Kein Pardon für Pennystocks


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tom68:

Kein Pardon für Pennystocks

 
11.07.01 23:57
Kein Pardon für Pennystocks
Nasdaq streicht Titel mit Kurs unter einem Dollar

Pennystocks sind Aktien, die kaum etwas kosten – ein paar Pennies eben. Eine Ursache für den tiefen Stückpreis kann eine grosse Stückelung der Aktien sein. Sie wird gewählt, um auch Kleinstanlegern eine Chance für den Einstieg und den Kauf einer anständigen Anzahl Titel zu ermöglichen. In letzter Zeit wächst das Lager der Pennystocks jedoch aus einem anderen Grund. Seit an den neuen Märkten in Europa der Wind gekehrt hat und Begeisterung einer nüchternen Beurteilung von Chancen und Qualität eines Unternehmens gewichen ist, fallen immer mehr Titel ausser Rand und Band.
Über 20 der 343 am Neuen Markt Deutschland kotierten Aktien notieren unter einem Euro. «Angesichts des zutiefst erschütterten Vertrauens der Anleger gerät die Deutsche Börse zunehmend unter Druck, diese so genannten Pennystocks aus dem Handel zu nehmen», berichtet die Nachrichtenagentur DPA-AFX.«Was in Frankfurt hinter verschlossenen Türen diskutiert wird, ist an der US-Vorbildbörse Nasdaq seit Jahren Standard». Täglich ermitteln die Computer des Nasdaq-Systems unter den fast 5000 an der US-Technologiebörse kotierten Titeln diejenigen mit einem Kurs von unter einem Dollar. Die Firmenleitung der betreffenden Gesellschaft wird benachrichtigt und hat neunzig Tage Zeit, um ihren Platz im Kurszettel zu verteidigen – nicht durch Manipulation, sondern durch eine Geschäftspolitik, die das Vertrauen der Anleger verbessert.

Wenn es dem Unternehmen gelingt, an zehn Börsentagen in Serie über das vorgegebene Limit zu kommen, ist der Verbleib an der Börse gesichert. Wenn nicht, kann die Gesellschaft den Nasdaq um eine Anhörung bitten. Im günstigen Fall wird ihr eine Fristverländerung eingeräumt, meist aber führt an der Dekotierung kein Weg mehr vorbei. Im Jahr 2000 fielen 240 Titel aus dem Nasdaq-Handel. Diese Zahl dürfte im laufenden Jahr deutlich überschritten werden. Bis Ende Mai kam bereits für 205 Titel das Aus. Nicht alle sind an der 1-$-Hürde gescheitert. Einige gingen Pleite oder wurden ausgeschlossen, weil das Management Bilanzrichtlinien verletzt hatte. HF  


Finanz & Wirtschaft, 11. Juli 2001 www.finanzinfo.ch

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zombi17:

FTD: Börsen-Pläne zu Penny Stocks in der Kritik

 
12.07.01 05:53
FTD: Börsen-Pläne zu Penny Stocks in der Kritik


Hamburg (vwd) - Die Deutsche Börse AG, Frankfurt, muss damit rechnen, dass ihren Plänen, Billig-Aktien vom Kurszettel am Neuen Markt zu streichen, juristische Argumente entgegenstehen. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Donnerstagausgabe meldet, haben in diesem Börsensegment gelistete Unternehmen, deren Papiere unter der kritischen Marke von einem EUR notieren, entsprechende Schritte gegen den geplanten Beschluss angekündigt.




Kritisiert wurde der FTD zufolge, dass die Deutsche Börse die Unternehmen nicht über ihre Pläne informiert habe. Darüber hinaus sei der Zeitpunkt für ein solch rigides Delisting auf Grund der Flaute am Neuen Markt nicht günstig gewählt, hieß es.


vwd/12/11.7.2001/ip

12. Juli 2001, 00:00

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Gadnjef:

Wie wahr, wie wahr!

 
12.07.01 07:40
kotiert = hingeschissen ?!

Der IPO-Qualitaet der letzten Monate durchaus entsprechend.

mfg Gadnjef
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Falcon2001:

@Gadnjef

 
12.07.01 08:04
Gut aufgepasst und auch ach so treffend interpretiert.  
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Dixie:

Schließt den Neuen Markt!

 
12.07.01 08:16
Schließt den Neuen Markt!
 
Von Michael Mross
Die Krise an den Wachstumsmärkten spitzt sich zu. Dieses Jahr hat der Neue Markt bereits über 50 Prozent verloren. Dem einstigen deutschen Aushängeschild der Wachstumsbörsen droht der Fall unter die 1000-Punkte-Marke. Einige 100 Milliarden Mark haben sich in Luft aufgelöst - Geld der Anleger. Welches Unternehmen möchte sich schon gern in einem solchen Ambiente tummeln?

Die Mitgliedschaft im NEMAX verheißt derzeit nichts Gutes für viele Firmen. Gesamtschuldnerisch werden alle Aktien nach unten geprügelt. Neuer Markt unter Beschuss. Rette sich, wer kann. Neben einem Massensterben droht nun die Massenflucht aus dem Neuen Markt.

Wer bleibt?

Ausgerechnet in dieser kritischen Phase, wo unsere Wachstumsbörse unter Auflösungserscheinungen leidet, sollen neue Regeln die "Guten" von den "Bösen" trennen. Ein guter Einfall von der Deutschen Börse AG, böse Konsequenzen für das gesamte Marktsegment! Dann können wir uns demnächst schon mal von 90 Prozent aller Aktien im Nemax verabschieden. Dem Vernehmen nach sollen alle Aktien rausfliegen, die unter einem Euro brachliegen. Was bleibt dann noch übrig? Eine andere Idee fordert, dass Aktien, die zu stark unter den Emissionskurs gefallen sind, ebenfalls vom Rausschmiss bedroht sind. Davon allerdings sind fast alle Aktien betroffen.

Unterdessen sind auch die Ehrenmitglieder des NEMAX in Ungnade gefallenen. Die wenigen "Blue Chips" sind ihrer "Pleite - Nachbarn" nun überdrüssig. Dennoch: Mit gehangen, mit gefangen. Der NEMAX, das Brandmal für alle. Kein Gütesiegel, sondern eine Ansammlung von Unternehmensschrott? Wer möchte in diesem Umfeld schon sein Aktienleben fristen? Deshalb überlegt so mancher "Blue Chip" am Neuen Markt, ob er nicht freiwillig die Segel streichen soll. Lieber ein Dasein im Börsenniemandsland fristen, lieber im Freiverkehr oder gar im Telefonhandel existieren als am Neuen Markt. Der Neue Markt ist verdächtig. Verdächtig für Betrug, verdächtig für nicht eingehaltene Versprechen, verdächtig für Pleiten. Wer will in diesem Umfeld länger leben?

Die Liste derjenigen, die freiwillig gehen wollen, wird von Tag zu Tag länger. Mobilcom, Singulus, Primacom und einige mehr bilden die Vorhut. Weitere Unternehmen werden folgen.

Neuanfang!

Wie wird es also weiter gehen am Neuen Markt? Bevor dort eine Ansammlung der "üblichen Verdächtigen" destilliert wird, sollte man den Neuen Markt lieber schließen. Ich fordere einen Neuanfang für den Neuen Markt. Ein Neuer Markt mit neuem Namen und neuen Regeln. Der Begriff "Neuer Markt" ist sowieso eine Fehlbezeichnung! Soll dieses Segment denn in zehn Jahren immer noch "Neuer Markt" heißen? Das wäre zwar lustig, aber mit der Zeit auch langweilig.

Die Erfahrung der letzten Jahre sollten ausreichen für einen Neuanfang, der alte Fehler vermeidet. Vielleicht klappt's ja beim nächsten Mal besser.

Michael Mross ist Börsenexperte und Buchautor: "Die Börse!" (Econ). Im Internet unter www.mross.de - Seine Hotline: 0190 / 78 78 78 (2,42 DM/Min.)


11.07. - 20:04 Uhr
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