In den USA droht größte Pleite der Geschichte


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sir charles:

In den USA droht größte Pleite der Geschichte

 
30.11.01 09:34
In den USA droht größte Pleite der Geschichte


Stromhandelsriesen Enron geht Saft aus
New York - Der weltgrößte Stromhändler Enron steht vor dem Aus. Muss der US-Energiekonzern Konkurs anmelden, wäre dies eine der größten Firmenpleiten der Geschichte. Mit dem Scheitern der Übernahme durch den Wettbewerber Dynegy schaut es für die einstige Vorzeigefirma mehr als düster aus. Der Rivale begründete den Rückzug seines erst vor zwei Wochen verkündeten Rettungsplans für Enron damit, dass die Finanzrisiken noch größer seien als bisher gedacht.

Mehrere Ratingagenturen hatten zuvor ihre Bewertungen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf Junk-Bond-Status gesenkt. Das Enron-Debakel könnte auch die Banken teuer zu stehen kommen. Alleine die US-Institute Citigroup und J. P. Morgan drohen potenzielle Verluste von 400 Mio. Dollar (455 Mio. Euro/6,26 Mrd. S).

Nach diesen Hiobsbotschaften brach der Kurs der Enron-Aktie massiv ein. Am Mittwoch schloss das Papier bei 0,61 US-Dollar. Noch vor einem Jahr hatte die Enron-Aktie über 80 Dollar gekostet. Heute ist das Unternehmen, das vor rund einem Jahr noch einen Börsenwert von mehr als 80 Mrd. Dollar hatte, nur mehr 450 Mio. Dollar wert.

Ebenso spektakulär wie der jetzige Absturz war der Aufstieg von Enron zum globalen Branchenprimus. Ursprünglich startete das Unternehmen unter dem Namen Houston Natural Gas als kleiner Pipeline-Betreiber in Texas. Doch durch einen ehrgeizigen Expansionskurs wandelte es sich zum größten US-Energiehändler. Unter anderem kaufte Enron in den 90er-Jahren geschickt Leitungskapazitäten zu, baute sogar eigene Kraftwerke auf und entwickelte vor allem ein neuartiges Energiehandelssystem.

Noch im vergangenen Jahr legte Enron eine beeindruckende Bilanz hin: Der Umsatz betrug 101 Mrd. Dollar, der Gewinn über eine Mrd. Dollar. In der Liste der 500 wichtigsten US-Unternehmen des Magazins Fortune lag Enron auf dem siebenten Platz, weltweit auf dem 16.

Das Problem dabei: Die Bücher enthielten nicht die ganze Wahrheit. Um die enormen Kosten für die Zukäufe zu verschleiern, gründete Enron unzählige Nebenunternehmen, in denen die Schulden vor den Augen der Investoren versteckt wurden. Hinzu kam ein offenbar unfähiger Finanzdirektor. Am 16. Oktober teilte Enron mit, dass sich unter anderem 1,2 Mrd. Dollar seines Kapitals einfach in Luft aufgelöst haben - vernichtet in Fonds, die vom eigenen Finanzdirektor gegründet worden waren. Dieser ist inzwischen gegangen, die Schulden aber sind geblieben.

Enron muss nach Berechnungen in Kürze sieben Mrd. Dollar an Schulden begleichen, die nicht in den Büchern standen. Hinzu kommen Verpflichtungen von 3,9 Mrd. Dollar durch ebenfalls kriselnde Partnerunternehmen. Und ganz offiziell gibt es dann sowieso noch 13 Mrd. Dollar Schulden. (red)



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schmuggler:

Chapter11

 
30.11.01 09:38
30 Nov, 09:25 vwd  

Market Mover

Enron will nach Chapter 11 reorganisiert weiterbestehen

Houston - Enron Corp, Houston, arbeitet fieberhaft an der Vorbereitung eines Antrags für Chapter 11. Laut Kreisen will der Konzern sich danach einer grundlegenden Restrukturierung unterziehen und als kleineres, jedoch überlebensfähiges Unternehmen weiterbestehen, schreibt das "Wall Street Journal" (WSJ). Allerdings zweifeln viele Fachleute angesichts des unübersichtlichen Geflechts von Kontrakten und Verbindlichkeiten daran, dass Enron nicht doch in Teile zerlegt und liquidiert werden muss. Die für Europa zuständige unabhängige Tochtergesellschaft von Enron hat bereits am Donnerstag einen Antrag auf Gläubigerschutz eingereicht. Der Aussage einer Sprecherin zufolge war der Auslöser ein Zahlungsstopp der Muttergesellschaft. Der Antrag löste an den europäischen Energiebörsen erhebliche Unruhe aus. Händler kauften in der Befürchtung, auch andere Unternehmen könnten in den Sog geraten, Rohstoffkontrakte, um sich abzusichern. Darüber hinaus fielen die Aktien der großen nordischen Papierhersteller, da nun der Verkauf der hohen Papierbestände von Enron anstehen könnte, wodurch ein zeitweiliger Preisverfall ausgelöst werden würde. In den USA gehen unterdessen die Diskussionen über den wahren Stand der Verbindlichkeiten von Enron weiter. In der Bilanz werden lediglich 13 Mrd USD ausgewiesen, jedoch dürfte dies nur ein Bruchteil der gesamten Schulden sein. Auf ungefähr 27 Mrd USD schätzen Fachleute die Höhe der Verbindlichkeiten, die außerhalb der Bilanz anstehen: Drei Mrd USD an Bankschulden und sieben Mrd USD an Bonds seien noch nachvollziehbar. Die restlichen 17 Mrd USD entfielen allerdings auf komplexe, schwer durchschaubare Transaktionen mit einer Vielzahl von Partnern, vermuten die Experten. In diesem Kontext ist von Energie Derivatgeschäften, Dokumentenakkreditiven und anderen exotischen Finanzierungsinstrumenten die Rede.

Angesichts dieses Schuldenberges bezweifeln viele Beobachter, dass es für Enron noch ein Entkommen gibt. Es sei unwahrscheinlich, dass Finanzinstitute dem Energiehändler weitere Überbrückungskredite gewähren würden, um die Restrukturierungsphase zu überstehen, argumentieren die Vertreter dieser Theorie. Darüber hinaus sei mit einem schnellen Abwandern der Handelspartner von Enron zu rechnen, da es zahlreiche konkurrierende Plattformen dieser Art gebe




Schmuggler
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Brummer:

7 Mrd. Dollar die nicht in den Büchern stehen ??

 
30.11.01 09:39
ganz schön happig, was soll das sein ?
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JOHN MILLNER:

20 MRD $ Schulden .....

 
30.11.01 09:41
... das sollte mal mein bänker lesen, der kriegt ja schon bei meinen paar tausendern die krise .... :-)))
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sir charles:

So kann man von Platz 16 auf nix zurückfallen o.T.

 
30.11.01 09:58
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