Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!?

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Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? Woodstore
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Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!?

7
05.10.09 22:45
#1
Wie dieser Tage in den Medien zu hören, zu lesen und zu sehen ist, finden wir
Norwegen an der Spitze eines Uno-Rankings, das die Lebensqualität anhand
des HDI, des Human Develope Index, bewertet.

Der Index berücksicht unter anderem die Lebenserwartung, den Bildungsgrad,
und weiter, wie bei Bewertungen der Weltbank auch, das Bruttoinlandsprodukt,
sowie die Kaufkraftparität der einzelnen Ländern.

In der aktuellen Ausgabe der "Fluter", eine kostenfreies Informationsmagazin der
Bundeszentrale für politische Bildung der BRD, fand ich heute, in dem Artikel auf Seite 10,
nur mehr zufällig, Informationen zu einem weiteren Index, deren Ergebnis, dem des
Uno-Rankings erstaunlich änhlich ist.  dem "Gini-Koeffizienten"
de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient

Nur vergleicht dieser Index nicht die Finanzsituation des einzelnen, sonder die
Vermögensverteilung auf die Gesamtheit.
Ein einfacher Wert zwische 0 und 1.
Null bedeutet, dass alle Mensch im bewerteten Gebiet gleich viel besitzen.
1 bedeutet, dass einer alles und alle anderen nichts haben.
Norwegen liegt auch nach Aussage dieses Artikels, der eigentlich
nur auf die seite www.worldmapper.org hinweist, im internationalen Ranking,
mit einem Wert von 0,26 auf Platz 1, während Sierra Leone mit 0,63 zu den
Schlusslichtern zählt.

Auffallend also, dass in Länder mit hoher Zufriedenheit, auch eine
erstaunliche soziale Vermögensteilung vorzufinden ist.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653172,00.html

Ist also die gerechte Verteilung von Vermögen der Schlüssel zu Zufriedenheit?
Oder sorgt Zufriedenheit dafür, bereit zu sein, zu teilen, zu verzichten, sich einander
anzunähern?
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Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg aufgelegt.
Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? Woodstore
Woodstore:

Wohlfühlgefühl am Fjord

2
06.10.09 09:30
#2
Lebensqualität ist auch Geschmackssache. Würden Sie sich in einem Land wohlfühlen, das eine ungenießbare Küche zum nationalen Erbe zählt, das Steuern eintreibt, bis der Arzt kommt, in dem man im Sommer von Mücken gefressen wird, im Winter die Sonne nicht aufgeht und in dem für alle Annehmlichkeiten des Lebens - von der Flasche Rotwein bis zum Auto - Mondpreise verlangt werden? Eben!

www.abendblatt.de/vermischtes/...432/Wohlgefuehl-am-Fjord.html
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Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg aufgelegt.
Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? n1608
n1608:

Ich finde Norwegen ist in den meisten

4
06.10.09 09:37
#3
Vergleichen, so auch in dem hier zitierten kein gutes Beispiel, weil es ein absoluter Sonderfall ist. Wo auf der Welt gibt es ein zweites Land, dass bei einer Einwohnerzahl von 4,8 Mio (gerade mal Berlin !!!), einem BIP von $ 96.000 pro Person!!! gigantische Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft erzielt? Da ist "Umverteilung" ein Kinderspiel und nicht repräsentativ.
Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? Woodstore
Woodstore:

@n1608 Das Bruttoinlandsprodukt

 
06.10.09 12:00
#4
auf das du mit deine, Hinweis auf das Öl anspielst, ist wohl wahr, ein Faktor
zur Berechung des HDI, nicht aber Gegenstand des Gini-Koeffizienten.

Der Gini-Koeffizient ist es aber der Wert, der sich anschickt, Aussage
über die die Verteilung von "Vermögen",  und zwar überwiegend Privatvermögen,
zu machen.

Der Vergleich zum HDI, war wie in #1 bereits bemerkt, lediglich als
entsprechende Größe in Bezug auf "Glücklich" und "Zufrieden".
Das sind die Norweger nunmal zweifelsohne.
Ob mit Öl oder ohne... der Fischer im Fjord hat recht wenig, vom geförderten
Öl, abgesehen von den 58.000 € / Kopf Pension, die Norwegen aus dem Geschäft,
für seine Einwohner bisher zurückgelegt hat!

www.focus.de/finanzen/news/...-durch-rohstoffe_aid_437202.html
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Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg aufgelegt.
Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? n1608
n1608:

Da täuscht Du Dich

 
06.10.09 12:14
#5
Der Statens pensjonsfond Norwegens ist mit einem verwaltetem Vermögen von knapp 400 Milliarden US-Dollar der zweitgrößte Staatsfonds der Welt. Der Fonds soll die Öleinnahmen investieren um für die Zeit, in der die Ölreserven der Nordsee zur Neige gehen, vorzusorgen. Bitte immer im Hinterkopf haben, dass wir über 4,8 Mio. Einwohner sprechen!!! Ein dermaßen finanzierter Staat hat keine Probleme soziale Ungleichgewichte auszugleichen und den Bürgern SICHERHEIT zu geben. Diese Sicherheit, sei es für das soziale Netz, die Altersversorgung oder die Investition in ausländische Unternehmen setzt auch den norwegischen Fischer in die Lage, beruhigt und ZUFRIEDEN in die Zukunft zu schauen. Die Schönheit seines Landes tun sein übriges.

Für mich bleibt es dabei, Norwegen ist eine nicht repräsentative Ausnahme.
Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? Thomastradamus
Thomastrada.:

Ich denke, da besteht sehr wohl ein Zusammen-

 
06.10.09 12:31
#6
hang.

Wenn ich - aus welchen Quellen das Geld auch kommen mag - mir wenig Gedanken um meine zukünftige Rente machen muss, ist dies dem Wohlbefinden sicherlich zuträglicher als ewige Diskussionen um private Vorsoge, eventuelle Lücken, Renteneintrittsalter etc.

Tatsache ist, dass alle Staaten unterschiedliche Geschichte, Probleme und Voraussetzungen haben, was es unmöglich macht, einfach den gleichen Deckel überall drüberzustülpen und zu erwarten, dass alles gut wird.

Ein Punkt der uns jedoch von Norwegen unterscheidet und das größte Hindernis dür bspw. D sein dürfte: Die Steuern. Würde bei uns ähnliches eingeführt, bliebe vermutlich kein Stein mehr auf dem anderen.

Gruß,
T.
Nicht der Mensch ist die Krone der Schöpfung, sondern die Natur.
Gleiche Verteilung schafft Zufriedenheit!? Woodstore

@n1608

 
#7
nochmal... der Gini-Koeffizient vergleicht die "private Vermögensverteilung"

Staatliche Mittel zur sozialen Sicherung, werden bei der berechnung des Gini's
außen vorgelassen.

Mein Frage am Ende von Posting #1 war dahingehend, wie Thomastradamus in #6
schon anmerkt, ob die Zufriedenheit, ob des Wissens um soziale Sicherheit, auch das
streben nach "immer mehr Vermögen" postiv, also im Sinne von Unterlasen, beeinflusst.

Es ging mir hier weniger, um die Betrachtung verschiedener
volkswirtschaftlicher Indizies, als vielmehr um den philosophischen Gedanken
hinter der Feststellung, dass bei nahezu gleichverteiltem privatem Vermögen,
also ein Verteilungszustand, in dem nur wenige "mehr besitzen" als man selbst,
eine Höhere "Zufriedenheit" vorliegt.

Also Schlussendlich nicht die Masse eigenen Vermögens zufrieden macht, sondern
die Gewissheit, dass niemand/nur sehr wenige, mehr haben als man selbst!
Stichwörter wie: Neid, Missgunst, Gewinnstreben, Renditesucht Heuschreckentum,
Finanzkrise wären hier als Gegenstücke meiner Überlegung zu nennen!
Woodstore
Großes fällt in sich selbst zusammen: Diese Beschränkung des Wachstums hat der göttliche Wille dem Erfolg aufgelegt.


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