Graf von Czernin von und zu Chudenitz für einen baldigen Frieden aus.Von dem in Batavia internierten deutschen Dampfer »Mario« gelingt zwei Matrosen die Flucht. In einem nur etwa 6 m langen Boot segeln die Flüchtlinge bis Manila.12.4.1918Als Antwort auf die Rede des österreichisch-ungarischen Außenminister Ottokar Graf Czernin von und zu Chudenitz, in der dieser das französische Friedensangebot abgelehnt hatte, veröffentlicht der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau den sog. Sixtus-Brief vom 24. März 1917. Dies löst eine schwere Verstimmung zwischen Czernin und Kaiser Karl I. aus, da der Außenminister von dem damaligen kaiserlichen Angebot eines Sonderfriedens an Frankreich nichts gewußt hatte.Die 1757 in der russischen Stadt St. Petersburg (1918 Petrograd, heute Leningrad) gegründete Akademie der Künste wird aufgelöst. Ihre Lehranstalten werden in »Freie staatliche Kunstwerkstätten« umgewandelt.Die Sowjetregierung Rußlands beschließt die Beseitigung aller Denkmäler des Zaren, seiner Familie und seiner politischen Anhänger.Als Vertretung von Großgrundbesitz und Bürgertum erklärt der Gemeinsame Landrat von Estland und Livland die Länder eigenmächtig zu Bestandteilen des Deutschen Reiches. Die Mehrheit der Liv- und Estländer ist jedoch der Meinung, ihre Staaten müßten die Unabhängigkeit gegenüber dem Deutschen Reich aufrechterhalten wie gegenüber dem sowjetischen Rußland.12.4.1919Kriegsbeschädigte ermorden in Dresden den sächsischen Kriegsminister Gustav Neuring (MSPD).In Berlin wird der Reichsverband der deutschen Industrie gegründet. Er ist der Spitzenverband der wirtschaftspolitischen Unternehmerverbände.Im Depot des Moskauer Rangierbahnhofs findet der erste kommunistische Subbotnik (freiwillige Arbeit ohne Bezahlung) statt.12.4.1920Erstmals seit dem Kapp-Putsch tritt die Nationalversammlung wieder in Berlin zusammen. Bis zu ihrer letzten Sitzung vor den Reichstagswahlen am 6. Juni verabschiedet sie eine Reihe wichtiger Gesetze, u.a. das Reichswahlgesetz und das Gesetz über die Wahl des Reichspräsidenten.Der deutsche Politiker Adolf Köster (MSPD) übernimmt in Berlin das Reichsaußenministerium, das seit der Regierungsneubildung vom 26. März von Reichskanzler Hermann Müller (MSPD) mitverwaltet wurde.In der französischen Abgeordnetenkammer in Paris beginnt eine Debatte über neue Steuergesetze. u.a. sind eine Erhöhung der Einkommenssteuer, eine Vermögensübertragungsgebühr und verschiedene indirekte Steuern vorgesehen. Die Steuergesetze werden im Parlament am 29. April mit 535 gegen 69 Stimmen angenommen.Mit einem viertägigen Generalstreik wird in Irland gegen die schlechten Haftbedingungen der in London inhaftierten irischen Unabhängigkeitskämpfer protestiert. Der Streik endet am 15. April nach Zugeständnissen der britischen Regierung.12.4.1921Die sowjetische Regierung in Moskau schickt eine Protestnote an Rumänien, in der die sofortige Entfernung der rumänischen Kriegsschiffe aus der Dnjestr-Mündung am Schwarzen Meer gefordert wird. Rumänien hatte dort Teile seiner Flotte zusammengezogen, um sich die Zufahrt zum Meer zu sichern. Gleichzeitig wird die Bildung einer gemischten Kommission zur Ausarbeitung eines sowjetisch-rumänischen Schiffahrtsstatuts vorgeschlagen.Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) und der Allgemeine freie Angestelltenbund (AfA) schließen in Berlin einen Vertrag über die Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Den Schwerpunkt in dem Abkommen bildet der Ausbau betrieblicher Mitbestimmung.Das expressionistische Drama »Kräfte« von August Stramm wird in der Regie von Max Reinhardt in den Berliner Kammerspielen uraufgeführt.12.4.1922In Kopenhagen enden die mehrmals unterbrochenen Verhandlungen zwischen Dänemark und dem Deutschen Reich, bei denen wirtschaftliche, finanzielle und territoriale Probleme geklärt wurden.Am Städtischen Opern- und Schauspielhaus von Hannover wird »Christus« von August Strindberg uraufgeführt.12.4.1923Die Schriftleiter der nationalsozialistischen Zeitungen »Völkischer Beobachter« und »Miesbacher Anzeiger« weigern sich, vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig zu erscheinen, der gegen sie wegen öffentlicher Beleidigung früherer Minister zu verhandeln hat.Der Republikanische Schutzbund wird vom österreichischen Innenministerium genehmigt. Als bewaffnete Organisation der Sozialdemokratischen Partei tritt der Schutzbund die Nachfolge der 1922 gegründeten Arbeiterwehren an. Julius Deutsch und General Theodor Körner leiten den Schutzbund.In Abbey Theatre (Dublin) wird die Tragikomödie »Der Schatten eines Rebellen« (»The Shadow of a Gunman«) von Sean O'Casey uraufgeführt. O'Casey setzt sich in dem Stück kritisch mit der irischen Unabhängigkeitsbewegung gegen Großbritannien auseinander.Zum Abschluß der 21. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Rom (seit 7. 4.) geben die Franzosen bekannt, daß die deutschen Sportler, die auch 1920 keine Einladung nach Antwerpen erhalten hatten, noch nicht das moralische Anrecht auf eine Olympiateilnahme hätten. Das IOC vertagt die Entscheidung über den Wunsch der Exilrussen, an den Olympischen Spielen 1924 in Paris teilzunehmen.12.4.1924Nach Abschluß des Hitlerprozesses am 1. April hebt die Bayerische Regierung den Erlaß über den Nichtvollzug des Republikschutzgesetzes vom 29. September 1923 auf. Damit tritt die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofs zum Schutz der Republik in Leipzig für Bayern wieder in Kraft.Durch ein sowjetisches Pressegesetz soll die Zensur verschärft werden. Ferner wird der »Zensurkommission« (Glavlit) die allgemeine Überwachung der Presse übertragen.In Kiel wird an der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals ein neuer Freihafen eröffnet. Die bisher von der Kriegsmarine geprägte Stadt ist gezwungen, ihre Wirtschaft unter den Bedingungen des Versailler Friedensvertrags von 1919 umzustellen.12.4.1925Die griechische Nationalversammlung beschließt die Herabsetzung der Militärdienstzeit von 24 auf 18 Monate.Der Gouverneur des US-Bundesstaates Tennessee hat ein Gesetz erlassen, das jedem Lehrer oder Professor an Schule oder Universität die Behauptung verbietet, der Mensch stamme von tierischen Wesen ab. Es werde kein Zweifel an der biblischen Schöpfungsgeschichte zugelassen.12.4.1926In der Nähe von Bagdad (Irak) ist am Tigris ein Deich gebrochen. Die Umgebung von Bagdad steht unter Wasser, auch der Königspalast, der außerhalb der Stadt steht, ist überschwemmt worden. Am 14. April fällt das Wasser des Tigris wieder, am 16. April wird der Deichbruch ausgebessert.Die Nationalsozialisten haben in Köln für den Abend eine öffentliche Veranstaltung mit dem Referat »Enteignet die Fürsten, der Jude braucht Geld« angekündigt. Da die Kölner Bevölkerung gegen die aufhetzerischen Ankündigungsplakate protestiert hat, verbietet die Polizei diese Veranstaltung.12.4.1927Die britische Regierung beschließt, den Frauen das gleiche Wahlrecht einzuräumen. Das Frauenwahlrecht ist 1917 in Großbritannien eingeführt worden.Nach einem Mißtrauensvotum gegen seine Regierung löst der litauische Ministerpräsident Antanas Smetona das Parlament auf.Chiang Kai-shek, der Oberbefehlshaber der Kuomintang-Truppen, läßt die kommunistische Gewerkschaftszentrale in Schanghai stürmen und richtet unter den Gewerkschaftsmitgliedern ein Blutbad an. Eine Trennung der Kommunistischen Partei Chinas von der Kuomintang kündigt sich an.Die Schweizer Mustermesse, die größte Industrieschau der Eidgenossenschaft, die am 2. April eröffnet worden ist, geht in Basel zu Ende.Der – noch nicht vollendete – Wolkenkratzer des »New Netherland-Hotels« in New York gerät in Brand. Es ist der größte Brand in der Geschichte der Stadt, Menschen kommen nicht zu Schaden.12.4.1928König Viktor Emanuel III. von Italien entgeht in Mailand unverletzt einem Attentat. Durch den Anschlag werden 20 Menschen getötet.Der Physiker Max Born antwortet in einem Zeitungsartikel dem ehemaligen Schachweltmeister Emanuel Lasker, der in einer Presseveröffentlichung Kritik am Verzicht der modernen Physik auf das Prinzip von Ursache und Wirkung (Kausalitätsprinzip) geübt hatte.12.4.1929Der britische Vizekönig von Indien, Edward Wood Lord Irwin of Kirby Underdale, hebt das Recht des indischen Parlamentspräsidenten, Gesetzentwürfe von der Tagesordnung abzusetzen, auf. Am Vortag war eine Novelle zur inneren Sicherheit von der Tagesordnung gestrichen worden. Hintergrund der Kontroverse ist das Attentat vom 8. April.12.4.1930Der thüringische Innen- und Volksbildungsminister Wilhelm Frick (NSDAP) erläßt eine Verfügung gegen die »Negerkultur«, mit der er gegen »fremdrassige Einflüsse« auf die deutsche Kultur vorgehen will.In Berlin wird ein deutsch-österreichischer Handelsvertrag unterzeichnet. Der Vertrag sieht u.a. Erleichterungen für den Import österreichischer Industrieerzeugnisse ins Deutsche Reich vor. Reichsaußenminister Julius Curtius (DVP) beurteilt den Vertrag als einen Schritt auf dem Weg zur Vereinigung beider Länder.Die Oper »Aus einem Totenhaus« von Leos Janácek wird im Brünner Nationaltheater uraufgeführt. Der am 12. August 1928 verstorbene Janácek hat sich bei der Komposition des Werkes auf eine von ihm entwickelte Theorie der Sprachmelodie gestützt.Auf der Themse bei London gewinnt der Universitätsachter von Cambridge das traditionelle jährliche Ruderwettrennen gegen Oxford. Für Cambridge ist es der achte Sieg in Folge.12.4.1931Bei den Gemeindewahlen in Spanien erzielen die republikanischen Parteien Erfolge in den Städten des Landes, in der Provinz behaupten sich hingegen die Monarchisten.Die deutschen Rennfahrer Rudolf Caracciola/Wilhelm Sebastian gewinnen das zum fünften Mal ausgetragene Auto-Langstreckenrennen Mille Miglia mit Start und Ziel in Brescia.In Wien schlägt die österreichische Fußball-Nationalelf vor 20 000 Besuchern die Elf der Tschechoslowakei 2:1(2:1).In ihrem 100. Länderspiel unterliegt die Schweizer Fußball-Nationalelf in Budapest gegen Ungarn 2:6 (2:2).12.4.1932Der frühere Reichswehrleutnant Richard Scheringer wird in Berlin vom Reichsgerichtshof wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu zweieinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Scheringer hatte dazu aufgerufen im Bund mit der Sowjetunion das deutsche Regierungssystem gewaltsam zu verändern.In New York (USA) wird der Film »Grand Hotel« nach Vicky Baums Roman »Menschen im Hotel« uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt die schwedische Schauspielerin Greta Garbo.12.4.1933Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr (DNVP) wird unter dem Vorwurf der Beamtenbestechung und Veruntreuung öffentlicher Gelder verhaftet.Theodor Lewald, seit 1919 Präsident des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, tritt in Berlin zurück. Er bleibt Leiter des Deutschen Olympischen Ausschusses. Dem DRA gehören 42 Verbände mit 6,5 Mio. Mitgliedern an.12.4.1934In Spanien schließen sich die drei Parteiorganisationen Republikanische Aktion, Galizische Republikaner und Unabhängige Radikalsozialisten zur Republikanischen Linken unter dem früheren Ministerpräsidenten Manuel Azaña y Díaz zusammen.Die deutsche Gesandtschaft in Prag protestiert gegen eine vom tschechischen Künstlerverein »Manes« veranstaltete Karikaturenausstellung, in der »in unerhört beleidigender Form« der deutsche Reichspräsident, der Reichskanzler und führende Persönlichkeiten der deutschen NS-Führung verhöhnt würden. – Die tschechoslowakische Regierung veranlaßt die sofortige Entfernung der beanstandeten Karikaturen.12.4.1935Die Reichsschrifttumskammer schließt alle nichtarischen Mitglieder aus ihrer Organisation aus. Diese Maßnahme kommt einem Berufsverbot gleich, da ohne die Mitgliedschaft in dem Gremium im Deutschen Reich kein schriftstellerischer oder journalistischer Beruf ausgeübt werden darf.Wegen Kritik an Alfred Rosenbergs »Der Mythus des 20. Jahrhunderts« wird der katholische Studentenpfarrer von Rostock, Wilhelm Leffers, in Schwerin zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Studentin zeigte ihn an.In allen deutschen Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten finden zum letzten Mal im »Dritten Reich« die Wahlen der Vertrauensräte statt.Die deutsche Universität in Prag wendet sich in einem Memorandum scharf gegen tschechische Vorwürfe einer »hakenkreuzlerischen Gesinnung«. Die Universität sei »rein wissenschaftlich« tätig, Unterschiede zwischen Ariern und Nichtariern im Lehrpersonal würden nicht gemacht.Der US-Amerikaner Jack Medica verbessert in Chicago den Weltrekord im 200-m-Freistilschwimmen auf 2:07,2 min. Den alten Weltrekord von 2:08,8 min hatte Johnny Weissmuller acht Jahre lang gehalten.12.4.1936Italienische Truppen besetzen die sudanesisch-abessinische Grenze bei Gallabet westlich von Gondar.Italien und die Schweiz schließen ein Zahlungsabkommen. Italiener und in Italien wohnhafte Ausländer dürfen danach bei Urlaubsreisen in die Schweiz fremde Devisen im Wert von 500 Lire, italienische Banknoten im Betrag von höchstens 2000 Lire sowie Hotel- und Reisegutscheine mitnehmen. Doch darf insgesamt ein Betrag von 3000 Lire nicht überschritten werden.12.4.1937Die Gestapo (Geheime Staatspolizei) beschlagnahmt französische und britische Tageszeitungen, die im Deutschen Reich erscheinen, um eine Verbreitung von Nachrichten über die Pariser Sitzung des Ausschusses zur Vorbereitung der deutschen Volksfront zu verhindern.Der Oberste Bundesgerichtshof in Washington erklärt die National Labor Relations Act (nach ihrem Verfasser Wagner-Act genannt) von 1935 für verfassungsgemäß. Das von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt eingebrachte Gesetz gesteht den Gewerkschaften das Organisationsrecht und das Recht auf Führung von kollektiven Tarifverhandlungen zu.Im Rahmen der reichsweiten Aktion »Kampf dem Verderb« startet der deutsche Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung einen Werbefeldzug für Kühlschränke.In Großbritannien findet ein Probelauf des ersten Turbinen-Luftstrahltriebwerks durch Frank Whittle statt.12.4.1938Der neue radikalsozialistische französische Ministerpräsident Édouard Daladier legt seine Regierungserklärung vor, die von der Kammer mit 576 gegen fünf Stimmen angenommen wird.Der Film »Jugend« von Veit Harlan mit Kristina Söderbaum in der Hauptrolle hat in Dresden Premiere.12.4.1939Eine Nationalversammlung in Tirana bietet Italiens König Viktor Emanuel III. die albanische Krone an.Die Berliner Zeitschrift »Adresse und Anzeige« teilt mit, daß Juden nicht mehr in Adreßbücher aufgenommen werden.Mit dem Motorschiff »Schwabenland« trifft die am 17. Dezember 1938 ausgelaufene deutsche Antarktisexpedition wieder in Hamburg ein.12.4.1940Die polnische Stadt Lódz wird in Litzmannstadt umbenannt und an Stelle von Kalisch (Kalisz) zugleich Regierungshauptstadt des Reichsgaus Wartheland.Das Sondergericht in Halle an der Saale verurteilt einen jungen Mann aufgrund mehrerer, in Ausnutzung der Verdunkelung begangener Einbrüche zum Tode.In Mailand wird die 21. Mustermesse eröffnet, auf der 29 Nationen vertreten sind. Die Messe endet am 28. April.Am Deutschen Opernhaus in Berlin findet die deutsche Erstaufführung der Oper »Palla de Mozzi« der italienischen Komponisten Giovaccino Forzano und Gino Marinuzzi statt.12.4.1941Deutsche Wehrmachts- und SS-Einheiten nehmen Belgrad ein, gleichzeitig wird eine Verbindung zwischen den deutschen und italienischen Invasionstruppen in Jugoslawien bei Karlovac hergestellt.Das schweizerische Rote Kreuz gibt die Ergebnisse seiner Wäschesammlung bekannt.12.4.1942Als erstes Ziel der beginnenden Frühjahrsoffensive befiehlt Adolf Hitler die Einnahme von Woronesch im Mittelabschnitt der Ostfront.In einer Rundfunkrede bekräftigt der bulgarische Ministerpräsident Bogdan Dimitrow Filow den Konsens mit den Achsenmächten als alte und neue außenpolitische Leitlinie.In der Nacht zum Montag werfen 178 Bomber der Royal Air Force 269 t Bomben auf die Ruhrgebietsstadt Essen. Zehn Maschinen werden abgeschossen.Im Berliner Olympia-Stadion trennen sich die Fußballnationalmannschaften von Deutschland und Spanien 1:1.12.4.1943Die 8. britische Armee erobert die tunesische Stadt Sousse.In Salzburg trifft der rumänische Staatsführer Ion Antonescu zu zweitägigen Besprechungen mit Adolf Hitler über die Kriegslage ein.Reichskanzleichef Hans Heinrich Lammers legt ein geheimes Gutachten über Korruption und Mißwirtschaft im Generalgouvernement Polen vor.In Dortmund kommt es bei dem Versuch eines Wehrmachtsoffiziers, einen offenbar desertierten Soldaten zu verhaften zu einer Protestkundgebung mehrerer hundert kriegsmüder Frauen.Die finnische Stadtbevölkerung wird zum Arbeitsdienst in der Land- und Forstwirtschaft eingezogen.In Wien wird ein 47jähriger Mann als »Rundfunkverbrecher« zum Tode verurteilt.12.4.1944Die Sowjetunion übergibt Rumänien die »Minimalbedingungen« für einen Waffenstillstand zwischen beiden Ländern.Der italienische König Viktor Emanuel III. kündigt an, daß er am Tage des Einmarsches der Alliierten in Rom zugunsten des Kronprinzen Humbert II. abdanken werde.Bei einem heftigen Unwetter, das von Überschwemmungen begleitet wird, kommen in den US-Bundesstaaten Kansas, Oklahoma, Colorado und Texas 30 Menschen ums Leben.12.4.1945In Warm Springs im US-Bundesstaat Georgia erliegt US-Präsident Franklin Delano Roosevelt (* 30.1. 1882 in Hyde Park, US-Bundesstaat New York) einer Gehirnblutung. Am selben Tag wird Vizepräsident Harry Spencer Truman als Nachfolger vereidigt.12.4.1946Der Beauftragte des US-Präsidenten Harry Spencer Truman für Ernährungsfragen in Europa, Herbert Clark Hoover, trifft in Berlin mit den Ministerpräsidenten der Länder der US-Besatzungszone zusammen, um über die angespannte Ernährungslage in Deutschland zu sprechen.Der Verlag F. H. Brockhaus in Leipzig erhält von der sowjetischen Militäradministration in Deutschland die Lizenz zur Wiedereröffnung.In Hamburg wird das Theaterstück »Engel des Lebens« von Hans José Rehfisch uraufgeführt.12.4.1947In der britischen Universitätsstadt Oxford findet eine internationale Konferenz liberaler Politiker statt. Auch deutsche Delegierte sind vertreten.Die UNO überträgt den USA die Treuhandverwaltung für die ehemaligen japanischen Inseln im Pazifik.In Finnland tritt die Regierung unter Mauno Pekkala zurück, nachdem die vier Minister der Agrarpartei demissioniert sind.12.4.1948Aus Anlaß des Jahrestages der Eingliederung der ehemaligen deutschen Ostgebiete erklärt Polens Minister für die wiedergewonnenen Gebiete, Wladislaw Gomulka, sein Land werde diese Gebiete niemals an Deutschland zurückgeben.In Tel Aviv beschließt der Zionistische Generalrat die Bildung eines provisorischen Regierungsausschusses für den zukünftigen Staat Israel.Arabische Freischärler überfallen in der Nähe von Jerusalem eine jüdische Sanitätskolonne.In Frankfurt am Main wird der deutsche Fußballausschuß gegründet. Vertreter der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands nehmen nicht teil, die der französischen Zone nur als Beobachter. Erste Amtshandlung des Fußballausschusses ist die Planung einer Deutschen Fußballmeisterschaft.In Hartfield (England) erreicht ein düsengetriebenes Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 968,37 km/h und stellt damit einen Weltrekord auf.12.4.1949Die westdeutschen Ministerpräsidenten stimmen in Bonn dem alliierten Besatzungsstatut zu.Auf einer Flüchtlingskonferenz in Frankfurt am Main wird beschlossen, daß die französische Zone von den ihr zugedachten 300 000 Flüchtlingen zunächst 120 000 aus der Bizone übernehmen soll, um besonders Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu entlasten.In mehreren Städten der Ostzone werden laut Pressemeldungen Einheiten der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in eine Jugendpolizei umgewandelt.Jugoslawien äußert den Wunsch, seine Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten und den westeuropäischen Ländern auszubauen.12.4.1950In der Verwaltungsakademie Speyer beginnt der erste viermonatige Ausbildungskurs von 21 Anwärtern für den auswärtigen und konsular-wirtschaftlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland.300 Familien aus Chicago sind am ersten Versuch mit Kabelfernsehen beteiligt, der in den USA anläuft. 90 Tage lang sollen die Teilnehmer täglich einen anderen Kinofilm abrufen können, der für eine Gebühr von einem US-Dollar (ca. 4,20 DM) via Kabel auf den heimischen Bildschirm übertragen wird.12.4.1951Die Deputiertenkammer und der Senat Argentiniens beschließen, die oppositionelle Tageszeitung »La Prensa« zu enteignen.Wilhelm Herz stellt auf einem 500-ccm NSU-Motorrad mit 289,796 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord für Zweiräder auf.12.4.1952Der am 25. März 1952 neu ernannte tunesische Ministerpräsident, Salah el Din Baccouche, stellt sein Kabinett vor, das jedoch nur geringe Befugnisse hat. Frankreich behält als Kolonialmacht in Tunesien den weitreichenderen Einfluß auf die Außenpolitik und das Militär des Landes.Wegen seiner Kandidatur für das US-amerikanische Präsidentenamt gibt General Dwight D. Eisenhower seinen Rücktritt vom Amt des NATO-Oberbefehlshabers in Europa zum 1. Juni bekannt.Die Moskauer Wirtschaftskonferenz endet nach neun Tagen mit der Forderung, bestehende Handelsbeschränkungen zwischen den Blöcken zu beseitigen. Bundesdeutsche Industrielle schließen mit sowjetischen und chinesischen Delegierten Rahmenverträge über einen Warenaustausch im Wert von mehr als 300 Mio. DM ab.12.4.1953Der südkoreanische Staatschef Syngman Rhee bekräftigt seinen Widerstand gegen einen Waffenstillstand im Koreakrieg, solange die Teilung des Landes nicht aufgehoben wird.12.4.1954In Salzgitter demonstrieren über 6000 Bergleute für die Vollbeschäftigung im bundesdeutschen Erzbergbau. Durch den zunehmenden Import billiger Walzstahlerzeugnisse sehen sie ihre Arbeitsplätze gefährdet.12.4.1955Nach Angaben des Ministerrates der DDR haben die Sicherheitsorgane in einer Großoperation insgesamt 521 westliche Agenten verhaftet.In einer Pressekonferenz teilt der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, General Anthony McAuliffe, mit, daß durch neuartige taktische Atomwaffen Westdeutschland im Falle eines sowjetischen Angriffes durchaus mit Erfolg verteidigt werden könne. Bislang sah die Verteidigungsstrategie der US-Truppen einen Rückzug bis zum Rhein vor.Nach einem erfolgreich verlaufenen Großversuch gibt die US-amerikanische Regierung in Washington die Freigabe des von Jonas E. Salk entwickelten Impfstoffes gegen Kinderlähmung bekannt. Der Impfstoff, um dessen Bereitstellung bereits am folgenden Tage zahlreiche Staaten bitten, darf wegen Produktionsengpässen zunächst aus den USA nicht ausgeführt werden.In Taiss wird der ehemalige Außenminister des Jemen, Prinz Abd Allah, zum Tode verurteilt. Prinz Abd Allah, Bruder des jemenitischen Königs Ahmad, wird die Beteiligung an einem geplanten Staatsstreich vorgeworfen.12.4.1956In Dresden veröffentlicht die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens eine Erklärung, in der sie in scharfer Form gegen eine Rede von DDR-Innenminister Karl Maron (SED) protestiert. Maron hatte behauptet, die evangelische Kirche lasse sich von »aggressiven NATO-Kräften zu friedensfeindlichen Plänen mißbrauchen«.In Pamplona und anderen Städten des spanischen Baskenlandes treten mehrere tausend Arbeiter in den Streik, um soziale Verbesserungen zu erreichen. Da in Spanien Streiks seit 1939 verboten sind, ordnet die Regierung die Entlassung der streikenden Arbeiter an.12.4.195718 deutsche Atomwissenschaftler wenden sich in ihrem »Göttinger Manifest« gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr.Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) gibt Einzelheiten über die neue Wahlordnung bekannt, die u.a. die Möglichkeit der Briefwahl vorsieht.In Kassel wird das Oratorium »Die Seligen« von Joseph Haas uraufgeführt.12.4.1958Das Bundesverteidigungsministerium dementiert Pressemeldungen über eine angebliche Beteiligung der Bundesrepublik an der französischen Atomwaffenproduktion. Auch eine bundesdeutsche Atomwaffenproduktion stehe nicht zur Debatte.Heinrich Rau, stellvertretender DDR-Ministerpräsident, führt in Belgrad Gespräche mit der jugoslawischen Regierung. Darin wird festgestellt, daß große Möglichkeiten bestünden, die Beziehungen zwischen beiden Staaten beträchtlich zu erweitern.630 Millionen DM sollen nach Auskunft des Bundesbauministeriums in diesem Jahr für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stehen.12.4.1959Im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen findet eine Gedenkstunde anläßlich der Befreiung vor 14 Jahren statt.Prinz Albert von Lüttich, ein Bruder des belgischen Königs Baudouin I., verlobt sich mit der italienischen Prinzessin Donna Paola Ruffo de Calabria.In der Dortmunder Westfalenhalle verteidigt der bundesdeutsche Boxer Erich Schöppner seinen Europameistertitel im Halbschwergewicht gegen den Italiener Rocco Mazzola.12.4.1960Die DDR und die Tschechoslowakei legen Dokumente vor, die eine Beteiligung von amtierenden bundesdeutschen Juristen an nationalsozialistischen Verbrechen nachweisen sollen.Zur Vorbereitung der am 16. Mai beginnenden Pariser Gipfelkonferenz treffen in Washington die Außenminister der drei Westmächte zu dreitägigen Gesprächen zusammen.Der Film »Hiroshima mon amour« nach dem Drehbuch von Marguerite Duras läuft in den bundesdeutschen Kinos an.12.4.1961Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin umkreist als erster Mensch die Erde in einer Raumkapsel.Die Volkskammer der DDR beschließt das »Gesetzbuch der Arbeit«.12.4.1962Vom deutschen Bundestag in Bonn wird gegen die Stimmen der Abgeordneten der SPD der Bundeshaushalt in Höhe von 53,5 Milliarden DM für das laufende Jahr verabschiedet.Zum ersten Mal seit Ausbruch der Ruhr-Epidemie in der DDR treffen Vertreter der Gesundheitsbehörden von Berlin (West) und Berlin (Ost) zusammen.Gegen die Aufführung des Veit-Harlan-Films »Das dritte Geschlecht« demonstrieren vor einem Züricher Lichtspielhaus etwa 1000 junge Schweizer gegen diesen Film eines NS-Regisseurs.Die erste Etappe der Deutschland-Radrundfahrt mit Start und Ziel in Köln (12.-18. 4.) muß wegen Bauarbeiten in der Rheinmetropole überraschend ausfallen.12.4.196352 britische Atomwaffengegner, die an den Ostermärschen in der Bundesrepublik teilnehmen wollten, hindert die Polizei in Düsseldorf am Verlassen des Flugzeugs. Durch die Weigerung der Demonstranten, die Sicherheitsmaßnahmen im Flugzeug zu befolgen, ist dem Piloten der Maschine jedoch der Rückflug nicht möglich.Erich Honecker, Mitglied des Politbüros beim Zentralkomitee der SED in Berlin (Ost), fordert in einer Rede das Aufholen der Planrückstände in der DDR. Er beziffert den Produktionsausfall seit Januar 1963, verursacht durch den strengen Winter, mit 934 Millionen Mark (Ost).Papst Johannes XXIII. korrigiert während des Karfreitagsgottesdienstes im Petersdom in Rom den Gebetssprecher, der in seinem Gebet die Formulierung »perfide Juden« gebrauchte.12.4.1964Das sowjetische lenkbare Raumschiff »Poljot II« wird in eine Erdumlaufbahn gebracht.Die international bekannten Skisportler Barbara Henneberger (BR Deutschland) und Bud Werner (Kanada) kommen bei einem Lawinenunglück im Oberengadin ums Leben.Bei den Deutschen Meisterschaften im Kunstturnen in Ulm gewinnt der Oppauer Philipp Fürst zum fünftenmal seit 1957 den Titel im Zwölfkampf.12.4.1965Erstmals in der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wird mit Anni Moser in der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen eine Frau Vorsitzende einer Einzelgewerkschaft.Die gaullistische Pariser Zeitung »La Nation« bezweifelt in einem weitbeachteten Kommentar, daß die Bundesrepublik Deutschland auf Dauer auf die Anerkennung der Hallstein-Doktrin durch westliche Staaten vertrauen könne. Die von dem damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein 1955 formulierte Doktrin schließt diplomatische Beziehungen der Bundesrepublik zu Ländern – mit Ausnahme der Warschauer-Pakt-Staaten – aus, die Beziehungen zur DDR unterhalten.Schwere Wirbelstürme fordern in den frühen Morgenstunden über 200 Todesopfer in den US-amerikanischen Bundesstaaten Indiana, Iowa, Illinois und Wisconsin.12.4.1966Ein 25jähriger Ukrainer steckt sich vor einem Moskauer Gefängnis selbst in Brand, weil ihm die sowjetischen Behörden nicht gestattet hatten, als Kriegsfreiwilliger nach Vietnam zu gehen. Der Mann erliegt seinen Verletzungen. Die UdSSR unterstützt Nordvietnam nur durch Entsendung von Kriegsmaterial.Das Bundesverkehrsministerium in Bonn gibt bekannt, daß bei dem unerwartet starken Reiseverkehr zu Ostern 153 Personen ums Leben gekommen und 5000 verletzt worden seien.12.4.1967Bundespräsident Heinrich Lübke ernennt offiziell die ersten Parlamentarischen Staatssekretäre der Bundesrepublik.Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger gibt anläßlich des bevorstehenden Parteitags der SED am 17. April eine Erklärung zur Deutschlandpolitik der Bundesregierung ab.Die spanische Regierung verhängt ein Flugverbot für britische Militär- und Zivilflugzeuge über den 40 Meilen (61 km) langen Küstenstreifen von Tarifa bis nordöstlich von Gibraltar.12.4.1968Im Zusammenhang mit dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke kommt es bei Protestaktionen gegen das Verlagshaus Axel Springer in Berlin zu schweren Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Demonstranten und der Polizei.Der 53jährige General Creighton Abrams wird von US-Präsident Lyndon B. Johnson erwartungsgemäß zum neuen US-Oberkommandierenden in Vietnam ernannt. Er löst am 2. Juli General William C. Westmoreland ab. Gleichzeitig werden weitere 10 000 Reservisten zum Kriegsdienst in Vietnam eingezogen.In Hamburg wird die Aussichtsterrasse des neuen Fernmeldeturms geöffnet. Besucher können aus 127 m Höhe den Blick über Hafen, Elbe und Alster genießen.12.4.1969Zum zweitägigen Gründungsparteitag der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) versammeln sich in Essen 773 Delegierte.In der Zentralafrikanischen Republik ist nach Regierungsangaben ein Staatsstreich gegen Staatschef General Jean, Bedel Bokassa gescheitert. Der Initiator des Putsches, der 37jährige Gesundheitsminister Alexandre Banza, wird am 13. April hingerichtet.Unter der Regie von Jaroslav Dudek wird im Akademietheater Wien das Stück »August August August« des tschechoslowakischen Dramatikers Pavel Kohout aufgeführt (deutschsprachige Erstaufführung). Die Uraufführung fand am 12. Mai 1967 in Prag statt. Kohout wurde 1968 aus der Kommunistischen Partei seines Landes ausgeschlossen und hat seitdem in der Tschechoslowakei Publikationsverbot.12.4.1970Hohe Zuchthaus- und Gefängnisstrafen erhalten bei einem Prozeß in Athen 20 von 34 Angeklagten, die angeblich der Widerstandsbewegung Demokratische Verteidigung angehören. Schon vor der Urteilsverkündung hatten Norwegen, Schweden und Dänemark beim Europarat eine Beschwerde gegen Athen eingereicht. Das Regime wird darin beschuldigt, durch den Massenprozeß wichtige Bestimmungen der Menschenrechtskonvention verletzt zu haben.Im schweizerischen Kanton Wallis wird eine Vorlage über das Frauenstimmrecht auf kantonaler Ebene anläßlich einer Volksabstimmung mit 26 263 gegen 9895 Stimmen angenommen.Bei den 16. Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen (bis 18. 4.) sind 40 Länder mit 120 Filmen vertreten.12.4.1971In Ceylon werden die Botschaftsangestellten aus Nordkorea unter Hausarrest gestellt. Sie sollen die bürgerkriegsähnlichen Unruhen gefördert haben.Eine Volkszählung in Indien ergibt eine Gesamtbevölkerung von 547 Mio. Menschen.12.4.1972Der sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko erläutert vor den beiden in Moskau tagenden außenpolitischen Ausschüssen des Obersten Sowjet den deutsch-sowjetischen Vertrag vom 12. August 1970. Gromyko setzt die Ausschußmitglieder über den »Brief zur deutschen Einheit« in Kenntnis. Zugleich erklärt Gromyko, bei Nichtratifizierung des deutsch-sowjetischen Vertrags werde das Berlin-Abkommen vom 3. September 1971 nicht in Kraft treten.Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) empfängt den Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, Rainer Barzel, und andere Oppositionspolitiker zu Gesprächen über die bevorstehende Ratifizierung der Ostverträge. Dabei übergibt Barzel Brandt angeblich authentische Auszüge »aus den Protokollen zum Moskauer Vertrag«, die er von anonymer Seite erhalten hat. Die Bundesregierung bezeichnet sie am 17. April als Bruchstücke und in Einzelfällen gefälscht. Barzel fordert im Zusammenhang mit der »Protokollaffäre« erneut Einsicht in die Protokolle der Verhandlungen über den Vertrag.12.4.1973Die Regierungen Frankreichs und Nordvietnams nehmen diplomatische Beziehungen auf.Der polnische Sejm beschließt eine Erneuerung der Gesetzesvorlage aus dem Jahr 1961 zur Entwicklung des Erziehungs- und Bildungswesens. In dem neuen Gesetz wird der Militärdienst zum wichtigsten Erziehungsfaktor erklärt. Die Allgemeinbildung der Jugend soll dem Niveau der Mittelschule entsprechen.12.4.1974Mehr als 15 000 Menschen protestieren in Qirjat Shemonah im Norden Israels gegen den blutigen palästinensischen Terroranschlag vom Vortag. Sie geben dem Libanon, wo die Guerillaorganisation ein Quartier besitzt, Mitschuld an dem Verbrechen und drohen mit einem Vergeltungsschlag.Der kuwaitische Verteidigungs- und Innenminister, Scheich Saad As Sabah unterschreibt mit Regierungsvertretern aus Frankreich einen Kaufvertrag über 16 französische Kampfflugzeuge der Marke »Mirage F1« mit Luft-Luft- und Luft-Boden-Raketen.Das letzte Teilstück der Brenner-Autobahn, eine 32 km lange Strecke zwischen Klausen und Bozen (Südtirol) wird freigegeben. Damit besteht zwischen Skandinavien und Sizilien eine durchgehende Autobahnverbindung.In der Kirche St. Nikolai übergibt der österreichische Maler Oskar Kokoschka der Stadt Hamburg ein Mosaik-Wandbild. Das Bild »Ecce Homines«, die vierte Arbeit Kokoschkas für Hamburg, zeigt eine Kreuzigungsszene.12.4.1975Frankreich nimmt diplomatische Beziehungen zu den Roten Khmer, den kambodschanischen Kommunisten auf, deren Sieg sich im Bürgerkrieg abzeichnet und bricht zugleich die zur Republik Kambodscha ab.Der französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing trifft zu einem dreitägigen offiziellen Besuch in Algerien ein.In Irlands Hauptstadt Dublin kommen die Außenminister der Staaten der Europäischen Gemeinschaft zu zweitägigen »Gesprächen am Kamin« ohne formelle Tagesordnung zusammen. Dabei kommt es u.a. zu einem Meinungsaustausch über die geplante politische Union der Europäer.Auf Lohn- und Gehaltsverbesserungen um 7% für die rund 162 000 Beschäftigten einigen sich die Tarifpartner des Steinkohlebergbaus an der Ruhr.Die französische Sängerin und Tänzerin Josephine Baker stirbt im Alter von 68 Jahren in Paris.12.4.1976Der sowjetische Dissident Andrej A. Amalrik und seine Frau erhalten von den sowjetischen Behörden ein Visum zur Ausreise aus der UdSSR.In Danzig unterzeichnen der Bremer Bürgermeister Hans Koschnik (SPD) und sein polnischer Amtskollege Kazowski einen Vertrag über die Zusammenarbeit zwischen beiden Städten auf dem Gebiet von Wirtschaft, Umweltschutz und Kultur.12.4.1977Im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und dem Sudan kommt es zu militärischen Zwischenfällen, äthiopische Truppen schlagen sudanesische Soldaten zurück, die in den Nachbarstaat eingedrungen sind. Der Sudan unterstützt die Rebellen in der nach Unabhängigkeit strebenden äthiopischen Provinz Eritrea.12.4.1978In London unterzeichnen Vertreter der sudanesischen Regierung und der aus dem Exil operierenden Untergrundorganisation USNLF ein Abkommen, das den seit neun Jahren dauernden Kampf zwischen Regierungstruppen und Guerillas beendet.In der Königlichen Oper der schwedischen Hauptstadt Stockholm wird die Oper »Le Grand Macabre« von György Ligeti uraufgeführt.12.4.1979In Wien endet die 17. Runde der Verhandlungen über einen gegenseitigen ausgewogenen Truppenabzug in Mitteleuropa (MBFR) zwischen NATO und Warschauer Pakt. Wie bereits in den vorangegangenen Verhandlungen der am 31. Januar 1973 eröffneten Konferenz konnten entscheidende Fortschritte nicht erzielt werden. Am 17. Mai beginnt die nächste Verhandlungsrunde.Die Republik Südafrika verweist drei US-Diplomaten wegen angeblicher Spionage des Landes.12.4.1980Der liberianische Ministerpräsident William Tolbert wird durch putschende Militärs gestürzt und getötet. Die Macht übernimmt ein »Volkserlösungsrat« unter Leitung des Hauptfeldwebels Samuel Kanyon Doe.Bundeskanzler Helmut Schmidt vergleicht die augenblickliche weltpolitische Lage mit der Situation vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die beiden Supermächte, so der SPD-Politiker, verfügten über keine hinreichende Kriegsvermeidungsstrategie.Das Nationale Olympische Komitee der USA beschließt auf einer Tagung in Colorado Springs, die Olympischen Spiele in Moskau zu boykottieren.12.4.1981Die US-amerikanische Raumfähre »Columbia« startet von Cape Canaveral aus zu ihrem Jungfernflug. Die erste wiederverwendbare Raumfähre landet nach zwei Tagen im All sicher auf dem Flughafen Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien.Der 18jährige DDR-Gewichtheber Andreas Letz stellt in Meißen einen Zweikampf-Weltrekord im Reißen und Stoßen auf. Mit 277,5 kg steigert Letz die bisherige Bestmarke des Kubaners Daniel Nunez um 2,5 kg.12.4.1982Fast eine halbe Million Menschen beteiligen sich an Ostermärschen im ganzen Bundesgebiet und Berlin (West).12.4.1983Bei den Parlamentswahlen auf Grönland, das autonomes Territorium Dänemarks ist, verliert die linksgerichtete Siumut-Partei von Regierungschef Jonathan Motzfeldt ihre absolute Mehrheit. Siumut und die sozialdemokratische Atassut erringen je 12 der 26 Sitze.Die Hannover-Messe wird eröffnet. Rund 6000 Firmen und Organisationen aus 47 Ländern präsentieren bis zum 20. April den neuesten Stand der technischen Entwicklung. Aus 116 Ländern kommen 650 000 Fachinteressenten. Die 27 Tagungen, Symposien und Kongresse werden von mehr als 4500 Fachleuten besucht.Der Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg wird an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Stuttgart) verkauft.Bei der 55. Preisverleihung der Filmkunstakademie in Hollywood erhält der Film »Gandhi« des britischen Regisseurs Richard Attenborough insgesamt acht Oscars.12.4.1984Die Bundesrepublik und die DDR paraphieren eine Vereinbarung über den grenzüberschreitenden Kaliabbau in Hessen und Thüringen.Die schwedische Regierung verhängt einen allgemeinen Preis- und Mietenstopp sowie Begrenzungen der Gewinnausschüttungen und privaten Kreditaufnahme. Sie hofft, so die inflationäre Entwicklung aufhalten zu können.12.4.1985In Paris endet die zweitägige Jahrestagung der Wirtschafts- und Außenminister der 24 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Die Teilnehmer sprechen sich für eine Fortführung des Kampfes gegen die Inflation und den Abbau der hohen Staatsdefizite aus.Die baskische Untergrundorganisation ETA und die im Libanon tätige Terrororganisation Heiliger Islamischer Krieg beanspruchen beide die Täterschaft bei einem Anschlag auf ein vor allem von US-Soldaten besuchtes Autobahnr


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