Hochwasser - Wer bezahlt den Schaden?

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Hochwasser - Wer bezahlt den Schaden?

 
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Hochwasser - Wer bezahlt den Schaden?

Sintflutartige Regenfälle sorgen immer wieder für Überschwemmungs-Chaos. Das Wasser beschädigt viele Häuser und Wohnungen, zerstört Möbel und Einrichtungen und lässt viele Geschädigte vollkommen ratlos zurück: Wer soll all diese Schäden bezahlen?

In vielen Fällen springt leider keine Versicherung ein - aber selbst wenn Sie eine entsprechende Versicherung abgeschlossen haben, sollten Sie einiges beachten, damit bei der Schadensregulierung alles glatt läuft. Wir klären: Wer kommt für welche Schäden auf und was muss man bei der Schadensregulierung beachten?


Welche Versicherung bezahlt?
  So hart es klingt: Die meisten Versicherungen zahlen nichts! Denn weder bei der normalen Hausrat- noch bei der Wohngebäudeversicherung sind Schäden durch Hochwasser abgesichert. Hier sind nur Schäden, die durch ausgetretenes Leitungswasser verursacht werden, eingeschlossen.



Nur, wer sogenannte Elementarschäden mitversichert hat, bekommt Geld von der Versicherung. Unter Elementarschäden fallen z.B. Zerstörungen durch Erdrutsch, Erdbeben, Schneedruck, Lawinen und eben auch Überschwemmungen.

Die Elementarschädenversicherung gibt es für Gebäude und als Zusatz zur Hausratsversicherung - allerdings können alle Schäden nur im Paket versichert werden. Eine Absicherung nur gegen Hochwasserschäden allein wird nicht angeboten. Unser Tipp: Lesen Sie sich Ihre Versicherungspolice mal genau durch - bei vielen neueren Verträgen sind Elementarschäden schon mit abgesichert.

Gefährdungshaftung für Öltanks

Eine besondere Gefahr geht bei Überschwemmungen von Heizöltanks aus. Wenn diese beschädigt oder geflutet werden, wird das Grundwasser verseucht - ein Liter Öl kann dabei bis zu 1.000.000 Liter Trinkwasser unbrauchbar machen.



2002: Ein geplazter Öltank im Kellerfenster eines Hauses im sächsischen Waldersee
Und das geht schneller als man gemeinhin denkt: Wasser dringt in das Haus und damit zumeist in den Keller ein. Durch die Luftblase im Öltank reisst es diesen aus der Verantwortung. Entweder gibt es einen Riss beim Aufprall an der Kellerdecke oder aber der Wasserdruck lässt den Behälter schlichtweg platzen. Zusammen mit den Folgewirkungen ein erheblicher Schaden.

Was viele Hausbesitzer nicht wissen: Sie sind verantwortlich für alle Schäden, die von dem Heizöl in ihrem Tank verursacht werden - unter Umständen müssen sie also auch die Kosten für die Schadensbereinigung tragen.

Hedwig Telkamp von der Verbraucherzentrale Bayern warnt in diesem Zusammenhang alle, die einen Heizöltank im oder am Haus haben: "Wenn ich zur Beseitigung herangezogen werde, wird's richtig teuer." Sie rät deshalb dringend allen Tank-Besitzern in Hochwasser-gefährdeten Gebieten, eine so genannte Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Wichtig für die Schadensmeldung
  Nun ist er eingetreten der Schadensfall: Das Wohnzimmer überschwemmt, die private Büroeinrichtung übers Zimmer verstreut. Vom Laptop über den Drucker bis zur Stereo-Anlage ist alles zerstört. Auch das Kinderzimmer ist verwüstet, ganz zu schweigen von Küche und Keller.



Ein Segen, wer gegen Hochwasser-Schäden versichert ist. Nun müssen Sie aber sofort zwei Grundregeln beachten, um später auch Geld von Ihrer Versicherung zu bekommen: Zum einen sind Sie verpflichtet, den Schaden so gering als möglich zu halten - also retten, was zu retten ist. Das ist zwar eigentlich selbstverständlich, kann aber im Einzelfall zu Problemen mit Ihrer Versicherung führen, wenn Sie sich nicht daran halten.

Außerdem müssen Sie so schnell als möglich Ihre Versicherung über den Schadensfall informieren. Denn das Unternehmen muss die Möglichkeit haben, einen Schätzer zu schicken, der das Ausmaß des Schadens begutachtet. Unter dem Eindruck eines Hochwassers verzichten zwar viele Versicherer mangels genügend Sachverständiger darauf einen Gutachter zu schicken. Aber bei dem Anruf erfahren Sie auf alle Fälle, was Sie als nächsten zu tun haben.

Schäden dokumentieren
Den entstandenen Schaden möglichst genau und möglichst bald dokumentieren. Das heißt: Alles, was beschädigt wurde oder kaputt ist, auflisten und am besten fotografieren. Zerstörte Sachen nicht einfach wegwerfen - manche Versicherungen wollen die Gegenstände erst noch begutachten.


Der Trick mit der Steuererklärung
  Auch wenn Sie keine Versicherung haben, die die Hochwasserschäden abdeckt - es gibt eine Möglichkeit, wie Sie zumindest einen Teil der Ausgaben für neuen Hausrat zurückbekommen können, und zwar bei der nächsten Steuererklärung.



Hier können Sie die Kosten für neue Möbel, Hausrat oder auch Kleidung als außergewöhnliche Belastung abschreiben. Wer ein Haus oder eine Wohnung vermietet hat, die durch das Hochwasser beschädigt wurde, kann die Renovierungskosten als Erhaltungsaufwand abziehen.

Zusatzversicherung - ja oder nein?


  Hochwasserschäden mit einer Elementarschädenversicherung absichern - klingt vernünftig und einfach. Nur leider: In der Realität ist das deutlich schwieriger und komplizierter. Nicht jeder, der eine derartige Versicherung abschließen will, bekommt sie auch!



Denn kein Unternehmen versichert dort, wo's regelmäßig Überschwemmungen gibt, gegen Elementarschäden. Diese Police kann man nur abschließen, wenn man in einem eigentlich "hochwassersicheren" Gebiet lebt. Und selbst dann hat man noch nicht alle Schäfchen auf dem Trockenen: Denn zum einen liegt die Selbstbeteiligung oft bei einigen Tausend Euro und zum anderen müssen oft einige teure Auflagen erfüllt werden, um das Haus möglichst hochwassersicher zu machen. Ob sich das lohnt, muss jeder selbst entscheiden.

Vergleichen lohnt sich
Wer trotzdem eine Elementarschädenversicherung abschließen will, sollte auf alle Fälle bei mehreren Unternehmen Angebote einholen und vergleichen. Denn: Jeder Versicherer legt für sich die so genannten "Risikogebiete" fest - das heißt, er entscheidet, welche Städte und Regionen wie stark gefährdet sind. In den stärker gefährdeten Hochwasser-Gebieten sind die Policen teurer - wenn überhaupt welche angeboten werden; in weniger gefährdeten Gebieten zahlen Sie für den gleichen Schutz weniger. Diese Einteilung ist allerdings nicht bei allen Versicherern identisch - und deshalb lohnt es sich zu vergleichen. Und deshalb gilt auch: Selbst wenn Sie von einer Versicherung abgewiesen wurden, nicht gleich aufgeben! Probieren Sie's bei einem anderen Unternehmen

Hochwasserschäden am Auto
  Endlich mal eine gute Nachricht: Schäden an Autos sind durch die Kasko gedeckt - sowohl Voll- als auch Teilkasko springen ein. Allerdings gilt das nur, wenn der Schaden direkt durch die Überschwemmung entstanden ist.



Wer auf einer überfluteten Straße ins Schleudern gekommen ist und einen Unfall gebaut hat - der hat zumindest bei einer Teilkasko Pech gehabt. Und es gibt noch eine Einschränkung: Der Wagen darf nicht grob fahrlässig irgendwo abgestellt worden sein. Also wer z.B. sein Auto direkt am Flußufer geparkt hat, obwohl überall gemeldet wurde, dass eine Hochwasserwelle im Anmarsch ist - der kriegt mit Sicherheit nichts!




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