Hedgefonds aktiv beim ÖL

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Hedgefonds aktiv beim ÖL flamingoe

Hedgefonds aktiv beim ÖL

 
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Aus der FTD vom 28.9.2004www.ftd.de/oel
Ölpreis steigt auf Rekordhoch
Von Sebastian Sachs, Frankfurt, und Tobias Bayer, New York

Der Ölpreis hat in New York einen Rekordstand erreicht. Der Preis näherte sich der von vielen Händlern erwarteten und psychologisch wichtigen Marke von 50 $.


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ZoomRohöl: Preis der Sorte WTI
Der November-Terminkontrakt auf WTI-Rohöl kostete am Montag zwischenzeitlich 49,74 $ pro Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern). Zuletzt waren die Notierungen Ende August auf einen Höchststand von 49,47 $ geklettert.

Seit Anfang vergangener Woche sind die Ölpreise in New York um mehr als acht Prozent in die Höhe geschossen. Am Montag lagen die Notierungen den achten Tag in Folge im Plus. Grund für die erneute Preisexplosion ist nach Aussage von Händlern die anhaltende Sorge vor Angebotsengpässen kurz vor der Heizölsaison. Preistreibend ausgewirkt haben sich neue Unruhen in Nigeria sowie die Produktions- und Liefereinbußen im Golf von Mexiko. Hinzu kommt der ungelöste Steuerkonflikt beim größten russischen Ölexporteur Yukos, der die russischen Ausfuhren behindern könnte.

Auch sinkende US-Ölreserven sowie die Angst vor neuen Anschlägen auf Ölanlagen im Irak haben den Kursschub verursacht. Die US-Ölreserven - die Regierung leiht derzeit Öl an Raffinerien aus - sind in der vergangenen Woche um 9,1 Millionen auf 269,5 Millionen Barrel gefallen. Das war der niedrigste Stand seit annähernd 29 Jahren.

Hedge-Fonds wieder aktiv

Zur jüngsten Preisexplosion haben außerdem spekulative Marktteilnehmer beigetragen. Nach Daten der US-Terminmarktaufsicht haben sie ihre Kaufpositionen in der Vorwoche massiv aufgestockt. "Hedge-Fonds sind wieder aktiv", sagte Michael Rothman, Energieanalyst bei der Investmentbank Merrill Lynch. Sie seien seit Überwinden der Marke von 40 $ Anfang Juli aus ihrer Lauerstellung gekommen. Rothman geht davon aus, dass der Ölpreis kurzfristig über 52 $ steigen könnte.

Mike Fitzpatrick, Händler beim Broker Fimat, ist sich sicher, dass ein Überwinden der 50-$-Grenze diesmal klappen wird. "Die Marke von 50 $ ist vergleichbar mit 10.000 Punkten im Dow Jones. Beides ist psychologisch. Bei uns traut sich kein Händler, das erste Ticket für 50 $ zu lösen." Wenn diese Grenze erst einmal gefallen sei, dürften Anschlusskäufe für weiteren Auftrieb sorgen.

Ende August war es zu einer kräftigen Gegenbewegung gekommen, nachdem die Unentschlossenheit der Investoren den Höhenflug des Ölpreises jäh gestoppt hatte. Bis Anfang September stürzte WTI-Rohöl auf ein Niveau von rund 42 $ pro Barrel ab. Sorgen um eine Abkühlung der Konjunktur wegen des teuren Öls trübten am Montag die Laune der Investoren. Der Deutsche Aktienindex (Dax) fiel unter 3900 Zähler.



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