Im Osten ist eine weitere Million Jobs bedroht

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Im Osten ist eine weitere Million Jobs bedroht bammie
bammie:

Im Osten ist eine weitere Million Jobs bedroht

 
27.07.05 13:37
#1
Ändert sich an den Rahmenbedingungen nichts, wird in Ostdeutschland nochmals eine Million Arbeitsplätze wegfallen, warnen Arbeitsmarktforscher. Wegen der alternden Bevölkerung droht zudem ein Fachkräftemangel.

Werden die Rahmenbedingungen für den deutschen Arbeitsmarkt nicht geändert, könnte in Ostdeutschland in den kommenden 15 Jahren eine weitere Million Arbeitsplätze verloren gehen. Im Westen werde die Zahl der Erwerbstätigen bis 2020 hingegen um 2,3 Millionen «kräftig steigen», heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Langfristprojektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ein «eigendynamischer Aufschwung in Ostdeutschland» sei «nach wie vor nicht absehbar», heißt es in der Studie.

Die Experten des zur Bundesagentur für Arbeit (BA) gehörenden Instituts betonen indes, dass ihre Projektion «nicht die Zukunft voraussagen kann». Sie diene dazu, «Handlungsspielräume aufzuzeigen» und die «Konsequenzen von Entscheidungen für den Arbeitsmarkt abzuwägen». Die Forscher unterstellen dabei ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP), dass mit 1,3 Prozent sogar doppelt so hoch liegt wie de Durchschnitt von 0,6 Prozent der zurückliegenden fünf Jahre.

Deutlich mehr Erwerbstätige ab 2010

Insgesamt werde die Zahl der Erwerbstätigen bis 2010 «fast wieder das Niveau von 2001 erreichen», sagen die IAB-Forscher vorher. Bis 2020 werde sie dann «um etwa 1,3 Millionen zunehmen». Dabei werde es in Land- und Forstwirtschaft, im Bergbau sowie in der Industrie weitere Beschäftigungsverluste geben, während der Dienstleistungssektor zulegen wird.

Für ihre Projektion unterstellen die IAB-Experten dabei, dass sich an der grundlegenden Struktur der deutschen Wirtschaft nicht viel ändern wird: Demnach rechnen sie für den Zeitraum bis 2020 mit einer «schwachen Binnennachfrage». Der Export bleibe «der dominante Faktor, der das Wachstum» des BIP treibe.

Facharbeitermangel droht «schon bald»

Einen Rückgang des Angebots an Arbeitskräften wird es laut IAB angesichts der demographischen Entwicklung «erst ab 2015» geben. Das so genannte Erwerbspersonenpotenzial werde bis 2020 um 1,4 Millionen Menschen abnehmen. Bis 2050 sollen sogar ein Minus von neun Millionen potenzieller Erwerbstätiger zu verzeichnen sein. «gleichzeitig altert das Erwerbpersonenpotenzial», heißt es weiter.

In Verbindung «mit einem Stillstand der Bildungsentwicklung» könne es «schon bald zu ernsthaften Problemen bei der Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte kommen», warnen die IAB-Experten. Daran werde auch eine jährlich Zahl von Zuwanderern von 200.000 nichts ändern. Dabei liege dieser Schnitt sogar nur leicht über dem langjährigen Wert von etwa 150.000 Menschen, die mehr nach Deutschland einwandern als auswandern. (nz)
Im Osten ist eine weitere Million Jobs bedroht danjelshake
danjelshake:

na da kann ich ja schonmal meine klamotten packen

 
27.07.05 14:35
#2
hat jemand n zimmer für mich?? *g*
bin auch weniger aufdringlich als logos...

mfg ds
Im Osten ist eine weitere Million Jobs bedroht bammie
bammie:

Abwanderung aus Ostdeutschland hält an

 
29.09.05 08:20
#3
Verfallende Landschaften

Zwischen 1991 und 2004 haben rund 2,18 Millionen Bürger Ostdeutschland den Rücken gekehrt und sich im Westen niedergelassen. Die Folgen sind gravierend

Frankfurt/Main - Mit den neuesten Wanderungszahlen des Statistischen Bundesamtes ist eine Problematik wieder ins Blickfeld gerückt, die Politik und Experten seit langem beschäftigt, aber weit von einer Lösung entfernt ist: Die Abwanderung vor allem junger Leute aus Ostdeutschland hat sich im vergangenen Jahr erneut fortgesetzt.

Insgesamt verloren die neuen Länder seit der Wende 2,18 Millionen Bürger, während nur 1,28 Millionen aus dem Westen zuwanderten. Damit betrug der Abwanderungsverlust der neuen Länder unterm Strich 900.000 Personen. Expertenberechnungen besagen, daß die Einwohnerzahl im Osten, die 2001 noch 13,7 Millionen betrug, bis 2020 auf rund zwölf Millionen zurückgegangen sein wird.

Nach Angaben der Statistiker waren von den knapp 150.000 Menschen, die die neuen Länder 2004 verließen, 54 Prozent zwischen 18 und 30 Jahre und 24 Prozent zwischen 30 und 50 Jahre alt. 15 Prozent waren unter 18 und neun Prozent über 50 Jahre alt. Laut Bundesamt ist dabei der Anteil der jungen Erwachsenen an den Abwandernden in den letzten zehn Jahren kontinuierlich angestiegen.

Die Folgen sind gravierend: Die Kommunen, deren Stadtbild manchmal schon den Eindruck erweckt, es sei tiefste Urlaubszeit, ziehen weniger Steuern ein, das Bildungsniveau sinkt, qualifiziertes Personal fehlt, die Konsumnachfrage geht zurück, und zahlreiche Wohnungen bleiben leer. 15 Jahre nach der deutschen Einheit stehen die Zeichen auf Alarm.

Demographische Entwicklung verschärft Problem

Das Problem wird noch verschärft durch die demographische Entwicklung. So verharrt nach den Worten des Dresdner ifo-Forschungsdirektors Marcel Thum die Geburtenrate im Osten auch im zweiten Jahrzehnt nach der Einheit noch unter der ohnehin schon niedrigen des Westens. Und weil überwiegend junge, erwerbstätige Menschen die neuen Länder verlassen, geht gerade die Generation, die selbst wieder Kinder bekommt. Laut Thum wird das durchschnittliche Alter der Bevölkerung im Osten von heute 42,6 Jahren bis zum Jahr 2030 auf 49,7 Jahre ansteigen.

Hinzu kommt, daß die neuen Länder überwiegend von den jungen Frauen verlassen werden. Während bundesweit auf 100 Männer 98 Frauen gezählt werden, lautet das Verhältnis in den neuen Ländern 100 zu 89.

Ostdeutsches Männerbild wirkt abstoßend

Die Magdeburger Sozialwissenschaftlerin Christiane Dienel sprach kürzlich in der „Zeit“ von einer „Spaltung der Lebenslagen entlang der Klassengrenzen“. Vor allem bildungsorientierte junge Frauen aus den Kleinstädten ziehe es in den Westen. Und das nicht zuletzt deshalb, weil sie Probleme mit den ostdeutschen Männern haben, von denen mehr als im Westen arbeitslos, dem Alkohol zugeneigt, rechtslastig oder immobil seien. „Solch einen Partner können sie sich nicht vorstellen“, sagt Dienel. WELT.de/AP
Im Osten ist eine weitere Million Jobs bedroht Karlchen_I

Die Botschaft wäre doch gewesen, dass

 
#4
die Abwanderung im vierten Jahr in Folge zurückgeht.

www.destatis.de/presse/deutsch/pm2005/p4090021.htm


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