Kennt Ihr Politiker-Domino?

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Kennt Ihr Politiker-Domino? Happy End
Happy End:

Kennt Ihr Politiker-Domino?

 
02.07.03 17:09
#1
Kennt Ihr Schnippschnapp?

Klar. Und kennt Ihr auch Beamten-Mikado?

Klar: Aber kennt Ihr auch Politiker-Domino? Nicht?

Tjaaa: Wer als Erster umkippt, hat gewonnen.

Also: Der große Preis 2003 geht an den Stoiber Edi, der gestern gleich nach dem Frühstück seinen Widerstand gegen des Kanzlers Steuerreform-Vorzugs-Pläne aufgab.

Angela Merkel wäre fast schwindlig geworden.

Na, und mir erst.

Als gestern nacheinander Merkel und Stoiber plötzlich einknickten, dachte ich im ersten Moment: Steht es etwa so schlecht um Deutschland, dass Schröder jetzt schon der Opposition mit seinem Rücktritt drohen kann?

Und so tauschten der Bundeskasper, Scatman Edi und Miss Griff gestern jede Menge Steuerreform-Erklärungen aus, in denen sie einander Gesprächsbereitschaft versicherten.

Gut, dass wir drüber reden wollen.

Lediglich der hessliche Koch gab der Welt gegenüber zum Besten, er bleibe bei seinem Nein zur Steuersenkung.

Der brutalstmögliche Rufer in der Wüste.  
Kennt Ihr Politiker-Domino? Happy End
Happy End:

Komm doch ran, Dschingis Khan!

 
02.07.03 21:34
#2
Jetzt ist der Finanzhans dran: Er muss heute im Finanzplanungsrat mit seinen Länderkollegen über die Steuerreform reden. Zuvor nahm er im Hamburger Abendblatt Opposition und Länder in die Pflicht: "Ich habe meine Vorschläge gemacht. Jetzt sind die Länder und die Union gefragt."

Soll heißen: "Verscheißern kann ich mich auch alleine."
Kennt Ihr Politiker-Domino? vega2000
vega2000:

Nachdem sein Hausblatt (BILD)

 
02.07.03 22:29
#3
Druck gemacht hat, konnte Edi nicht mehr anders. Den Wendehals hat er sich von der Zonenjule abgeschaut. Deutsche Politiker sind einfach widerlich !
Kennt Ihr Politiker-Domino? big lebowsky
big lebowsky:

SIC!

 
02.07.03 22:33
#4
Aber sind die Beschriebenen Politiker? Ich habe da so meine Zweifel.
Kennt Ihr Politiker-Domino? vega2000
vega2000:

Hinterhältiger Haushalt

 
02.07.03 22:35
#5
der etat und die union

Hans Eichel ist ein schlauer Fuchs. Eigentlich müsste sich der Finanzminister für den Haushaltsentwurf, den er am Mittwoch präsentierte, in Grund und Boden schämen. Er bricht nicht nur sein Wort (keine Neuverschuldung!), sondern, wenn es bei seinen aktuellen Zahlen bliebe, auch noch die Verfassung. Doch statt zurückzutreten, gibt Eichel die Verantwortung für die Rettung der Finanzen weiter an die Opposition. Das ist dreist, aber das Spiel kann aufgehen.

Kommentar
von LUKAS WALLRAFF
Rot-Grün hat einen Trumpf: die öffentliche Meinung. Verursacht wird das unerlaubte Haushaltsloch vor allem durch das Vorziehen der Steuerreform. Genau diese Maßnahme aber wurde von Bild, Wirtschaft und FDP so laut bejubelt, dass die Union sich kaum noch sperren kann. Schon ist nach dem spontanen "Nein" ein lauwarmes "Ja, aber" der beiden Parteichefs Stoiber und Merkel zu vernehmen. Ob CDU und CSU wollen oder nicht: Früher oder später müssen sie die populäre Reform mittragen, wenn sie nicht als Blockadeure dastehen wollen.

Das heißt aber auch: Die Opposition muss bei der Gegenfinanzierung helfen. Nur mit neuen Schulden, das ist klar, wird es nicht gehen. Nicht Rot-Grün ist also unter Zugzwang, sondern die Union. Wir wollen ja gerne für einen verfassungsgemäßen Haushalt sorgen, so Eichels Botschaft gestern, doch das geht nur, wenn die Union im Bundesrat beim Subventionsabbau mitmacht. Und zwar radikal. Wenn nicht, ist Eichels Kalkül einfach: Jede Milliarde, die für einen verfassungsgemäßen Haushalt fehlt, ginge auf das Konto der Unionsführung.

Wer aber ist die Führung der Union? Merkel würde am liebsten auf die Regierung zugehen. Die CDU-Chefin hofft, dass Kooperation angesichts der desolaten Lage mehr honoriert wird als kompromisslose Blockade. Eigene Konzepte hat Merkel nicht, da ist es immer noch besser, man beweist Regierungsfähigkeit durch konstruktive Mitarbeit.

Die Unionsmänner hingegen haben andere Interessen. Stoiber denkt an seine bayrische Landtagswahl im September - da kann er einen schmerzhaften Subventionsabbau nicht brauchen. Roland Koch aus Hessen denkt an die Kanzlerkandidatur 2006 und die Notwendigkeit, klares Profil zu entwickeln. Da stört eine starke Merkel, die sich gegen die Blockierer durchsetzt. Ob Eichels Taktik also aufgeht, wenn er mit seinem Haushaltsgesetz vor den Bundesrat tritt, hängt vor allem davon ab, wer den Machtkampf in der Union gewinnt.

taz
Kennt Ihr Politiker-Domino? hjw2
hjw2:

alle uhus koennenden kopf um

 
02.07.03 22:38
#6
270° drehen unter hundert sind se auch
die oppositionisten
Kennt Ihr Politiker-Domino? Happy End

Union uneins bei Steuerreform

 
#7
BERLIN rtr/taz  Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und ihr CSU-Kollege Edmund Stoiber haben mit ihrem Kurswechsel den Steuerstreit in der Union nicht beilegen können. Führende Politiker der Union kündigten gestern an, sie würden der Linie der Parteichefs, ein Vorziehen der Steuerreform grundsätzlich mitzutragen, nicht folgen. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz (CDU) erklärte, es sei der falsche Weg, Steuersenkungen auf Pump zu finanzieren. Auch die Ministerpräsidenten von Hessen und Sachsen-Anhalt, Roland Koch und Wolfgang Böhmer (beide CDU), lehnen höhere Schulden zur Finanzierung des Steuerschritts ab. Scharfe Kritik kam erneut an der Kommunikationspolitik der CDU/CSU-Führung auf.

inland SEITE 6
taz Nr. 7094 vom 3.7.2003, Seite 1, 27 Zeilen (TAZ-Bericht)


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