Jahrhundertboom läßt auf sich warten

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Jahrhundertboom läßt auf sich warten bammie
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Jahrhundertboom läßt auf sich warten

 
26.07.05 10:08
#1
Investments in landwirtschaftliche Rohstoffe können Erwartungen bisher nicht erfüllen

von Daniel Eckert

Berlin - Mit Schweinebäuchen & Co. ist nicht zu spaßen. Das weiß jeder, der den Film "Die Glücksritter" gesehen hat. Dort treibt eine Spekulation mit Agrarrohstoffen zwei altehrwürdige Börsianer in den Ruin. Vielleicht ist die Furcht vor starken Wertschwankungen auch einer der Gründe, warum deutsche Investoren lange Zeit einen Bogen um die Geldanlage in Orangensaft, Weizen, Mais und Kakao gemacht haben. Doch in jüngster Zeit scheint die Scheu überwunden: Hiesige Anleger folgen zunehmend dem Lockruf landwirtschaftlichen Rohstoffe (auch "Soft Commodities" genannt).

Das liegt zum Teil daran, daß die Zertifikate-Fabriken eine ganze Menge Produkte auf einzelne Rohstoffe oder Körbe auf den Markt gebracht haben und dafür ordentlich die Werbetrommel rühren: Der Hauptgrund ist jedoch, daß Investmentgurus wie Jim Rogers die Agrargüter zu den Nachzüglern der Rohstoffrallye erklärt haben und ihnen eine goldene Zukunft vorhersagen.

An guten fundamentalen Argumenten für ein Investment in agrarische Erzeugnisse mangelt es nicht. Da ist zum einen der Umstand, daß bei vielen Erzeugnissen zuletzt eine relative Knappheit zu beachten war. "Bei Mais und Weizen befinden sich die Lagerbestände auf dem tiefsten Stand seit Jahren", sagt Michael Lewis, Stratege bei der Deutschen Bank. Während der Verbrauch durch das weltweite Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum kontinuierlich steigt, sind die Ernten, bedingt durch Wetterkapriolen, in der jüngsten Vergangenheit häufig unterdurchschnittlich ausgefallen. Auch dieses Jahr sieht es keineswegs besser aus. So befürchten Agrarexperten wegen der bereits vier Monate andauernden Trockenheit im Mittleren Westen der USA wiederum markante Ausfälle.

Doch die eigentliche Story hat (ebenso wie bei Industriemetallen und Energieträgern) mit dem Aufstieg Chinas zur Wirtschaftsgroßmacht zu tun: Mit steigendem Einkommen, so die Überlegung, werden nicht nur die Konsum-, sondern auch die Ernährungsgewohnheiten der Asiaten immer westlicher, so daß dort neben Reis auch Weizen, Fleisch (für Hamburger), Kaffee, Kakao (Schokolade) und Zucker (Softdrinks) gefragt sind. Gleichzeitig geht die landwirtschaftliche Nutzfläche im Reich der Mitte - und nicht nur dort - zurück. "Ein immer größerer Teil der Anbaugebiete muß Industrie- und Wohngebieten Platz machen. In den letzten zehn Jahren ist Chinas Weizenproduktion dadurch um 25 Prozent gesunken", weiß HVB-Analyst Jochen Hitzfeld. Schon dreimal habe der weltgrößte Produzent Weizen im großen Stil importieren müssen.

Doch Anleger, die auf einen Megaboom bei den Agrarrohstoffen hofften, wurden bisher enttäuscht. Denn anders als bei Kupfer oder Öl ist der nachhaltige Preisaufschwung ausgeblieben. Das hat damit zu tun, daß die Ernten bei Kaffee, Weizen oder Orangen eben nicht nur überraschend schlecht, sondern auch überraschend gut ausfallen können, was dann kurzfristig fallende Notierungen zur Folge hat. "Die Preisentwicklung bei agrarischen Rohstoffen ist ungleich schwerer vorherzusagen als bei Erdöl oder Metallen", sagt Lewis, der der Idee einer Jahrhundertrallye bei Rohstoffen skeptisch gegenübersteht. Außerdem lassen sich schneller neue Weizen- und Maisfelder anlegen als Kupfer- oder Eisenminen erschließen.

Konkrete Investments in einzelne Soft Commodities brachten 2005 gemischte Resultate. So hätten Anleger mit einem Open-end-Zertifikat auf Sojabohnen (WKN: ABN2B0) von Commodity-Marktführer ABN Amro in den vergangenen sechs Monaten zwar 32 Prozent Gewinn machen können, mit einem entsprechenden Produkt auf Kaffee (ABN0CD) aber rund sieben Prozent ihres Einsatzes verloren, Transaktionskosten nicht eingerechnet. Zucker (ABN0CE) hätte es auf Halbjahressicht auf ein Plus von rund zehn Prozent gebracht, Baumwolle (ABN3KT) dagegen auf nur drei Prozent. Der Soft-Commodity-Korb von ABN Amro war ebenfalls nicht der große Renditebringer. Seit Emission Ende März (ABN03N) hat das Basket-Zertifikat nur rund zwei Prozent Kursgewinn erzielt.

Artikel erschienen am Di, 26. Juli 2005
Jahrhundertboom läßt auf sich warten brokeboy

hype!

 
#2
kurz gesagt: Anlagen in Rohstoffe (auch Öl) werden überschätzt. Dito Agrarprodukte
(einge Ausnahmen sind dabei Qualitätsprodukte, wie Kaffee oder Ökofleisch und Gold)
Seit dem öko-religiösen Machwerk "Grenzen des Wachstums" wird immer wieder eine
Verknappung skizziert, die sich aber immer nur kurzzeitig bewahrheitet
und im Regelfall diejenigen, die auf den fahrenden Zug aufspringen binnen kurzen
"entreichert". Eine der wenigen wirklich knappen Ressourcen, ist derzeit z.B. Muskatnuss,
da die knapp 70% der Weltproduktion auf Grenada vom Hurricane fortgewirbelt wurden
und die Nachwachszeiten sehr lange sind - nur für Freunde von Warentermingeschäften.

Rohstoffe: bearish!

Gruss BB


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