Italiens Banken: Berlusconi ante portas ?

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Italiens Banken: Berlusconi ante portas ? kiiwii
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Italiens Banken: Berlusconi ante portas ?

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09.10.08 10:25
#1
Banker fürchten Machtübernahme Berlusconis


Von Tobias Piller

Was passiert mit den italienischen Banken? Es könnte in Silvio Berlusconis Händen liegen

09. Oktober 2008 An Italiens Finanzplatz Mailand breitete sich panische Angst aus über ein Szenario, dem zufolge die italienische Regierung unter Silvio Berlusconi die internationale Bankenkrise nutzen wolle, um die wichtigsten italienischen Kreditinstitute unter staatliche Kontrolle zu stellen.

Am Mittwoch tagte angeblich zu diesem Thema ein Krisenstab mit dem Schatzminister Giulio Tremonti, dem Notenbankgouverneur und obersten Bankenaufseher Mario Draghi und dem Präsidenten der Mailänder Spezialbank Mediobanca, Cesare Geronzi. Für den Mittwoch- abend wurde zum Thema Bankenkrise eine außerordentliche Kabinettsitzung einberufen.

Italiens Banken bisher stabil

Ausgerechnet in Italien hat sich bisher das Bankensystem in den Krisenzeiten als außerordentlich stabil erwiesen. Bisher musste keine Bank aus einer Schieflage befreit werden; auch die Versorgung mit Liquidität war bisher nie in Frage gestellt. Dafür gibt es vielfältige Gründe: Zum einen waren Italiens Banken in der Vergangenheit wenig versucht, ihre Erträge mit spekulativen Investitionen in den Vereinigten Staaten aufzubessern, da in Italien das breite Bankgeschäft wegen der hohen Gebühren für die Privatkunden immer noch sehr attraktive Renditen aufweist.

Weil das italienische Rechtssystem nur schlecht funktioniert, gab es in Italien nie die Versuchung, an illiquide Kunden große Hypotheken auszureichen. Schließlich rettet die missliche Lage der Investmentfonds derzeit die Liquiditätsversorgung der italienischen Banken. Weil während der beiden vergangenen Jahre viele Kunden ihre Fondsanteile verkauft haben, sind die – in Italien verzinsten – Girokonten prall gefüllt und helfen nun mit Interventionen der Notenbank den italienischen Instituten über die Krisenlage hinweg.

Spekulationen über Probleme bei Unicredit haltlos

Dennoch ist die Versuchung der Regierung groß, die Krise als Vorwand zu benutzen, um damit missliebige Banker zu entmachten und das Bankensystem wieder unter staatliche Kontrolle zu stellen. Zielscheibe Nummer eins ist dabei der Chef der Gruppe Unicredit, Alessandro Profumo. Der hat sich in der Vergangenheit zu einer politischen Orientierung Mitte-links bekannt und hatte öffentlich an den Vorwahlen für Parteivorsitz und Spitzenkandidaten der Demokratischen Partei teilgenommen, die nach dem Wahlsieg von Berlusconi in die Opposition gehen musste. Zugleich hatte sich Profumo als Banker aber immer bemüht, der Politik so fern wie möglich zu bleiben. Auch gegenüber der Mitte-links-Regierung von Romano Prodi bis zum Frühjahr 2008 hatte Profumo keine Zugeständnisse gemacht, etwa, als es darum ging, die Privatisierung von Alitalia zu stützen. Doch ein Banker, dessen Institut zum größten im Euro-Land aufstieg und der sich jedem politischen Einfluss entzieht, muss in Italien immer wieder politische Zwischenfälle fürchten.

Profumo und seine Unicredit waren bereits während der vergangenen Woche Zielscheibe von Gerüchten und Spekulationen über einen Kurseinbruch. Bereits damals waren Gerüchte in Umlauf gebracht worden, Profumo werde wegen der historischen Niedrigstkurse für Unicredit-Aktien von seinem Amt zurücktreten – was wiederum für zwei Tage den Abwärtstrend der Unicredit-Aktien beschleunigt hat. Inzwischen hatten sich die Aktienkurse jedoch wieder weitgehend erholt, und die Spekulationen um Probleme bei Unicredit haben sich als haltlos erwiesen. Die Bankenspitze hatte als Reaktion auf die Spekulationswelle ihre Handlungsfähigkeit bewiesen und am Wochenende eine Kapitalerhöhung und zusätzliche Sparmaßnahmen beschlossen.

Regierung könnte indirekt die bisherigen Bankmanager entlassen

Dieser Umstand ficht die Regierung nicht an. Nach Informationen aus Bankenkreisen soll nun ausgerechnet die am besten kapitalisierte Bank die erste Zielscheibe einer „Rettungsaktion“ sein, die bisher banktechnisch gar nicht notwendig war. Ziemlich bald dürfte dann auf Unicredit die zweitgrößte Bank Intesa Sanpaolo folgen, deren Präsident dem früheren Ministerpräsidenten Romano Prodi besonders nahesteht.

Technisch gesehen, wird befürchtet, dass die italienische Regierung die Krisenzeiten zum Anlass nehmen wird, um hohe Kernkapitalquoten als Mindestkapitalisierung für die Banken vorzuschreiben, etwa 7 oder 8 Prozent. Daraufhin müssten alle Institute, die keine derartige Kapitaldecke vorweisen können, also alle in Italien, dem italienischen Staat die Möglichkeit zu einer Kapitalerhöhung geben, die wiederum auch den Hebel liefern soll, alle bisherigen Bankmanager zu entlassen. Damit würde die Regierung Berlusconi schließlich auch in Deutschlands zweitgrößtes Institut Hypo-Vereinsbank, einer Tochtergesellschaft von Unicredit, regieren können, nachdem noch bei der Übernahme im Jahr 2005 herausgestellt worden war, dass die Bankenspitze in Mailand von rein privatwirtschaftlichen Prinzipien geleitet sei.


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MfG
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Die User Happy End, ottifant und ecki werden gebeten, den User kiiwii weder zu beleidigen noch zu provozieren.
Italiens Banken: Berlusconi ante portas ? Maxgreeen
Maxgreeen:

selbst Schuld wenn man doofer Bänker ist

 
09.10.08 10:29
#2
Dumme Bänker machen immer die gleichen Fehler, schlaue Bänker immer neue. (frei nach Tucholsky )

Wer sein Konto überzogen hat braucht sich um seine Einlagen keine Sorgen machen. :)
Italiens Banken: Berlusconi ante portas ? derkompetente
derkompetente:

@ Maxgreen

 
09.10.08 10:42
#3
Banker sind nicht doof, im Gegenteil, Bänker sind sehr "gerissen" zum Beispiel die Generationen der Rothschilds,
Rockefellers, Morgans, Warburgs ..und  und..und. Ich denke dabei an das Jahr 1913 für die Vereinigten Staaten von Amerika. Mach Dich einmal schlau, was diesen Herrschaften damals gelang!
Italiens Banken: Berlusconi ante portas ? Maxgreeen

ich meine nicht alle Bänker, sondern die von #1

 
#4
Dumme Bänker machen immer die gleichen Fehler, schlaue Bänker immer neue. (frei nach Tucholsky )

Wer sein Konto überzogen hat braucht sich um seine Einlagen keine Sorgen machen. :)


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