Angesichts der günstigen Bewertungen und des niedrigen Zinsniveaus sieht der renommierte Vermögensverwalter Frank Lingohr gute Chancen für die Aktienmärkte.
mm.de: Lassen Sie uns mit einem Einzelwert anfangen. Als wir Mitte 2001 miteinander sprachen, warnten Sie dringend vor der T-Aktie . Damals lag der Kurs noch bei 25 Euro, heute 60 Prozent darunter. Sind Sie immer noch pessimistisch für die Deutsche Telekom?
Frank Lingohr, 54, ist einer, der es immer schon ganz genau wissen wollte. Seine Aktienauswahl trifft er, indem er per Computer mit einem aufwändigen Kennzahlen- System über 12.000 Unternehmen beobachtet. Anschließend unterzieht er die besten Papiere einem strengen Qualitätscheck. Im Jahr 1993 machte er sich selbstständig und verwaltet heute ein Vermögen von etwa 500 Millionen Euro.
Lingohr: Nun ja, Ron Sommer ist inzwischen weg, dadurch ist die Situation schon etwas besser geworden. Aber davon abgesehen ist die Telekom immer noch zu teuer. Derzeit sehen wir ein Kursziel von 5,85 Euro, und das bei einem aktuellen Kurs von 10,20 Euro. Auch viele andere Werte im Telekom-Sektor sind aus unserer Sicht zu teuer, daher halten wir uns eher zurück. Die Aktien, die wir im Portfolio haben, sind Qualitätstitel wie Telefonica , Cable & Wireless und Tele Danmark .
mm.de: Falls aber die Telekom nun einen geeigneten Nachfolger für Ron Sommer präsentiert? Es werden ja seit Wochen immer wieder neue Namen von hochkarätigen Managern gehandelt ...
Lingohr: Ob das sehr viel ändern würde, ist fraglich. Die ganze Branche hat ein massives Problem. Wenn man sich die Entwicklung bis Anfang 2000 ansieht, muss man feststellen, dass sich die Leute im Kaufrausch reich gerechnet haben, ohne auf die Zahlen zu achten. Für mich war das damals schon unverständlich. Vor allem auf dem Handymarkt wurden Prognosen ausgegeben, die völlig unrealistisch waren.
mm.de: Um von den Einzelwerten auf die allgemeine Situation zu kommen - wie ist ihre aktuelle Einschätzung der Finanzmärkte? Ist das Gröbste überstanden?
Lingohr: Ich halte es für durchaus möglich, dass wir jetzt den Beginn eines Aufschwungs und den Start eines zyklischen Bullenmarktes sehen. Wir haben gute Chancen, dass das Finanzjahr 2003 freundlich wird.
mm.de: Worauf stützen Sie diese Bewertung?
Lingohr: Auf eine ganze Reihe von Beobachtungen. Die Markttechniker von Merrill Lynch beispielsweise weisen darauf hin, dass die technischen Indikatoren alle gut aussehen. Die amerikanische Vereinigung der Kleinanleger hat eine "Bären-Quote" von 54,9 Prozent, das ist der höchste Stand seit rund zehn Jahren. Am vergangenen Donnerstag und Freitag lag die Put-Call-Ratio in den USA bei über 90 Prozent. Das alles signalisiert ein hohes Maß an Pessimismus bei vielen Anlegern, und das ist - wie wir wissen - eine Voraussetzung für nachhaltig steigende Kurse.
So long,
Calexa
www.investorweb.de
mm.de: Lassen Sie uns mit einem Einzelwert anfangen. Als wir Mitte 2001 miteinander sprachen, warnten Sie dringend vor der T-Aktie . Damals lag der Kurs noch bei 25 Euro, heute 60 Prozent darunter. Sind Sie immer noch pessimistisch für die Deutsche Telekom?
Frank Lingohr, 54, ist einer, der es immer schon ganz genau wissen wollte. Seine Aktienauswahl trifft er, indem er per Computer mit einem aufwändigen Kennzahlen- System über 12.000 Unternehmen beobachtet. Anschließend unterzieht er die besten Papiere einem strengen Qualitätscheck. Im Jahr 1993 machte er sich selbstständig und verwaltet heute ein Vermögen von etwa 500 Millionen Euro.
Lingohr: Nun ja, Ron Sommer ist inzwischen weg, dadurch ist die Situation schon etwas besser geworden. Aber davon abgesehen ist die Telekom immer noch zu teuer. Derzeit sehen wir ein Kursziel von 5,85 Euro, und das bei einem aktuellen Kurs von 10,20 Euro. Auch viele andere Werte im Telekom-Sektor sind aus unserer Sicht zu teuer, daher halten wir uns eher zurück. Die Aktien, die wir im Portfolio haben, sind Qualitätstitel wie Telefonica , Cable & Wireless und Tele Danmark .
mm.de: Falls aber die Telekom nun einen geeigneten Nachfolger für Ron Sommer präsentiert? Es werden ja seit Wochen immer wieder neue Namen von hochkarätigen Managern gehandelt ...
Lingohr: Ob das sehr viel ändern würde, ist fraglich. Die ganze Branche hat ein massives Problem. Wenn man sich die Entwicklung bis Anfang 2000 ansieht, muss man feststellen, dass sich die Leute im Kaufrausch reich gerechnet haben, ohne auf die Zahlen zu achten. Für mich war das damals schon unverständlich. Vor allem auf dem Handymarkt wurden Prognosen ausgegeben, die völlig unrealistisch waren.
mm.de: Um von den Einzelwerten auf die allgemeine Situation zu kommen - wie ist ihre aktuelle Einschätzung der Finanzmärkte? Ist das Gröbste überstanden?
Lingohr: Ich halte es für durchaus möglich, dass wir jetzt den Beginn eines Aufschwungs und den Start eines zyklischen Bullenmarktes sehen. Wir haben gute Chancen, dass das Finanzjahr 2003 freundlich wird.
mm.de: Worauf stützen Sie diese Bewertung?
Lingohr: Auf eine ganze Reihe von Beobachtungen. Die Markttechniker von Merrill Lynch beispielsweise weisen darauf hin, dass die technischen Indikatoren alle gut aussehen. Die amerikanische Vereinigung der Kleinanleger hat eine "Bären-Quote" von 54,9 Prozent, das ist der höchste Stand seit rund zehn Jahren. Am vergangenen Donnerstag und Freitag lag die Put-Call-Ratio in den USA bei über 90 Prozent. Das alles signalisiert ein hohes Maß an Pessimismus bei vielen Anlegern, und das ist - wie wir wissen - eine Voraussetzung für nachhaltig steigende Kurse.
So long,
Calexa
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