in gut 1 Woche ist Schluss mit lustig

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in gut 1 Woche ist Schluss mit lustig

 
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REISEPASS


/ Von November an enthält das Dokument biometrische Daten – und kostet mehr als das Doppelte




Von außen ist kaum ein Unterschied zu bemerken. Der E-Pass, wie der Reisepass von 1. November an heißt, unterscheidet sich von seinem Vorgänger lediglich durch ein kleines Signet auf dem Deckblatt, einer Art stilisierter Chip, wie man ihn von einer Telefonkarte her kennt. Die Neuerung versteckt sich im weinroten Umschlag. Dort verbirgt sich ein elektronischer Speicherbaustein, der bei Bedarf ausgelesen werden kann.

„Auf dem Mikrochip sind die Passdaten, das Lichtbild und die biometrischen Daten vom Lichtbild gespeichert“, sagt André Westhoff, Sachgebietsleiter beim Amt für Einwohnerwesen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Chip verzeichnet zum einen Informationen, die auch im gedruckten Pass stehen. Also Namen, Nationalität, Geburtsdatum und Geschlecht des Inhabers sowie Angaben über die Gültigkeitsdauer des Dokumentes. Außerdem enthält er auch biometrische Daten, Informationen über Körpermaße wie den Abstand zwischen Augen, Mund und Nase.


Deshalb ändern sich die Anforderungen an das Bild: „Wir benötigen Farb- oder Schwarzweißfotos, die frontal aufgenommen sind und auf denen das Gesicht zwischen 32 und 36 Millimeter groß ist“, sagt André Westhoff. „Augen-, Mund- und Nasenpartie müssen sehr gut zu erkennen sein.“ Die Konsequenz: Lachen ist auf Passbildern künftig tabu. Damit der Rechner die Fotos vermessen kann, dürfen die abgebildeten Personen nicht einmal den Kopf neigen, geschweige denn spiegelnde oder getönte Brillen tragen. Bundesdruckerei und Innenministerium informieren Fotografen mit einer Bildtafel über die neuen Vorgaben.


„Das Antragsverfahren bleibt, wie es ist“, sagt Westhoff. Die neuen Pässe sind weiterhin zehn Jahre lang gültig. Bei unter 26-Jährigen sind es fünf Jahre. Außerdem bleibt der alte, maschinenlesbare Reisepass weltweit gültig. Zwar haben die Vereinigten Staaten 2002 im „Gesetz zur verbesserten Grenzsicherheit und Visumpflicht“ festgelegt, dass für den visafreien Reiseverkehr von 26.Oktober 2006 an Pässe, die nach diesem Datum ausgestellt wurden, den Chip mit biometrischen Daten enthalten müssen. Maschinenlesbare Pässe, die vor diesem Datum ausgestellt sind, werden aber weiterhin akzeptiert. Das Visa-Waiver-Programm ermöglicht Bürgern der daran teilnehmenden Staaten, zu denen auch Deutschland gehört, ohne Visum in die USA einzureisen. Darüber hinaus gibt es nach Angaben des Auswärtigen Amtes bisher keine Staaten, die ähnliche Anforderungen wie die USA an die Reisedokumente stellen. Auch die Bundesrepublik verlangt von den Bürgern keines Landes, mit dem ein Abkommen zur Freizügigkeit besteht, E-Pässe für die Einreise ohne Visum.


Der neue E-Pass ist nur ein Zwischenschritt. Bereits jetzt steht fest, dass von 2008 an auch ein Fingerabdruck des Besitzers auf dem Chip gespeichert wird. Damit sind die Möglichkeiten des modernen Reisedokumentes längst noch nicht ausgeschöpft. Nach Informationen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) sind bereits Speicherplätze für die Augen und weitere Daten auf dem Chip angelegt. Von 2007 an soll auch der Personalausweis einen Speicherbaustein mit biometrischen Daten enthalten. Der Staat erhofft sich davon mehr Sicherheit.


Mit der Einführung des E-Passes ist die Bundesrepublik das erste Land, das die entsprechende Richtlinie der Europäischen Union umsetzt. Datenschützer betrachten den neuen Pass mit gemischten Gefühlen: In einer Stellungnahme bezweifelte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, dass die biometriegestützten Reisedokumente tatsächlich Sicherheitsgewinne bringen. Von allen Änderungen im Zusammenhang mit dem E-Pass werden die deutschen Bürger wohl nur eine tatsächlich bemerken: Wer nach dem 1.November einen neuen Pass erhält, muss mehr zahlen – für alle über 26 kostet das Dokument künftig stolze 59 statt bisher 26 Euro


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