Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen

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Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen flamingoe
flamingoe:

Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen

 
01.11.04 07:58
#1



Ein-Euro-Jobs in Schulen
SANDRA SCHÄFER

Helfer für Reparaturen und in Kantinen ab November im Einsatz

Jetzt packen die Ein-Euro-Jobber in Hamburgs Schulen an: Schon ab November wird in einigen Schulkantinen das Frühstück und Mittagessen von ihnen serviert. Den Anfang machen Schulen auf der Veddel und in Wilhelmsburg: Slomanstieg, Stübenhofer Weg und Karl-Arnold-Ring. Anbieter ist der Beschäftigungsträger "Gate" aus Harburg. Zurzeit beschäftigt "Gate" in diesem Sektor 40 Kräfte.

Geschäftsführerin Corinna Braun: "Wenn die Nachfrage da ist, könnten wir das problemlos ausbauen." "Gate" kümmert sich bereits seit Längerem um die Mahlzeiten in den drei Schulen. Bisher wurden mit ABM-Kräften in der Kantine der Schule Slomanstieg Mahlzeiten vorbereitet, gekocht und ausgegeben. Am Stübenhofer Weg und am Karl-Arnold-Weg liefert "Gate" das Frühstück für die Kinder.

Ebenfalls im Schulbereich aktiv ist der Träger "Jugend in Arbeit" (JiA) aus Harburg. "Wir werden Klassenräume und Treppenhäuser streichen und uns um kleinere Reparaturen kümmern", sagt Jutta Tegeler von JiA. Und die Ein-Euro-Jobber werden Werkräume in Schulen einrichten. "Wir reißen Wände raus, machen neue Fußböden und bauen dann die Werkbänke auf."

Zukunfts-Idee der JiA für das kommende Jahr: Lehrer und Sozialpädagogen für die Berufsorientierung der Schüler und zur Hausaufgabenhilfe an die Schulen zu schicken.


Info:
WEITERE JOBS

Nach einem Ideen-Papier der Nord-Arbeitsagenturen könnten noch viele weitere Ein-Euro-Jobber in Schulen eingesetzt werden. Ihr Angebot für Träger Fahrradaufsicht, Schülerlotse, Ausflugsbegleiter, Pausenaufsicht, Hilfe bei AGs, Unterstützung für behinderte Schüler, Aufsicht beim Mittag-essen, Lesemuttis, Computer-Pflege, Nachhilfe-Kurse, Schulbegleitung, Bibliothekshilfe, Hausaufgabenhilfe.

http://www.mopo.de/nachrichten/101_politik_68251.html


Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Schmus
Schmus:

"Lesemuttis" ?? o. T.

 
01.11.04 08:04
#2
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen flamingoe
flamingoe:

So wissen die Schüler gleich wo es langgeht

 
01.11.04 09:17
#3

im Leben - demnächst müssen die 1-Euro-Jobber dann das Papier in den Schulen aufsammeln

Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Hartz5
Hartz5:

Leider haben wir nicht den 01. April in dieser,

 
01.11.04 14:12
#4
unser aller!, Republik, sondern den 01. November. Und das bedeutet, nichts ist mehr heilig. So werden sich in den folgenden Jahren einige wenige, aber gewiefte Menschen (natürlich herzlos (heißt neuerdings auch hartzlos)) an dieser neuen Form der Beschäftigung, eine goldene Nase verdienen. Die Folgen werden weitreichender sein als sich die meisten vorstellen können. Aber welchen Insider wunderts? Immerhin sind die Teller der meisten Menschen noch so voll, daß sie noch nichtmal den Tellerrand erblicken können, geschweige denn darüber hinaus.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen J.R. Ewing
J.R. Ewing:

Wirklich eine tolle Idee

 
01.11.04 14:46
#5
1-Euro-Kräfte sollen in staatlichen Schulen Wände streichen, Reparaturen ausführen und Werkbänke aufbauen. Über solche Aufträge hätten sich viele notleidende Handwerksbetriebe in Hamburg zweifellos gefreut. Doch die können mit ihren Lohnkosten natürlich nicht gegen die Hartz-IV-Jobber anstinken. Da wird es dann sicherlich schon bald wieder ein paar mehr Arbeitslose geben - die man dann für 1 EURO die Stunde als billige Hilfskräfte für handwerkliche Arbeiten zwangsverpflichten kann. Schöne neue Arbeitswelt in Deutschland!

J.R.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Schmus
Schmus:

"Ortsdiener"

 
01.11.04 16:15
#6
"Von der Rolltreppe der U-Bahn-Station aus fällt der Blick auf die Uhr auf dem Frankfurter Opernplatz. So wie tausende Bahnfahrer fragt sich Wolfgang Weller, warum die Zeiger schon wieder stehen. Tausende werden die Uhr einen Augenblick später vergessen, Weller dagegen greift zum Telefon und sagt bei der Stadtverwaltung Bescheid. Er kehrt auch Zigarettenkippen von Parkbänken und reißt Werbezettel von Laternenmasten. Der 52 Jahre alte Mann ist „Ortsdiener”: Er kümmert sich um Dinge, die sonst niemand erledigt. Weller ist eigentlich arbeitslos, seine Arbeit einer der künftigen Ein-Euro-Jobs."

www.faz.net
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Karlchen_I
Karlchen_I:

Arbeitsplatzvernichtungsprogramm.

 
01.11.04 16:23
#7
Es lebe der Sozialismus. Jeder kriegt Grundknete und einen 1-Euro-Job.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Talisker
Talisker:

Nu mal langsam...

 
01.11.04 18:51
#8
Wünschen kann man sich vieles. Auch wenn man ein Beschäftigungsträger namens "Gate" oder "Jugend in Arbeit" (JiA) ist. Schaut mal auf deren Wunschzettel und dann auf die Vorstellungen der Agentur Nord (in #1).  
Eine mir näher bekannte Führungskraft einer Agentur: "Das bekommen die nie durch." Die Regeln für die sog. 1-Euro-Jobs sind einigermaßen deutlich. Da muss nur einer klagen, spätestens dann is Schluss mit solchen Jobs.
Wir werdens sehen.
Gruß
Talisker  
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen chartgranate
chartgranate:

tolle Argumentation J.R.

 
01.11.04 19:31
#9
wenn die vielen notleidenden Handwerksbetriebe diese Aufträge bislang nicht bekommen haben werden sie es auch weiterhin nicht,warum auch immer.Liegt dann aber an der Schule.Ergebnis....die Schulen verrotten weiterhin,der Handwerksbetrieb hat nach wie vor das gleiche Existenzproblem und wem ist jetzt geholfen??
Egal wie man zum Prinzip der 1€-Jobs steht....aber jeder Langzeitarbeitslose der so einen Job und damit auch wieder eine Aufgabe in seinem Leben bekommt wird wahrscheinlich froh darüber sein (er tritt ihn ja freiwillig an),und den Schulen wird es nicht schaden.
Das Prinzip kann man ja verfluchen,aber die oben geführte Auswirkung kann dafür nix.
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Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Karlchen_I
Karlchen_I:

Charty: Nun überleg mal.

 
01.11.04 19:37
#10
Entweder es gibt Tätigkeiten, die benötigt werden, dann soll man sie auch bezahlen.

Oder:

Es gibt Tätigkeiten, die nicht gebraucht werden, dann soll man diese sein lassen.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen zombi24
zombi24:

@Karl

 
01.11.04 19:42
#11
Hier bei uns sind keine Gelder für Renovierungen von Schulen und Kindergärten vorhanden oder es werden keine bewilligt, es ist schon lange Gang und Gebe, dass in vielen Fällen die Eltern in Eigenleistung das Nötigste erledigen.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Karlchen_I
Karlchen_I:

Dann sollen die Eltern mal auf die Straße gehen.

 
01.11.04 19:45
#12
Wo bin ich denn hier? In der Bundesheimwerkerrepublik?
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen 54reab
54reab:

liegt das geld auf der straße?

 
01.11.04 19:54
#13
die paar münzen werden wohl nicht reichen.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen kiiwii
kiiwii:

Karlchen, es ist ein unübersehbarer Fakt, daß die

 
01.11.04 19:54
#14
öffentliche Hand ihre Einrichtungen - gerade im schulischen Bereich, inkl Turnhallen - verkommen lässt. Reinigungsdienste werden nicht mehr gemacht; die Klassenzimmer sind nicht einfach vermüllt, sie sind dreckig und versifft, die Toiletten kaputt.

Zur Erziehung und Bildung gehört auch, Schulen zu unterhalten und zu reinigen und unseren Schülern auch in früher Jugend einzuprägen, daß öffentliches Eigentum kein nutzloser Gegenstand ist, auf den man sch... kann.

Wie kann der Staat von den Bürgern ordentliches, ja gesetzestreues Verhalten verlangen, wenn er ihnen stets selbst das Gegenteil vorlebt?
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Karlchen_I
Karlchen_I:

Na - ist doch klar.

 
01.11.04 19:56
#15
Ist der internationale Wettbewerb. Wenn die Eltern nicht für lau die Schulen reinigen, dann gehen die Schulen eben nach Polen.

Oder habe ich da was falsch verstanden?
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen zombi24
zombi24:

Und dann?

 
01.11.04 19:57
#16
In anderen Ländern wird unter freien Himmel oder in Höhlen unterrichtet, ich habe auch noch nichts davon gehört, dass Wasser, Strom oder Heizung in Deutschland abgestellt wurden.
Vielleicht sollte man sich wirklich von dem Gedanken trennen, dass alles selbstverständlich ist?
Es ist jeden Tag tausendfach zu beobachten, dass Kinder in Deutschland keine Lobby haben. Spielplätze werden dicht gemacht, aber für teure unnütze Bauwerke ist komischerweise immer Geld vorhanden. Leider werden die dazugehörigen Planungen Parteiübergreifend beschlossen. Dann gehe mal auf die Strasse, viel Glück, vor allem im Winter:-))
Gruss Zombi
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen blindfish
blindfish:

kann karlchen nur zustimmen...

 
01.11.04 19:59
#17
neulich erst einen bericht gesehen, daß eltern wegen lehrermangel selber unterrichten!! bayern hat natürlich auch kein interesse daran, etwas zu ändern, weil es logischerweise teurer ist, lehrer einzustellen. da stört dann auch nicht weiter, das die eltern an sich keine pädagogen sind oder eine ähnliche ausbildung haben. ich finde das so derart heuchlerisch (wenn es für den staat ungünstig wäre, wird natürlich jede regelung besonders streng ausgelegt), mir wird da einfach nur speiübel! selbiges gilt für die 1€-jobs...

gruss :-)
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen 54reab
54reab:

es ist wirklich schlimm, wie unsere

 
01.11.04 20:11
#18
infrastruktur (auch die schulen) schritt für schritt vergammelt. was ist die ursache? was lehrt uns das?

die wiedervereinigung ist eben nicht aus der portokasse bezahlbar. es reicht nicht auf die straße zu gehen und zu fordern! es muß auch welche geben die diese forderungen erfüllen können. wenn wir eine soziale grundsicherung erhalten wollen, müssen wir noch stärker sparen und von manch gewohnten unnötigen abschied nehmen. es werden nicht nur unsinnige bauwerke gebaut, es werden auch institutionen wie z.b. oper und staatstheater überflüssigerweise subventioniert. es ist wichtiger das geld für die schulen zu haben als frackträger ihr abendamüsement zu zahlen. wir müssen prioritäten setzen.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen zombi24
zombi24:

Klasse blindfish:-))

 
01.11.04 20:23
#19
Alle wollen das die Regierung spart, aber schon beim ersten gesparten Euro schreit jemand füchterlich auf: Wieso bei mir!
WDR2 hatte eine Liveschaltung mit mehreren 1 Eurojobber, so richtig was Negatives hatten die Billigarbeiter nicht losgelassen, sie waren fast alle froh, dass sie eine Aufgabe hatten und etwas legal dazuverdienen konnten. Natürlich ist das alles nicht wünschenswert, aber wo und wie soll man anfangen?
Die Preise müssen runter, leider ist es im Moment so, das es nur die Arbeiter, aber nicht die Produktepreise trifft.
Und noch eines steht für mich ausser Frage. Jemand der arbeitet, sollte mehr Geld zur Verfügung haben als jemand der nicht arbeitet.
Die fetten Zeiten sind vorbei und der vor uns liegende Weg wird ausser mit der PDS steinig. Jeder der zählen und rechnen kann wird da zwangsläufig selbst drauf kommen, wenn er ehrlich ist.
Gruss Zombi
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen chartgranate
chartgranate:

karl und blindi...

 
01.11.04 20:23
#20
ihr mögt ja in eurer prinziepiellen Ansicht in dieser Frage noch so recht haben....aber haaaaaaaaaaaaaalllllllllloooooooooo - willkommen in der Realität !
Öffentliche Einrichtungen,und da vor allem diejenigen welche der Bildung oder Erziehung diesnlich sein sollen verkommen in diesem Land mehr und mehr ! Das kotzt mich genauso an !
Ich will auch,daß sich da was ändert....und am liebsten Seitens des Staates,keine Frage.Das wird aber nicht passieren ! Und dann ist es mir scheissegal wer es macht,von mir aus ein 1€-Jobber.....oder sollen wir aus lauter Prinzipientreue den willigen 1€-Jobber in diesem Bereich verhindern ?? Wem ist dann geholfen?? Den Kindern bestimmt nicht !!
Gegen etwas sein ist wichtig und schön, realistische Alternativen zu haben aber auch !!
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen chartgranate
chartgranate:

"..nicht so unrecht haben.."

 
01.11.04 20:24
#21
sollte es natürlich heissen.... ;-)
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen blindfish
blindfish:

charty...

 
01.11.04 20:38
#22
ich muß ungefähr genauso antworten wie du :-) ich kann deine ansicht ebenfalls durchaus nachvollziehen, aaaaaaber: ich glaube, daß wir auf diese art und weise einen langfristig negativen weg einschlagen, der uns schlußendlich mehr schadet als kurzfristig nützt. die politiker hier entscheiden wie amerikanische manager: nach mir die sinntflut...

gruss :-)
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen zombi24
zombi24:

@blindi

 
01.11.04 21:01
#23
Ich musste während meiner Unpässlichkeit eine Gartenhilfe, eine Haushaltshilfe und stundenweise ein Kindermädchen in Anspruch nehmen. Es war alles zusammen ein nicht günstiges Vergnügen. Wenn diese Leute utopische Löhne verlangt hätten, hätte ich es notfalls auf allen Vieren geschafft, alles selbst zu bewältigen. Es ist eine Preis und  Schmerzfrage ob man sich etwas gönnt. Mit unerfullbaren Gehaltsvorstellungen wären diese drei Zusatzverdienste nie zustande gekommen. Ich kann nur Geld ausgeben welches ich übrig habe, wenn es nicht reicht, muss ich mich eben sellbst durchquälen.
Der Gärtner muss mit dem Rasenmäher zurechtkommen, die beiden anderen haben einen Verantwortungsposten und müssen eigentlich nur ehrlich und Vertrauenswürdig sein.
Gutes Personal ist schwer zu finden.
Gruss Zombi
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen blindfish
blindfish:

soll das ein witz sein???

 
01.11.04 21:12
#24
wenn du dir einen neuen fernseher kaufen willst, kannst du auch nicht sagen: ich will den für 1€ - aber er muß natürlich top-qualität haben! zitat von dir: "gute leute sind schwer zu finden"... jep, stimmt genau, deshalb sollten sie auch ihr geld kosten!! dein posting ist ein statement FÜR die ausbeutung von menschen und aus meiner sicht total daneben - und außerdem keine 2cm weit gedacht...

gruss :-)

und übrigens: "ich kann nur Geld ausgeben welches ich übrig habe" -> wieviel geld hättest denn übrig, wenn du selber einen 1€-job hättest? müßtest du armer dann vielleicht auch mal selber was tun!??!
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen 54reab
54reab:

1 € ist der legale hinzuverdienst zu einer

 
01.11.04 21:22
#25
steuerfinanzierten stütze. es bleibt jedem überlassen einen anderen job auszuführen. viele, die sich ohne staatliche unterstützung durch das leben schlagen, haben nicht dieses einkommen.  
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen zombi24
zombi24:

Oha, das weitet jetzt aus

 
01.11.04 21:26
#26
Man weiss allgemein, dass alles nicht mehr finanzierbar ist. Nur meckern und keine Lösung haben ist nicht sehr seriös. Ich habe gerade keine parat, hast du eine?
Wenn ich auf irgendetwas verzichten könnte, wäre es einer meiner vier Fernseher:-))
Und du kannst mir glauben, ich kenne die Versorgung von anderen, dagegen bin ich ein armer Hund. Wer eine scheiss Rente bekommt, hat nie etwas für eine gute Rente getan, oder der Versicherungsträger hat sich verrechnet.
Wenn du eine Einheitsrente forderst ist die allerletzte Einsatzbereitschaft auch zum Teufel. Ich wiederhole es noch einmal: Wer arbeit muss mehr Geld haben als jemand der Zuhause die Zeit totschlägt. Es soll hier keiner verhungern, aber wenn es Sozialhilfeempfänger besser geht als der arbeitenden Bevölkerung, läuft etwas schief.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen blindfish
blindfish:

das stimmt ja, zombi...

 
01.11.04 21:29
#27
aber denkst du wirklich, die 1€-jobs sind dafür die lösung?! ich nicht...

gruss :-)
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen zombi24
zombi24:

Ich denke es auch nicht!

 
01.11.04 21:42
#28
Aber um Statistiken zu beschönen, gab es schon immer die dollsten Ideen.
Ich denke einfach, die gut ausgestatteten  Rentner sterben irgendwann weg und die Kassen werden massiv entlastet. Es dauert seine Zeit, aber so wird es kommen.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Dixie
Dixie:

Die armen Schweine können einem jetzt

 
02.11.04 10:40
#29
schon leid tun.
Wenn ich daran denke, was einer meiner Bekannten so erzählt, der öfter in Schulen Reparaturen durchführen muß. Welchen Vandalismus "die lieben Kleinen" so an den Tag legen, wie großkotzig, überheblich, gewalttätig und geradezu bösartig viele davon sind, können sich die armen Ein-Euro-Jobber schon mal warm anziehen.  
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen chartgranate
chartgranate:

nochmal,

 
02.11.04 12:27
#30
für gewisse Tätigkeiten,wie z.Bsp. die Pflege und Instandhaltung öffentlicher Einrichtungen o.a. sind diese 1€-Jobs derzeit tatsächlich die einzige Lösung....sonst würden sie gar nicht gemacht werden !! Dies mag an sich erschreckend und verwerflich sein,ändert aber nunmal nicht die Realitäten ! Schonmal mit einer Kindergartenleiterin gesprochen?? Die freut sich wie blöd,daß es so wenigstens etwas Unterstützung gibt...der ist das scheissegal "wohin das führt" oder inwieweit hier "Menschen ausgebeutet" werden. Und ebenfalls nochmal.....diese Jobs sind freiwillig! Wer sie nicht machen will,weil er nicht ausgebeutete werden will oder weil ihm "die lieben Kleinen" zu bösartig sind,kann es lassen! Trotzdem gibt es eine Menge Interessierter,die sogar Gutes darüber zu berichten haben( neben des Geldes vor allem das Gefühl wieder etwas Nützliches zu tun,gebraucht zu werden und mal von der Couch zuhause und der Frustration wegzukommen....die würden das sogar umsonst haben wollen,dieses Gefühl). Wer bitte,blindi und dixie seit ihr,diese Tatsachen aus politischem Prinzip pauschal zu verurteilen  (und wenn auch ideologisch noch so berechtigt). Machen wir,die wir solche Jobs nicht nötig haben und wohl auch nicht in die Verlegenheit gelangen werden,es uns mit der Beurteilung dieser Situation (die wir nicht deswegen aus den Augen der wirklich Beteiligten gar verstehen können...) nicht ein wenig sehr einfach??Hat so ein bisschen was von Stammtischbundestrainer oder Oppositionsführer.
Viele Meinungen,aber keine Alternativen...weder für die jeweilige Einrichtung die Unterstützung erfährt,noch für die 1€-Jobwilligen......wo soll uns das hinführen??
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Dixie
Dixie:

"diese Jobs sind freiwillig" Sind sie das? o. T.

 
02.11.04 12:36
#31
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen chartgranate
chartgranate:

faktisch ..

 
02.11.04 12:40
#32
ja. Du kannst sie als Arbeitloser annehmen oder es lassen,niemand schleift Dich mit Gewalt dahin,wo es sie gibt. Alles andere wäre jetzt wieder Interpretation...
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Dixie
Dixie:

So wird den

 
02.11.04 14:16
#33
arbeitslosen Hartz4-Opfern also nicht rigoros das Geld gestrichen, wenn sie einen 1-Euro-Job nicht annehmen? Das ist ja ganz was neues.  
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen chartgranate
chartgranate:

so lernen wir alle

 
02.11.04 15:01
#34
etwas dazu.
1€ - Jobs,die derzeit ja erst in der Entstehung sind,werden auf der Basis der Freiwilligkeit angeboten,bzws.es gibt in den jeweiligen Städten bereits die Nachfrage nach solchen Jobs und dann werden sie verteilt......zunächst stimmt also mein Ansatz.
Wenn in einer Stadt es irgendwann den Zustand geben wird in dem es mindestens genauso viele Jobs wie Arbeitslosengeld II - Empfänger gäbe,können die Jobs "zwangsvermittelt" werden,was dann auch die Möglichkeit der Kürzung bei Ablehnung nach sich zieht (Auskunft der Bundesanstalt für Arbeit,Infotelefon).Dann hättest Du recht.Trifft allerdings dann immer nur regional zu,wo diese Vorraussetzung dann eben erreicht wird,ist also eine "Kann-Bestimmung" und liegt in den Händen der jeweiligen Agentur vor Ort,nach welchen Kriterien die dann "zwangsverteilen" würde!
Im Augenblick ist dieser Zustand allerdings noch nicht gegeben und es ist fraglich ob er erreicht wird.....insofern stimmt zum jetzigen Zeitpunkt der Diskussion meine Ausgangsthese.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen MadChart
MadChart:

Unbestritten chartgranate,

 
02.11.04 15:04
#35
Jedoch ist bei der auf Arbeitgeberseite zu erwartenden starken Nachfrage nach solchen Kräften zu erwarten, dass der von Dixie skizzierte Fall nicht die Ausnahme bleiben wird. Vielleicht sogar mehr...

Ist zumindest meine persönliche Prognose.
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen 54reab
54reab:

das sozialhilfegesetz ließ sogar

 
02.11.04 15:29
#36
0 €-jobs zu. einer, der derartige jobs ablehnt, lehnt sich nicht gegen die ausbeutung auf sondern besteht auf ausbeutung der steuerzahler.

theoretisch könnte jeder dieser jobs "normal" bezahlt werden, wenn das geld da wäre und man leute finden würde, die bereit wären diese arbeit zu marktüblichen preisen auszuführen. natürlich ist das ganze äußerst kritisch und man muß höllisch aufpassen, dass es nicht zur vernichtung von "normalen" jobs kommt. das gesetz regelt dieses ausreichend. ich sehe es deshalb primär als eine aufgabe der gewerkschaften an, bei missbrauch juristische schritte einzuleiten.


Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen Dixie
Dixie:

Wie ein Hamster im Laufrad

 
03.11.04 09:43
#37
www.tacheles.de
Erfahrungsbericht Ein-Euro-Job

Text: Letzten Montag, erster offizieller Arbeitstag und Einweisung.
Zuerst haben wir alle Arbeitskleidung erhalten:
blaue Latzhosen und Jacken, wo groß draufsteht: HAB Eidelstedt ( HAB = Hamburger-Arbeits-Beschaffung ) Das muß so sein, damit alle anderen Menschen sofort sehen, mit wem sie es zu tun haben (?????), so hat der " Fallmanager" ( so nennen sich die zuständigen Betreuer/Einweiser/Aufpasser ) es erklärt.
Danach theoretische Einweisung und Verhaltensregeln. Wir haben erfahren, daß es den ganzen Tag dauern würde und wir nicht auf die Straßen/Grünanlagen gehen werden.
Einer hat gefragt, warum sie dann diese Latzhosen und Stiefel den ganzen Tag tragen müssen, wenn sie nicht die Grünanlagen sauber machen und nur in diesen Räumen rumlaufen sollen....
Antwort: " Damit wir uns an Arbeitskleidung gewöhnen. Und um 6.00 Uhr anzufangen, daß ist auch nur, damit wir lernen morgens aufzustehen."
Wir sind dann darauf hingewiesen worden, daß wir natürlich keinen Alkohol trinken dürfen, keine Drogen nehmen dürfen, uns nicht prügeln und nicht gegenseitig sexuell belästigen dürfen.
Sehr ausführlich (ca. 2 stunden!) hat dieser Fallmanager uns dann erklärt, wo sexuelle Belästigung anfängt. Schon bei Blicken .....und wir müssen immer in der Kolonne bleiben, niemals dürfen sich eine Person weiblichen Geschlechts und männlichen Geschlechts zusammen von der Kolonne entfernen. Denn dann könnte es zu sexuellen Übergriffen kommen.
Er, der " Fallmanager" darf auch nie mit einer weiblichen Person alleine reden, denn die könnte ihn dann anzeigen, wegen sexueller Belästigung, oder versuchter Vergewaltigung.
Es gibt zwei Gruppen, Jungerwachsene und Erwachsene. Es wurde den Erwachsenen dann auch gesagt, sie dürfen keinen Kontakt zu den Jungerwachsenen haben. weil sie, diese arbeitslosen Erwachsenen ein schlechtes Beispiel sind. Deshalb sind die Jungerwachsenen in einer Einrichtung in Volksdorf.

Nun sind in der einen Gruppe auch Menschen, die z.T. bis vor zwei/drei Jahren gearbeitet haben, jetzt über 50 sind, Kinder groß gezogen haben und vorher noch nie arbeitslos waren. Hinzu kommt, daß alle, die jetzt schon da " eingewiesen" werden, freiwillig gesagt haben, sie möchten so schnell, wie möglich arbeiten und nicht zu Hause rumsitzen und bis zum 1.Januar warten...
Einige haben sich gefühlt, wie in einer Erziehungsanstalt und teilweise haben wir gedacht, wir sind alle Schwerverbrecher.
Eine Aussage des " Fallmanagers" :
Es werden keine Arbeitsplätze vernichtet, daß ist alles Quatsch, was da an " Gerüchten" immer wieder auftaucht und natürlich werden alle 1 Euro-Jobs nur für gemeinnützige Arbeit verwendet !

Wir sind jedoch der Meinung, es werden Arbeitsplätze vernichtet und diese 1 Euro-Jobs werden für viele noch ungeahnte Folgen haben.
Als Beispiel dazu: die Freundin meiner Schwester hat natürlich im Bekanntenkreis auch über dieses Praktikum und 1Euro-Job gesprochen und gleich ein Angebot bekommen, meine Schwester könnte bei einer weiteren Bekannten arbeiten, die würde ihr dann schwarz zusätzlich 7.-Euro bezahlen, entweder soll sie die behalten, oder mit der Freundin teilen, da die schließlich die Anträge für das Praktikum unterschrieben hat. Also Möglichkeiten ohne Ende...
Die ersten Tage waren rum. Die restlichen Tage sahen dann so aus, daß alle weiterhin in diesem Gebäude waren. Nicht einmal etwas " sinnvolles" tun durften. Der Tagesablauf sieht so aus, daß z.B. ein gelernter Maler, 54 Jahre (zum ersten mal seit ca.2 Jahren arbeitslos), dort aufgestellte Wände streichen muß. Zuerst in weiß, dann in blau, immer so weiter, bis die Wand " kaputt" gestrichen ist, dann wird sie entsorgt und eine neue aufgestellt. Daneben steht eine Wand, da muß Einer, auch über 50 (seit ca. 3 Jahren arbeitslos, vorher nie ) Fliesen dran kleben, die dann wieder abgehauen werden und dann wieder neue Fliesen dran. Wieder ein anderer muß eine Mauer mauern, die wird immer wieder, wenn eine gewisse Größe erreicht ist umgetreten, dann wieder aufgebaut..... Eine Ungelernte, hat Teppichreste bekommen und mußte den ganzen Tag mit einem Teppichmesser Teile davon abschneiden und gleich in einen Müllsack schmeißen. Wenn mensch nun denkt, daß sie das machen sollte, um zu lernen, wie man Teppichboden verlegt, oder die, die nicht streichen können, von dem Maler etwas lernen sollten.....Nein, keiner sagt, ob richtig gestrichen, gemauert usw, wurde....
Sie haben auch " Putzfrauen" . Da haben sie welche aus der Gruppe genommen, die müssen immer wieder den selben Flur putzen. Wenn er sauber ist, kommt eine festangestellte Mitarbeiterin der HAB mit einem Eimer voll " Schmierdreck" und macht den Flur wieder dreckig. Und dann müssen sie wieder von vorne anfangen diesen Flur zu putzen, acht Stunden am Tag.


Schon am Donnerstag hat eine wissen wollen, wann sie denn nun endlich wirklich arbeiten können, denn das kann es wohl nicht sein und sie fühle sich, wie die anderen auch völlig verarscht. Antwort vom " Fallmanager" : Richtige Arbeit haben wir noch nicht für sie, da kommen demnächst Angebote und sie müßten die Leute nun eben einfach irgendwie beschäftigen, darum ist es völlig egal, was für Teppichstücke geschnitten werden, denn die kommen sowieso gleich auf den Müll...
Kamen Vorschläge, ob sie dann nicht wenigstens, wie eigentlich angekündigt Hamburgs Straßen, Grünanlagen usw, sauber machen könnten, gerade jetzt mit dem ganzen Laub wäre doch da genug zu tun, oder im Altersheim, wo so ein Mangel besteht.......Nein alles nicht möglich, bis auf weiteres haben sie jeden Tag da zu erscheinen und diese sinnlosen Arbeiten zu verrichten. Sie könnten sich aber ja alle um einen Praktikumsplatz bewerben und noch besser endlich sehen, daß sie selber Arbeit finden. Die ersten haben schon Depressionen, weil sie da überhaupt nicht mit klar kommen, wie sie da behandelt werden und ich kann so einen Wahnsinn auch nicht nach vollziehen..........
Einer, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat gesagt, so schlimm war es noch nicht mal im Gefängnis und da wußte er wenigstens, er hat " Mist" gemacht und muß nun seine Strafe dafür absitzen. Das hat er gemacht und möchte nur arbeiten, daß er nun schlimmer behandelt wird, daß hätte er sich nicht vorgestellt.

Auch die fehlenden Arbeitsschutzmaßnahmen sind ganz schlimm. Die Leute, die da mauern müssen, rühren z.B. den ganzen Tag ja immer wieder Zement an und haben keine Atemschutzmasken bekommen. Einer mußte den ganzen Tag eine Tür abschleifen, war schon über und über mit diesem feinen Staub voll. Eine Teilnehmerin hat ihm dann so eine Atemschutzmaske besorgt, weil sie es nicht mehr mit ansehen konnte. Sie meint die werden auch gesundheitlich einem großen Risiko ausgesetzt und da will sie nun auf jeden Fall etwas unternehmen. Die Farben, sind auch Lackfarben dabei, stinken so grausam, schon dieser Gestank ist zum Teil nicht auszuhalten.

Der " Fallmanager" ist übrigens selbst Gewerkschaftsmitglied. Auf die Frage, ob er denn nicht etwas gegen diese Zustände unternehmen könnte, antwortete er: Nein, das könne er nicht, er wundere sich zwar selbst schon ein wenig, aber die Gewerkschaften können hier nicht helfen, weil es sich nicht um Arbeitsverhältnisse handelt........"

Viel gebe es da noch zu schreiben, aber ich wollte Dir nur ein wenig aus der Praxis, dieser ersten 1Euro-Jobs schreiben.....


OHNE WORTE
Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen flamingoe

5 Millionen Arbeitslose im Winter

 
#38

http://www.ftd.de/pw/de/1096704948398.html?nv=tn-rs

ftd.de, Di, 5.10.2004, 10:37, aktualisiert: Di, 5.10.2004, 17:53
Bundesagentur befürchtet fünf Millionen Arbeitslose im Winter
Von Kai Beller, Berlin

Konjunkturerholung und Arbeitsmarktreformen sind bislang spurlos am Arbeitsmarkt vorbeigegangen. Statt weniger Arbeitslosen könnte im Winter sogar die Fünf-Millionen-Marke erreicht werden.


Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen 1702701
ZoomBA-Chef Frank-Jürgen Weise: Aufschwung ist noch nicht kräftig genug
Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte am Dienstag in Nürnberg, dass trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung noch keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen sei. "Der Aufschwung ist noch nicht kräftig genug, damit in der Summe Arbeitslosigkeit abgebaut werden kann", sagte Weise. Auch die Arbeitsmarktreformen bringen offensichtlich noch keine Entlastung für den Arbeitsmarkt.

Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen im September um 27.000 auf 4,445 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Quote legte um 0,1 Prozent auf 10,7 Prozent zu. In Westdeutschland nahm die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl um 12.000 zu, im Osten erhöhte sie sich um 15.000. Analysten hatten mit einem deutlich schwächeren Anstieg gerechnet. Unbereinigt sank die Arbeitlosenzahl um rund 90.000 auf 4,256 Millionen. Dies sei allein auf jahreszeitliche Einflüsse zurückzuführen, hieß es dazu.

Clement hofft auf 2005

Unionsfraktionsvize Friedrich Merz wertete die Daten als Beleg für die Notwendigkeit weiterer Strukturreformen. Vor allem der bestehende Kündigungsschutz verhindere Neueinstellungen, sagte Merz. Dem widersprach die Grünen-Vizefraktionschefin Thea Dückert. Das einzige Konzept der Union seien "arbeitende Arme".

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hofft nun auf das kommende Jahr. Momentan sei die Binnenkonjunktur wegen der Konsumzurückhaltung der Bundesbürger zu schwach. 2005 rechne er aber mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Hamburg: Ein-Euro-Jobs in Schulen 1702701
ZoomBA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt fürchtet fünf Millionen Arbeitslose im Winter
Zunächst könnte es aber weiter aufwärts gehen. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt befürchtet, dass die Arbeitslosenzahl im kommenden Winter sogar die Fünf-Millionen-Grenze erreichen wird. Angesichts der vielen Unwägbarkeiten als Folge der Hartz-Reform sei eine solche Entwicklung durchaus möglich. "Hier gibt es eine Reihe von Faktoren, die wir nicht beeinflussen können", sagte Alt.

Unklar sei zum Beispiel, ob die geschätzten 300.000 Sozialhilfeempfänger, die ab Januar das Arbeitslosengeld II beziehen werden, dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stünden. Auch sei nicht absehbar, ob Erwerbstätige, die dann keinen Anspruch mehr auf Geldleistungen hätten, weiter arbeitslos gemeldet blieben.

Zahl der Erwerbstätigen steigt an

Positiv registrierte die Bundesagentur einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen. Saisonbereinigt legten die Erwerbstätigenzahlen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Juni auf Juli um 2000 zu. Das Statistikamt revidierte zudem seine bisherigen vorläufigen Berechnungen für die vergangenen Monate auf Grund neuer Daten. Danach nahm die Erwerbstätigenzahl seit Jahresanfang saisonbereinigt im Monatsdurchschnitt um 16.000 zu.

Dies habe jedoch nicht zu einem Rückgang der Arbeitslosenzahl geführt, weil der Anstieg auf das Konto von Minijobs und der Förderung selbstständiger Tätigkeit gehe. Die Zahl der voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sei dagegen im Jahresvergleich um 487.000 auf 26,35 Millionen zurückgegangen. Vor allem der Arbeitsplatzabbau im Verarbeitenden Gewerbe, in der Baubranche und im Handel habe hier durchgeschlagen



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