Dax gehalten erwartet
Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag mit einer knapp behaupteten Tendenz starten. Vorbörsliche Indikationen deuten gegen 8.07 Uhr auf eine Eröffnung bei 6.174 Punkten hin nach einem Xetra-Schluß bei 6.187 Punkten am Vortag. Der steigende Ölpreis sowie eine mögliche Gewinnwarnung von Sony lasten Marktteilnehmern zufolge etwas auf dem Sentiment. In dieses Bild paßten die leichten Kursabgaben in Tokio.
Kursbewegend könnten sich im Sitzungsverlauf der ZEW-Index und am Nachmittag die Erzeugerpreise aus den Vereinigte Staaten auswirken, sollten sie von den Prognosen der Volkswirte abweichen. Erwartet wird beim ZEW-Index ein Anstieg auf minus 19,5 im Oktober von minus 22, 2 im September. Die amerikanische Erzeugerpreise dürften laut Konsensschätzung im September um 0,7 Prozent gesunken sein nach einem Anstieg um 0,1 Prozent im August. Technisch orientierte Marktteilnehmer sehen einen Widerstand für den Dax beim Zwischenhoch von 6.188 Punkten. Unterstützung gebe es bei 6.075 bis 6.080 Punkten.
Weiteres Potential sehen Händler bei Infineon. Mit dem Überwinden der Marke von 10 Euro habe sich die technische Situation verbessert. Zudem habe die Citigroup das Kursziel für den Wert auf 11,00 von 9,50 Euro erhöht. Bei RWE gebe es nach dem Erreichen neuer Hochs in den vergangenen Tagen nun erhöhte Konsolidierungsgefahr. In der Nacht hat RWE bekannt gegeben, ihr britisches Wassergeschäft Thames Water für 4,8 Milliarden Pfund plus Schulden an ein Konsortium um die australische Bank Macquarie zu verkaufen. Damit hat die Transaktion einen Wert von rund 8 Milliarden Pfund. In der zweiten Reihe könnten MTU durch eine Kaufempfehlung von J.P. Morgan gestützt werden. Die Analysten starten die Beobachtung der Aktie mit “Overweight“ und einem Kursziel von 34 Euro.
Rentenmärkte warten auf neue Impulse
Nach einer deutlichen Aufwärtsbewegung im Rahmen der ab Mai ablaufenden Börsenkorrektur konnten sich die Rentenmärkte von ihren Tiefs erholen und nach oben laufen. Diese Entwicklung scheint im Moment vorbei zu sein, da der Optimismus der Börsianer in den vergangenen Wochen gegen den Konjunkturpessimismus der Anleihenanleger langsam die Überhand gewonnen zu haben scheint. Es wird sich noch zeigen müssen, wie weit der Optimismus der Börsianer tragen wird und wie sich die Preise international entwickeln werden. Immerhin sind die Geldmengen hoch, das Kreditwachstum ist rasant und Sonndereffekte wie die Mehrwertsteuererhöhung oder die Spekulation der Immobilienunternehmen auf steigende Mieten in Deutschland dürften das Preisgefüge und das -gefühl durcheinanderbringen und damit möglicherweise auch die Inflationserwartungen. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Plus von drei Stellen bei 117,11 Prozent.
Euro nahezu unverändert- Händler achten auf Nordkorea
Der Euro hat am Dienstag im frühen Devisenhandel nahezu unverändert bei 1,2531 Dollar notiert. Die amerikanische Währung stabilisierte sich nach jüngsten Gewinnmitnahmen etwas. Investoren wollten nach Ansicht von Händlern zunächst noch im Wochenverlauf anstehende amerikanische Inflationsdaten abwarten. Zudem verfolgten sie aufmerksam jüngste Medienberichte, wonach Anzeichen dafür vorliegen, daß Nordkorea möglicherweise einen zweiten Atomtest vorbereitet. „Die ersten Reaktionen auf die Berichte über Nordkorea waren begrenzt, aber ich erwarte, daß der Markt etwas Bewegung zeigt, wenn weitere Details vorliegen“, sagte ein Händler einer japanischen Bank. Der Dollar wurde mit 119,06 Yen gehandelt.
Börse in Tokio tendiert etwas leichter
Gewinnmitnahmen, steigende Ölpreise und Spekulationen über einen bevorstehenden zweiten Atomwaffentest Nordkoreas haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag ins Minus gedrückt. In Tokio fiel der Leitindex Nikkei nach seinem zu Wochenbeginn erreichten Fünfmonatshoch 0,49 Prozent unter den Schlußkurs des Vortags und schloß bei 16.612 Punkten. Der breiter gefaßte Topix-Index gab ebenfalls 0,49 Prozent auf 1638 Zähler nach.
Exportorientierte Firmen wie Honda verzeichneten in Folge des starken Yen-Kurses Kursverluste. In Erwartung zahlreicher Unternehmensberichte aus den Vereinigte Staaten und Japan verhielten sich viele Investoren abwartend. „Gewinne der amerikanische Aktien und der günstige Yen gaben den japanischen Aktien Auftrieb. Daß der Yen jetzt etwas angezogen hat, gab den Investoren einen Vorwand, um Gewinne abzuschöpfen“, sagte Takashi Matsumoto von Okasan Securities. Exportabhängige Firmen wie der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung büßten nach dem Anziehen des Ölpreises einen Teil ihrer jüngsten Kursgewinne ein. Die Investoren befürchteten, die Entwicklung könne die weltweite Nachfrage beeinträchtigen. Die Samsung-Aktie fiel 0,46 Prozent. Die Aktie von Japans drittgrößtem Autohersteller Honda verlor 1,91 Prozent, das Papier des Branchenführers Toyota sank nach seinem Allzeithoch von 6.990 Yen am Freitag um 1,74 Prozent. Die Nissan-Aktie gab nach einer Herabstufung durch Deutsche Securities 1,86 Prozent nach. Das Sony-Papier verlor nach vier Tagen mit Gewinnen 1,84 Prozent seines Werts, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, wegen der Rückrufaktionen mehrerer Computerhersteller für brandgefährdete Laptop-Akkus aus der Produktion des japanischen Konzerns müsse dieser seine Gewinnprognose nach unten korrigieren.
Leichte Kursverluste an der Börse in Hongkong
Die Börse in Hongkong zeigt sich am Dienstagmittag (Ortszeit) mit der Schwäche in der Region etwas leichter. Angesichts der psychologisch wichtigen Marke von 18.000 Punkten sei es auch normal, daß sich der Index zunächst um diese Marke herum bewege, heißt es im Handel. Der HSI verliert nach dem Ende der ersten Sitzungshälfte 0,5 Prozent oder 86 Punkte auf 17.924. YK Chan von Phillip Asset Management sagt, daß zudem der Börsengang von ICBC dem Markt etwas Liquidität entziehe, die Mitte nächster Woche wieder zurückkehren werde. Unter den Einzeltiteln fallen Swire um 2 Prozent auf 82,45 Hongkong-Dollar und setzen damit ihre Underperformance nach der gestrigen Herabstufung durch Goldman Sachs auf “Sell“ von “Buy“ fort. HSBC klettern um 0,1 Prozent auf 146,60 Hongkong-Dollar.
Nachbörsliche Meldungen aus Amerika
Die amerikanischen Börsen haben am Montag nach Ende des offiziellen Handels etwas fester tendiert. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator gewann 0,56 Punkte auf 1.728,17 Zähler.
Die Aktien von Stanley Furniture sind am Montag im nachbörslichen Geschäft um 12,2 Prozent auf 19,08 Dollar gefallen, nachdem der Möbelhersteller für das dritte Quartal nur einen Gewinn je Aktie von 0,26 Dollar ausgewiesen hatte. Erwartet wurden 0,28 Dollar. Gleichzeitig fiel der Umsatz um 11 Prozent auf 74,9 Millionen Dollar. Zudem warnte das Unternehmen vor einem anhaltenden Konjunkturrückgang in der Branche. Für das vierte Quartal erwartet Stanley einen weiteren Umsatzrückgang um 12 Prozent bis 15 Prozent auf 69 Millionen bis 71,5 Millionen Dollar. Analysten gingen bisher von 75,8 Millionen Dollar aus. Universal Forest Products fielen um 6 Prozent auf 48,40 Dollar, nachdem auch hier der Gewinn je Aktie mit 0,91 Dollar unter der Konsensprognose von 1,12 Dollar lag. Zudem senkte Universal forest ihre Wachstumserwartung für den Nettogewinn in diesem Jahr auf 1 Prozent.
Wall Street schließt gut behauptet
Mit gut behaupteter Tendenz ist die Wall Street am Montag aus dem Handel gegangen. Einen Tag vor den Quartalsausweisen wichtiger amerikanische Standardwerte stieg der Dow Jones Industrial Average (DJIA) bis Handelsschluß um 0,2 Prozent oder 20 Punkte auf 11. 981 Punkten.
Mit seinem Allzeithoch von 11.997 war der Index im Tagesverlauf nur noch 3 Punkte von der 12.000er Marke entfernt. Der S&P-500 legte um 0,3 Prozent oder 3 Punkte auf 1.369 zu. Der Nasdaq-Composite addierte 0,3 Prozent oder 7 Punkte auf 2.363 hinzu und blieb damit unter dem Jahreshoch von 2.375 Punkten. Gehandelt wurden 1,45 (Freitag: 1,52) Milliarden Aktien. Dabei wurden 2.312 Kursgewinner und 1.021 -verlierer gezählt, 161 Titel schlossen unverändert.
Bevor am Dienstag die Quartalssaison in den Vereinigte Staaten mit Zahlen von IBM, Intel und Motorola sowie U.S. Bancorp, Merrill Lynch und Wells & Fargo oder Johnson & Johnson richtig beginnt, zeigten sich die Anleger moderat optimistisch. Nach Ansicht von Dick Green von Briefing.com soll der erwartete Zahlenreigen für das abgelaufene Quartal mehrheitlich die allgemeinen Markterwartungen übertreffen. Anfänglich mit Spannung erwartete Reden wichtiger Fed-Mitglieder blieben ohne Auswirkungen.
Gegen den allgemeinen Trend sanken General Electric, die mit einer Herabstufung von Merrill Lynch auf “Neutral“ (“Buy“) 1,3 Prozent auf 35,56 Dollar nachgaben. Auch Home Depot büßten 1, 5 Prozent auf 36,35 ein, nachdem Goldman Sachs die Empfehlung auf “Neutral“ (“Buy“) zurückgenommen hatte.
Zu den insgesamt schwächer tendierenden Finanzwerten gehörten die Aktien von Wachovia. Der Gewinn der Bank ist im dritten Quartal dank einer guten Entwicklung im Geschäft mit Vermögensanlagen um 13 Prozent gestiegen. Die Aktie verlor jedoch 2,2 Prozent auf 55,25 Dollar, da die Bank für das vierte Quartal nur noch mit dem Ergebnis des abgelaufenen Jahresviertels rechnet. Analysten hatten im Durchschnitt bislang einen Anstieg um 0,02 Dollar auf 1,21 Dollar erwartet. Das Investmenthaus Charles Schwab & Co hat dank Rekordeinnahmen außerhalb des Handelsgeschäfts den Nettogewinn im dritten Quartal um 29 Prozent gesteigert. Angesichts der negativ aufgenommenen Neugeschäftentwicklung gab der Kurs um 2,6 Prozent auf 17,10 Dollar nach.
Aktien des zweitgrößten amerikanische Krankenversicherers UnitedHealth Group verloren 2,5 Prozent auf 47, 54 Dollar. CEO William McGuire verläßt das Unternehmen, weil Aktienoptionen, die ihm ein Vermögen beschert haben, voraussichtlich manipuliert worden sind. Aktien des Marktführers Wellpoint stiegen um 0,6 Prozent auf 76,01 Dollar und Aetna gewannen 1,1 Prozent auf 39,72 Dollar.
Amerikanische Anleihen schließen leicht freundlich
Die amerikanischen Anleihen haben sich am Montag im späten Handel in New York mit einer etwas festeren Tendenz präsentiert. Zehnjährige Papiere stiegen um 5/32 auf 100-24/32 und rentierten mit 4,778 Prozent, nach 4,8 Prozent am Freitag. Die 30-jährige Treasury kletterte um 12/32 auf 93-21/32 und rentierte mit 4,909 Prozent, nach 4,934 Prozent. Der Markt blieb damit von den Ausführungen mehrerer amerikanische Notenbankmitglieder praktisch unberührt. “Ich denke, jeder hat inzwischen begriffen, wo die Fed steht“, sagte Rick Klingman von ABN Amro. Im frühen Handel hatte der Markt trotz der unerwartet stark gestiegenen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe in der Region New York zugelegt. Der Empire-State-Index fiel jedoch insgesamt gemischt aus, da er zugleich einen Rückgang der Auftragseingänge registrierte. Der Markt sei im Vergleich zur turbulenten Vorwoche “ziemlich ausgeglichen“, sagte Klingman.
Quelle: faz.net
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