Freidemokratische Barbarenhorden

Beitrag: 1
Zugriffe: 113 / Heute: 1
Freidemokratische Barbarenhorden Happy End

Freidemokratische Barbarenhorden

 
#1

300 (minus x)

Xerxes war gestern: Ab heute haben die Griechen echte Probleme.

Sie müssen den entfesselten Horden der deutschen Liberalen standhalten.

Ein erstes Scharmützel startete Wirtschaftsphilipp Rösler in der heutigen Welt: In einem Gastbeitrag mochte er eine Griechenland-Pleite nicht mehr kategorisch ausschließen.

Pleite ist man nämlich gar nicht, wenn man seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann.
Pleite ist man erst, wenn der deutsche Wirtschaftsminister das sagt.

Wörtlich schrieb Rösler: „Um den Euro zu stabilisieren, darf es auch kurzfristig keine Denkverbote mehr geben.“ Beeindruckend.

Damit ist zumindest schon mal klar, dass es diese bisher gegeben hat.

„Dazu“, so Rösler weiter, „zählt notfalls auch eine geordnete Insolvenz Griechenlands,…“,…
Wir lernen:
Die geordnete Insolvenz Griechenlands ist ein kurzfristiges Denkverbot.

…um dann allerdings einzuschränken: „…wenn die dafür notwendigen Instrumente zur Verfügung stehen“.

Jetzt wüsste ich doch zu gern, welche Instrumente notwendig sind, um Rechnungen nicht mehr zu bezahlen.

Für den Fall, dass das Alles dann doch noch zu einfach sein sollte, merkte der FDP-Chef noch an, er wolle eine mögliche Insolvenz Griechenlands als „Resolvenz“ verstanden wissen.

So ist immerhin sichergestellt, dass sich keiner traut, da was gegen zu sagen.

Die unterscheide sich von der Insolvenz nämlich dadurch, dass es ihr Ziel sei, die Funktionsfähigkeit des betroffenen Staates wiederherzustellen. Das freut die Griechen.

Zumindest schließt es Brandschatzen und Plünderungen seitens der siegreichen Armee aus.

Oder auch nicht, findet Rösler, denn dies werde „gegebenenfalls auch durch die vorübergehende Einschränkung von Souveränitätsrechten“ erforderlich machen.

Womit wir einen ersten Eindruck von liberaler Außenpolitik unter Philipp Rösler hätten.

Und damit das Alles nun nicht zu einfach wird, fügte Rösler rasch noch hinzu, dass zu dem von ihm vorgeschlagenen Prozess auch eine „substanzielle Beteiligung privater Gläubiger“ gehöre.

Seien Sie also schon mal besorgt.

 

„Jungs, seid nicht feige, lasst mich hintern Baum!“

Nach Röslers Angriffsruf formierte sich auch prompt der Tross. Allen voran meldete sich Generalchristian Lindner im Frühstücksfernsehen und bestätigte dort, zwar arbeite man nicht auf die Griechen-Insolvenz hin, aber es dürfe auch keine Denkverbote geben. Alles klar.

Lindner ist schlau genug, nur den Teil zu kommentieren, den er verstanden hat.
Und das ist nun mal die Sache mit dem Denkverbot.


Flankenschutz gegen die freidemokratischen Barbarenhorden können die Griechen nun nur noch von einer Seite erwarten.

Von der Union?

Genau. Jedenfalls erklärte deren Fraktionsgeschäftsführer dem ARD-Frühstücksfernsehen, die Debatte über eine geordnete Staatspleite Griechenlands sei gefährlich und kontraproduktiv. Kein schlechtes Argument.

Erst Westerwelles Libyen-Politik und jetzt Röslers Griechenland-Suada.
So was nennt man dann „außenpolitische Kontinuität“.

Damit löse man nämlich auch Konsequenzen aus, „die man eigentlich verhindern möchte“. Auf solche Hilfstruppen haben die Griechen gerade noch gewartet.

Die haben gar kein Problem mit der Griechen-Pleite.
Die wollen nur deren Konsequenzen verhindern.

http://www.schandmaennchen.de/wordpress/?cat=3



Talkforum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--