Kraft erhöht Preisspanne vor Börsengang
Von Nicola Liebert, New York
Einen Tag vor der Erstnotiz hat die Philip-Morris-Tochter Kraft
Foods die Preisspanne der angebotenen Aktien erhöht. Mit dem
Erlös verfolgt Kraft bestimmte Ziele
Statt zwischen 27 und 30 $ verlangt der Lebensmittelkonzern nun 30 bis 31 $
pro Aktie. Dies verlautete aus gut informierten Marktkreisen, die mit der
Emission vertraut sind. Das Unternehmen wollte erst am Dienstag nach dem
New Yorker Börsenschluss den Ausgabepreis bekannt gegeben. Die Aktie wird
am Mittwoch erstmals an der New York Stock Exchange (Nyse) gehandelt. Bei
einem Kurs von 31 $ ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 54 Mrd. $ für
das Unternehmen.
Kraft wird durch den Börsengang fast 9 Mrd. $ einnehmen. Damit ist das
Initial Public Offering (IPO) das zweitgrößte in der US-Börsengeschichte. Den
Rekord hält die Mobilfunkgesellschaft AT & T Wireless, die sich im
vergangenen Jahr 10,6 Mrd. $ am Aktienmarkt beschafft hat. Den
Emissionserlös hat Kraft bereits verplant. Das Unternehmen will damit die
Schulden in Höhe von 11 Mrd. $ bei der Mutter abbezahlen, die noch von der
Übernahme des Keksherstellers Nabisco stammen. Investoren hatten Druck
auf Philip Morris ausgeübt, das florierende Lebensmittelgeschäft
auszugliedern, weil auf Grund der zahlreichen Tabakklagen der Konzern
insgesamt sein Kurspotenzial nicht voll ausnutzen könne.
Starke Nachfrage
Die Nachfrage nach Kraft-Aktien soll Agenturmeldungen zufolge sieben- oder
achtmal so hoch wie das Angebot sein. Private Anleger dürften jedoch kaum
zum Zuge kommen. 59 Wertpapierfirmen sind zusätzlich zu den 13
Investmentbanken, die zusammen mit den Konsortialführern Credit Suisse
First Boston und Salomon Smith Barney den Börsengang managen, an dem
IPO beteiligt. Sie werden einen Großteil der Aktien unter ihren institutionellen
Kunden aufteilen. "Gerade angesichts der derzeitigen Ausblicke auf die
Entwicklung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen wirkt eine
Lebensmittelfirma höchst attraktiv", sagt Tim Sharman von der
Investmentfirma Royal & Sun Alliance.
Kraft, dessen Produkte wie beispielsweise Philadelphia-Frischkäse oder
Oreo-Kekse in praktisch jedem US-Haushalt zu finden sind, ist nach Nestlé
der zweitgrößte Lebensmittelkonzern der Welt. In den USA können die
Konkurrenten Sara Lee oder General Mills der Philip-Morris-Tochter seit der
Nabisco-Übernahme für 19 Mrd. $ nicht mehr das Wasser reichen. Kraft hat
im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 34,7 Mrd. $ einen Nettogewinn
von 1,4 Mrd. $ erzielt.
Schwache Anleger
Verglichen mit Procter & Gamble, Pepsico oder General Mills war die
ursprüngliche Preisspanne dennoch am unteren Ende der Bewertungsskala
angesetzt. Analysten finden das nicht verwunderlich, denn die Investoren
werden keinerlei Kontrolle über Kraft ausüben können. Die Mutter behält 97
Prozent der Stimmrechte. Philip-Morris-Chef Geoffrey Bible wird
Aufsichtsratschef des börsennotierten Unternehmens.
Die Analysten sind geteilter Ansicht darüber, ob Kraft-Aktien bei einem Preis
von über 30 $ noch ein guter Kauf sind. Timothy Ghriskey von Dreyfus Corp.
zählt Kraft zur Elite der Branche, weswegen er ein Verhältnis von Kurs zu
Gewinnen vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von zwölf bis 14 für
angemessen hält. Diese Einschätzung würde einen Kurs von fast 40 $
rechtfertigen.
Ghriskey begründet seine optimistische Einschätzung mit einem
prognostizierten Gewinnwachstum von 15 Prozent im Jahr, während die
Analysten im Schnitt nur von einem elfprozentigen Zuwachs für die
Lebensmittelbranche insgesamt ausgehen. Doch Merrill-Lynch-Analyst
Leonard Teitelbaum warnt vor voreiligen Schlüssen. Das langfristige
Wachstumspotenzial für Kraft Foods sieht er eher bei 8 Prozent, wenn einmal
die Kosteneinsparungen durch die Nabisco-Übernahme abklingen. Bei einem
Preis über 30 $ könne er sich "nicht mehr wohl fühlen". Merrill Lynch gehört
ebenfalls nicht zum Emissionskonsortium.
Von Nicola Liebert, New York
Einen Tag vor der Erstnotiz hat die Philip-Morris-Tochter Kraft
Foods die Preisspanne der angebotenen Aktien erhöht. Mit dem
Erlös verfolgt Kraft bestimmte Ziele
Statt zwischen 27 und 30 $ verlangt der Lebensmittelkonzern nun 30 bis 31 $
pro Aktie. Dies verlautete aus gut informierten Marktkreisen, die mit der
Emission vertraut sind. Das Unternehmen wollte erst am Dienstag nach dem
New Yorker Börsenschluss den Ausgabepreis bekannt gegeben. Die Aktie wird
am Mittwoch erstmals an der New York Stock Exchange (Nyse) gehandelt. Bei
einem Kurs von 31 $ ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 54 Mrd. $ für
das Unternehmen.
Kraft wird durch den Börsengang fast 9 Mrd. $ einnehmen. Damit ist das
Initial Public Offering (IPO) das zweitgrößte in der US-Börsengeschichte. Den
Rekord hält die Mobilfunkgesellschaft AT & T Wireless, die sich im
vergangenen Jahr 10,6 Mrd. $ am Aktienmarkt beschafft hat. Den
Emissionserlös hat Kraft bereits verplant. Das Unternehmen will damit die
Schulden in Höhe von 11 Mrd. $ bei der Mutter abbezahlen, die noch von der
Übernahme des Keksherstellers Nabisco stammen. Investoren hatten Druck
auf Philip Morris ausgeübt, das florierende Lebensmittelgeschäft
auszugliedern, weil auf Grund der zahlreichen Tabakklagen der Konzern
insgesamt sein Kurspotenzial nicht voll ausnutzen könne.
Starke Nachfrage
Die Nachfrage nach Kraft-Aktien soll Agenturmeldungen zufolge sieben- oder
achtmal so hoch wie das Angebot sein. Private Anleger dürften jedoch kaum
zum Zuge kommen. 59 Wertpapierfirmen sind zusätzlich zu den 13
Investmentbanken, die zusammen mit den Konsortialführern Credit Suisse
First Boston und Salomon Smith Barney den Börsengang managen, an dem
IPO beteiligt. Sie werden einen Großteil der Aktien unter ihren institutionellen
Kunden aufteilen. "Gerade angesichts der derzeitigen Ausblicke auf die
Entwicklung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen wirkt eine
Lebensmittelfirma höchst attraktiv", sagt Tim Sharman von der
Investmentfirma Royal & Sun Alliance.
Kraft, dessen Produkte wie beispielsweise Philadelphia-Frischkäse oder
Oreo-Kekse in praktisch jedem US-Haushalt zu finden sind, ist nach Nestlé
der zweitgrößte Lebensmittelkonzern der Welt. In den USA können die
Konkurrenten Sara Lee oder General Mills der Philip-Morris-Tochter seit der
Nabisco-Übernahme für 19 Mrd. $ nicht mehr das Wasser reichen. Kraft hat
im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 34,7 Mrd. $ einen Nettogewinn
von 1,4 Mrd. $ erzielt.
Schwache Anleger
Verglichen mit Procter & Gamble, Pepsico oder General Mills war die
ursprüngliche Preisspanne dennoch am unteren Ende der Bewertungsskala
angesetzt. Analysten finden das nicht verwunderlich, denn die Investoren
werden keinerlei Kontrolle über Kraft ausüben können. Die Mutter behält 97
Prozent der Stimmrechte. Philip-Morris-Chef Geoffrey Bible wird
Aufsichtsratschef des börsennotierten Unternehmens.
Die Analysten sind geteilter Ansicht darüber, ob Kraft-Aktien bei einem Preis
von über 30 $ noch ein guter Kauf sind. Timothy Ghriskey von Dreyfus Corp.
zählt Kraft zur Elite der Branche, weswegen er ein Verhältnis von Kurs zu
Gewinnen vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von zwölf bis 14 für
angemessen hält. Diese Einschätzung würde einen Kurs von fast 40 $
rechtfertigen.
Ghriskey begründet seine optimistische Einschätzung mit einem
prognostizierten Gewinnwachstum von 15 Prozent im Jahr, während die
Analysten im Schnitt nur von einem elfprozentigen Zuwachs für die
Lebensmittelbranche insgesamt ausgehen. Doch Merrill-Lynch-Analyst
Leonard Teitelbaum warnt vor voreiligen Schlüssen. Das langfristige
Wachstumspotenzial für Kraft Foods sieht er eher bei 8 Prozent, wenn einmal
die Kosteneinsparungen durch die Nabisco-Übernahme abklingen. Bei einem
Preis über 30 $ könne er sich "nicht mehr wohl fühlen". Merrill Lynch gehört
ebenfalls nicht zum Emissionskonsortium.