Hut ab vor Peer....

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Hut ab vor Peer.... lehna
lehna:

Hut ab vor Peer....

10
14.10.05 17:17
#1
Der Nachfolger vom blanken Hans übernimmt Finanzchaos pur...
Hut ab vor Peer.... 2170660
Allein Sozialbetrüger sahnen laut Eichels Behörde monatlich über 90 Mill. Euro ab,Steinbrück muss deshalb mit eisernen Besen kehren.
Soll der Haushalt wieder ins Lot kommen,muss auch beim Subventionswahnsinn abgespeckt werden.
Das geht nicht mit populären Sprüchen aber ich traus dem Steinbrück zu...
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Hut ab vor Peer.... Karlchen_I
Karlchen_I:

Oder so ein Kalauer.

 
16.10.05 22:07
#93
"Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs schrumpfte die Industriebeschäftigung in Deutschland schneller als in jedem anderen entwickelten Land der Erde."

Stimmt zwar - aber warum? Ist dem Guten natürlich nicht eingefallen, dass es in der DDR 3 Mio. Industiearbeitsplätze gab - und jetzt sind es in Ostdeutschland noch so 0,5 Mio.
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Sinn bezeichnet seine Aussagen

 
16.10.05 22:42
#94
als
"Zehn Thesen .....".
Thesen, wohlgemerkt!
Inwiefern sind diese durch konkrete Daten untermauert,
oder sind es nur Hypothesen eines Herrn Sinn über
mögliche zukünftige Entwicklungen?
Fragen über Fragen, kiiwii.

Ciao
BeMi
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

These

 
16.10.05 23:06
#95
Eine These ist ein Gedanke oder Satz, dessen Wahrheitsinhalt eines Beweises bedarf.

Der Verfasser einer These behauptet die Wahrheit derselben.
Ist die These nicht haltbar, muss sie verworfen werden.
Andernfalls kann an der These festgehalten werden.

Eine These ist allgemein aufgefasst eine Aussage, deren Aufgabe darin besteht, das Wesentliche aus dem Komplex von Aussagen in pragmatisch wirksamer Weise zur Geltung zu bringen.
de.wikipedia.org/wiki/These
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Ideologische Wahnwelt?

 
16.10.05 23:17
#96
"Ideologische Wahnwelt"

In der vergangenen Ausgabe druckte die "Welt am Sonntag" Auszüge aus Ifo-Chef Hans-Werner Sinns neuem Buch "Die Basar-Ökonomie". Im folgenden dokumentieren wir einen Teil der Reaktionen unserer Leser
von Ulrich Machold

Die Lohnkosten sind in Deutschland lediglich ein Steinchen im Problem-Mosaik. Dennoch teile ich die Meinung des Buchautors grundsätzlich, daß sie, gemessen an der Produktivität, insgesamt viel zu hoch sind. Deutschland ist mittlerweile schon seit Jahrzehnten wohlfahrtsfett, und die Einheit hat viele strukturelle Defizite nur noch offensichtlicher gemacht. Wenn wir nicht begreifen, daß wir mit geringqualifizierter Arbeit en masse keine Blumentöpfe mehr im weltweit umkämpften Markt der Kosten gewinnen können, dann gehen in Deutschland sowieso bald die Lichter aus. Der vielbeschworene Sozialstaat ist die Wurzel allen Übels. Mit seiner Umverteilungsbürokratie verschlingt er nicht nur Milliarden, er schreckt auch willige Investoren ab. Meines Erachtens bleibt Deutschland nur noch das Schicksal eines Kranken: Erst nach dem Kollaps geht er zum Arzt und pflegt sich anschließend gesund. Es ist nur zu hoffen, daß der Mediziner im Falle Deutschlands kein linker oder rechter Rattenfänger ist.

Udo Sonnenberg, Berlin


Herrn Professor Sinn ist uneingeschränkt zuzustimmen! Als Praktiker, gelernter Maschinenschlosser, graduierter Maschinenbauingenieur, diplomierter Wirtschaftsingenieur, war ich in den letzten 40 Jahren in fünf Firmen als Fertigungsingenieur, Abteilungsleiter Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung und -steuerung, Controlling etc. tätig. Bei keinem Vorstellungsgespräch, bei keiner Arbeitsvertragsverhandlung kam der Begriff "Produktionsverlagerung ins Ausland" vor. Doch gerade dies war meine wesentliche Tätigkeit in den vergangenen vier Jahrzehnten. Vor kurzem habe ich meine Berufstätigkeit mit der Verlagerung von 1000 Arbeitsplätzen aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Irland, England und Holland abgeschlossen. Mitte der 1960er Jahre war ich als junger Fertigungsingenieur im Raum Stuttgart in einem Zulieferbetrieb der Autoindustrie mit 3500 Mitarbeitern beschäftigt. Da Daimler-Benz für "ungelernte Tätigkeit" 20 bis 30 Prozent mehr Lohn bezahlte, als wir es uns leisten konnten, war meine überwiegende Tätigkeit: Aufbau von Subunternehmern in strukturschwachen Gebieten Süddeutschlands, Aufbau eines Zweigunternehmens in Österreich und eines Joint Venture in Ungarn. Um es nochmals deutlich zu sagen: Dies war vor 1970.

Werner Völkl, Dietzenbach


Professor Sinn beschreibt nur einen Teil der ökonomischen Realität in Deutschland, nämlich die Tariflöhne. In vielen Firmen und Regionen (vor allem in Ostdeutschland) wird aber deutlich unter Tarif gezahlt, und in vielen kleinen und mittleren Betrieben hat es (in ganz Deutschland) in den letzten Jahren sogar nominale Lohnsenkungen gegeben. Weiterhin gibt es viele Arbeitnehmer wie Praktikanten, die sehr wenig oder gar keinen Lohn erhalten. Mehr Flexibilität ist kaum zu leisten.

Jürgen Drzymalla, Leverkusen


Laut dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft betragen die Arbeitskosten je Arbeiterstunde im verarbeitenden Gewerbe in Polen 3,29 Euro und in Deutschland 26,32 Euro. Trotzdem nahm im Zeitraum 1998 bis 2003 die Anzahl der Erwerbstätigen in Polen um 1,8 Millionen ab, während sie in Deutschland um 0,8 Millionen zunahm. Die Arbeitslosenquote stieg in Polen von 10,2 auf 19,2 Prozent und in Deutschland von 9,1 auf 9,6 Prozent. Die Erwerbstätigenquote sank in Polen von 39,8 auf 35,6 Prozent, und in Deutschland stieg sie von 46,1 auf 46,8 Prozent. Ein Zusammenhang zwischen Arbeitskosten und der Arbeitslosenquote existiert nur in der ideologischen Wahnwelt von Marktfundamentalisten - in der Realität gibt es einen solchen Zusammenhang nicht! Dänemark hat weltweit die höchsten Arbeitskosten und eine geringe Arbeitslosenquote. Obwohl laut Institut der deutschen Wirtschaft die Arbeitskosten je Arbeiterstunde im verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2004 in Ostdeutschland 17,15 Euro und in den Niederlanden 23,74 Euro betrugen, ist die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland um ein Mehrfaches höher als in den Niederlanden. Das Institut der deutschen Wirtschaft, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Statistische Bundesamt haben die Basar-Ökonomie-These von Professor (Un-)Sinn längst widerlegt. Die exportinduzierte Bruttowertschöpfung stieg im Zeitraum 1995 bis 2002 von 16,2 auf 20,8 Prozent.

Jürgen Heidmann, Hamburg


Für Sinn ist es vielleicht zu trivial, daß die Wertschöpfung pro Arbeitnehmer in zwei Teile aufgeteilt wird: einerseits den Lohn, andererseits die Kapitalrendite in ihren diversen Formen. Was bedeutet also, als Arbeitnehmer "zu teuer" zu sein? Eine naheliegende Interpretation wäre "teurer als früher". So ist es aber nicht. Die Lohnquote, die den Anteil des Lohns an der Wertschöpfung beschreibt, ist nicht gestiegen, sondern gesunken.


Es ist keine Klassenkampf-Parole, sondern eine nüchterne und triviale Feststellung, daß dadurch der Anteil der Kapitalrendite nur gestiegen sein kann, da es nur diese zwei Anteile gibt. Und hier liegt des Pudels Kern: Das internationale Kapital hätte einfach gern einen größeren Anteil, als früher üblich war, zum Beispiel statt der in Deutschland in der Nachkriegszeit üblichen rund 30 Prozent einen Anteil von 44 Prozent wie im "Tigerstaat" Irland. Das Wort "wettbewerbsfähige Löhne" bezeichnet in diesem Zusammenhang nur noch die Bereitschaft, als Arbeitnehmer von einem immer kleineren Teil des volkswirtschaftlichen Kuchens zu leben. Es gibt hier keine "natürliche Grenze". Wenn man die Globalisierung als Naturphänomen auffaßt, dem man sich unterordnen soll, ist an der Position von Herrn Sinn natürlich nichts auszusetzen. Die Globalisierung ist aber nicht über uns hergefallen, sondern wurde von unserer Politik zielstrebig herbeigeführt. Und genauso steht es uns frei, diesem System zielstrebig entgegenzuwirken, auch wenn der Weg nicht kurz und nicht leicht ist.

Tomas Hrycej, Ulm


Hans-Werner Sinn hat recht mit seiner Behauptung. Doch Sinns Weisheit ist die Weisheit eines Einäugigen. Sinn ist genauso dogmatisch in seiner Partialsicht wie Lafontaine. Man darf nicht nur eine Seite der Medaille betrachten. Angebot und Nachfrage gehören untrennbar zusammen. Löhne sind immer gleichzeitig Kosten und Einkommen. Niedrige Kosten = niedrige Einkommen. Hohe Einkommen = hohe Kosten. Hier gilt es, sich durchzuhangeln. Pragmatiker wissen das, Patentlösungen sind hingegen typisch deutsch. Der Begriff "Basar-Ökonomie" ist unglücklich und falsch. Was hierzulande stattfindet, ist vielmehr das Modell der Zukunft. Lohnintensive Vorproduktion - ab ins Ausland! Das machen uns zudem alle erfolgreichen Länder vor. Und wo will Herr Sinn eigentlich hin? Wir sind schon jetzt der größte Exporteur der Welt. Bei weiteren Lohnkürzungen überfluten wir die Welt mit unseren Gütern.

Dr. Bernd Niquet, Berlin


Hohe Lohnkosten, daraus resultierender Arbeitsplatzabbau und fehlende Investitionsbereitschaft sind vordergründig die zentralen Probleme Deutschlands. Als Hintergrund haben sie aber die Unfähigkeit der Regierungen, dem Bürger in klar verständlicher Form zu erklären, daß wir seit Jahren über unsere Verhältnisse leben. Und daher nicht erwarten können, mit den Sozialgesetzen des vorvorigen Jahrhunderts und dazugehörigem Besitzstanddenken ein positives Umfeld für Investitionsbereitschaft und damit für unsere Zukunft zu schaffen. Insofern ist gesamthaftes Handeln eingefordert: große Föderalismusreform mit Wahlgesetzreformen in Bund und Ländern, Steuerreform und Sozialreformen.

Dr. Dirk Detlef


Das zentrale Problem sind also die deutschen Lohnkosten! Mit Niedriglohnländern wolle man zwar auf keinem Fall konkurrieren, aber die Löhne müssen trotzdem erst mal runter. Was auch immer das heißen mag, daß es sich auch hier um eine extrem verkürzte Darstellung der Problematik handelt, bedarf keiner weiteren Begründung. Ich gebe zu, als Laie vermag ich die Zusammenhänge bestimmt nicht so gut zu verstehen wie ein Nationalökonom. Anderseits, und das sagt mir mein gesunder Hausverstand, werden die billigen Scheinargumente der Wirtschaftslobby auch dann nicht wahrer, wenn sie im gespreiztem Terminus von Wissenschaftlern präsentiert werden.

Marius Mager, Frankfurt/Main


Vor dem Hintergrund einer abwechslungs- und lehrreichen 40jährigen Berufstätigkeit (u. a.: Wirtschaftsforscher, Unternehmensberater, Leiter des Planungsstabs im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, Unternehmer) wurde mein armes Hirn von einer Sturzflut an Einwänden gegen die Position von Herrn Sinn überflutet. Aus dieser Flut möchte ich folgende persönliche Erfahrungen zur Diskussion stellen: In einem meiner letzten Projekte ging es darum, für einen führenden Werkzeugmaschinenhersteller mit Sitz in Deutschland die gußeisernen Maschinenrohlinge sehr preiswert aus Tschechien und aus Polen zu beziehen. Sie werden in Deutschland "veredelt", das heißt zu Maschinen mit viel Feinmechanik, Elektronik und "Made in Germany"-Label fertiggestellt. Bei den Rohlingen beträgt der Kostenvorteil gegenüber einem einheimischen Guß mindestens 50 Prozent.


Vor etlichen Jahren habe ich auch geholfen, eine Eisengießerei in Deutschland zu liquidieren. Sie hatte keine Zukunft: zu hohe Löhne, zu kostenträchtige Auflagen des Umweltschutzes.


Nun frage ich Herrn Sinn und alle, die die These von den zu hohen Löhnen in Deutschland vertreten: Ist ein Weg zurück (niedrigere Löhne, geringerer Umweltschutz, Wiederaufbau einer Niedriglohn-Vorprodukte-Industrie mit Un- und Angelernten) nicht reine Utopie? Eine rhetorische Frage! Denn tatsächlich hängt Herr Sinn einer nicht mehr wiederzubelebenden Vergangenheit an; statt sich mit einer realistischen Zukunft zu beschäftigen. Meine Doktorarbeit (1969) hieß: "Wirtschaftswachstum durch Ausbildung und Forschung" - und das ist auch heute noch richtig.

Dr. Dirk Beckerhoff


Natürlich sind die hohen Lohnnebenkosten das zentrale Problem Deutschlands. Die deutschen Arbeitnehmer sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Deutschen Tugenden, die früher galten, wie Pünktlichkeit, Fleiß, Genauigkeit haben sich in den letzten 20 Jahren verflüchtigt. Unsere Nachbarstaaten haben aufgeholt und können von der Bildung und dem Know-how mit uns mithalten.


Sie haben allerdings den Vorteil, daß ihr Lebensstandard viel niedriger ist als der von uns. Sie sind fleißig und sehr motiviert, da sie sich etwas aufbauen können. Unsere künftigen Generationen müssen mit viel weniger auskommen und Bescheidenheit üben. Nur wenn wir die hohen Lohnnebenkosten senken, können wir für die Zukunft neue Arbeitsplätze schaffen. Um die Nebenkosten zu senken, muß unser Sozialstaat radikal umgebaut werden.

Birgit Götz per E-Mail


Die hohen Lohnkosten sind ein wesentlicher Teil der gesamten Personalkosten. Allerdings bleibt auch dies nur Stückwerk, wenn die Personalkosten beeinflussende Faktoren, wie zum Beispiel das Arbeits- und Tarifrecht, nicht auf ein vertretbares Maß reduziert werden. Und da hört bei den Politikern, denen das persönliche Wohl (wie derzeitig beim Kanzlergezerre) vor dem des Staates geht, jedes Verständnis auf. Denn sie wollen von einer Wählerschaft wiedergewählt werden, die vorsätzlich nicht über wirtschaftliche Zusammenhänge aufgeklärt wird. Diese Erkenntnis gilt sicherlich leider auch für viele ideologisch ausgerichtete Politiker. So wird es auch in einer großen Koalition unter den derzeitigen Verhältnissen wirtschaftlich weiter abwärtsgehen, zumal auch die CDU nun wieder das "Soziale" pflegen will. Die Ausführungen von Professor Sinn sind daher voll zutreffend.

K. Wollers per E-Mail


Was bedeuten schon 27,60 Euro Arbeitskosten je Stunde? Was bedeutet dieser Lohn netto für den Arbeitnehmer? Ich kenne Leute, die arbeiten den ganzen Tag und bringen trotzdem nur 1300 Euro netto nach Hause. Man kann nicht nur das verarbeitende Gewerbe als Maßstab nehmen. Wie viele Menschen müssen für zwölf bis 15 Euro brutto arbeiten? Der Autor spricht darüber, daß deutsche Löhne nicht mehr "marktgerecht" seien. Was will er damit sagen? Warum nicht gleich ehrlich sein und sagen, daß die Löhne runter müßten! Aber dann müßte so ein kluger Autor auch sagen, wie der Durchschnittsarbeitnehmer seine Miete, sein Essen, die Autoreparatur, die neue Waschmaschine und die Klassenfahrten der Kinder bezahlen soll. Es ist ja nicht anzunehmen, daß der Vermieter auch mit der Miete runtergeht oder das Benzin billiger wird. Länder mit geringeren Arbeitskosten, wie Italien und Frankreich, haben ebenfalls eine hohe Arbeitslosigkeit, dafür haben Norwegen, Dänemark und die Schweiz mit ähnlich hohen Lohnkosten weniger Arbeitslosigkeit. Da muß es doch noch andere Erklärungen geben.

Herbert Plattner, Petershagen


Hier wird platte Ideologie betrieben. Wenn letztlich nur die Löhne und Steuern als standortrelevant anzusehen wären, dann würden alle Unternehmen in Afrika investieren. Dort gibt es keine Steuern, und die Lohnkosten betragen maximal zehn Cent pro Stunde. Einen guten Standort machen dagegen viele Punkte aus: Infrastruktur, Bildung, Sicherheit, Kultur, Lage - um nur einige zu nennen. Und noch einen Standortfaktor will ich nicht vergessen, der es Hans-Werner Sinn erst gestattet, seine Kampfschrift zu veröffentlichen: die Meinungsfreiheit.

Manfred Stoelting -Lesen Sie weitere Briefe unter:

Artikel erschienen am 16. Oktober 2005
 
WAMS.de 1995 - 2005
www.wams.de/data/2005/10/16/789523.html?s=4
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Sein neuestes Buch (Vorabdruck)

 
16.10.05 23:27
#97
www.wams.de/data/2005/10/09/786478.html

www.wams.de/data/2005/10/16/789597.html

www.wams.de/data/2005/10/09/786479.html
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Weitere Stimmen dazu

 
16.10.05 23:29
#98
www.wams.de/data/2005/10/16/789235.html
Hut ab vor Peer.... duschgel
duschgel:

wohlfahrtsfett?

 
16.10.05 23:41
#99
solche Vokabeln können aber auch nur einem Speckkopf wie Sinn einfallen.
Ekelhaft!
Sämtliche VW-Theoretiker haben es noch nie geschafft, Phänomene im Voraus zu erklären. Hinterher sind wir alle schlauer. Ich finde sie alle reichlich anmaßend, Sinn ist da sogar eher noch eine gemäßigte Erscheinung
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Sich an einem Begriff

 
17.10.05 00:18
stören, festhalten ...
Eine merkwürdige Art der Stellungnahme.
.... und was zur Sache?
Sinn könnte doch recht haben!?!?!
Odda?
Hut ab vor Peer.... duschgel
duschgel:

da kannst du recht haben

 
17.10.05 00:40
werde mich morgen näher damit befassen ;-)
leider sind es immer diese merkwürdigen Vokabeln, die sich in den Hirnen festsetzen. ich unterstelle da zunächst  einmal Absicht.
Hut ab vor Peer.... Karlchen_I
Karlchen_I:

Recht haben?

 
17.10.05 00:49
Dann soll er mal erklären, warum die Exporte an Industriegütern 2004 um 40% höher waren als die Importe - da doch hier nur noch Fertigwaren an Importen zusammengeschraubt werden.
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Ex-post- versus Ex-ante-Betrachtung?

 
17.10.05 00:59
Hut ab vor Peer.... Hartz5
Hartz5:

Ohne Sinn und Verstand! o. T.

 
17.10.05 06:14
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

kiiwii

 
17.10.05 10:40
Auf Dienstreise oder
wieder ein stressiger Arbeitstag?

Viele Grüße
B.
Hut ab vor Peer.... gurkenfred
gurkenfred:

re p34/karlchen:

 
17.10.05 11:19
"Haste dich schon mal gefragt, dass es bei einem Schuldner (hier: Staat) auch nen Gläubiger geben muss? Wer ist das aber - ist es vielleicht nicht der Bürger, der etwa seine Kohle in Lebensversicherungen gepackt hat und das der nächsten Generation zufließt?"

du glaubst doch nicht ernsthaft, daß der nächsten generation irgendwas anderes als bunt bedrucktes papier und wertlose zettel, auf denen "Anleihe" steht, hinterlassen wird????
träum weiter.


mfg
GF

Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Eine Schlammschlacht made in Germany

2
18.10.05 14:09

Eine Schlammschlacht made in Germany

von Christiane Karweil, Berlin

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sollte Krawall gewohnt sein. Seit Jahren werden seine Theorien vom Niedergang der deutschen Wirtschaft von anderen Experten angezweifelt.

Hut ab vor Peer.... 2175434  Das neue Buch von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn

Doch die Kritik, die pünktlich zur Veröffentlichung seines neuen Buches "Die Basar-Ökonomie" niederprasselt, ist von neuer Qualität: Medienwirksam wehrt sich das deutsche Vorzeigeunternehmen Porsche gegen Sinns Theorien.

Der "Professor aus München" verlasse sich bei seiner Analyse auf "Halbwahrheiten", heißt es aus der Zentrale des Stuttgarter Autobauers. Systematisch ignoriere er Statistiken, die man eigens für ihn zusammengestellt habe. "Das muss einem schon zu denken geben", sagte Porsche-Sprecher Christian Dau gegenüber der FTD.

Cayenne als Beleg für Basar-These

Der Hintergrund des Streits: Sinn benutzt den Porsche Cayenne in seinem Buch als Beleg für seine These von der Basar-Ökonomie. Deutschland sei auf dem besten Weg, zu einem reinen Warenumschlagplatz zu verkommen. Die aus dem Ausland importierten Güter würden in Deutschland lediglich zusammengeschraubt und erhielten zuletzt noch das Siegel "made in Germany". "Etikettenschwindel" sei dies - etwa beim Cayenne, von dem unter anderem die Karosserie im Ausland gefertigt wird. Nach Sinns Rechnung beträgt der deutsche Anteil am Porsche-Cayenne nur 38 Prozent.

Hut ab vor Peer.... 2175434  Hintergrund des Streits: Der Porsche Cayenne

Dau sieht das ganz anders: Der deutsche Wertschöpfungsanteil an dem Auto liege bei 60 Prozent. Das Gütesiegel "Made in Germany" dürfe rein rechtlich schon ab einem Anteil von 45 Prozent vergeben werden. "Es gibt klare Regeln, und die erfüllen wir." Die genaue Aufschlüsselung darüber, welche Teile aus Deutschland kämen, habe man Sinn mehrmals zukommen lassen. Ohne Erfolg. "Stattdessen stochert Sinn weiter im Nebel."

"Porsche stellt die genauen Zahlen nicht zur Verfügung"

Der Professor sieht das anders: "Porsche stellt die genauen Zahlen nicht zur Verfügung." So sei nicht bekannt, wie hoch der inländische Wertschöpfungsanteil bei den deutschen Zulieferern ist. Denn auch die Lieferanten schraubten ihre Produkte aus Importgütern zusammen. Das Ausmaß könne man sich nur "zusammenreimen".

Bei Porsche wirft man ironisch ein, dass man auch noch berücksichtigen könne, dass das Eisenerz für die Autobleche aus Afrika stamme. Nur, wo führe das hin? Allein dahin, dass der Standort Deutschland schlechtgeredet werde. "Was reitet diesen Mann eigentlich?", fragt Dau.

ftd.de, 12:48 Uhr
2005 Financial Times Deutschland, © Illustration: ftd.de, Porsche

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Hut ab vor Peer.... duschgel
duschgel:

wenn er zuerst behauptet, hier wird nur noch

 
18.10.05 15:54
zusammengeschraubt und speziell Porsche als Beispiel nimmt, dann muss er sich auch an deren Wertschöpfung orientieren und kann er nicht im zweiten Schritt hingehen und sämliche Vorstufen auseinandernehmen.
Wenn man sich die Zahlen so dreht, wie man es braucht, kann man letztlich alles beweisen.
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

up für den gerade anwesenden Sinn-Fan o. T.

 
18.10.05 21:19
Hut ab vor Peer.... kiiwii
kiiwii:

jepp, danke.

 
18.10.05 21:27
Bin aber jetzt beim Basar-Fußball-kucken.

MfG
kiiwii
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Hallo, kiiwii,

 
18.10.05 21:33
ich schau lieber Bloomberg,
um 21:55 Plusminus.

Viele Grüße
B.
Hut ab vor Peer.... lehna
lehna:

Deutschland ist mit weit über 1 Bill. Schulden....

3
19.10.05 09:55
kaum noch handlungsfähig.
Allein 40 Mrd. Euro gehen jährlich für Zinsen drauf.
Es geht auch anders:
Grossbritannien z.B. einst ähnlich verschuldet,konnte sich dank Thatchers knallharter Reformen selbst aus dem Sumpf ziehen.
Bei uns siehts nicht danach aus,die Gefahr bleibt,dass die große Koalition der größte anzunehmende Stillstand wird...


Hut ab vor Peer.... kiiwii
kiiwii:

lehna, die 40 mrd € Zinsen fließen

 
19.10.05 10:34
jedes Jahr an die Gläubiger (das sind die Leute, die so dumm sind, dem Staat für eine Mini-Verzinsung ihr Geld zu leihen), im wesentlichen institutionelle Investoren, aber natürlich auch vermögende Privatleute. Sie stehen dort für jedwede Verwendung zur Verfügung, d.h. sie erhöhen die handlungsfähigkeit der Gläubiger (anstelle der des Staaates). Wichtig ist aber: Sie werden dem Wirtschaftskreislauf nicht entzogen.

Da man aber realistischerweise davon ausgehen muß, daß die Schulden nie getilgt (sprich: der Schuldenberg nie effektiv vermindert wird - es sei denn real durch Inflation - ), sondern allenfalls bei Fälligkeit refinanziert werden durch Ausgabe neuer Bonds, ist das Hauptproblem der Staatsverschuldung ein verteilungspolitisches:

Die jährlich an die Gläubiger fließenden 40 mrd € Zinsen sind letztendlich eine
Umverteilung von unten nach oben, weil die "Vermögenden" zulasten der Steuerzahler für ihre Gläubigerposition belohnt (oder "entschädigt") werden müssen, was zu einer immer ungleicheren Einkommens- und Vermögensverteilung führt nach dem Motto: "Wer hat, dem wird gegeben, wer nix (wenig) hat, dem wird noch was genommen".


Trotzdem tragen alle verbal den Popanz der "gefährlich hohen Staatsverschuldung" vor sich her (denn natürlich gibt es Grenzen der Verschuldung, die in der Sparneigung und -fähigkeit einer Volkswirtschaft begründet sind - sofern man sich nicht zu allem Übel auch noch im Ausland verschuldet) und neigen dennoch - das süße Gift der scheinbar schmerzlosen Staatsfinanzierung ist eben zu verführerisch - dazu, sie weiter in die Höhe zu treiben, weil sie die verteilungspolitisch bessere Variante der Steuerfinanzierung der Bevölkerung nicht zumuten zu können glauben.


Da man sich dazu noch gesetzlich bzw. vertraglich doppelt gebunden hat, die Verschuldung zu begrenzen ( 1. "Max. bis zur Höhe der Investitionen" und 2. "Maastricht" ), verbalisiert man das Thema ständig im Sinne von "Der Staat muß sparen". Tut er aber nicht (kann er im volkswirtschaftlichen Sinne ja auch gar nicht); er kann nur die Ausgaben begrenzen.


Da er aber auch das nicht wirklich kann (würde ja seinen "politischen Handlungsspielraum" noch weiter einengen) - es sei denn zulasten der Millionen kleiner Leute - sollte er wenigstens versuchen, die Ausgaben möglichst sinnvoll zu verwenden, etwa durch Umschichtung der in die Kohlesubvention fließenden Milliarden zugunsten Bildung und Forschung; das wäre sicher zukinftsfähiger, als 30.000 oder 40.000 Arbeitsplätze mit 100.000 € p.a. am Krabbeln zu halten. (Soviele bauen allein die drei oder vier Großbanken mal eben in einem, max zwei Jahren ab.)

Fazit: Schuldenbegrenzung unbedingt ja, aber zuvörderst Subventionsabbau zugunsten einer Umschichtung in sinnvollere Verwendungen (und nat. auch zur Ausgabenbegrenzung), statt über die Handlungsunfähigkeit der Politik zu klagen und so sich selbst zu legitimieren, den Steuerzahlern einerseits und den Transferempfängern anderseits in die Taschen zu greifen. Aber man spielt halt lieber das alte "Divide et impera", in dem man die gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander in Stellung bringt. So gesehen hat Schröder wirklich eine Politik gemacht wie sie "neoliberaler" nicht hätte sein können. Das sichert ihm den Eintrag in der Geschichtsbücher - als der erste "neoliberale Sozi".

Ob das in der Großen Koalition wirklich anders wird ?

(Nachdem ja nun selbst das Tafelsilber bereits verkloppt ist)



MfG
kiiwii
Hut ab vor Peer.... BeMi
BeMi:

Moin, moin, kiiwii

 
19.10.05 10:47
Alles korrekt,
jedoch das haushaltspolitisch größte Problem
der hohen Zinslast ist die Einengung des
handlungspolitischen Spielraums der Gebiets-
körperschaften auf der Ausgabeseite (c.p.).
"Die haben kein Geld mehr für Sinnvolles."
Als Ausgleich dafür versucht man, im Sozialhaushalt
Ausgaben zu kürzen. Das geht wiederum zu Lasten der
sozial Schwachen.

Viele Grüße
B.
Hut ab vor Peer.... kiiwii
kiiwii:

.. ja so isses auch; bei uns verrotten die Schulen

 
19.10.05 11:10
weil man keine Reinigungskräfte mehr bezahlen kann... ist doch paradox, odda ?

Und die Schul-Kids sind ständig krank, weil sie sich 8 Stunden auf versifften, aber umso lebendigeren Teppichböden aufhalten müssen...

Und von den hessischen Schlaglöchern will ich gar nicht erst reden...


MfG
kiiwii
Hut ab vor Peer.... lehna
lehna:

Die demographische Falle...

3
19.10.05 12:48
bei der Rente kostet den Steuerzahler schon jetzt 80 Mrd Euro jährlich als Zuschuss.
Tendenz stark steigend.
Wir erinnern uns:
Gerd hatte im Wahlkampf 98 den den demographischen Faktor "abgeschafft" und damit Adam Riese für blöd erklärt.
Später musste er unter starken Schmerzen zurückrudern...

Hut ab vor Peer.... BeMi

Sinn und Unsinn

 
17.11.2005   17:55 Uhr  


Futter für die "Empörungskultur"

Sinn und Unsinn

Peer Steinbrück wirft dem Chef des Ifo-Instituts vor, er führe die Öffentlichkeit mit falschen Zahlen in die Irre - zu Unrecht.
Von Ulrich Schäfer
 
Hans-Werner Sinn hat einen Nachnamen, der zu Wortspielen einlädt. Der scheidende Kanzler witzelte vor drei Wochen während seiner Abschiedsrede auf einem Gewerkschaftskongress über „diesen Herrn Sinn – oder heißt er Unsinn?“

Auch die Thesen, die der Chef des Münchner Ifo-Instituts zur so genannten Basar-Ökonomie formuliert hatte, fanden nicht jedermanns Wohlgefallen. Bisweilen mündeten Bemerkungen in eine Debatte, ob Deutschland zu einer Durchlaufstation für Waren verkommt, in einer Anspielung auf Sinns Namen.

Nun hat sich Peer Steinbrück, der designierte Bundesfinanzminister, den bekannten Wissenschaftler als Projektionsfläche für den geballten Ärger der politischen Klasse auserkoren.

Sinn, so lautet der Vorwurf sinngemäß, hantiere mit übertriebenen Zahlen über die Einsparmöglichkeiten im Bundeshaushalt, liefere damit das Futter für die „Empörungskultur“ mancher Medien und verstärke so indirekt den Unmut der Bürger gegenüber der großen Koalition.



Reichensteuer - eine "Neidsteuer"
„Es gibt einen ganz bestimmten Unsinn aus München“, schimpfte Steinbrück auf dem SPD-Parteitag in Karlsruhe, „der listet in einem Artikel in einer überregionalen Tageszeitung auf, man könne mit einer Streichung der Eigenheimzulage im Jahr 2006 bereits elf Milliarden Euro einsparen.“ Das sei, fuhr er fort, „der helle Wahnsinn“.

Tatsächlich werde man im Bundeshaushalt 2006 nur 300 Millionen einsparen. Die elf Milliarden, ergänzte Steinbrück später, kämen erst nach Jahren zusammen, wenn auch die letzte bestehende Förderzusage ausgelaufen ist, und die Hälfte davon gehe auch noch an die Länder.

„Diese Experten“, so Steinbrück in seiner Parteitagsrede, „müssen sich gelegentlich selbstkritisch fragen, was sie denn mit solchen Hinweisen auch an Missverständnissen in der öffentlichen Debatte auslösen.“

Sinn aber hat dergleichen gar nicht behauptet. In einem Aufsatz, der letzte Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien, hat er Einsparmöglichkeiten für alle öffentlichen Haushalte in Höhe von 44,3 Milliarden Euro aufgeführt.

Diese Summe sei „mittelfristig pro Jahr erzielbar“. Auch die Milliarden aus der Eigenheimzulage hat Sinn aufgeführt, versehen mit dem Hinweis: „Voller Effekt aber erst nach sieben Jahren.“

Der Ökonom hat den Verdacht, dass Steinbrück seinen Artikel gar nicht richtig gelesen hat. Er verstehe ja, dass die Spitzenpolitiker derzeit wenig Zeit hätten, die Zeitung zu studieren. Ab und zu aber sollte man wissenschaftlichen Rat vielleicht doch zur Kenntnis nehmen.


Sinn zielt damit auch auf die Union. So hält er es für fatal, dass die große Koalition die Mehrwertsteuer erhöhen will. Angesichts des von ihm genannten Einsparpotenzials fehle dafür „jegliche Begründung“. Auch die Reichensteuer, für ihn „eine Neidsteuer“, sei verzichtbar.

Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, sagt der Ifo-Chef, sei dringend nötig. Und es sei löblich, dass Steinbrück und Co. sich dieses Ziel gesetzt habe. Nur vermisst er dafür immer noch die notwendige Entschlossenheit.


(SZ vom 18.11.2005)
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/555/64491/



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