In den USA droht größte Pleite der Geschichte
Stromhandelsriesen Enron geht Saft aus
New York - Der weltgrößte Stromhändler Enron steht vor dem Aus. Muss der US-Energiekonzern Konkurs anmelden, wäre dies eine der größten Firmenpleiten der Geschichte. Mit dem Scheitern der Übernahme durch den Wettbewerber Dynegy schaut es für die einstige Vorzeigefirma mehr als düster aus. Der Rivale begründete den Rückzug seines erst vor zwei Wochen verkündeten Rettungsplans für Enron damit, dass die Finanzrisiken noch größer seien als bisher gedacht.
Mehrere Ratingagenturen hatten zuvor ihre Bewertungen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf Junk-Bond-Status gesenkt. Das Enron-Debakel könnte auch die Banken teuer zu stehen kommen. Alleine die US-Institute Citigroup und J. P. Morgan drohen potenzielle Verluste von 400 Mio. Dollar (455 Mio. Euro/6,26 Mrd. S).
Nach diesen Hiobsbotschaften brach der Kurs der Enron-Aktie massiv ein. Am Mittwoch schloss das Papier bei 0,61 US-Dollar. Noch vor einem Jahr hatte die Enron-Aktie über 80 Dollar gekostet. Heute ist das Unternehmen, das vor rund einem Jahr noch einen Börsenwert von mehr als 80 Mrd. Dollar hatte, nur mehr 450 Mio. Dollar wert.
Ebenso spektakulär wie der jetzige Absturz war der Aufstieg von Enron zum globalen Branchenprimus. Ursprünglich startete das Unternehmen unter dem Namen Houston Natural Gas als kleiner Pipeline-Betreiber in Texas. Doch durch einen ehrgeizigen Expansionskurs wandelte es sich zum größten US-Energiehändler. Unter anderem kaufte Enron in den 90er-Jahren geschickt Leitungskapazitäten zu, baute sogar eigene Kraftwerke auf und entwickelte vor allem ein neuartiges Energiehandelssystem.
Noch im vergangenen Jahr legte Enron eine beeindruckende Bilanz hin: Der Umsatz betrug 101 Mrd. Dollar, der Gewinn über eine Mrd. Dollar. In der Liste der 500 wichtigsten US-Unternehmen des Magazins Fortune lag Enron auf dem siebenten Platz, weltweit auf dem 16.
Das Problem dabei: Die Bücher enthielten nicht die ganze Wahrheit. Um die enormen Kosten für die Zukäufe zu verschleiern, gründete Enron unzählige Nebenunternehmen, in denen die Schulden vor den Augen der Investoren versteckt wurden. Hinzu kam ein offenbar unfähiger Finanzdirektor. Am 16. Oktober teilte Enron mit, dass sich unter anderem 1,2 Mrd. Dollar seines Kapitals einfach in Luft aufgelöst haben - vernichtet in Fonds, die vom eigenen Finanzdirektor gegründet worden waren. Dieser ist inzwischen gegangen, die Schulden aber sind geblieben.
Enron muss nach Berechnungen in Kürze sieben Mrd. Dollar an Schulden begleichen, die nicht in den Büchern standen. Hinzu kommen Verpflichtungen von 3,9 Mrd. Dollar durch ebenfalls kriselnde Partnerunternehmen. Und ganz offiziell gibt es dann sowieso noch 13 Mrd. Dollar Schulden. (red)
Stromhandelsriesen Enron geht Saft aus
New York - Der weltgrößte Stromhändler Enron steht vor dem Aus. Muss der US-Energiekonzern Konkurs anmelden, wäre dies eine der größten Firmenpleiten der Geschichte. Mit dem Scheitern der Übernahme durch den Wettbewerber Dynegy schaut es für die einstige Vorzeigefirma mehr als düster aus. Der Rivale begründete den Rückzug seines erst vor zwei Wochen verkündeten Rettungsplans für Enron damit, dass die Finanzrisiken noch größer seien als bisher gedacht.
Mehrere Ratingagenturen hatten zuvor ihre Bewertungen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf Junk-Bond-Status gesenkt. Das Enron-Debakel könnte auch die Banken teuer zu stehen kommen. Alleine die US-Institute Citigroup und J. P. Morgan drohen potenzielle Verluste von 400 Mio. Dollar (455 Mio. Euro/6,26 Mrd. S).
Nach diesen Hiobsbotschaften brach der Kurs der Enron-Aktie massiv ein. Am Mittwoch schloss das Papier bei 0,61 US-Dollar. Noch vor einem Jahr hatte die Enron-Aktie über 80 Dollar gekostet. Heute ist das Unternehmen, das vor rund einem Jahr noch einen Börsenwert von mehr als 80 Mrd. Dollar hatte, nur mehr 450 Mio. Dollar wert.
Ebenso spektakulär wie der jetzige Absturz war der Aufstieg von Enron zum globalen Branchenprimus. Ursprünglich startete das Unternehmen unter dem Namen Houston Natural Gas als kleiner Pipeline-Betreiber in Texas. Doch durch einen ehrgeizigen Expansionskurs wandelte es sich zum größten US-Energiehändler. Unter anderem kaufte Enron in den 90er-Jahren geschickt Leitungskapazitäten zu, baute sogar eigene Kraftwerke auf und entwickelte vor allem ein neuartiges Energiehandelssystem.
Noch im vergangenen Jahr legte Enron eine beeindruckende Bilanz hin: Der Umsatz betrug 101 Mrd. Dollar, der Gewinn über eine Mrd. Dollar. In der Liste der 500 wichtigsten US-Unternehmen des Magazins Fortune lag Enron auf dem siebenten Platz, weltweit auf dem 16.
Das Problem dabei: Die Bücher enthielten nicht die ganze Wahrheit. Um die enormen Kosten für die Zukäufe zu verschleiern, gründete Enron unzählige Nebenunternehmen, in denen die Schulden vor den Augen der Investoren versteckt wurden. Hinzu kam ein offenbar unfähiger Finanzdirektor. Am 16. Oktober teilte Enron mit, dass sich unter anderem 1,2 Mrd. Dollar seines Kapitals einfach in Luft aufgelöst haben - vernichtet in Fonds, die vom eigenen Finanzdirektor gegründet worden waren. Dieser ist inzwischen gegangen, die Schulden aber sind geblieben.
Enron muss nach Berechnungen in Kürze sieben Mrd. Dollar an Schulden begleichen, die nicht in den Büchern standen. Hinzu kommen Verpflichtungen von 3,9 Mrd. Dollar durch ebenfalls kriselnde Partnerunternehmen. Und ganz offiziell gibt es dann sowieso noch 13 Mrd. Dollar Schulden. (red)