Irakkrieg - Kosten bis zu 1,6 Billionen US$

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Irakkrieg - Kosten bis zu 1,6 Billionen US$ FranzS
FranzS:

Irakkrieg - Kosten bis zu 1,6 Billionen US$

 
30.12.02 08:15
#1
Krieg gegen Irak wäre finanzielles Abenteuer
28.12.2002

US-Experten schätzen Kosten samt Folgekosten auf bis zu 1,6 Billionen US-Dollar - Kaum Finanz-Zusagen der Alliierten
THOMAS SPANG
WASHINGTON (SN).

Vor Beginn des ersten Golfkriegs startete die damalige US-Regierung eine diplomatische Initiative unter dem Namen "Operation Tin Cup". Außenminister James Baker III. und andere Spitzendiplomaten der ersten Bush-Administration schwärmten im August 1990 aus, um bei den Alliierten Zusagen für die Begleichung der erwarteten Kriegszeche einzuholen. Die Aktion erwies sich als erfolgreich: so übernahmen die Verbündeten nach offiziellen Angaben des Pentagons 80 Prozent der Kosten zur Befreiung Kuwaits. Während bei den amerikanischen Steuerzahlern sieben Mrd. US-Dollar hängen blieben, berappten Deutsche, Japaner und Saudis jeweils mehr als das Doppelte. Das hässliche Wort von der "Scheckbuchdiplomatie" machte die Runde.

Im Unterschied zu damals sieht es heute danach aus, als blieben die Amerikaner auf dem Löwenanteil der Kosten eines neuen Krieges gegen den Irak sitzen. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ bereits wissen, dass es keine finanzielle Hilfe aus Deutschland geben werde. In Japan sind bedeutsame Finanztransfers politisch nicht durchsetzbar, und auch Saudi-Arabien hat zu erkennen gegeben, dass es aus dem Geldhahn allenfalls tröpfeln wird.

Schon warnen renommierte Ökonomen wie der Yale-Professor William D. Nordhaus davor, "die wirtschaftlichen Lasten eines Kriegs mit dem Irak zu unterschätzen". Ins gleiche Horn stößt der Chef-Haushälter der Demokraten im Repräsentantenhaus John Spratt. "Wer einen Krieg plant, sollte wissen, wer ihn bezahlt", kritisiert er die Bush-Administration.

Militäraufwand auf bis zu 200 Mrd. Dollar geschätzt
Das Weiße Haus hielt sich zuletzt mit Kosten-Projektionen zurück. Der inzwischen abgesetzte Wirtschaftsberater Bushs, Lawrence Lindsey, kassierte einen Rüffel, als er im September "100 bis 200 Mrd. US-Dollar" auf das Preisschild für eine neue Konfrontation mit dem Irak schrieb. Das unabhängige "Congressional Budget Office", das im Kapitol für die Projektion des Haushalts zuständig ist, schätzt die Kosten für eine kurze und erfolgreiche Militäraktion auf rund 50 Mrd. US-Dollar ein. Doch damit ist es bei Weitem nicht getan.

Yale-Professor Nordhaus stellte in seiner Analyse zur "eigenen Überraschung" fest, "dass die reinen Militärkosten nur einen Bruchteil der Gesamtausgaben ausmachen". In seine Berechnungen flie-ßen Komponenten wie Besatzungs- und Wiederaufbaukosten, humanitäre Aufwendungen, Auswirkungen steigender Ölpreise auf die Wirtschaft sowie indirekte Verluste, wie wachsende Haushaltsdefizite und Verbraucherzurückhaltung ein. Diese Faktoren gewichtet Nordhaus in einer Matrix zwischen "ungünstigster Verlauf" bis "optimaler Verlauf".

Der günstigste Fall geht von einem kurzen Krieg aus, in dem nur wenig irakische Infrastruktur zerstört wird, die Ölquellen weiter sprudeln und eine breite Koalition an Staaten die Folgekosten für Wiederaufbau und Friedenssicherung teilt. Das ungünstige Szenario sieht US-Truppen, die in verlustreichen Kämpfen in Bagdad und anderen Städten aufgerieben werden, die Zerstörung oder Verseuchung der Ölfelder durch irakische Truppen, das Übergreifen des Konflikts auf andere Staaten und eine Minimal-Koalition aus Staaten, die an der Seite der USA kämpfen.

Sein Ergebnis: Die Lasten eines Irak-Krieges schwanken zwischen 121 Milliarden und 1,6 Billionen US-Dollar. Der Professor räsoniert: Die USA hätten in ihrer Geschichte die Kosten von Kriegen "immer deutlich unterschätzt", und "Unilateralismus wird uns in jedem Fall teuer zu stehen kommen". Zudem sei die Annahme irreführend, die Kosten des Krieges könnten aus Iraks Ölreserven bestritten werden. "Für dieses Geld gibt es jetzt schon zu viele Anwärter."

Das in Washington angesiedelte "International Center for Strategic Studies" kommt zu einer etwas günstigeren Einschätzung. Die Wahrscheinlichkeit für das "Worst-Case-Szenario" wird hier zwischen 5 und 10 Prozent, die für den günstigsten Fall zwischen 40 und 60 Prozent eingeschätzt.

US-Administration: Kosten "eher unbedeutend"
Die Bush-Administration selbst lässt sich auf derartige Spekulationen nicht mehr ein. Gemessen an den Konsequenzen, die ein Terroranschlag wie am 11. September zeitigen würde, argumentierte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld kürzlich vor dem Kongress, seien die Kosten für neuen Waffengang "eher unbedeutend".

Yale-Ökonom Nordhaus überzeugen solche Argumente nicht. Die Regierung habe es versäumt, "die Menschen auf die Lasten der kommenden Jahre vorzubereiten", urteilt er und verweist auf das unter Bush rasant wachsende Haushaltsdefizit. Da eine "Operation Tin Cup" diesmal nicht aussichtsreich sei, "werden die Amerikaner wohl auf die eine oder andere Weise für diesen Krieg aufkommen müssen". In Frage kämen Ausgabenkürzungen, höhere Steuern, Leitzinserhö-hungen, verbunden mit steigenden Immobilienkosten.

Irakkrieg - Kosten bis zu 1,6 Billionen US$ FranzS
FranzS:

Kostenbeitrag??

 
30.12.02 09:14
#2
Wer kann sich vorstellen, einen eher "unbedeutenden Kostenbeitrag" zu liefern??

Grüsse
FranzS
Irakkrieg - Kosten bis zu 1,6 Billionen US$ FranzS

Nochmals zur Auffrischung!!! o. T.

 
#3


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