Handball Europameisterschaft in Norwegen

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Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Handball Europameisterschaft in Norwegen

9
17.01.08 16:48
#1
Heute beginnt die EM. Unsere Mannschaft als amtierender Weltmeister zählt wieder zu den Favoriten. Um 17:10 Uhr überträgt das ZDF das erste Spiel unserer Mannschaft gegen Weißrussland.
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Handball Europameisterschaft in Norwegen Talisker
Talisker:

Hm,

3
27.01.08 00:10
die Einwirkung durch den Gegner werden beim Rudern und Schwimmen häufig völlig unterschätzt.
Gruß
Talisker
Bitte warten Sie kurz, während Ihre Daten vorbereitet werden.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Katjuscha
Katjuscha:

Oh Motz, wer sagt denn das die Dänen kein

 
27.01.08 00:14
verdienter Sieger sind?

Deswegen würd man ja wohl sagen dürfen, die Deutschen haben eine gute Leistung geboten, und es war schade, dass sie rausgeflogen sind. Aber man kann halt nicht erwarten, das sie als Weltmeister auch Europameister werden.

Die Dänen hatten halt am Ende mehr zuzusetzen.
"Unpolitische Sportvereine sind die erste Anlaufstelle für Rechtsradikale"  Dr. Theo Zwanziger.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

So sieht es die Presse

 
27.01.08 00:16
"Die Dänen waren mal dran"
Von Erik Eggers, Lillehammer

Der Traum vom EM-Titel ist vorbei: In einer hart umkämpften Partie sind Deutschlands Handballer im Halbfinale an Dänemark gescheitert. Die Spieler von Bundestrainer Brand waren zwar niedergeschlagen, zeigten sich aber als faire Verlierer.

Der Moment, der alles entscheidet, teilt das Handballfeld der Hakons Hall in Lillehammer. Auf der einen Seite sinken Handballer zu Boden, schütteln die Köpfe, manch einer starrt mit leerem Blick ins Nichts. Auf der anderen Seite stürmt alles laut grölend auf Lars Christiansen zu - der dänische Linksaußen kann nicht lange flüchten und wird dann unter einem Berg aus schwitzenden Leibern begraben. Christiansen hat den finalen Siebenmeter geworfen, hat das Duell gegen den deutschen Keeper Henning Fritz gewonnen und damit auch das Halbfinale der achten Europameisterschaften in Norwegen entschieden: Drei Sekunden vor Schluss täuscht er einen Wurf an, wiederholt diese Finte, und erst dann lässt er weit nach links fallen und schmettert das Leder in das linke untere Eck – die 25:26 (13:10)-Niederlage des deutschen Weltmeisters gegen den WM-Dritten ist besiegelt. Damit streitet Dänemark nun mit Olympiasieger Kroatien (24:23 gegen Frankreich) um Europas Krone, während Deutschland am Sonntag um Bronze kämpft (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

"Ich kenne den Torhüter sehr gut, ich fühle mich gut. Ich wusste, ich kann diesen Siebenmeter hineinwerfen und das Spiel entscheiden. Es war ein fantastisches Gefühl", berichtete der 35-jährige Linksaußen von der SG Flensburg-Handewitt über die Momente, die den größten Erfolg des dänischen Handballs seit 41 Jahren bedeuteten. 1967 waren die Skandinavier Vize-Weltmeister geworden.

Es war ein Moment, der alle Prognosen über den Haufen warf, der vielleicht auch zukünftig alles verändert in diesem Duell zwischen David und Goliath. Deutschland hat seit Jahrzehnten gegen Dänemark gewonnen, wenn es um etwas ging, zuletzt in den zwei EM-Halbfinals 2002 und 2004. Die Dänen waren spielerisch oft gleichwertig, aber ihnen versagten immer die Nerven, wenn es darauf ankam.

Deutsches Verletzungspech

Und nun kam Christiansen und verwandelte den letzten Ball eiskalt. "Ich wusste, dass er den rein macht. Weil Ihr Journalisten alle geschrieben habt, dass er so schwache Nerven hat", witzelte Mannschaftskamerad Joachim Boldsen. "Das ist der erste entscheidende Siebenmeter, den er verwandelt", erklärte Markus Baur, der Christiansen aus zahlreichen Duellen in der Bundesliga kennt und sehr schätzt. Trockener Kommentar von Christian Zeitz aus Kiel: "Irgendwann müssen die das ja mal besser machen."

So knapp die Niederlage auch ausfiel, so niedergeschlagen die deutschen Profis das Ausscheiden auch hinnahmen, so fair gratulierten sie dem Gegner, der mit fünf Bundesliga-Legionären angetreten war – neben den Flensburgern Christiansen, Knudsen, Nielsen verdienen auch Rechtsaußen Lindberg (HSV Hamburg) und Lasse Boesen (TBV Lemgo) ihr Geld in der stärksten Liga der Welt. "Das geht so in Ordnung. Wir haben jetzt ja nicht gegen die HSG Saarlouis verloren, sondern gegen eine starke Mannschaft. Die Dänen waren mal dran", sagte Rechtsaußen Florian Kehrmann, der mit sechs Toren bester deutscher Torschütze war.

Kein Wort davon, dass auch er nun vom deutschen Verletzungspech betroffen war. Schon in der ersten Halbzeit hatte Kehrmann nach einem Tempogegenstoß wegen einer Muskelverletzung behandelt werden müssen, in der zweiten Halbzeit erneut, und doch kehrte er wieder zurück aufs Feld. Sein Ersatz auf der Rechtsaußenposition, Zeitz, war Ende der ersten Halbzeit auf den Steiß gefallen. "Dann gab es ein wenig Wärmegel drauf, und dann ging es weiter", so Zeitz, der die schlechte Wurfquote aus dem Rückraum beklagte. "Da haben wir einfach zu viele Bälle weggeworfen."

"Die Franzosen sind auch fertig mit der Welt"

In der Tat war im Rückraum, dem zentralen Mannschaftsteil der Offensive, nach den vier Geschossen des Halbrechten Holger Glandorfs nicht mehr viel gelaufen. Pascal Hens, das Pendant auf Halblinks, zollte ebenfalls den Kraft raubenden sieben Spielen Tribut und traf, da von der dänischen 6:0-Defensive ausgezeichnet verteidigt wurde, nur dreimal. Obwohl der 37-jährige Aufbauspieler Markus Baur so durchschlagkräftig wie lange nicht mehr war (vier Feldtore), konnte das Brand-Team den 12:7-Vorsprung aus der 26. Minute, den es durch einen furiosen 7:0-Lauf heraus geworfen hatte, nicht halten. "Da haben wir den Vorsprung leichtfertig verspielt", haderte Bundestrainer Brand später. Die Dänen kamen, angefeuert von rund 1000 angereisten Fans, kontinuierlich heran und schafften beim 15:15 (38.) erstmals wieder den Ausgleich.

Fast übermenschlich der Einsatz und die Einstellung, den beide Seiten angesichts der Strapazen in einer packenden und am Ende dramatischen Schlussviertelstunde noch einmal aufboten. Als Aufbauspieler Michael Kraus 20 Sekunden vor der Schlusssirene ausglich, schien sich die Partie nach zahlreichen Führungswechseln wieder auf die deutsche Seite zu neigen. Doch entgegen aller Prognosen zogen die Dänen ihr Angriffskonzept cool durch, erkämpfte sich der Flensburger Michael Knudsen den Siebenmeter, und dann zerstörte Christiansen alle deutschen Hoffnungen auf eine Verlängerung.

"So ist das im Sport", sagte der nachnominierte Abwehrspezialist Frank von Behren, der seine Augen aber bereits auf das Spiel um Platz Drei richtete. "Bis dahin müssen wir uns wieder aufbauen. Und die Franzosen sind auch fertig mit der Welt."

URL:
www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,531258,00.html
Handball Europameisterschaft in Norwegen mecano
mecano:

das der Weltmeister gegen das kleine Dänemark

 
27.01.08 00:20
verliert und dann trotzdem gesagt wird,
"super gespielt"
das ärgert mich ein wenig

aber ich oute mich jetzt

ich bin kein Handballfan

weil
der Boden ist zu hart
das Laminat brennt einem bei einem Sturz die ganze Haut weg
jeder dritte Angriff führt zu einem Tor
der arme Torwart tut mir immer leid
die springen vom Kreis ja fast ins Tor
haben Handballtorwarte überhaupt Kinder
da ist kaum Taktik angesagt

30 Tore in einem Spiel , was bedeutet da schon ein Tor

we h rt sich jemand ?
Handball Europameisterschaft in Norwegen Lord Motz
Lord Motz:

@Nassie und Kat

 
27.01.08 00:23
Ich weiss ja, das ihr grosse Fans seid und mitleidet. Mir ist das zum Beispiel vollkommen egal. Ihr könnt es schönreden wie ihr wollt, scheiss drauf.
Ich habe das Spiel heute gesehen und sah die Dänen besser. Alles was jetzt noch kommt, kann nur armseelig und die Suche nach Entschuldigungen sein. So mag ich Sport überhaupt nicht.
Sorry.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Hallo Zombi

 
27.01.08 00:28
Ich will nichts schönreden. Das Ergebnis war knapp aber in Ordnung.

@mecano: Im kleinen Dänemark ist Handball die Sportart Nummer eins.Die sind gerade im Jugend und Juniorenbereich seit Jahren deutlich vorn. Es ist daher keine Überraschung
das die Nationalmannschaft seit Jahren vorne mitspielt. Im viel größeren Rußland spielen viel weniger Menschen Handball als in Dänemark. Selbst das ganz kleine Island spielt seit Jahren eine gute Rolle im internationalen Bereich.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Lord Motz
Lord Motz:

@Nassie

 
27.01.08 00:37
können wir uns nicht darauf einigen, dass sich die Truppe super verkauft hat aber kein tolles Spiel gezeigt hat? Nicht kämpferisch, sondern diese phenomenalen Spielzüge die den Spass ausmachen.. Es war bis zum Halbfinale nur Krampf. Und auch heute. Klar war es spannend, aber die Medien haben wiedermal ein hochklassiges Spiel vorgegauckelt, ich könnte kotzen wenn ich sone Scheisse höre. Das war nichts, absolut garnichts. Die haben Beide fast nichts gebacken bekommen.
Das ist jetzt nur meine Beobachtungsgabe, ohne die Reporter nachzuplappern.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Katjuscha
Katjuscha:

Das hat auch nix mit schönreden zu tun

 
27.01.08 00:39
Man analysiert halt das Spiel.

Natürlich fiebert man auch mit, und sollte sich manchmal deshalb nicht Minuten nach dem Spiel äußern, weil man da oftmals aufgewühlt auch nicht alles klar sieht. Aber jetzt sind einige Stunden vergangen, und ich bild mir schon ein, Ahnung von Handball zu haben. Hab das ja schließlich seit meinem 6.Lebensjahr im Verein auch relativ hochklassig gespielt. Ist aber leider so auf die Knochen gegangen, dass ich mit 24 aufhören musste. Aber da darf man sich glaub ich schon mal äußern. :)
"Unpolitische Sportvereine sind die erste Anlaufstelle für Rechtsradikale"  Dr. Theo Zwanziger.
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Handball Europameisterschaft in Norwegen Lord Motz
Lord Motz:

@kat

 
27.01.08 00:41
Dann äusser dich auch:-)

Ich war früher ein weisser Hai, aber nur wenn es jemand wissen will.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Hallo Zombi

 
27.01.08 00:42
Du hast ja recht. Das liegt aber zum Teil am Modus. Wenn Du bei einer EM so viele Spitzenspiele in so kurzer Zeit leisten mußt, geht die Schönheit dieser Sportart verloren.
Ich erwarte morgen im Endspiel auch fast nur noch Kampf und Krampf, da die Jungs alle platt sind.
Nächste Woche geht auch die Bundesliga schon wieder weiter, da ist keine Zeit zum erholen,
aber die EHF will das so, leider.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Lord Motz
Lord Motz:

@Nassie

 
27.01.08 00:48
Wenn du dich durch einen Sieg besser fühlst, drücke ich natürlich alle Daumen.
Ich habe einige Spiele gesehen, und was soll ich sagen? Es ist ein Männersport. Die Fussballer würden nie wieder aufstehen. Ich ziehe meinen Hut vor jeden einzelnen Spieler, aber der Sport ist leider nur ein Lückenbüsser.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Hallo Zombi

 
27.01.08 00:56
wenn man seit vielen Jahren jeden Tag ehrenamtlich für diesen Sport arbeitet, sind Siege
wunderschön, aber ich habe auch gelernt mit Niederlagen zu leben und die Leistung des Gegners anzuerkennen.
Ich habe auch gelernt, das trotz aller Emotionen, Sport nur eine wunderschöne Nebensache ist.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Lord Motz
Lord Motz:

Weisst du eigentlich was Niederlagen sind?

 
27.01.08 00:59
Das hat mit Sport nicht das gerinste zu tun. Sport ist eine tolle Nebensache und es gibt Punkte. Suche mal echte Niederlagen, nur mal so:-)

Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Spiel um Platz 3

 
27.01.08 11:07
heute ab 13:20 Uhr im ZDF. Das wird schwer gegen Frankreich, denn dieses Team liegt uns nicht. Deren Deckung ist nur schwer zu knacken, da müssen unsere Jungs besser spielen als gestern.  
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Peinliche Vorstellung

 
27.01.08 15:06
der deutschen Mannschaft, die ohne Einstellung und Siegeswillen in das Spiel ging. Über 1:4, 2:9 ging es zur Halbzeit mit 9:18 in die Kabinen. Das Spiel war gelaufen. Auch in der zweiten Halbzeit kein Aufbäumen und eine verdiente Niederlage mit 26:36.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Katjuscha
Katjuscha:

Decken wir mal den Mantel des Schweigens drüber

 
27.01.08 15:09
Ich glaub wenn die Deutschen am Anfang hätten mithalten können, wärs anders gelaufen, aber spätestens nach dem 2:7 war jedem Deutschen klar (trotz Auszeit), dass da heute nichts geht. Und genau weil das allen klar war, war der Wille nicht mehr erkennbar, den man im Welthandball einfach braucht. Die spielerischen Mängel und dann auch noch Bauers Ausfall kamen hinzu. Nach 15 Minuten wars eigentlich schon vorbei.

Na ja, war unter den Voraussetzungen trotzdem ne gute EM.
"Unpolitische Sportvereine sind die erste Anlaufstelle für Rechtsradikale"  Dr. Theo Zwanziger.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Bei den vielen

 
27.01.08 15:13
technischen Fehlern brauchten die Franzosen sich nicht anzustrengen. Die mußten nur auf die Fehler warten und Gegenstöße laufen. Preiß und Kehrmann auf der Tribüne und Janßen auf der Bank, das zeigte von Anfang an wie die Geisteshaltung war. Hätten wir im Endspiel gestanden, hätten sie auch mitgespielt.
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Das Endspiel

 
27.01.08 15:19
beginnt um 16 Uhr. Nach dem vorangegangenen Spiel ist Dänemark Favorit gegen Kroatien, da sie dieses mit 10 Toren Differenz gewonnen haben.
Handball Europameisterschaft in Norwegen blindesHuhn
blindesHuhn:

Bitte, wo wird übertragen?

 
27.01.08 15:23
Handball Europameisterschaft in Norwegen 3934193
...where incompetence meets confusion....
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Dänemark ist Europameister

 
27.01.08 18:32
Dänemark gewinnt das Endspiel gegen Kroatien verdient mit 24:20. Die beste Mannschaft des gesamten Turnieres holt sich den Titel.  
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Pressestimmen und Allstarteam

 
27.01.08 22:43
ERSTER EM-TITEL
Grundschullehrer erlöst Dänemark
Von Pavo Prskalo und Mike Glindmeier, Lillehammer

Dänemark im Handball-Rausch: Mit dem EM-Gewinn gegen Kroatien hat die Auswahl zum ersten Mal einen großen internationalen Titel gewonnen. Der Trainer, ein gelernter Grundschullehrer, freut sich bereits auf die Feier mit seinen Schützlingen.

Sie können es also doch: Nach zuletzt drei dritten Plätzen bei Handball-Europameisterschaften hat Dänemark zum ersten Mal den EM-Titel geholt. Zugleich war es der erste internationale Titel für die Auswahl, die bereits gestern Deutschland ausgeschaltet hatte. Der Jubel über dem Triumph war grenzenlos. Die Spieler lagen sich nach dem 24:20 (13:10)-Erfolg gegen Kroatien in den Armen, Trainer Ulrik Wilbek feierte vor der Tribüne mit den Anhängern.

Dabei hatte es zu Beginn der Partie alles andere als gut für die Dänen ausgesehen. Die Kroaten, die gestern Favorit Frankreich im Halbfinale ausgeschaltet hatten, erwischten einen Blitzstart. Die Dänen hingegen schienen erst nach dem 0:4-Rückstand (7.) wach zu werden. Mit dem zum besten Torhüter der EM gewählten Kasper Hvidt als Rückhalt, der allein in der ersten Halbzeit 41 Prozent aller Bälle parierte, holten sie Tor um Tor auf. Zudem steigerte sich die dänische Deckung und ließ Kroatiens Spielmacher Ivano Balic überhaupt nicht zur Entfaltung kommen.

Durch drei Kontertreffer der Bundesliga-Spieler Hans Lindberg (Hamburg) und Lars Christiansen (Flensburg-Handewitt) lag der WM-Dritte nach einem 8:9-Rückstand (22.) mit 11:9 (26.) vorn und ging mit einer 13:10-Führung in die Pause. Nach Wiederanpfiff baute das Team von Trainer Wilbek den Vorsprung gar auf 16:11 (35.) aus.

Erfolgskonzept "Ruhe und Geduld"

In der Folge gelang es den Dänen, die Kroaten auf Distanz zu halten. Die Vorentscheidung fiel in der 50. Minute: Dänemarks Schlussmann Kaspar Hvidt parierte sensationell einen Wurf der Kroaten, im Gegenzug verwandelte Lars Christiansen den Konter zum 20:16. Ein Treffer, von dem sich die Kroaten nicht mehr erholen sollten. Zu allem Überfluss sah deren Trainer Lino Cervar in der 54. Minute die Rote Karte wegen Meckerns und erwies damit seinem Team einen Bärendienst.

Wie professionelles Verhalten aussieht, demonstrierte dagegen sein Gegenüber Wilbek. Immer wieder mahnte der gelernte Grundschullehrer in der hektischen Schlussphase Ruhe zu bewahren. Direkt nach dem Jubel mit den Fans stellte sich Wilbek, der als Nationaltrainer mit den dänischen Frauen 1996 Olympiasieger und 1997 Weltmeister wurde, den Fragen der Journalisten.

"Ruhe und Geduld" seien sein Erfolgsrezept gewesen, der Titel mit den Männern "wird in Dänemark sicher höher bewertet", so der 49-Jährige. Angesprochen auf die Feier mit der Mannschaft sagte Wilbek trocken: "Ich glaube, das wird gut". Auch Rückraumspieler Christiansen kündigte eine Sause an: "Wir werden mit Bier und allem drum und dran feiern", sagte der Flensburger, der gemeinsam mit dem Kroaten Ivano Balic und dem Franzosen Nikola Karabatic Torschützenkönig wurde (44 Treffer). "Bei uns zuhause wird die Hölle los sein, Dänemark ist eben eine Handballnation", so Christiansen. "Ich zitter vor Freude wie ein kleiner Junge."

Deutschlands Bundestrainer Heiner Brand verfolgte das Finale aus sicherer Entfernung, sprach nach dem Schlusspfiff vom "verdienten Titel für Dänemark". Michael Knudsen, ebenfalls in Diensten der SG Flensburg-Handewitt, erklärte den Titel nach dem zweiten Turnier-Sieg gegen Kroatien - in der Hauptrunde siegten die Dänen 30:20 - mit der besseren körperlichen Verfassung. "Wir hatten am Ende einfach mehr Kraft", so der Kreisläufer. "Es wird einen unglaublichen Empfang geben", erklärte Knudsen freudestrahlend.

Freuen durften sich zwei seiner Mitspieler über die Berufung ins All-Star-Team. Der überragende Kasper Hvidt vom FC Barcelona wurde zum besten Torhüter gewählt, Christiansen zum besten Spieler auf Linksaußen. Als besten Spielmacher wählte der europäische Handballverband den Kroaten Balic, zum besten Abwehrspieler wurde sein Kollege Vori Igor gekürt. Auch ein Deutscher schaffte es in die beste Sieben des Turniers: Florian Kehrmann wurde als wertvollster Rechtsaußen gewählt. Die Auszeichnung des wertvollsten Spieler des Turniers (MVP) ging an Frankreichs Karabatic.

URL:
www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,531336,00.html
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie
Nassie:

Fazit

 
28.01.08 10:21
Entzauberte Weltmeister
von Erik Eggers (Lillehammer)
Deutschland verliert im kleinen Finale der Handball-EM 26:36 gegen Frankreich und peilt nun Gold in Peking an. Europameister ist Dänemark, nach einem 24:20 Sieg über Kroatien.

Sie waren schon grauenhaft gestartet. Mit 2:10-Toren lag die deutsche Handball-Nationalmannschaft vor nur 5000 Zuschauern in der Hakons Hall nach elf Minuten zurück, hatte Fehler in Serie produziert und viele Tempogegenstöße kassiert, und dann auch noch das: Kapitän Markus Baur knickte in der Rückwärtsbewegung mit dem linken Sprunggelenk um und musste vom Platz getragen werden.

Am Ende eines Tages, an dem so gar nichts mehr klappen wollte und alle Mannschaftsteile weit unter Form blieben, verlor der Weltmeister das "kleine Finale" der 8. Europameisterschaft in Norwegen mit 26:36 (9:18) Toren gegen Frankreich und landete damit auf den undankbaren vierten Platz. "Wir haben, auf Deutsch gesagt, beschissen gespielt", sagte Linkshänder Holger Glandorf (HSG Nordhorn). "Das war eine absolute Katastrophe, wir haben den Franzosen die Bälle einfach in die Hände gespielt", urteilte Kapitän Markus Baur nach der höchsten deutschen Niederlage der EM-Geschichte.

"Das kann ich so nicht akzeptieren", schnaubte Bundestrainer Heiner Brand trotz des Ausfalls einiger Profis. "Man kann verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise." Dem 55-Jährigen fehlte "ein gewisser Stolz" und "Feuer auf der Bank". Das hatten dagegen die dänischen Männer, die sich über ihren ersten großen Titel freuen. Im Finale setzte sich Dänemark gegen Olympiasieger Kroatien mit 24:20 (13:10) durch und sicherte sich erstmals die Europameisterschaft.

Irgendwie fügte sich die Verletzung Baurs ins Bild dieser elftägigen EM-Kampagne: Von Beginn hatte das Turnier für das deutsche Team unter einem ungünstigen Stern gestanden. "Es ist natürlich nicht gut, wenn nach vier Minuten alles über den Haufen geworfen wird", erinnerte Kapitän Markus Baur an den tragischen Kreuzbandriss Oleg Velykys, des zweifelsfrei individuell stärksten deutschen Einzelspielers, in den ersten Minuten des Auftaktspiels gegen Weißrussland.

Eine "wechselhafte Vorrunde", bescheinigte Heiner Brand seiner Mannschaft, die hier zwar souverän gegen die starken Ungarn (28:24) siegte, aber gegen Spanien (22:30) einen Leistungseinbruch verzeichnete. In der Hauptrunde rief der deutsche Rückraum (Pascal Hens, Glandorf) erst im entscheidenden Spiel gegen Schweden (31:29) sein großes Leistungspotenzial ab.



Am Ende einer verkorksten Handball-EM lag die ganze deutsche Mannschaft wie ihr Kapitän Markus Baur völlig zerschlagen am BodenSein Team habe nach der hoffnungsvollen Vorbereitung nicht immer höchstes Niveau geboten, räumte der 55-jährige Gummersbacher selbstkritisch ein. "Im Angriff gibt es einen gewissen Nachholbedarf, da müssen wir uns verbessern", meinte der Bundestrainer. Wenn er aber doch ein positives Fazit zog, hatte dies vor allem mit der denkbar knappen 25:26-Niederlage im Halbfinale gegen Dänemark zu tun; in diesem spannenden Handballkrimi war das aufopferungsvoll kämpfende deutsche Team erst drei Sekunden vor dem Schlusspfiff besiegt worden, als der Flensburger Lars Christiansen einen Strafwurf verwandelte.

"Das war sensationell, wie sich die Mannschaft verhalten hat", sagte Brand nach dem Halbfinale und lobte den "Siegeswillen" und "die Bereitschaft, über alle Widrigkeiten hinwegzugehen". Gemeint waren damit nicht nur die Verletzungen (Oliver Roggisch, Florian Kehrmann, Christian Zeitz), die die Mannschaft klaglos akzeptiert hatte. Brand spielte damit auch auf die fast achtstündige Busfahrt am Freitag zwischen Trondheim und Lillehammer an, mit der sich der vermeintliche Ruhetag der Handballer als Farce entpuppt hatte. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir überhaupt so weit kommen", sagte Torwart Henning Fritz, der selbst nie die Form der WM aus dem Vorjahr erreichte und häufig den Kasten dem souveräneren Johannes Bitter überlassen musste.

Den enormen Vorteil, bereits für die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August 2008) qualifiziert zu sein, während Mannschaften wie Frankreich, Polen, Island oder Schweden noch in aufreibende Qualifikationsturniere müssen, hat sich das Brand-Team mit dem WM-Titel bereits erarbeitet.

Und genau dieses olympische Turnier steht nun im Fokus aller Bemühungen. Die Europameisterschaft (2004) und die Weltmeisterschaft (2007) haben erfahrene Profis wie Christian Zeitz, Markus Baur, Florian Kehrmann, Pascal Hens und Torsten Jansen bereits gewonnen. Nur der Olympiasieg ist auch für Brand ein bislang unverwirklichter Traum. Eine Prognose für das olympische Turnier aber scheute Brand: "Im Handball kann so viel passieren." Zu oft sind seine Planungen schon durch Verletzungen durchkreuzt worden. Dass nur 14 Spieler das Peking-Ticket erhalten, macht die Auswahl nicht leichter. "Auch die Leistung bei dieser EM wird kein Freibrief sein für die Olympischen Spiele", schürte Brand bereits den Konkurrenzkampf in seiner Mannschaft. Das Projekt Olympia-Gold hat für die Handballer bereits begonnen.


Aus der FTD vom 28.01.2008

Handball Europameisterschaft in Norwegen Zwergnase
Zwergnase:

Brand schmeißt drei Spieler raus

 
28.01.08 11:44
Lillehammer (RPO). Handball-Bundestrainer Heiner Brand hat einen Tag nach dem EM-Debakel gegen Frankreich hart durchgegriffen. Mit sofortiger Wirkung sind drei Spieler aus dem Kader des Weltmeisters gestrichen. Rolf Hermann, Lars Kaufmann und Michael Kraus vom Bundesligisten TBV Lemgo erhalten laut Brand eine "Denkpause".

www.ngz-online.de/public/article/aktuelles/...ndball-em/526394
Die Welt scheint nur noch voller Mißverständnisse zu sein ...
Handball Europameisterschaft in Norwegen Meier
Meier:

Kaufmann & Hermann kann ich voll

 
28.01.08 12:12
nachvollziehen, aber Michael Kraus?
Handball Europameisterschaft in Norwegen Nassie

Pressespiegel

 
"Die Besten der Welt"
Kopenhagen - Dänemark feiert den ersten Sieg seiner Handballer bei einer EM - und die Nachbarn jubeln mit.

   
"Den Besten der Welt gestoppt! Die Dänen schaffen, was Norwegen nicht schaffte", lobt die norwegische Presse.
Dänemark empfängt seine Europameister mit Flug-Eskorte und freut sich über ihr neues Herzstück der Olympia-Mannschaft.
Jyllands-Posten feiert die "Goldjungs" gar als das beste Team der Welt - Sport1.de hat die nationalen und internationalen Pressestimmen.

Dänemark:
Jyllands-Posten:
Die stärksten Handball-Mannschaften sind europäisch. So gesehen sind wir die Besten der Welt.
Berlingske Tidende:
Dänemarks Gold-Jungs wurden nach allen Regeln der Kunst empfangen, als sie gestern die Heimreise antraten. Im Luftraum zwischen Norwegen und Dänemark wurden sie von dänischen F-16-Jägern eskortiert, und dann folgte der Empfang in Kopenhagen. Die letzte dänische Siegermannschaft, der diese Ehre zuteil wurde, waren die Fußballeuropameister 1992.
Politiken:
Viele Gründe, sich über den EM-Triumph zu freuen - die EM-Helden werden Herzstück der Olympia-Delegation. Mit der Qualifikation der Handballer wächst Dänemarks Olympia-Team auf 50 Aktive, die von Wilbeks Jungs profitieren. "Wir haben einen Medaillenkandidaten dabei, außerdem wird sich das mediale Interesse durch die Anwesenheit der Handballer bei den Spielen erhöhen", sagt Olympia-Kommitee-Chef Jesper Frigast Larsen.      
Norwegen:
Dagbladet:

Den Besten der Welt gestoppt! Die Dänen schaffen, was Norwegen nicht schaffte: Sie stoppten Kroatiens Ivano Balic, den besten Handballer der Welt. Joachim Boldsen nach dem EM-Gold: "Jetzt will ich eine Zigarette, ein Starkbier und eine Cola – und danach will ich dasselbe noch mal". Boldsen ist ein Genießer, der für einen Top-Sportler ein bisschen zu viel isst, trinkt und raucht. Aber in Dänemark darf er er selbst sein - und es ist Dänemark, das den Titel geholt hat.
Verdens Gang:
Trainer Lino Cervar kostete Kroatien mehrere Strafminuten, während sein Kollege Ulrik Wilbek Dänemark zum Titel führte. Dänemark verlor nur einmal, und das war das Eröffnungsspiel gegen Norwegen. Wilbek: "Jetzt bin ich müde und wir werden uns erst mal erholen. Es war hart, nachdem wir gegen Norwegen verloren hatten, aber dann sagte ich: Wir gewinnen eben die nächsten sieben - das haben wir getan."     weiter    Aftenposten:
Die Dänen sind Europameister! Hvidt sichert EM-Gold - Dänemark holt erstmals den Titel und kann sich dafür bei seinem Star-Keeper bedanken. Dänemark schlägt Kroatien in einem spannenden Finale, in dem Torhüter Kasper Hvidt mehr als einmal seine Klasse zeigt.
Zusammengestellt von Katrin Freiburghaus

Sport1.de

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