Göring und "Das reißfeste Billett"

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Göring und

Göring und "Das reißfeste Billett"

 
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Bei der Aufführung "Der rosarote Baron" durch die Travestiegruppe "Mon petit Chou" in einem Berliner Cabarett lernte Hermann Göring im Herbst 1943 den Schweizer Physiker Benjamin Fränkli kennen, der den hohen NAZI-Funktionär während der Pause auf der Herrentoilette mit der geheimnisumwobenen Hohlwelt-Theorie vertraut machte. Die Suche der Nazis nach einer neuen, kriegsentscheidenden Technologie ging damit in eine neue Runde.

Göring, so erinnern sich Bühnenarbeiter des Theaters später, sprang nach der Aufführung "wie vom Affen gebissen" aus seinem Ballettkleidchen, ließ sich in die Reichskanzlei fahren und verlangte unverzüglich, zum Führer vorgelassen zu werden. Letzterer reagierte hinsichtlich der in der Vergangenheit auf wissenschaftlichem Sektor erlittenen Fehlschläge seines Luftwaffenchefs höchst verärgert. (Hermann Görings lächerliche und in Abwesenheit Hitlers durchgeführte Maßnahme, aus Gründen der besseren Luftzirkulation in den Sommermonaten das Dach des Führerbunkers zu entfernen, war angesichts der zunehmenden Bombardierungen Berlins in aller Eile wieder rückgängig gemacht worden und hatte ihm einen von den Engländern verliehenen Orden eingebracht, den er allerdings immer nur dann trug, wenn der Führer gerade in eine andere Richtung sah.)

Hitlers Sekretär schrieb später in seiner Biographie "Der Kalif des Zaren", daß Hitler aufgrund der haarsträubenden Nebenwirkungen seiner Medikamente eine Weile brauchte, um die Hohlwelt-Theorie vollständig zu erfassen, sich schließlich aber dazu durchrang, dem bereits "bitterlich weinenden" Göring die Leitung zur Erforschung der sich eventuell daraus ergebenden Überlegenheit im Krieg gegen die Alliierten zu übertragen und dann, als sein Drogencocktail die volle Wirkung entfaltete, Passagen aus "Treibsand & Isolde" zu singen begann.


 
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Geheimdokument "Flugschiffe"
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Historiker wissen heute sicher zu berichten, daß Hermann Göring während dieser Tage im Herbst 1943 von Hitler längst mit einem anderen Projekt betraut worden war, daß hinter vorgehaltener Hand bereits als gescheitert betrachtet werden durfte: Die Flugschiffe. Göring schrie und tobte nach jedem mißlungenen Start und zog jeden Mechaniker persönlich dafür zur Verantwortung. Letztlich aber war es sein geringes technisches Verständnis in Kombination mit seiner Vorliebe für opulente Speisefolgen, die dem Projekt das Genick brachen, denn regelmäßig endeten Krisensitzungen mit einem Disput über die Größe des von Göring gewünschten Speisesaals mit Marmortischen und silbernen Kerzenlüstern, der laut seinem Chefkonstrukteur Hans Faber in einem nur 13 Meter Durchmesser großen Flugobjekt "auffällig wenig zu suchen habe und besser durch einen Antrieb ersetzt gehöre". Göring ließ daraufhin Versuche unternehmen, indem er Hans Faber abwechselnd an einen Marmortisch und einen Motorblock gefesselt aus einem Flugzeug warf, bis ihm die Lust verging.

Benjamin Fränkli bezog in der Zwischenzeit seinen Arbeitsplatz in Berlin. Er hatte sich in der Vergangenheit einiges Ansehen in seinem Heimatland erworben, weil ihm der schlußendliche Beweis des Jahrhunderte alten Vogelberg-Postulats gelungen war, dessen Kernfrage darin bestand, ob "Kartoffeln in Kantinenessen wirklich die Zweidrittel-Mehrheit haben". Anschließend wurde er von aufgebrachten Schlachtern außer Landes gejagt. Über die Hohlwelt-Theorie hingegen wußte er genau so viel, wie er in einem Schmierblatt gelesen hatte, dessen Ausgabe er während des gesamten Weltkrieges sorgsam unter seiner Jacke verbarg und sich dieser daher auch im Hochsommer nicht entledigte, was ihm den Spitznamen "Der Schwitzer" einbrachte. Seine Unwissenheit wußte er allerdings geschickt zu tarnen, indem er auf wichtigen NAZI-Empfängen, wo er als "Wissenschaftler für kriegsentscheidende Technologien" vorgestellt wurde, vor einem staunenden Auditorium immer aus Jules Vernes "20.000 Meilen unter dem Meer" zitierte und sich danach schleunigst mit fränzösischen Trüffelpralinen vollstopfte, die es ihm unmöglich machten, auf weiterführende Fragen zum Thema zu antworten.


 
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Esoterische Innenweltschrift im dritten Reich


Die Hohlwelt-Theorie war auf einer losen Sammlung alter Schriften niedergelegt und enthielt die Behauptung, die Erde sei innen hohl und von "Innenweltmenschen" bewohnt, welche die freie Unterdrückung propagierten und spätestens jeden dritten Tag Weihnachten feierten. Die wirren Pamphlete gingen zurück auf einen hoffnungsvollen Psychotiker, der als junger Mann gestolpert war, sich dabei den Kopf gestoßen und über das hohle Geräusch gewundert hatte. Göring erhoffte sich nun, in diese Welt einzudringen und Rußland quasi "von unten" her anzugreifen. Dieses Überraschungsmoment, in Kombination mit dem Plan, den Angriff während der russischen Mittagspause stattfinden zu lassen, sollte den Deutschen den Sieg im Osten bescheren. Weiterhin nutzte er die Gelegenheit, Hitler mit der Hohlwelt-Theorie geschickt von seinen Mißerfolgen im Flugschiffbau abzulenken. Auf einer Parade im Frühjahr 1944, auf denen die ersten Flugschiffe vorgeführt wurden, sah sich Hermann Göring zu einer List genötigt und nur den aufmerksamsten Beobachtern fiel auf, daß diese Maschinen nicht flogen, sondern lediglich über den Platz rollten und von Zeit zu Zeit Pferdeäpfel verloren. Es ist überliefert, daß Goebbels und Himmler während der gesamten Parade kicherten. Der Führer selbst hüllte sich in medikamentengestütztes Grinsen und schlief dann ein.

Zu Beginn des Jahres 1945, als die Schlinge um den Hals NAZI-Deutschlands zunehmend enger wurde, zitiert der höchst besorgte Führer Göring bei Nacht und Nebel in den Führerbunker, um sich nach den Fortschritten der Projekte zu erkundigen. Göring erschien in einem Raumanzug, den er sich in aller Eile aus einer Theater-Requisite geliehen hatte und behauptete stolz, mit einem seiner Flugschiffe angereist zu sein. Als Hitler allerdings verlangte, dieses in seinen Augen "nutzlose, geldfressende Gespenst" endlich und unverzüglich zu besichtigen, log der Luftwaffenchef, es sei leider von der Polizei abgeschleppt worden, weil es im Halteverbot stand. Goebbels und Himmler kicherten wieder, bis sie zur Ordnung gerufen wurden. (Borman schüttelte noch tagelang den Kopf seines Sekretärs.) Da auf die Fragen des Führers nach praktischen Verwendungsmöglichkeiten bezüglich der Hohlwelt-Theorie von dem zitternden und faselnden Göring keine zufriedenstellenden Antworten zu erhalten waren, wandte sich Hitler an den anwesenden Fränkli. Dieser sah sich der Beantwortung elementarer und höchstpeinlicher Fragen ausgesetzt und versagte auf ganzer Linie, da er keine französischen Trüffelpralinen zur Hand hatte. Damit fiel das gesamte Kartenhaus Görings in sich zusammen.


 
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Potsdamer Platz im Morgengrauen


Der Führer befahl, Göring möge ohne Verzug auf der Polizeiwache vorstellig werden, die Ordnungsstrafe für das Verkehrsvergehen aus seiner eigenen Geldbörse entrichten und dann mit dem Flugschiff unverzüglich zum Führerbunker zurückkehren. Görings hilfloser Einwand, sein "edler und erhabener Führer" belege ihn seit Wochen mit einer Taschengeldsperre, wurde von diesem niedergebrüllt. Goebbels und Himmler kicherten diesmal nicht, sondern schnitten Grimassen in Richtung des schlotternden Luftwaffenchefs. Dem Physiker wiederum stellte Hitler in Aussicht, mit Hilfe der Kenntnisse über die vermeintliche Hohlwelt entweder innerhalb drei Tage einen Plan zur unterirdischen Okkupation Rußlands zu erarbeiten oder sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, im Reichstagsgarten mit dem Kopf zuerst eingegraben und nur "sehr selten" gegossen zu werden. Fränkli gelang es, sich aus Berlin abzusetzen und in Richtung Süden zu flüchten. Er wurde in Bayern von den Alliierten aufgegriffen, als er versuchte, dem "Bund deutscher Beifahrer" beizutreten, die ihn in einem Handschuhfach zurück in die Schweiz schmuggeln sollten.

Göring wurde im Mai 1945 von der russischen Armee verhaftet, als er mit seiner Würstchenbude auf dem Potsdamer Platz in der Dunkelheit mit einem Panzer zusammenstieß. Im Bericht des Berliner Kommandanten stand später zu lesen, die Würstchenbude sei "auffallend groß und scheibenähnlich" gewesen und hätte Positionslichter besessen. Die Marmortische und die Kerzenlüster wurden gestohlen, das Gefährt selber ließen die Russen zurück, als sie bemerkten, daß der Antrieb lediglich aus zwei Löchern im Boden bestand, durch die sein Fahrer die Beine stecken und laufen mußte.

Epilog:

Benjamin Fränkli sagte bei den Nürnberger Prozessen aus, daß der von Göring für das Geheimprojekt erdachte Deckname "Das reißfeste Billett" aus seinem Ärgernis heraus entstanden sei, als Bühnendarsteller während Aufführungen nie in der ersten Reihe sitzen zu dürfen. Fränkli wurde zu 99 Jahren Todesstrafe verurteilt, entzog sich aber der Vollstreckung, indem er sich in seiner Zelle ertränkte.



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