Jaduland!

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Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Jaduland!

5
22.10.06 00:42
#1
Auf den Spuren der Deutschen als Ausländer....

www.jaduland.de/kolonien/

Jaduland! Highway Star
Highway Star:

Jeeppppppp

 
22.10.06 01:05
#2

Willkommen zu Hause Mr.Roschi

...be happy and smile

Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Starkes Pic Jimmy!

 
22.10.06 21:56
#3
Predator in Namibia, oder?
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Höchster Berg Deutschlands, der Mount Wilhelm

 
22.10.06 22:28
#4
Der Mount Wilhelm (dt.: Wilhelmsberg) ist mit einer Höhe von 4.509 Metern der höchste Berg Papua-Neuguineas. Er ist Teil des Bismarckgebirges.

Die Provinzen Simbu, Western Highlands und Madang grenzen hier aneinander.

Der Berg ist einer der höchsten der Insel Neuguinea.

Der Mount Wilhelm erhielt seinen Namen 1888, als der deutsche Journalist und Forschungsreisende Hugo Zöller das Finisterre-Gebirge südöstlich von Madang bestieg und die vier höchsten Berge des Bismarckgebirges nach Kaiser Wilhelm II. und seinen vier Kindern Ottoberg, Herbertberg, Mariaberg und Wilhelmsberg benannte.

Im August 1938 waren L. G. Vial, ein Regierungsbeamter, und zwei Einwohner Papua-Neuguineas die ersten beurkundeten Besteiger des Bergs.

Während des Zweiten Weltkriegs stürzte am 22. Mai 1944 ein US-amerikanisches Flugzeug vom Typ F-7A am Berg ab.

Bergsteigen
Der Mount Wilhelm ist der am schwierigsten zu besteigende Berg in Papua-Neuguinea. Beim Versuch, den Berg zu besteigen, starben viele Menschen. Zwei Wege führen zur Spitze. Der beliebteste ist der relativ einfache Weg vom Dorf Keglsugl an der Straße von Kundiawa in der Provinz Simbu. Ein zweiter, schwierigerer Weg beginnt im Dorf Ambullua in der Western Highlands Province. Die beste Jahreszeit für eine Besteigung des Mount Wilhelm ist von Mai bis November.


Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

1883 war es trocken und heiss in Deutschland!

 
22.10.06 22:47
#5
Am Atlantik, umgeben von Wüste und dem Diamantensperrgbiet liegt auf nackten Fels gebaut die Stadt Lüderitz. Benannt ist sie nach dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz (1834 - 1886), der hier 1883 einen Handelsposten errichtete. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Küstenstreifen seit dem 18. Jahrhundert nur von Wal- und Robbenfängern, sowie Guanosammlern genutzt, die den Naturhafen als Stützpunkt gebrauchten.

Der Portugise Bartolomeu Diaz, der im Auftrag seines Königs das Kap der Guten Hoffnung umsegeln sollte, landete am Weihnachtstag des Jahres 1487 als erster Europäer in der geschützten Bucht von Angra Pequena. Nach alter portugisischer Sitte errichtete er am 25. Juli 1488 an seinem Landeplatz ein Steinkreuz (Padrão) mit Wappen und Inschrift.

Am 1. Mai 1883 hatte Heinrich Vogelsang, ein Mitarbeiter von Lüderitz, in dessen Namen den Hafen Angra Pequena und das angrenzende Hinterland von 5 Meilen von Nama-Kapitän Joseph Fredericks aus Bethanien gekauft. Der Kaufpreis betrug 100 £ (oder umgerechnet 10 000 Reichsmark) und 200 Gewehre. Aufgrund der Kaufverhandlung und des Kaufpreises nahm Fredericks an, daß eine Meile 1,6 km umfasse. Lüderitz und sein Unterhändler legten allerdings deutsche Meilen à 7,4 km zugrunde, worüber sie Fredericks jedoch bewußt im Unklaren gelassen hatten...

Was Lüderitz bewogen haben mag, den in den Augen der Einheimischen wertlosen Küstenstreifen zu kaufen, der zudem aus Kapstadt mit Trinkwasser versorgt werden mußte, ist nicht einfach zu erklären. Für ihn stand die Errichtung einer Handelsstation im Vordergrund. So vermutete er im Hinterland Bodenschätze, denn in später mit den Nama abgeschlossenen Verträgen war von Bergbaukonzessionen die Rede. Ob Lüderitz die Absicht hatte eine deutsche Kolonie zu gründen, wie ihm manchmal nachgesagt wurde, ist allerdings fraglich. Entsprechende von ihm vor 1883 gemachte Äußerungen sind jedoch überliefert.

Im weiteren Verlauf des Jahres erweiterte der Kaiserliche Kommisar und Afrikaforscher Gustav Nachtigal die Lüderitz'schen Kaufverträge zu Schutz- und Freundschaftsverträgen. Die Briten, denen die deutschen Aktivitäten im süden Afrikas zu weit gingen reagierten mit der Blockade des Hafens durch ein Kriegsschiff. Auf drängen von Lüderitz wurden seine Gebiete im April 1884 offiziell unter den Schutz des Reiches gestellt - die erste deutsche Kolonie in Afrika war gegründet.

Noch heute sind die bedeutendsten Bauwerke der Stadt der deutschen Kolonialzeit zuzuordnen. Zu ihnen zählen u.a.:


die am 4. August 1912 eingeweihte, im neugotischen Stil erbaute, lutherisch-evangelische Felsenkirche,
das Goerke-Haus (1909 - Magistratsgebäude),
das Woermann-Haus (1906) - Sitz der gleichnamigen Hamburger Rederei,
das alte Postamt (1908), welches heute das Naturschutzbüro beherbergt,
der alte Bahnhof (1914),
das "Kapps-Hotel",
die "Reichsapotheke" und
die Turnhalle (1912).


Jaduland! 63233
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Deutsche Mädels trugen im Dezember 1899

 
22.10.06 23:11
#6
Baströckchen und bräunten sich auf Samoa!

Der Konflikt um Samoa ereignete sich um 1899 zwischen den Großmächten Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Samoa war ein wichtiger Stützpunkt auf dem Seeweg nach China und wurde von allen dreien beansprucht.
Um 1830 lässt sich der Engländer John Williams von der Londoner Missionsgesellschaft auf den Samoa-Inseln nieder und bekehrt die gesamte Bevölkerung zum Christentum.

Zwischen 1839 und 1861 werden im Königreich Samoa amerikanische, britische und deutsche Konsulate eröffnet. Im Handel mit Samoa lag zunächst das hamburgische Haus Godeffroy vorne. Allerdings versuchten alle drei Großmächte (Three Powers) die höchste Machtposition auf der Insel zu erlangen.

Die ersten deutschen Kokosplantagen gab es auf der süßwasserreichen und fruchtbaren Pazifik-Insel ab 1865. Für ihren Anbau importierten die Großmächte chinesische und melanesische Arbeitskräfte.

1878/79 hatten die USA, Deutschland und Großbritannien Handelsverträge mit dem Königreich geschlossen und versuchten wenige Jahre später um ihrem bevorzugten Kandidaten Malietoa Talavou zur Krone zu verhelfen. Verschiedene Stammeshäuptlinge kämpften seit Jahrezehnten um die Herrschaft über das Archipel. Währenddessen erhielten die USA den Hafen Pago Pago auf Tutuila (Ost-Samoa) und das Deutsche Reich einen Hafen bei Apia auf Upolu (West-Samoa).

1884 besetzen deutsche Marinesoldaten Apia und es kommt zu einem Vertrag zwischen Deutschland und König Malietoa, indem es zu einem größeren deutschen Einfluss auf Samoa kommen soll. Ein Jahr später kommt es zu einem Konflikt mit England, als Deutsche ihre Flagge auf dem Munizipalgebiet vor Apia hissen.


Samoa-Akte [Bearbeiten]

Nachdem ein Hurrikan 1889 die Kriegsschiffe von Großbritannien, Deutschland und den USA vor den Samoa-Inseln zerstörte, wurden die langjährigen Machtkämpfe durch die Samoa-Akte von Berlin beigelegt. Es entsteht ein formal unabhängiges Königreich unter einer gemeinsamen Verwaltung der Three Powers.

1887-1889 und 1893/94 kam es erneut zu bürgerkriegsähnlichen Konflikten.


Aufteilung

"Übersicht Der Deutschen Besitzungen im Stillen Ozean"Mit dem Tod des Königs Malietoa Laupepa (des ersten und einzigen Königs) im Jahre 1898 flammte der Konflikt um Samoa neu auf. Wieder gab es mehr als zwei Thronanwärter und es kam wieder zum Kampf und zur Konfrontation der drei "Schutzmächte". Die anglo-amerikanischen Mächte unterstützten als Gegner der Deutschen den Sohn des kürzlich Verstorbenen. Die Deutschen holten dessen Rivalen aus dem Exil von den Marschall-Inseln und setzten ihn als „ihren“ König Mataafa in Samoa ein. Britische und amerikanische Schiffe beschossen im März 1899 die Hauptstadt Apia, da sich abzeichnete, dass Mataafa sich als Nachfolger durchsetzen würde.

1899 einigte man sich schließlich auf die Abschaffung der Monarchie und der Zweiteilung der Inselgruppe zwischen Deutschland und Amerika. Großbritannien verzichtete im Samoa-Vertrag auf alle Rechte auf Samoa, wurde aber durch andere pazifische Inseln, wie Tonga oder Teile der Salomonen, entschädigt.

Im Jahr 1900 wurden die Inseln östlich des 171. Grad amerikanisch (künftig Amerikanisch Samoa). West-Samoa (hauptsächlich die Inseln Sawaii und Upolu) wurde zum deutschen Schutzgebiet "Samoa" (künftig West-Samoa).

Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Reichskommissar Gustav Nachtigal

 
23.10.06 21:22
#7
erwarb ein Jahr vor seinem Tod, dem 20. April 1885 die Kolonie Togo.


Bezeichnung im 19. Jahrhundert: Togoküste ca. 50 km breit mit Hinterland, bis 1905 "Togoland". Togo war ursprünglich der Name eines Dorfes jenseits der Küstenlagune hinter Porto Seguro, mit dessen Oberhaupt Dr. Nachtigal den ersten Schutzvertrag abgeschlossen hatte.
Heutiger Landesname:    Republik Togo
Jahr der Besitzergreifung:  1884 durch Reichskommissar Gustav Nachtigal
Gesamtbevölkerung: Zirka 1 000 000 Einheimische
1900: 110 Europäer davon 102 Deutsche
1912: 368 Europäer davon 320 Deutsche
Bewohner: Die Bewohner Südtogos gehören dem Ewestamme an und sind Fetischverehrer (Naturreligionen).
Die Bewohner Nordtogos gehören dem Haussastamme an und sind Mohammedaner.
Fläche:  Die Größe des Schutzgebietes wird nach dem deutsch-französischen Abkommen vom 23. Juli 1897 auf 87 200 qkm (Togo ist etwa so groß wie das Königreich Bayern mit dem halben Königreich Württemberg).
Währung:  Reichsmark und Pfennig
Eisenbahnkilometer 1914: 327 km
Hauptwaren, Handel und Verkehr: Ausfuhr: Palmöl, Palmkerne, Gummi, Elfenbein, Kaffee, Kopra, Kokosnüsse (in den Missjahren 1896 und 1897: 1 309 753 bzw. 771 025 Mark).
Einfuhr: Baumwollwaren, Spirituosen, Holz und Holzwaren, Tabak, Zigarren, Materialwaren (1896: 1 651 417, 1897: 1 975 941 Mark).
Verbindung mit Europa besteht dreimal monatlich durch Hamburger und Liverpooler Dampfer.
Schiffsverkehr 1896/97: 270 Schiffe mit 390 724 Registertonnen.

Bewässerung und Bodengestalt: An der 50 km langen Küste herrscht starke Brandung, daher sind Landungen mit Schwierigkeiten verbunden. Die Mündung des in seinem Unterlauf schiffbaren Voltaflusses befindet sich im englische Gebiet. Südlich vom 7. Breitengrade bildet der Talweg des Mono die Grenze zwischen dem Schutzgebiet und der französischen Dahomey-Kolonie. Der in seinem ganzen Lauf im deutschen Gebiet befindliche, sich in den Atlantischen Ozean ergießende Haho-Fluss ist für leichte Fahrzeuge (Kanus) schiffbar; er führt das ganze Jahr hindurch Wasser.
Im Innern des Togogebietes befindet sich ein stark gegliedertes und reich bewaldetes Gebirge; einige der Gipfel sind über 900 m hoch.
Klima: Im Küstenlande herrscht eine mittlere Jahrestemperatur etwa 26° C, im Innern 23° C. Stärkster Seewind während der beiden Regenzeiten Ende April bis Mitte August und Mitte Oktober bis Ende November. Während des Dezember und der ersten Hälfte des Januar weht der Hamatan (heißer, trockner Landwind).
Ortschaften: Sitz des Gouverneurs: Lome (1900 ca. 4000 Einwohner),
an der Küste: Klein-Popo (6600 Einwohner), Porto Seguro, Bagida, Sebbe,
im Innern: Adjido, Togo, Amedjovhe, Ho, Paratau, Gambaga.
Bezirksämter: Lome und Klein-Popo.
Stationen: Misahöhe, Kpando, Kete Kratshi, Ssanssanne Mangu, Bassari, Atakpame und Paratau.
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Tsingtau

 
23.10.06 22:54
#8
Die Gouverneure des Pachtgebietes Kiautschou (Reichsmarineamt)

Amtszeit Name Lebensdaten
07.03.1898 - 19.02.1899 Kurt Rosendahl, Kapitän zur See  ?
19.02.1899 - 27.01.1901 Otto Ferdinand Paul Jäschke, Kapitän zur See  1851 - 1901
27.01.1901 - 08.06.1901 Max Rollmann, Kapitän zur See (provisorisch) ?
08.06.1901 - 19.08.1911 Oskar von Truppel, Kapitän zur See  1854 - 1931
19.08.1911 - 07.11.1914 Alfred Meyer-Waldeck, Kapitän zur See  1864 - 1928

1860
Expedition der preußischen Kriegsschiffe "Arcona", "Thetis" und "Frauenlob" nach China."Frauenlob" geht am 02.09.1860 im Taifun vor Yokohama verloren.

1861
Handelsvertrag zwischen China und Preußen.

1868 - 187l
Freiherr von Richthofen unternimmt sieben große Reisen nach China und weist auf die künftige Rolle Kiautschous als Flottenstützpunkt hin. Auf diese Landeskenntnis beruft sich Admiral von Tirpitz, als er einen solchen Stützpunkt in Asien sucht.

1886
Die Reichspost eröffnet Poststellen in China.

23. Juli 1896
Das deutsche Kriegsschiff S.M.S. Iltis fällt einem Taifun zum Opfer, auch der Kommandant, Kapitänleutnant Braun, ertrinkt. Er war von Admiral von Tirpitz beauftragt worden, die Bucht von Kiautschou auf ihre Eignung zum Flottenstützpunkt zu untersuchen.

01. November 1897

Nachdem die deutschen katholischen Missionare Nies und Henle in China ermordet wurden, gibt Kaiser Wilhelm II. den Befehl zur sofortigen Besetzung der Kiautschou-Bucht. Das ostasiatische Geschwader, bestehend aus S.M.S. Kaiser, S.M.S. Prinzess Wilhelm und S.M.S. Cormoran (später noch S.M.S. Irene und S.M.S. Arcona [2]) begeben sich unter Befehl des Konteradmirals Otto von Diederichs (1843 - 1918) nach Kiautschou um die dortige Bucht nebst Befestigungen zu besetzten. Diese Aktion war keinesfalls eine spontane Reaktion auf die Ermordung der Deutschen, sondern nur der offizielle Vorwand eines über Jahre sorgfältig vorbereiteten Unternehmens.

1898
In Tsingtau eröffnet eine deutsche Postagentur.

06. März 1898
Abschluss eines Pachtvertrages Deutschlands mit der chinesischen Regierung auf 99 Jahre über ein an der Kiautschoubucht gelegenes Gebiet. Der deutsche Handel mit China beläuft sich 1897 bereits auf 80 Millionen Mark, während im gleichen Jahr der Gesamthandel mit den deutschen Schutzgebieten erst 35 Millionen Mark ausmacht.

27. April 1898
Das vertraglich bestimmte Pachtgebiet von Kiautschou wird offiziell unter deutschen "Schutz" genommen. Die Deutschen errichten eine Musterkolonie. Das kleine Fischerdorf TsingTau entwickelt sich schnell zu einer modernen Stadt. Dank einer modernen Trinkwasseranlage und Abwasserversorgung  zählt Tsingtau zu den gesündesten Städten und entwickelt sich zu einer blühenden Stadt, die Bevölkerung wächst von 83 000 auf zirka 200 000 Menschen im Jahr 1914 an.

1. Juni 1899
In Tsingtau wird ein Stadtfernsprechdienst eröffnet.

Dezember 1900
Das Pachtgebiete Kiautschou erhält Anschluss an das Welttelegrafennetz durch die deutschen Kabel Schanghai-Tsingtau und Tschifu-Tsingtau.

1900/01
Der Boxeraufstand in China wird von einem internationalen Expeditionskorps, hauptsächlich bestehend aus Russen und Japanern, blutig niedergeschlagen. Später wird  Generalfeldmarschalls Graf von Waldersee Oberbefehlshaber der internationalen Streitkräfte.

Februar 1901
Im Pachtgebiet Kiautschou werden die deutschen Kolonialmarken 1901 (mit Schiff) eingeführt, nachdem bis dahin die deutschen Inlandswert-Zeichen mit Aufdruck "China" benutzt worden sind.

8. April 1901
Die erste Teilstrecke der Shantungeisenbahn Tsingtau-Kiautschou wird eröffnet.

1904
Eröffnung der Mole 1 des neuen Überseehafens für Ozeandampfer.

17. Juni 1907
Die Deutsch-Asiatische Bank in Tsingtau gibt eigene Banknoten aus.

200 Dollar Banknote von 1913 der Deutsch-Asiatischen Bank

25. Oktober 1909
Die deutsch-chinesische Hochschule in Tsingtau wird eröffnet.

1913
Eine Monatsschrift, der "West-östliche Bote", in deutscher Sprache mit chinesischen Anmerkungen, erscheint erstmals.

15. August 1914

27. August 1914
Blockade des Pachtgebietes durch englische und japanische Kriegsschiffe.

2. September 1914
1. Landungswelle von 2000 Engländern und 2300 Japaner. Deutsche Hilfskreuzer und der österreichische Kreuzer Kaiserin Elisabeth greifen in die Kämpfe ein.

26./27.September 1914
Rollende Sturmangriffe der japanischen und englischen Truppen. Sie erleiden schwere Verluste, der Eroberungsversuch der Festung wird vereitelt.

Japanisches Ultimatum zur bedingungslosen Übergabe Tsingtaus wird von der deutschen Regierung unbeantwortet gelassen.

5. September 1914
Weit überlegene japanische Truppenverbände greifen völkerrechtswidrig vom neutralen chinesischen Gebiet aus an. Die Japaner landen in Kiautschou und beginnen mit der Beschießung Tsingtaus.

15. August 1914
24 Stunden Ultimatum der Japaner zur bedingungslosen Übergabe (ca. 4800 Deutsche stehen ca. 65.000 Japanern gegenüber). Das Ultimatum bleibt unbeantwortet. Kapitän zur See Meyer-Waldeck telegrafiert am 23.08.1914 an Kaiser Wilhelm II.: "Einstehe für Pflichterfüllung bis zum äußersten".

28.September 1914
Völlige Einschließung der Kolonie auch von Land her.

Anfang Oktober 1914
Die deutsche Besatzung verteidigt sich mit aller Entschlossenheit. Oberleutnant zur See Plüschow "der Flieger von Tsingtau" mit seinem Flugzeug (Typ Taube) unternimmt er immer wieder Angriffe auf japanische Schiffe.

17.Oktober 1914
Das deutsche Torpedoboot "S90" unter dem Kommando von Kapitänleutnant Brunner

durchbricht die Blockade und versenkt den japanischen Kreuzer "Takatschio".

29.Oktober 1914
Das Gebiet wird 9 Tage und Nächte von Land und See aus beschossen. S.M.S. Iltis wird von der eigenen Mannschaft versenkt.

31.Oktober 1914
Zum Geburtstag des japanischen Kaisers unternehmen die Japaner einen vergeblichen Generalsturm.

07. November 1914
Den deutschen und österreichischen Truppen geht die Munition aus, damit endet die Verteidigung Tsingtaus. Die deutschen Kriegsschiffe sowie der österreichisch-ungarische Kleine Kreuzer Kaiserin Elisabeth werden von der eigenen Besatzung versenkt. Die Festung kapituliert unter ehrenvollen Bedingungen. Die Besatzung wird in eine 5 Jährige Kriegsgefangenschaft nach Japan abtransportiert. Der deutsche Pilot Gunther Plüschow, "Der Flieger von Tsingtau", erhält vorher den Befehl die Stadt mit wichtigen Dokumenten zu verlassen. Er erreicht nach abenteuerlichem Fluge die Heimat.

Die Helden von Tsingtau im japanischen Gefangenenlager (zeitgenössische Postkarte)

Mitsuomi Kamio (1856 - 1925) übernimmt als japanischer Militärgouverneur von 1914 bis 1919 das Pachtgebiet Kiautschou.

März 1917
Abschluss eines englisch-japanischen Geheimvertrages über die Abtretung Kiautschous sowie der sonstigen Rechte und Privilegien Deutschlands in Schantung an Japan.

1919
Der  Versailler Vertrag bestimmt in seinen Artikeln 156 bis 158, dass das Deutsche Reich alle seine Rechte am Kiautschou-Gebiet, ebenso Eisenbahnen, Bergwerke und Unterseekabel entschädigungslos an Japan abtreten muss.

Alfred Meyer-Waldeck blieb bis 1920 in japanischer Kriegsgefangenschaft. Er wurde danach rückwirkend zum Vizeadmiral befördert.

1922
Kiautschou, im 1. Weltkrieg von den Japanern besetzt, wird an China zurückgegeben.





Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Wen?

 
23.10.06 23:00
#9
Jaduland! 2865847

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
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Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Nicht wen, sondern die!

 
23.10.06 23:04
#10
Die Postkarte!
Jaduland! 63406
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Eigentlich wollte ich fragen wen das interessiert.

 
23.10.06 23:07
#11
Der Größenwahn eines debilen Kaisers, der im Wald beim Holz hacken wesentlich besser aufgehoben war.

Jaduland! 2865854

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Broemme, du kannst nicht ärgern,

 
23.10.06 23:08
#12
du kannst nur dumm provozieren!
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Wieso?

 
23.10.06 23:14
#13
Für wen postest du den ganzen Kram? Soll man den schwachsinnigen Kolonialmachtbestrebungen nachtrauern?
Irgendwie verstehe ich nicht, was das soll.

Jaduland! 2865864

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Falls dir dieser Thread nicht gefällt,

 
23.10.06 23:16
#14
benote ihn mit schwarz und zieh über den nächsten her!
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Ne Antwort würde mir schon reichen.

 
23.10.06 23:20
#15
Jaduland! 2865876

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Die Antwort ist,

 
23.10.06 23:39
#16
wusstest du z.B. als Dr. Allwissend, dass Samoa schon eimal deutsches Hoheitsgebiet war?
Wenn ja, hab ich die Birne mit dem Haarbüschel ein wenig unterschätzt.
Wenn nein, kann jeder unbedarfte Dr. in der deutschen Geschichte etwas dazu lernen.

Mr. Roschi wünscht allen arivanern eine Gute Nacht!  
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Und?

 
23.10.06 23:43
#17
Eigentlich bin ich nur froh, dass zumindest bei dem dunklen Kapitel der Kolonialisierung Deutschland nur eine relativ unbedeutende Rolle gespielt hat.

Jaduland! 2865897

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Kamerun

 
23.10.06 23:56
#18
Kamerun 1884-1916
11.7.1884 Nach Unterzeichnung des ersten Schutzvertrages in Bimbia (Südwestkamerun), wird dort die deutsche Fahne gehisst.
14.7.1884 Unterzeichnung weiterer Schutzverträge in Duala. Durch Dr. Gustav Nachtigal und Max Buchner hatte Deutschland nun eine neue Kolonie, ein Land, das bis dahin vielleicht gerade einmal einhundert Deutsche betreten hatten. Die Küstenlandschaften waren zwar bekannt aber schon einige Meilen von der Küste entfernt begann ein völlig unbekanntes, noch von keinem Europäer betretenes Gebiet.

ab 1887 Planung/Gründung von Jaunde (heute Yaounde) als Verwaltungszentrum (heute Landeshauptstadt).
1891 Gründung von Missionen in Marienberg am Sanaga, Kribi, Batanga und Edea.
1891 Blutiger Erstürmungsversuch des Bakwiridorfes Buea am Kamerunberg. Die geschlagenen Reste der Expeditionstruppe kehren an die Küste zurück.
1891 Aufstellen einer Polizeitruppe.
1894 Die Bakwiri unterwerfen sich nach einem blutigen Angriff der deutschen "Schutztruppe". Buea, die spätere Hauptstadt der Kolonie, wird zum Zentrum der deutschen Siedler in Kamerun.
1894 Bau der Missionskirche am Engelberg (nahe Viktoria und Buea am Kamerunberg, noch heute erhalten).
1897 Gründung der großen Kakaopflanzung "Viktoria" am Kamerunberg mit 2,5 Mio Reichsmark.
um 1900 Woermann ist die größte Reederei der Welt, Hamburg ist der wichtigste europäische Hafen und Hauptanlaufpunkt für Waren aus Kamerun.
1901 Buea wird Hauptsitz der Kolonialregierung.
1901 Die deutsche Herrschaft erstreckt sich schon bis über Ngaundere und Garua.
1902 Eine neue Eisenbahn führt von Viktoria nach Soppo bei Buea.
1909 Die Manangubaeisenbahn führt ins Landesinnere.

1911 Durch die Marokkokrise im November wird das Land um Neukamerun erweitert (bis an den Kongo).
1912 Die Afrikanische Frucht Compagnie (AFC) betreibt große Bananenplantagen bei Tiko, die noch heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind.
1912 Das Personal der Polizeitruppe besteht aus 27 Deutschen und 1155 Schwarzen.
1913 Ein Strassenbauprogramm läßt zahlreiche (zum Großteil noch heute etablierte) Pisten und Brücken entstehen.
1913 Die Bananenernte der AFC beträgt 12000 Büschel (vgl. 1937).
1914 Die Eisenbahn ist von Duala bis Eseka fertiggestellt.

5.8.1914 Kriegsbeginn in Kamerun. Noch 1914 werden Duala, Viktoria und Buea von Engländern und Franzosen besetzt. Alle Deutschen, Schweizer (auch Missionare u. Zivilbevölkerung) und sogar ansässige Amerikaner werden gefangen genommen und in ein Lager nach Französisch-Dahomey gebracht.
1916 Die deutsche Schutztruppe, bestehend aus ca. 900 Weißen und 14000 schwarzen Soldaten, zieht sich in das benachbarte neutrale spanische Rio-Muni (heute Äquatorialguinea) zurück, wo sie am 14.2.1916 entwaffnet und unter spanischen Schutz gestellt wird. Der Truppe folgen aus Angst vor den neuen Besatzern und/oder Verbundenheit mit den Soldaten ca. 40000 Einheimische. Der erste Weltkrieg ist in Kamerun zu Ende.

Kamerun 1916-1945
1916 Abschluss eines Geheimvertrages zwischen Frankreich und Großbritannien über die Teilung Kameruns, dessen einheimische Bevölkerung am meisten unter dem Krieg gelitten hat.
ab 1916 siedeln sich eine Reihe deutscher Siedler aus Kamerun im benachbarten spanischen Rio-Muni (heute Äquatorialguinea) an.
1922 England und Frankreich erhalten ein Mandat des Völkerbundes zur Verwaltung Kameruns. Im englischen Gebiet dürfen wieder Deutsche siedeln. Die Franzosen verbieten dies zunächst in ihrem Verwaltungsgebiet, engagieren sich selbst wirtschaftlich aber kaum.
1924 Deutsche Siedler kaufen ihre enteigneten Plantagen im englischen Mandatsgebiet auf einer Versteigerung in London zurück.
1925 Einige deutsche Siedler kehren an den Kamerunberg (Buea u. Umgebung) zurück. Britische Siedler gibt es dort verhältnismäßig wenige.
1926 Die Franzosen erlauben die Rückkehr deutscher Siedler in das von ihnen verwaltete Gebiet.
1928 Deutsche Handelshäuser sind in Duala wieder stark vertreten.
1933 Ausgerechnet in diesem Jahr richten Angehörige der Duala und anderer Stämme eine Eingabe an den Völkerbund mit dem Ziel der Rückkehr der deutschen Verwaltung. Die Ursachen sind die deutlich verschlechterte Steuer-, Hygiene- und Schulsituation.
1937 3,7 Mio. Büschel Bananen kommen aus Kamerun nach Deutschland (1930: 70000, 1935: 2,5 Mio.). Die Banane wird in Deutschland immer beliebter. (Heute ist die Banane das meistverzehrte Obst in der Bundesrepublik Deutschland, kommt aber nur noch selten aus Kamerun).
Jaduland! 63414
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Völkermord in Namibia

 
24.10.06 00:09
#19
Namibia: Völkermord an den Herero 1904–1907
          §
Am 12.1.1904 begann der Krieg zwischen den deutschen Kolonialtruppen und den Herero und Nama. Auslöser für diesen insgesamt vier Jahre dauernden Krieg war die stetige Verletzung der »Schutzverträge« seitens der deutschen Siedler und Behörden, die zu einer wachsenden Verelendung der Herero und Nama führte. Der von Kaiser Wilhelm II. ins damalige Deutsch-Südwestafrika entsandte Generalleutnant Lothar von Trotha gelang es, die Herero in der entscheidenden Schlacht am Waterberg vom 11./12.8.1904 zu schlagen. Am 2.10. gab er den Befehl zur Vernichtung der Herero. Die Regierung in Berlin sah das harte Vorgehen von Trothas zunächst als gerechtt an. Erst im Dezember wurde von Trotha angewiesen, den Vernichtungsfeldzug einzustellen und die überlebenden Herero und Nama in Konzentrationslagern zu sammeln. Männer, Frauen, Kinder und Alte wurden zu schwerer Zwangsarbeit auf Farmen, in Firmen und beim Eisenbahnbau eingesetzt. Die schwere Arbeit sowie die elenden Lebensbedingungen in den Lagern ließen jeden zweiten Häftling sterben. Nach Schätzungen kamen zwischen 1904 und 1907 um die 60000 Menschen uns Leben. Die Bundesregierung erkannte zwar 1989 ihre besondere Verantwortung für Namibia an, lehnt es aber bis heute ab, sich für den Völkermord an den Herero und Nama zu entschuldigen.

http://www.weltalmanach.de/archiv/archiv_detail.php?id=972

Jaduland! 2865930

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! johannah
johannah:

Der "Völkermord in Namibia" mußte ja kommen!

 
24.10.06 00:58
#20
Und
"Die Bundesregierung erkannte zwar 1989 ihre besondere Verantwortung für Namibia an, lehnt es aber bis heute ab, sich für den Völkermord an den Herero und Nama zu entschuldigen."

So ein dämliches Geschwätz!

MfG/Johannah
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Dämliches Geschwätz?

 
24.10.06 01:03
#21
Das sehen die Nachkommen der Ermordeten wahrscheinlich minimal anders.

Jaduland! 2865958

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! Dr.UdoBroemme
Dr.UdoBroem.:

Immerhin die rote Heide hatte den Mumm

 
24.10.06 01:09
#22
Gedenkfeier in Okakarara

Im August 2004 reiste Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul als Vertreterin der Bundesregierung nach Namibia und nahm hier am 14. August an den Gedenkveranstaltungen zur Schlacht der Herero gegen die deutsche "Schutztruppe" am Waterberg teil. Zum ersten Mal war ein deutsches Regierungsmitglied aus diesem Anlass nach Namibia gekommen und ihre Rede war in Namibia mit Spannung erwartet worden.

"Wir Deutschen bekennen uns zu unserer historisch-politischen, moralisch-ethischen Verantwortung und zu der Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben..." so Ministerin Wieczorek-Zeul bei Ihrer Rede in Namibia, die sie als Vertreterin der Deutschen Bundesregierung und des Deutschen Bundestages gehalten hat.

Es ist für mich eine Ehre, heute an Ihren Gedenkfeierlichkeiten teilnehmen zu dürfen. Ich danke Ihnen dafür, dass ich als deutsche Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, als Vertreterin der Deutschen Bundesregierung und des Deutschen Bundestages hier zu Ihnen sprechen darf. Ich bin aber auch hier, um Ihnen zuzuhören. Gedenken an die Gräueltaten von 1904Es gilt für mich an diesem Tage, die Gewalttaten der deutschen Kolonialmacht in Erinnerung zu rufen, die sie an Ihren Vorfahren beging, insbesondere gegenüber den Herero und den Nama. Ich bin mir der Gräueltaten schmerzlich bewusst: Die deutschen Kolonialherren hatten Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung von ihrem Land vertrieben. Als sich die Herero, als sich Ihre Vorfahren dagegen wehrten, führten die Truppen des General von Trotha gegen sie und die Nama einen Vernichtungskrieg. In seinem berüchtigten Schießbefehl hatte General von Trotha befohlen, jeden Herero zu erschießen - auch Frauen und Kinder nicht zu schonen. Die Schlacht am Waterberg 1904 endete damit, dass die Überlebenden in die Omaheke-Wüste getrieben, ihnen jeder Zugang zu Wasserstellen verwehrt wurde und sie verhungern und verdursten mussten. In der Folge der Aufstände wurden überlebende Herero, Nama und Damara in Lagern gefangengehalten und zu Zwangsarbeit gezwungen, deren Brutalität viele nicht überlebten.

Anerkennung des Freiheitskampfes
Wir würdigen die mutigen Männer und Frauen insbesondere der Herero und Nama, die gekämpft und gelitten haben, damit ihre Kinder und Kindeskinder in Freiheit leben. Ich gedenke mit Hochachtung Ihrer Vorfahren, die im Kampf gegen ihre deutschen Unterdrücker gestorben sind. Bereits 1904 gab es auch in Deutschland Gegner dieses Unterdrückungskrieges. Einer dieser Kritiker war der damalige Vorsitzende der Partei, der ich angehöre, August Bebel. Er hat die Unterdrückung der Herero im Deutschen Reichstag auf das Schärfste kritisiert und ihren Aufstand als gerechten Befreiungskampf gewürdigt. Darauf bin ich heute stolz.

Bitte um Vergebung
Vor hundert Jahren wurden die Unterdrücker - verblendet von kolonialem Wahn - in deutschem Namen zu Sendboten von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Vernichtung. Die damaligen Gräueltaten waren das, was heute als Völkermord bezeichnet würde - für den ein General von Trotha heutzutage vor Gericht gebracht und verurteilt würde. Wir Deutschen bekennen uns zu unserer historisch-politischen, moralisch-ethischen Verantwortung und zu der Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben. Ich bitte Sie im Sinne des gemeinsamen "Vater unser" um Vergebung unserer Schuld. Ohne bewusste Erinnerung, ohne tiefe Trauer kann es keine Versöhnung geben.

Versöhnung braucht Erinnerung.
Das Gedenkjahr 2004 sollte auch ein Jahr der Versöhnung werden. Wir ehren heute die Toten. Wer sich nicht erinnert, wird blind für die Gegenwart. Mit dem Erinnern sollten wir Kraft für Gegenwart und Zukunft gewinnen. Gemeinsame Vision von Freiheit und GerechtigkeitDie Grundlage von Namibias Unabhängigkeit - das ist die Entschlossenheit, die Tapferkeit der Menschen in Namibia und die Vision auch Ihrer Vorfahren. 14 Jahre Unabhängigkeit sind für die Menschen in Namibia ein Grund, stolz zu sein. Ihre und unsere Vision einer gerechteren, friedlichen und menschlicheren Welt gründet auf der Zurückweisung und Überwindung chauvinistischer Machtpolitik und jeder Form der Apartheid. Wir teilen die Vision der Menschen, die für Freiheit und Würde oder gegen jedwede Diskriminierung gekämpft haben. Eine Vision der Freiheit, des Rechts, des gegenseitigen Respekts und der Achtung der Menschenrechte. Das Volk Namibias hat sich mit der Unabhängigkeit die Chance erkämpft, diese Vision zu verwirklichen. Ich bin froh und stolz, dass es für diesen Unabhängigkeitskampf und darüber hinaus vielfältigste Unterstützung auch aus unserem Lande gab. Verpflichtung zu Beistand und HilfeDeutschland hat die bitteren Lektionen der Geschichte gelernt: Wir sind ein weltoffenes Land, das inzwischen in vielerlei Hinsicht multikulturell ist. Wir haben die deutsche Wiedervereinigung auf friedlichem Wege erreicht und freuen uns, einer erweiterten Europäischen Union anzugehören. Wir sind engagiertes Mitglied der Vereinten Nationen und setzen uns weltweit für Frieden, die Achtung der Menschenrechte, Entwicklung und Armutsbekämpfung ein. Wir leisten der Bevölkerung Afrikas kontinuierlich Hilfe und unterstützen die NEPAD-Initiative intensiv. Wir bekennen uns zu unserer besonderen historischen Verantwortung gegenüber Namibia und wollen die enge Partnerschaft auf allen Ebenen fortsetzen. Nach vorne schauend will und wird Deutschland Namibia weiter dabei unterstützen, die Entwicklungsherausforderungen anzugehen, das gilt vor allem für die Unterstützung bei der notwendigen Landreform. Ich wünsche mir und uns allen sehr, dass auch dieses Kulturzentrum in Okakarara ein Ort für Gespräche und Austausch über Vergangenheit und Zukunft zwischen Deutschen und Namibiern sein wird. Ich wünsche mir, das wir aus der mit diesem Ort verbundenen traurigen Vergangenheit Kraft für eine positive Zukunft in Frieden und Freundschaft schöpfen. "In einer Zeit der gesichtslosen Globalisierung", so hat es Bischof Dr. Kameeta in einem Interview ausgedrückt, "müssen wir klar und deutlich von der Hoffnung für die Welt sprechen und bewusst machen, dass das Überleben dieser Welt und unseres Planeten nicht heißen kann, die gesamte Arbeit in wenigen Händen und in nur wenigen Ländern zu konzentrieren, sondern, dass es darum geht, die Ressourcen in der ganzen Welt zu teilen und Sorge dafür zu tragen, dass die Weltbevölkerung gleichermaßen an diesen Ressourcen beteiligt wird". In diesem Geist der Hoffnung gilt unsere gemeinsame Verpflichtung einer gerechteren Welt, besseren Lebensverhältnissen hier und überall auf der Welt. Ich danke Ihnen.

Jaduland! 2865960

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Jaduland! johannah
johannah:

Ja, es ist dämliches Geschwätz.

 
24.10.06 01:22
#23
Kurz danach, im Burenkrieg, haben die Insulaner die Konzentrationslager erfunden.

Hat die Doppelnamen-Dame überhaupt gewußt, wovon sie redet?

MfG/Johannah

Jaduland! Talisker
Talisker:

Wohl eher dümmliches Geschwätz

2
24.10.06 07:05
#24
Die "Doppelnamen-Dame" hat höchstwahrscheinlich gewusst, dass der Burenkrieg vor dem Völkermord an den Herero war. Und sie war nicht so dämlich, das eine mit dem anderen relativierend in Beziehung zu setzen.
Gruß
Talisker
Jaduland! Rheumax
Rheumax:

Wie immer gibt es zwei Seiten

 
24.10.06 10:53
#25
und auch die sind nicht immer nur schwarz und weiß.
Auf einem kleinen, abgelegene Friedhof am Fuß des Waterbergplateaus liegen die Gräber
der Belegschaft einer deutschen Missionsstation.
Das Massaker an diesen Leuten war der Anlass für die Schlacht am Waterberg und die Vernichtung der Herero auf der Flucht in die Omateke-Wüste.
Es gab also einen Grund.
So, wie die Herero ihre Gründe hatten, den Aufstand zu wagen.
Ich denke, dass unsere Regierungen ganz gut mit dem Vermächtnis unserer Kolonialgeschichte umgegangen sind und umgehen.
Kein Land erhält pro Kopf der Bevölkerung mehr Entwicklungshilfe von uns als Namibia.
Und die Nachfahren der deutschen Kolonisten kommen mit ihren schwarzen Nachbarn inzwischen gut aus, was mir Freunde dort bestätigen.
Jaduland! Rheumax
Rheumax:

Wie immer gibt es zwei Seiten

 
24.10.06 10:54
#26
und auch die sind nicht immer nur schwarz und weiß.
Auf einem kleinen, abgelegene Friedhof am Fuß des Waterbergplateaus liegen die Gräber
der Belegschaft einer deutschen Missionsstation.
Das Massaker an diesen Leuten war der Anlass für die Schlacht am Waterberg und die Vernichtung der Herero auf der Flucht in die Omateke-Wüste.
Es gab also einen Grund.
So, wie die Herero ihre Gründe hatten, den Aufstand zu wagen.
Ich denke, dass unsere Regierungen ganz gut mit dem Vermächtnis unserer Kolonialgeschichte umgegangen sind und umgehen.
Kein Land erhält pro Kopf der Bevölkerung mehr Entwicklungshilfe von uns als Namibia.
Und die Nachfahren der deutschen Kolonisten kommen mit ihren schwarzen Nachbarn inzwischen gut aus, was mir Freunde dort bestätigen.
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Danke für deinen Beitrag Rheumax

2
24.10.06 21:22
#27
Ich selber habe in Südafrika, Namibia und Botswana meine bisher schönste Zeit im Leben verbracht.
Die Freundlichkeit der Menschen, die gewaltigen Naturschauspiele wie z.B. Sossusvlei im Namib-Naukluft, oder die Etosha Pfanne mit den Tieren, die dort noch genauso leben können wie vor tausend Jahren. In einem Posting einfach nicht zu beschreiben.

Gruß, RS  
Jaduland! Rheumax
Rheumax:

Ja, Rochus

 
25.10.06 09:33
#28
Mich zieht es auch immer wieder in diese Gegend und ich freue mich schon auf Weihnachten, wenn es wieder auf Tour geht.
Was Tierbeobachtung angeht, sind mir die Parks von Namibia und Südafrika etwas zu "clean"
(gut ausgebaute Pisten, Auto darf nur an bestimmten Plätzen verlassen werden, Übernachtung in geschlossenen, hoch umzäumten Camps)
Da bist Du in Botswana z.B. viel freier - und auch einsamer - unterwegs.
Is schon ein geiles Gefühl, wen Du nachts mittem im Busch in Deinem sicheren Zelt liegst und draussen der Löwe brüllt oder ein Hippo schmatzt..

Aber wie Du es gesagt hast:
In einem Posting einfach nicht zu beschreiben!

Gruß
Rheumax
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Es gibt tatsächlich User bei ariva,

 
25.10.06 22:16
#29
die ausser virtuell schon einmal etwas erlebt haben!

@Rheumax
Mit dir würde ich gern mal eine Flasche Roten aus dem Groot Constantia auf dem Signal Hill mit Blick auf Simons Town zoschen!
Könnten auch zwei Flaschen werden und unsere Mädels bekommen auch ein Glas zum teilen!  ;o))
Jaduland! Rheumax
Rheumax:

Mensch, Rochus

 
26.10.06 08:56
#30
Da kommen ja schon am frühen Morgen Erinnerungen hoch, das willste ja nix mehr arbeiten! :-)
An den Besuch der KWV in Paarl oder der Bergkelder in Stellenbosch, einen Picknickkorb auf einem der Weingüter wie Nederburg oder Boschendaal vernaschen, mitten in dieser göttlichen Landschaft..

Mir sind auf diversen Treffs schon einige Arivaner begegnet, vielleicht ist ja mal der Rochus dabei, dann können wir in Erinnerungen schwelgen *g*
Ein guter Roter geht zur Not auch ohne Bilderbuchaussicht.  :-)

Gruß
Rheumax
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Ich muß da echt mal wieder hin!

 
26.10.06 15:50
#31
Mein Erinnerungsvermögen läßt nach, es war nicht der Blick auf Simons Town, sondern auf Clifton.
Der letzte Besuch ist auch schon fast sechs Jahre her, Simons Town liegt viel weiter im Süden der Halbinsel.
Ist aber auch egal, schön sind sie alle, die kleinen Städte rund um das Kap.

www.kapstadt-tour.de/umgebung/umgebung.htm


Zum Wein, der schmeckt vor Ort natürlich viel besser als eine Flasche Nederburg aus unserem heimischen Großmarkt.

Ich hab u.a. dieses kleine Weingut besucht.

www.kapstadt-guide.de/sa-weine/weingueter/allesverloren.html

Jaduland! 63834
Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Streitwolf & Schuckmann im südlichen Afrika

 
26.10.06 21:08
#32
Zustände wie im wilden Westen

Die Residentur Schuckmannsburg wächst
Als Hauptmann Streitwolf von einer Exkursion zum Kavango im Oktober zurückkehrte, notierte er die Fortschritte beim Aufbau der Residentur Schuckmannsburg: Hier fand ich alles in schöner Ordnung. Der tüchtige Feldwebel Ansorge war sehr fleissig gewesen und hatte während meiner zweimonatigen Abwesenheit die ganze Station ausgebaut. Aus dem Lager der Polizisten wuchs ein kleines Dorf. Jeder Mann hatte seine Hütte, umrahmt von einem rechteckigen Platz ...

Bisher war stets von der Residentur Sesheke oder von der deutschen Sambesi-Station die Rede gewesen, aber jetzt gab Streitwolf ihr den Namen Schuckmannsburg zu Ehren des damaligen deutschen Gouverneurs. Der Komplex in Massivbauweise (15 x 5 Meter Stationshaus mit Büro, Lager und Privaträumen) konnte sich sehen lassen.

Wie wurde gemauert? Ein Termitenhügel lieferte den nötigen Lehm. Weil man keine Steine für das Fundament hatte, liess der einfallsreiche Feldwebel Ansorge 10.000 Ziegel zum Ofen zusammensetzen und brennen, um die so gebrannten Ziegel als Grundmauern zu nutzen. Das aufstrebende Mauerwerk war Luftziegeln vorbehalten. Zur Beschaffung geeigneter Holzbalken aus Mopane-Stämmen mussten fast 40 Kilometer zurückgelegt werden, was mit dem Fällen zwei Monate beanspruchte. Die Zimmerleute fanden sich unter fachkundigen Eingeborenen, ausgebildet in der Mission Lealui. Ihre Qualitätsarbeit liess nichts zu wünschen übrig.

Nun sollte eine kleine Polizeitruppe aus Einheimischen rekrutiert und ausgebildet werden, aber wie? Streitwolf warb mit Erlaubnis des britischen Administrators einige Matulela an, dazu Matabele und Basuto, die sich im Caprivi aufhielten. Auch Masubia-Arbeiter schienen interessiert. Dies ergab 15 Rekruten und Feldwebel Ansorge vermittelte ihnen mit freundlicher Strenge die Anfangsbegriffe militärischen Drills. Zur Uniformierung diente das Vorbild deutsch-ostafrikanischer Askari mit Gewehr 98. Die meisten erlernten sehr rasch den Umgang mit einem Karabiner, und nach 14 Tagen gab es kaum noch Ladehemmungen. Abends hörte man in den Hütten vergnügte Exerzierbefehle wie "Das Gewehr über" oder "Abteilung marsch" – seltsam rauh und fremdartig ...

Als der Erste Weltkrieg am 1. August 1914 in Europa ausbrach und die Mobilmachung Südafrikas zum 8. September folgte, stand dem Grenzposten Schuckmannsburg - bis zu diesen kritischen Tagen - lediglich die benachbarte britische Post- und Telegraphenverbindung über Livingstone zur Verfügung,' um mit dem deutschen Gouvernement Windhoek zu kommunizieren ... und sie brach jetzt schlagartig ab. Glücklicherweise schickte die römisch-katholische Missionsstation Andara zwei Eilboten zur Information der Residentur.

Angehörige der British South African Police (BSAP), ergänzt durch Männer der Northern Rhodesian Police (NRP), übernahmen Schuckmannsburg zum 21. September 1914 ohne Blutvergiessen. Die Briten fanden die kleine Besatzung der Residentur auf dem Exerzierplatz in militärischer Ordnung angetreten und Oberleutnant V. von Frankenberg erklärte offiziell seine Bereitschaft zur Übergabe.

Hauptmann Kurt Streitwolf war es nur ein Jahr lang vergönnt als erster Kaiserlicher Resident im "hohen Norden" Pionierarbeit zu leisten. Seine Nachfolger Oberleutnant H. Kaufmann sowie Oberleutnant V. von Frankenberg scheuten keine Anstrengungen, um die bisherigen Kenntnisse über die Geographie und Bewohner der Region Caprivi zu erweitern.

Schuckmannsburg blieb bei Hochwasser über Monate hinweg vom nassen Element eingekreist, sodass als einziges Verkehrsmittel Einbäume genutzt werden mussten. Gingen die Fluten zurück, wandelte sich das Umland zum Morast und Myriaden von Malaria übertragenden Moskitos schwärmten aus, abgesehen vom unermüdlichen Zerstörungswerk der Termiten in fast allen Gebäuden mit Holz, Hauptmann Streitwolf hatte keine andere Wahl zur Errichtung der Residentur, weil es kein geeignetes Trockengebiet in unmittelbarer Nähe der für ihn so wichtigen britischen Nachbarbehörde gab, mit deren Beamten und Offizieren ständig kooperiert werden sollte. Diese Beziehungen verliefen stets liebenswürdig und hilfreich.

Trotzdem brachte Streitwolf unter anderem einmal zu Papier: Grosse Macht hatte ich nicht hinter mir, und Reibereien musste ich unter allen Umständen vermeiden. Andererseits hatte ich das Ansehen der deutschen Flagge zu wahren ... Man möge bloss nicht glauben, dass es möglich ist in einem Gebiet die deutsche Flagge zu zeigen, ohne irgendwie eingreifen zu müssen. Hätte ich alles schleifen lassen ohne mein Zutun, wären wir bald das Gespött der Eingeborenen geworden. Ich griff nur ein, wenn es dringend erforderlich schien, dann aber mit allem Nachdruck.

Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika: Geheimer Legationsrat Bruno von Schuckmann

Gouverneur Bruno von Schuckmann ist der Nachfolger des um die Herstellung einer geregelten Verwaltung in Deutsch-Südwestafrika so hoch verdienten früheren Verwaltungschefs, des jetzigen Unterstaatssekretärs im Reichskolonialamt von Lindequist.
Bruno von Schuckmann (1857 geboren), wurde 1886 nach besonderem Assessorenexamen in das Auswärtiges Amt berufen, war dann eine Zeitlang der Preußischen Gesandtschaft in Hamburg zugeteilt und wurde 1888 zum Vizekonsul in Chicago ernannt. Von 1890 an, war er dann im Auswärtigen Amt, als Hilfarbeiter tätig und wurde während dieser Zeit zu einer sechsmonatlichen Vertretung des Gouverneurs nach Kamerun entsandt. Nach seiner Rückkehr von dort trat er zunächst in seine frühere Stellung in Berlin zurück, wurde 1895 zum zum vortragenden Rat und bald danach zum Generalkonsul in Kapstadt ernannt.
Aus diesem Wirkungskreis kehrte er 1899 als Dezernent an die Zentralstelle unter Beförderung zum Geheimen Legationsrat zurück, mußte seine dienstliche Tätigkeit aber 1900 wegen eines Augenleidens aufgeben. Aus dem Ruhestand ist dann im Jahre 1907 nach völliger Wiederherstellung von seinem Leiden, seine Berufung auf den Gouverneur posten von Deutsch-Südwestafrika, erfolgt.




Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Beitrag Neuguinea von Horst Hübner

 
27.10.06 23:20
#33
Horst Hübner: Ein unbekanntes Kapitel deutscher Kolonisationsgeschichte
Deutsche Kolonialpioniere in Niederländisch-Neuguinea

Man hat während der deutschen Kolonialzeit – sicher nicht zu Unrecht - beklagt, dass die pazifischen Schutzgebiete, insbesonders Deutsch-Neuguinea, gegenüber den afrikanischen etwas stiefmütterlich behandelt worden seien. Vergleicht man jedoch die Entwicklung Deutsch-Neuguineas, des ehemaligen Kaiser-Wilhelms-Landes, mit der Niederländisch- Neuguineas, so fällt das Ergebnis eindeutig zu Gunsten des deutschen Teiles der Insel aus.Untersuchungen, die von niederländischer Seite in den 20iger Jahren des 20.Jahrhunderts gemacht wurden, bestätigen das. Lange Zeit bevor Deutschland im Pazifik aktiv wurde, gab es bereits niederländische Besitzansprüche auf das westliche Neuguinea. Sie rührten noch her aus den Zeiten der holländischen Entdecker. 200 Jahre lang wurde jedoch in der VOC-Zeit (VOC = Vereinigte Ostindische Compagnie) nicht der geringste Versuch gemacht, das Land zu besetzen oder gar zu entwickeln. Man gewinnt den Eindruck, dass erst das Auftreten zweier anderer Mächte im östlichen Teil der großen Insel, nämlich Deutschland und England die Niederländer veranlasste, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhunderts einige maritim gestützte Expeditionen in das Land zu schicken und sich an Grenzziehungsexpeditionen zu beteiligen.

Die Haltung der Niederländer wird verständlich, wenn man die Gegebenheiten ihres großen ostindischen Kolonialreiches (heute Indonesien) mit den Möglichkeiten Neuguineas vergleicht. Was hatte Neuguinea mit seinen unüberwindbaren Gebirgen und riesigen tropischen Sumpflandschaften und einer kriegerischen, abweisenden Bevölkerung zu bieten was sich nicht fast mühelos weiter westlich gewinnen ließ? So war und blieb niederländisch Guinea während der fast gesamten, langen Kolonialzeit eine Art „holländisches Sibirien“, allerdings ohne dessen große Chancen. Ansätze zur Entwicklung hat es zwar gegeben und die sind – so merkwürdig es klingt- Deutschen zu verdanken.

Es beginnt damit, dass 1855 zwei deutsche Missionare, die Sendboten Ottow und Geisssler der Utrechter Missionsvereinigung in der Umgebung des späteren Manokwari (Vogelkopfgebiet im nordöstlichen Neuguinea) ihre Arbeit beginnen. Ihre und die ihrer niederländischen Kollegen bleibt zwar, was die eigentliche Missionsarbeit betrifft, lange Zeit vergeblich („resultaten van het Werk waren niet merkbar“). Jedoch waren die Sprachkenntnisse der Missionare eine große Hilfe für die niederländische Verwaltung.

Die eigentlichen Pioniere in Niederländisch-Neuguinea waren jedoch eine Gruppe Deutscher, die nach dem 1. Weltkrieg aus dem ehemaligen deutschen und jetzt englischen Teil Neuguineas gekommen waren. Eine kleine Gruppe aus verschiedenen Unternehmungen und Seeleute der Küstenschiffe der D.A.D.G., einer deutschen Schiffahrtsgesellschaft, die in Neuguinea Liniendienst betrieb, zog beim Ausbruch des Krieges ins Binnenland um nicht in die Hände der vorrückenden Australier zu fallen. Bis auf wenige Ausnahmen wurden sie jedoch bald gefangengenommen und in Internierungslager in Australien überführt.

In Aboina (Ambon ) liefen im August 1914 einige Schiffe der D.A.D.G. ein, die den patroullierenden englischen Kriegsschiffen entkommen waren. Einige der Schiffsoffiziere eines solchen Schiffes gründeten direkt nach dem Krieg eine Kokosnussunternehmung auf der Insel Babi nördlich von Misool.

Ein Deutscher Namens Schrieber kam aus dem englischen Teil Neuguineas, wo er eine große Unternehmung an der Südküste in der Umgebung von Port Moresby besaß. Er ließ sich in Manokwari nieder und machte bald verschiedene Reisen mit einer Prauw (= malaischer Bootstyp) in das Gebiet der Geelvinkbaai. Er bestritt seinen Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Waldprodukten. Bei einem seiner Streifzüge durch die Geelvinkbaai fand er im Hügelland hinter Nabiré ausgedehnte Wälder mit vielen Damar-Bäumen. Damar ist eine Harzart, die große Bedeutung für die Lackherstellung besitzt.
Schrieber trat später in den Dienst der Firma „Phönix“, von der noch später ausführlich die Rede sein wird.

Doch zunächst sei an dieser Stelle einmal stellvertretend für noch manch’ anderen wackeren deutschen Seemann in der Südsee, des Schicksals zweier besonders prächtiger Exemplare der Spezies „Seelord“ gedacht. Der eine, Kapitän Schmidt, hatte schon vor Beginn des 1.Weltkrieges von sich Reden gemacht. Als Kapitän eines Küstenbootes des Norddeutschen Lloyds in Deutsch-Neuguinea hatte er einige Monate vor der Kriegserklärung es geschafft, ein treibendes von der Besatzung verlassenes englisches Handelsschiff trotz großer Schwierigkeiten wie Sturm und Konkurrenz durch britische Mitbewerber, heil in den Hafen von Rabaul zu schleppen. Als Anteil am Bergelohn wurden Kapitän Schmidt die ansehnliche Summe von 6000 Pfund zugestanden. Da jedoch der Kriegsausbruch die Auszahlung verhinderte, wurde die Sache erst nach dem Kriege geregelt. Und zwar so, dass man die Pfunde in deutsche Vorkriegsmark umrechnete und sie in Inflationsmark auszahlte wodurch Schmidt als Bergelohn zum Schluß ganze 4 in Worten vier holländische Gulden erhielt.

Besagter Schmidt hatte, wie so viele versucht, sich den eindringenden australischen Truppen zu entziehen, wurde jedoch gefangengenommen und landete im australischen Internierungslager Barrima .Einige der Internierten hatten sich geweigert ihr Ehrenwort zu geben, nicht zu flüchten. Als einige tatsächlich flüchteten fand eine Untersuchung statt. Man wusste, dass Kapitän Schmidt Mitwisser der Fluchtpläne war. Man versuchte ihn daher unter Druck zu setzen, die Rädelsführer anzugeben. Als er sich weigerte, wurde ihm mitgeteilt, er würde freigelassen, wenn er Informationen preisgäbe, andernfalls aber erschossen . Da er kein Verräter sein wollte, akzeptierte er das Letztere . Man versuchte ihn jedoch noch damit einzuschüchtern, indem man ihm befahl, sein eigenes Grab zu schaufeln. Als auch diese Gewaltkur nicht zum Ziel führte, ließ man Schmidt mit einer Binde vor den Augen vor seinem Grab Aufstellung nehmen. Ebenfalls Aufstellung nahm ein Hinrichtungskommando unter Befehl eines Leutnants. Nachdem er nochmals gefragt worden war, ob er die Anführer des Ausbruchs angeben wolle und er sich weigerte, wurde „Feuer“ kommandiert. Man kann sich vorstellen, was in Schmidt vorging als nichts passierte. Man hatte mit Platzpatronen geschossen! Von diesem Datum an war Schmidt offiziell tot und wurde von nun an nur noch „Dead Schmidt“ genannt.

Nach dem Krieg ging Schmidt nach Java, wo er in Kontakt mit dem damaligen Residenten von Neuguinea Lulofs kam. Für die Küstenfahrt hatte der Resident einen kleinen Schoner gekauft, die „Agatha“, die Schmidt nach Manokwari brachte. Da in diesen Tagen die Paradiesvogeljagd florierte wurde Schmidt Vogeljäger. Er arbeitete in dieser Zeit auch eng mit Schrieber von der Firma Phönix zusammen. In ihr wurde er schließlich Manager des Eilandes Wakdé, das völlig mit Kokospalmen bepflanzt wurde und trieb Küstenfahrten mit einem kleinen Schoner. Nach dem Ende der Firma Phönix ging Schmidt nach Singapur, wo er das Kommando auf einem kleinen chinesischen Dampfschiff hatte. Doch auch hier hielt es der Seemann nicht lange aus und ging einige Monate später zur „Celebes Trading Company“, einem Unternehmen an der Südküste Cerams.

Ein anderer Seemann,der nach Ausbruch des Krieges in Deutsch-Neuguinea verblieb, war ein Maschinist des Norddeutschen Lloyd namens Fiebig . Ihm gelang es, im Gegensatz zu den meisten anderen Deutschen, nicht von den Australiern gefangengenommen zu werden. Er konnte sich ins Innere zurückziehen. Sein großes Glück war es dass er Buka-Leute von den Salomonen-Inseln bei sich hatte. Diese waren übrigens dafür bekannt, dass sie zu einem erheblichen Teil, die eingeborenen Polizeisoldaten im Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea stellten. Bei Berührungen mit den Papuas machten die Buka-Jungen zum Schrecken der Papuas großspurig allerlei Kunststücke mit den Gewehren, die sie besaßen.

In ihrer Begleitung flüchtete Fiebig den Sepik oder wie er in deutscher Zeit hieß „Kaiserin-Augusta-Fluß“ aufwärts. Die Australier hatten den am Fluß wohnenden Papuas den Auftrag gegeben, Fiebig und seine Begleiter gefangen zu nehmen . An einem bestimmten Tag erhielt Fiebig die Nachricht, dass stromaufwärts ein Trupp feindlicher Papuas aus drei Dörfern im Hinterhalt lag. Nun nachdem er von der Sache Wind bekommen hatte, konnte er sich entsprechend vorbereiten. Da er zufällig noch im Besitz einer Dose mit Phosphor war, schmierte er sich damit das Gesicht ein und vermummte sich mit einem langen Mantel. So ausstaffiert schlich er sich in der Nacht mit seinen Jungen zum feindlichen Kamp. Dort angekommen warf er mit einem Schrei seinen Mantel ab, worauf die Papuas heulend vor Angst so schnell wie möglich das Weite suchten.

Fiebig blieb den ganzen Krieg, vier Jahre lang unter den Papuas, die zumeist wenig von den Australiern hielten. Im November 1918 kam er wieder zum Vorschein. Er hatte jedoch nicht vier Jahre lang die Hände in den Schoß gelegt, sondern einige wertvolle Paradiesvogelbälge erbeutet, die er nun in Europa zu Geld machte. Mit zwei „Blechvögeln“, zwei alten Flugzeugen und einem Leutnant Rose kam er nach Batavia, mit dem Plan nach einigen Orten im Archipel Passagierflüge aufzunehmen. Beide waren wohl Lebenskünstler, aber schlechte Finanzleute, denn es blieb bei dem Plan der Verkehrsfliegerei, trotz der Tatsache, dass Fiebig noch vorher Fliegen gelernt und den Flugschein gemacht hatte.

Nach dem Verkauf der beiden Flugzeuge erschien Fiebig wieder in Amboina. Schon kurze Zeit danach ging er nach Hollandia, das dicht an der Grenze zum ehemaligen deutschen Gebiet lag. Hier ging er unter die Goldsucher. Immer wenn ein Schiff der Gouvernements- Marine Hollandia anlief, war er an Bord und ließ verschiedenen Erzfunde sehen. Als ein des Landes völlig unkundiger Oberbergrat aus Deutschland über Amboina zur Feststellung abbauwürdiger Erze in das Gebiet kam, sollte er von Fiebig geführt werden. Doch der war plötzlich verschwunden und blieb es auch. Einige behaupteten, er habe Selbstmord begangen, was aufgrund seiner Vita ziemlich unwahrscheinlich erscheint, andere wollten wissen, er sei von australischen Grenzwächtern erschossen worden. Diese Version ist wohl am ehesten glaubhaft. Möglicherweise war hier eine alte Rechnung beglichen worden. –

Ähnlich wie der schon erwähnte Schrieber kam von seiner Niederlassung in Deutsch-Neuguinea ein Herr Wahlen nach Niederländisch-Neuguinea. Er war einer der Gebrüder, die die größten Anteilseigner an der ehemaligen „Hamburger-Südsee-Aktiengesellschaft“ waren. Sie besaßen ein gewaltiges Unternehmen von ungefähr 1 Million Kokospalmen (eine Kokospalme brachte vor dem 1. Weltkrieg einen Gewinn von ungefähr 1,25 €) Vor der Beschlagnahme ihres Eigentums hatten die Gebrüder Wahlen eine Summe von etwa 60 Millionen Goldmark von der australischen Regierung zu fordern.

Im Hinblick auf diese Summen begann der jüngste der Brüder mit der Gründung der Handelsgesellschaft „Phönix“, die ihren Hauptsitz in Aboina (Insel Ambon)hatte. Die verschiedenen Konzessionen wurden von der niederländisch-ostindischen Regierung unter der Voraussetzung erteilt, dass bei den Unternehmungen auch Emigranten aus Java untergebracht werden konnten.

Einzufügen ist an dieser Stelle ein Hinweis auf die verwaltungsmäßige Gliederung, in der sich die wirtschaftliche Einschätzung Neuguineas durch die niederländischen Regierungsvertreter widerspiegelt. Nachdem 1922 der für das Gebiet zuständige Resident plötzlich verstarb, entsandte die Regierung einen neuen, der den von der Regierung verordneten Sparzwang als Liquidationsauftrag betrachtete, zumal er den wirtschaftlichen Wert Neuguineas für sehr gering hielt. Die Folge war, dass 1923 Neuguinea als besonderes Verwaltungsgebiet aufgelöst und zur Residentur Amboina gefügt wurde und als es 1926 zur Auflösung des Gouvernements der Molukken kam, wurde Nord-und Westguinea zum Gebiet Ternate und Süd-Neuguinea zum Verwaltungsbereich Amboina zugeordnet.

Der deutsche Kolonialpionier Wahlen ließ sich jedoch von der Betrachtungsweise des niederländischen Residenten (C.Poortmann) nicht beeindrucken und begann energisch mit dem Aufbau einer neuen Gesellschaft. Sie beantragte und bekam einige Konzessionen u.a. in Nabiré, im östlichen Teil der Geelvinkbaai und an der Nordküste bei Sarmi sowie am Thor-Fluß und der vor der Küste gelegenen Wakdé- Insel. Die Gesellschaft verfügte in der „Papua“ über einen seegängigen Motorschoner, der von deutschen Seeleuten von Hamburg nach Amboina überführt worden war. Als Kapitän fungierte auf der „Papua“ ein Schiffsoffizier von einem der deutschen Schiffe, die beim Ausbruch des 1. Weltkrieges in die Amboina-Baai geflüchtet waren und dort während des Krieges verblieben.


Der Besitz eines eigenen Fahrzeuges war für die Gesellschaft dringend erforderlich, weil die Boote der K.P.M.(= Koninklijke Pakketvaart Maatschappij) nur einmal im Monat Neuguinea anliefen. An verschiedenen Orten Neuguineas eröffnete man Büros sog. „Tokos“ (indisch =Laden, Geschäft), die für angemessene Bezahlung sorgten.

Nabiré und die Sarmi-und Thor-Konzessionen waren Kopalunternehmungen (= Harz), während die Insel Wakdé eine schnell durchgeführte Anpflanzung von Kokospalmen erhielt.

Der bereits früher erwähnte Deutsche Schrieber trat der Firma „Phönix“ bei. Aufgrund seiner Kenntnisse war er ein großer Gewinn für das Unternehmen. Der Finder der Damar-Bäume begann für die Firma mit der wirtschaftlichen Nutzung der Ländereien. Eine Plantage mit 3000 Kokospalmen wurde angelegt (Poeloe Noesi), eine Landungsbrücke wurde gebaut sowie Schuppen und Wohnungen für Kulis und Angestellte. Das Gouvernement wollte sich an den Arbeiten beteiligen, damit Kolonisten sich auf den gerodeten Flächen niederlassen konnten. Mit Energie wurden die Dinge angegangen und auf der 10 km langen neu angelegten Straße verkehrte der erste Lastwagen in Niederländisch-Neuguinea. Nicht weniger als acht Brücken mussten auf diesem Streckenabschnitt gebaut werden. Tatsächlich erschienen einige Kolonistenfamilien, die sich im ersten Kamp in Boeloe niederließen. Es waren jedoch nicht die Menschen, die sich als Kolonisten eignen. Nach einiger Zeit verließen sie daher auch die Ansiedlung, wodurch dann natürlich auch die finanzielle Unterstützung des Gouvernements wegfiel.

Eine andere wichtige Frage war inzwischen das Arbeitskräfteproblem geworden. Es war nicht einfach, einige hundert Leute von irgendwoher in diesen menschenleeren Landstrich zu bekommen. Doch Herr Schrieber wusste wieder Rat. Dort wo sich die Geelvinkbaai nach Osten streckt, liegt die sogenannte Waroppenküste. Sie ist dicht bevölkert. Mit der „Papua“ machte man eine kleine Reise an der Küste und die Firma Phönix bezahlte für jeden Papua, der in den Dienst der Gesellschaft trat. Um Autorität über die Papuas zu gewinnen, heiratete Schrieber die Tochter des dortigen Häuptlings. “Mevrouw“ Schrieber schlug von diesem Moment an als „Konzesessionsdame“ zu Buche.

Gemessen an den damaligen Damarpreisen waren die Aussichten für die junge Gesellschaft nicht ungünstig. Die „Papua“ lief Liniendienst zwischen Noesi und Manokwari. Außerdem waren an der Nordküste noch einige kleine Schoner stationiert, die entlang der Küste Handel trieben. Der Kapitän der Papua baute hinter Noesi ein leistungsfähige kleine Werft, mit der die Papua völlig selbständig ihren periodischen Dock-und Reparaturarbeiten unterzogen werden konnte.

In diese Zeit fällt nun das interessanteste, wenn auch nur sehr kurze Kapitel deutscher Kolonialgeschichte in Niederländisch-Neuguinea. Geschrieben wurde es von einem Mann, den jeder, der nur halbwegs mit der deutschen Kolonialgeschichte vertraut ist, kennt, nämlich Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Man kennt ihn als hervorragenden Gouverneur des Schutzgebietes Togo, als bekannten Afrikaforscher und als jahrelang engagierten Verfechter des Kolonialgedankens in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg. Seine Rolle als Kolonialpionier in Niederländisch-Neuguinea aber dürfte an dieser Stelle zum ersten Mal einer deutschen Leserschaft bekannt werden.

Der Herzog hatte sich im September 1923 als Interessent des „Straits Sunda-Syndicat`s“ auf eine ausgedehnte Orientierungsreise durch Neuguinea begeben, mit dem Ziel, zu untersuchen, ob eine Konzessionsanfrage die Mühe wert war. Die Reisegesellschaft bestand außer dem Herzog, aus Dr. Kopstein aus Amboina, dem Adjutanten des Herzogs von Schubert und den vom Gouvernement dem Herzog an die Seite gestellten Residenten von Ambon, van Sandick und dem Residenten von Magelang, M.B. van der Jagt. Sie schiffen sich in Amboina auf die „Albatros“, einem Schiff der Gouvernements-Marine (siehe Abbildung) ein. Ihr Reiseweg-hier nur in groben Zügen skizziert- führte sie an den Küsten Neuguineas auf der Höhe der Etna-Baai zur Perlfischerei an der Ostküste der Aroe-Inseln und Tanimbar Inseln und nach der Umrundung des Vogelkop nach Manokwari. Dort fand ein Schiffswechsel auf das Gouvernementsschiff „Zwaluw“ statt. Nach einer Durchquerung des Vogelkops an seiner schmalsten Stelle in West-Ostrichtung, gelangten sie zur Geelvinkbaai, wo die „Albatros“ sie wieder aufnahm.

Bevor die Rückfahrt angetreten wurde, erfolgte noch mit einem Motorboot der „Albatros“ ein Besuch der Humboldt Baai. Über die Insel Mansinam (gegenüber Manokwari) via Halmahera und Ternate, wo die Reisegesellschaft auf ein Schiff der K.P.M. umstieg, gelangte sie schließlich zurück nach Batavia. Hier fand dann im Gouverneurspalast eine Konferenz und Besprechung statt, bei der der „ Algemeen Secretaris“, die Präsidenten der Java-Bank und der Niederländischen Handels-Gesellschaft, der Direktor für Landbau und der Chef der Abteilung „Außenbeziehungen“ und der Chef des „Straits Sunda Syndicats“ anwesend waren.

Der Herzog führte seinen Plan aus, auf Neuguinea eine „Chartered Company“ zu gründen in der Hauptsache für Handelsbeziehungen und Urbarmachung des Landes. Ergebnis der Besprechung war, dass der Plan angenommen wurde und Mitwirkung und auch finanzielle Hilfe durch die Indische Regierung in Aussicht gestellt wurde. Der Leiter der „Straits Sunda Syndicats“ erläuterte die finanzielle Situation (12 Millionen Gulden) und wies auf die bereits vorhandenen Einkommensquellen von Kokospalmen, Harzen und anderen Waldprodukten, Fischfang (Trepang und Perlmuscheln) hin und dass sofort mit dem Explorieren von Erzen, Erdölen und anderen Bodenschätzen begonnen werden sollte. Obgleich,wie sich aus den vorstehenden Fakten mühelos herauslesen lässt, die Niederländisch Indische Regierung anfänglich diesen Plänen gegenüber positiv eingestellt war, wurden sie durch einen Gouverneursbeschluß vom 09. September 1924 abgewiesen. Begründung: "der Antragsteller ist kein Niederländer."

Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass hinter dieser fadenscheinigen Begründung wahrscheinlich massiver diplomatischer Druck von britisch-australischer Seite auf die Niederländisch-Indische Regierung und womöglich auch noch auf die Regierung des Mutterlandes in den Haag ausgeübt worden ist.
Man hat dem letzten deutschen Gouverneur von Neuguinea, Dr. Hahl, allen Versuchen und Bitten zum Trotz, nie mehr erlaubt, das Land seines Wirkens noch einmal zu besuchen. Wie hätte man da einen deutschen Herzog und noch dazu einen von diesem Bekanntheitsgrad und gutem kolonialem Ruf als Handelsnachbar ertragen können?

Das Ende der Bemühungen des Herzogs Friedrich Adolf war, wenn auch nur mittelbar, bestimmend für das Schicksal der Handelsgesellschaft „Phönix“, denn es bestanden Absprachen über eine enge Kooperation der Unternehmung des Herzogs mit der Firma Phönix. Unmittelbar zum Konkurs, der zunächst prosperierenden Handelsgesellschaft, führten die auf dem Weltmarkt stark gesunkenen Rohstoffpreise und die nicht mehr zu bewältigende Schuldenlast, die man für die vielfältigen notwendigen Investitionen auf sich geladen hatte. Es geschah in dem Glauben, dass für das im ehemaligen Deutsch-Neuguinea beschlagnahmte Eigentum von der australischen Regierung Entschädigung geleistet würde. Vom heutigen Stand des Wissens und Moralvorstellungen mag das naiv erscheinen.


Für die zivilisatorische Überzeugung der Generation unserer Groß-und Urgroßväter war das aber eine selbstverständliche Rechts- und Sittenauffassung. Die entschädigungslose Enteigung nicht nur des staatlichen, sondern auch jedwedes privaten Eigentums der Besiegten durch den Versailler Vertrag setzte hier neue verheerende Maßstäbe.

Den wenigsten dürfte bekannt sein, dass das nicht nur längst vergangene Geschichte ist. Durch das nach dem 2. Weltkrieg von der Bundesrepublik abgeschlossene Londoner Schuldenabkommen zahlen wir auch noch bis in die jüngste Vergangenheit (bis 2010) die „Schulden“ sprich Reparationen aus den Zeiten des Versailler Vertrags ab. Die Goldmünzen mit dem Konterfei Wilhelm II, der sein Volk goldenen Zeiten entgegen führen wollte erscheinen in den letzten Jahren verstärkt auf dem Markt. Sie stammen zum größten Teil aus den Goldzahlungen, die das Deutsche Reich nach dem 1. Weltkrieg an die Siegermächte zahlen musste. Sie sind nun auch für die Enkel und Urenkel der Sieger noch ein gutes Geschäft.

Der Rest der deutschen Kolonialgeschichte in Niederländisch-Neuguinea ist schnell erzählt. Die gesamte Konzession der Firma Phönix, Häuser, Gerätschaften und alles andere inbegriffen, wurde für den Spottpreis von 7000.- Gulden an eine japanische Handelsgesellschaft verkauft. Separat wurde lediglich der Schoner „Papua“ für die Summe von 22.000.- Gulden an eine niederländische Regierungseinrichtung (Hoofdkantor von Scheepvaart) verkauft. Die eigene Besatzung brachte das Schiff nach Surabaja. Der Kapitän der „Papua“ wurde, nachdem er erst Autos reparierte, in der Binnenbaai eine Schiffswerft gebaut hatte, schließlich der erste Operateur der Tonfilme vorführte.

Schrieber blieb an der Nordküste und schlug sich als Händler durch. Von einem seiner Streifzüge an die Geelvinkbaai kam er nicht mehr zurück. Er starb in dem ihm so vertrauten Urwald von Neuguinea.

Von den Deutschen, die sich an der Nordküste niedergelassen hatten, beinahe alles Seeleute, blieb nach einiger Zeit niemand mehr übrig. Als Manager von Wakdé trat nach Ende der Phönix-Handelsgesellschaft ein Deutscher namens Ahr auf, der die Insel von der Firma übernahm. Er stammte auch aus dem ehemaligen Deutsch-Neuguinea, war aber ausnahmsweise kein Seemann. Einige Jahre später ließen sich zwei deutsche Familien, auch aus dem deutschenTeil stammend, auf zwei kleinen Inseln vor Straat Sagewin nieder. Sie handelten mit den umwohnenden Papuas und reisten jeden Monat mit ihrem selbstgebauten Schoner zur Insel Waigeo gegenüber Sorong, die regelmäßig von den Schiffen der K.P.M. angelaufen wurde. Daneben gab es noch ein deutsches Ehepaar in Straat Sagewin, das Gemüse für die naheliegende Siedlung einer Erdölfirma anbaute und ein Österreicher, der als Manager für ein amerikanisches Unternehmen Kokosanpflanzungen auf den Schildpad-Inseln betreute.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges ließ dann auch noch diese kleine Schar deutscher Kolonialpioniere verschwinden. Schiffe der Gouvernements-Marine holten sie ab brachten sie zur Internierung nach Java. Frauen und Kinder blieben dort bis zum Einmarsch der Japaner; die Männer wurden in Internierungslager nach Britisch-Indien deportiert. Ob „Dead Smith“ auch diese zweite Internierung noch lebend überstanden hat, ist leider nicht bekannt. Hoffen wir es!



Jaduland! RochusSchmidt
RochusSchmi.:

Ein Buchtipp

 
18.11.06 21:57
#34
Henno Martin

'Wenn es Krieg gibt, geh'n wir in die Wüste'


1935 wurden zwei deutsche Geologen, Henno Martin und Hermann Korn, von ihrem Professor, Dr. Hans Cloos, nach dem damaligen Südwestafrika geschickt mit dem Auftrag, dort die Naukluft zu erforschen. Beide Geologen waren Individualisten und nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus in Deutschland 1933 stark gefährdet. Prof. Cloos erkannte diese Gefahr sehr frühzeitig und verschaffte den beiden immer wieder neue Forschungsaufträge, damit sie nicht nach Deutschland zurückkehren mußten.

Eines ihrer Forschungsgebiete war die Naukluft, der sie mehrere Expeditionen widmeten. Neben ihren Forschungsaufträgen befassten sie sich auch mit der Wassersuche im trockenen Südwest, und viele Farmer verdanken den beiden wasserreiche Bohrlöcher. Die Jugend im Lande war, wie auch in Deutschland, pro deutsche Reichsregierung eingestellt, und in Südwest erhoffte man sich wieder eine deutsche Kolonie "Südwest-Afrika". Beide Geologen waren jedoch politisch uninteressiert. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges beschlossen die beiden, in der Namib-Wüste wie die Buschleute zu leben und zu überleben. Über diese 2½ Jahre in der Wüste, ihren Kampf ums Überleben, über ihre Gespräche und Gedanken unter afrikanischem Sternenhimmel über den Irrsinn eines Krieges in Europa, wird in dem Buch beschrieben. Vieles hat heute noch für uns Gültigkeit mit unseren Sorgen zur Erhaltung der Natur und der Wasserresourcen für die kommenden Generationen.
Hermann Korn wurde nach 2 Jahren krank und somit fand ihr Abenteur ein Ende. Die damalige Mandatsregierung wußte von der unpolitischen Einstellung der beiden. Es war niemals vorgesehen, die beiden zu internieren.

Nach einem kurzen Gerichtsverfahren, weil ihre Fahrzeuge keine Lizenz hatten und eine Waffe nicht registriert war, stellte die damalige Mandatsregierung die beiden als Geologen beim Wasserbauamt ein.

Hermann Korn war der erste in Südwest, der auf die Idee kam, Wasser mit Hilfe eines Flugzeuges in diesem riesigen Land zu suchen. Sein früher Tod im Jahre 1946 ließ diesen Plan allerdings scheitern.

Henno Martin wurde ein weltbekannter Dozent der Geologie in Kapstadt (Südafrika), Saõ Paulo (Brasilien) und in Göttingen (Deutschland). Kennt man sein Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste", sollte man nicht verpassen, die Orte seiner Abenteuer aufzusuchen. Man kann danach besser verstehen, warum Henno Martin am Ende seines Lebens noch ein Buch schreiben mußte mit dem Titel "Menschheit auf dem Prüfstand", (Einsichten aus 4,5 Mrd. Jahren Erd-, Lebens- und Menschheitsgeschichte).

Als Ergänzung mit viel Insider-Informationen empfiehlt sich eine Lebensbeschreibung über Hermann Korn mit dem Titel "Zwiegespräch in der Wüste". Alle drei Bücher geben viele Anregungen zum Nachdenken, besonders wenn man persönlich die Einsamkeit, die grenzenlosen Weite und die fast greifbare Stille auf sich einwirken lassen konnte und einige Zeit am Rande oder in der Namib verbringen konnte.

Klaus & Barbara Ahlert von der Farm Niedersachsen sind gerne bereit, solche Erlebnisse ihren Gästen zu vermitteln.



Jaduland! 67491
Jaduland! RochusSchmidt

Hermann von Wissmann

 
#35
Hermann von Wissmann (* 4. September 1853 in Frankfurt an der Oder; † 15. Juni 1905 in Weißenbach bei Liezen, Steiermark) war ein deutscher Afrikaforscher. Er war Reichskommissar vom 8. Februar 1888 bis 21. Februar 1891 und Gouverneur vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 in Deutsch-Ostafrika.

Vor dieser Zeit betätigte er sich als Afrikaforscher u. a. im Auftrag des belgischen Königs 1883 bis 1885 in Zentralafrika und durchquerte 1886-1887 Afrika vom Kongo bis zur Sambesimündung.

Wissmann trat nach einer Ausbildung in einem Kadettenkorps 1873 als Fähnrich in ein mecklenburgisches Infanterieregiment ein und wurde 1874 Leutnant.

Mit dem Afrikaforscher Paul Pogge verließ er 1881 Luanda, gelangte über Malanje nach Kimbundo und nach Überschreitung des Kasai in das Gebiet der Tuschilange am Lulua. Von dort kamen sie zum Mukambasee, dessen wahre Ausdehnung bestimmt wurde, dann zu den kunstfertigen Bassongo, passierten den Lubilasch oder Sankuru und setzten nach Erreichen des angeschwollenen Luubu die Reise in Booten zum Lualaba fort. In Nyangwe trennten sich die Forscher; Pogge kehrte nach der Westküste zurück, Wissmann aber ging ostwärts weiter und erreichte in Begleitung des Sklavenhändlers Tippu Tip die Ostküste Afrikas am 15. November bei Saadani. Die erste Durchquerung Zentralafrikas eines Europäers von West nach Ost war gelungen, was bis dahin als undurchführbares Unternehmen galt.

Er kehrte dann über Sansibar und Ägypten nach Deutschland zurück. Nun gewann ihn der König Leopold von Belgien zu einer Forschungsreise in das südliche Kongobecken. Am 16. November 1883 verließ er, begleitet von den Leutnants Brüder Müller und Francois und Dr. Ludwig Wolf, Hamburg, um zunächst in Malange seine Expedition zu organisieren, was ihm durch die Übernahme von Pogges sämtlichen Leuten schnell gelang, so dass er am 17. Juli 1884 aufbrechen konnte.

Er stellte die verfallene Station Lu-buku wieder her und gründete am Lulua unter 5° 57' südlicher Breite und 22° 20' östlicher Länge die Station Luluaburg (das spätere Kananga). Während für die Talfahrt auf dem Lulua gerüstet wurde, entsandte er Leutnant François ostwärts zum Häuptling Mona Tende und Wolf auf eine Exkursion nach Norden. Die Fahrt wurde 28. Mai angetreten auf den zu diesem Zweck erbauten zehn großen Kähnen und zehn Kanus der Afrikaner, welche außer Wissmann, François, H. Müller (Fr. Müller war inzwischen gestorben) und Wolf 48 Träger und 150 Baluba trugen. Begleitet wurde er von seinem Blutsbruder Kalamba Mukenge, dem König der Bashilange, welchen er bereits von seiner 1. Durchquerung kannte. Am 5. Juni wurde der Zusammenfluss mit dem Kasai erreicht, am 16. Juni die Mündung des Sankuru passiert. Vom 24. Juni an hatte die Expedition eine Reihe von erbitterten Kämpfen zu bestehen, bis sie am 9. Juli Kwamouth und am 16. Juli nach 50-tägiger Fahrt Léopoldville erreichte.

Die längst vermutete Zugehörigkeit des Kasai zum Kongogebiet war damit festgestellt. Wissmann begab sich darauf zur Erholung nach Madeira, kehrte aber nach kurzem Aufenthalt zum Kongo zurück, um die Erforschung des Gebiets im Nordosten des Lulua wieder aufzunehmen. Nachdem er vergeblich versuchte die Baluba am Gebiet des Buschimanei, einem Zufluss des Lubilasch, mit Hilfe seiner Männer zu unterwerfen gemacht hatte, ging er nordostwärts und überschritt den Sankuru. Er musste aber vor dem dichten und sumpfigen Urwald zurückweichen und sich südwärts wenden und gelangte über Nyangwe, den Tanganjikasee und Nyassa auf einer neuen Route nach Mosambik und von dort über Sansibar und Ägypten nach Europa.

Nachdem Wissmann den Winter 1887/88 in Madeira zu seiner Erholung zugebracht und dort seine Reiseveröffentlichungen bearbeitet hatte, ging er im Auftrag des belgischen Königs nach Ägypten und kehrte darauf nach Deutschland zurück, um eine hier geplante Expedition zum Entsatz Emin Paschas(Eduard Schnitzer) zu übernehmen. Inzwischen waren ernste Unruhen in Deutsch-Ostafrika ausgebrochen, so dass sich das Deutsche Reich entschloss, einzugreifen, um den deutschen Besitzzustand zu retten und Emin Pascha zu unterstützen.

Der Reichskanzler Otto von Bismarck berief Wissmann, welcher die Beförderung zum Hauptmann erhielt, zum Reichskommissar; der Reichstag bewilligte eine Summe von 2 Millionen Mark. 21 deutsche Offiziere, Ärzte und Beamte sowie 40 Unteroffiziere wurden für den Dienst in der Schutztruppe in Afrika angeworben und aus Somali, Zulu und Sudanesen eine Kolonialtruppe gebildet. Zur Beförderung seiner Truppen von einem Küstenplatz zum anderen und zur Verbindung der Küstenplätze untereinander wurden fünf Dampfer angekauft. Das bei Sansibar stationierte deutsche Kreuzergeschwader leistete bei den sofort eröffneten Operationen gegen die Aufständischen wirksame Hilfe. Am 8. Mai 1889 wurde das befestigte Lager des Rebellenführers Buschiri bei Bagamoyo erstürmt. In schneller Folge wurden sodann Saadani, Pangani und Tanga genommen, wobei sich in jedem Fall geringerer Widerstand zeigte. Am 4. Dezember 1889 traf Wissmann mit Henry Stanley und Emin Pascha in der Küstenstadt Bagamoyo [bei Sansibar] zusammen.

Am 1. Mai 1895 wurde Wissmann zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt, musste aber bereits im Dezember 1896 sein Amt aus Krankheitsgründen niederlegen und nach Deutschland zurückkehren. 1896/97 unternahm er mit Bumiller eine Reise nach Russland und Sibirien, 1898/99 hielt er sich in Südafrika auf. Im Mai 1900 nahm Wissmann als Vertreter des deutschen Reiches an der auf seine Anregung – gemeinsam mit Stanley - in London tagenden Konferenz zur Herbeiführung eines Wildschutzes in Afrika teil.

1899 zog sich Wissmann auf seinen Landsitz in Weissenbach bei Liezen in der Steiermark zurück, wo er am 16. Juni 1905 durch einen Jagdunfall das Leben verlor.


Gedenken
Denkmäler wurden nach seinem Tod in Weißenbach/Steiermark, Bad Lauterberg im Harz und Daressalam (später in Hamburg, derzeit eingelagert) errichtet. In über 20 Städten, u.a. in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München, gibt es Straßen, die nach ihm benannt wurden. Einige dieser Straßen wurden schon zu seinen Lebzeiten, einige nach seinem Tode und viele erst in den zwanziger Jahren und während der Zeit des Nationalsozialismus benannt.

Eine gesellschaftliche Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands steht noch weitgehend aus – bis in die Kommunalpolitik, die für die Benennung von Straßen zuständig ist, sind die Erkenntnisse der historischen Forschung oftmals noch nicht vorgedrungen.

War er nun der, der ’stets mit einer weißen Weste zurückkam’ (angeblich ein Zitat Bismarcks) oder ’Deutschlands größter Afrikaner’, wie ihn zeitgenössische Biografen sahen, oder ’die in der damaligen öffentlichen Meinung weitgehend unumstrittene und sogar über die kolonialen Kreise hinaus populäre Figur’, laut Joachim Zeller, oder ’der äußerst umstrittene Kolonialheld’, wie ihn Thomas Morlang nennt, einfach ’ein Rassist’, wie ihn manche Diskussionsteilnehmer in Internetforen bezeichnen, ’einer, der sehr wohl einen emotionalen Bezug zu den Einheimischen besaß’, laut Gisela Graichen und Horst Gründer, oder gar ’ein großer Afrikaner’, wie ihn Mubabinge Bilolo aus der DR Kongo in seiner Rede beim 100. Todestag lobte? Die Meinungen gehen also weit auseinander, wie man auch in den Diskussionen im Internet anlässlich der Wissmann-Denkmal-Aktion im Hamburger Hafen im Jahr 2005 lesen konnte.


Jaduland! 73698


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