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FC Bayern hilft BVB mit 2 Mio...

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FC Bayern hilft BVB mit 2 Mio... Happydepot

FC Bayern hilft BVB mit 2 Mio...

 
#1
Auf dem Höhepunkt seiner Finanzmisere holt sich Bundesligist Borussia Dortmund Hilfe auf dem Kapitalmarkt und frische Millionen aus London. Die Mittel waren zuletzt äußerst knapp. Sogar Liga-Rivale Bayern München hat offenbar mit einer Geldspritze geholfen.

Es waren hektische Wochen zuletzt, denn es galt, frisches Geld zu beschaffen. Und so kam es, dass der Wirtschaftsanwalt Gerd Niebaum bisweilen bei Sitzungen seine innere Unruhe nicht mehr überspielen konnte. Ein merkwürdiges Klackern war dann im Besprechungszimmer der Geschäftsstelle von Borussia Dortmund zu vernehmen. Im Takt einer auf Hochtouren laufenden Nähmaschine schlug eine Schuhsohle aufs Parkett - unkontrolliert vibrierte Niebaums Bein, als er wortreich eine "Neuordnung unserer Bilanzstruktur" verkündete und den eingeschlagenen "Sparkurs" skizzierte.

Niebaums Nervosität hatte Gründe. Die Finanzmisere des einzigen börsennotierten Bundesliga-Clubs steuerte Mitte September ihrem Höhepunkt entgegen. Der Großaktionär Norman Rentrop bot seine Anteile auf dem Markt an; ausgerechnet jetzt, unmittelbar vor der Kapitalerhöhung, welche die Zahlungsfähigkeit des Fußballunternehmens sichert. Und die Spieler warteten auf ihre Gehälter.

Nun aber, pünktlich zur Bilanz-Pressekonferenz, bei der Chef Niebaum am Freitag einen Rekordverlust erklären muss, trudeln wie bestellt gute Nachrichten ein im Revier. Dass der BVB auf Jahre hinaus seine Sponsoring-Einnahmen für eine 126 Millionen Euro schwere Anleihe des Londoner Finanzmaklers Stephen Schechter abtritt, wurde vergangene Woche bereits als "der große Befreiungsschlag" ("Sport Bild") gepriesen: Die Liquidität des Vereins sei gesichert.

Es ist schön, wenn man in Krisenzeiten Freunde hat. Ob die Schechter-Millionen die strukturellen Probleme der Borussia lösen können, scheint indes ungewiss. Ein hoher Schuldenberg muss abgetragen werden, der Markt potenter Werbepartner ist eng geworden, und Dortmunds Hauptsponsor E.on lässt seinen mit zehn Millionen Euro horrend dotierten Vertrag im Sommer 2006 womöglich auslaufen.

Der BV Borussia hat unter dem wachstumsgläubigen Niebaum über seine Verhältnisse gelebt: In gut fünf Jahren wurden für 120 Millionen Euro Spieler gekauft, die jährlichen Personalkosten summierten sich in der Spitze auf fast 70 Millionen Euro.

Als Folge dieser Ausgabenpolitik steht für das Geschäftsjahr 2003/2004 ein Fehlbetrag von 67 Millionen Euro in den Büchern. Die Verantwortlichen beklagen ein "schlechtes Jahr" ohne Einnahmen aus internationalen Wettbewerben - was davon ablenkt, dass der Club schon in den Spielzeiten zuvor erhebliche Verluste erwirtschaftet hatte. Bislang konnte ein Minus durch außerordentliche Einnahmen kaschiert werden - den Verkauf der Stadionanteile etwa oder die vorweggenommene Buchung späterer Sponsoring-Erträge.

Doch die Luft wird immer dünner. Schon zum Jahresende 2003 beliefen sich die Verbindlichkeiten auf 113 Millionen Euro. Bis zum Bilanzstichtag 30. Juni 2004 wuchs das Defizit um weitere 38 Millionen an. Niebaum versichert, dass die Verbindlichkeiten am Ende der Saison deutlich unter der 150-Millionen-Euro-Marke gelegen hätten. Gespannt fragen sich Club-Insider, mit welchen "bilanziellen Kunstgriffen" er das am Freitag ausweisen will.



DER SPIEGEL
Auf Talfahrt
Wie klamm die Borussen in den vergangenen Wochen wirklich waren, illustriert ein rätselhafter Zahlungsvorgang von Anfang September. Da gingen auf dem Konto des BVB bei der Dresdner Bank in Dortmund zwei Millionen Euro ein, überwiesen unter der Transaktionsnummer 9257407004360142 von einem Konto 0002488400 bei der HypoVereinsbank in München. Auftraggeber: Dortmunds Rivale FC Bayern.

Wenige Tage vor der Millionen-Zahlung war BVB-Manager Michael Meier zu einem Treffen mit Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach München gereist. Hatte Meier in seiner Not den Konkurrenten um ein Darlehen angegangen?

Schließlich ist beim BVB offenbar schon länger Phantasie gefragt, um flüssig zu bleiben. Als auf den Konten der Spieler der Sold für den Monat Juli reichlich verspätet, erst Mitte August, eingegangen war, begründete Meier dies mit dem Hinweis, man habe "die Zahlungsweise umgestellt", und zwar bereits "im Januar". Seltsam nur, dass keiner der Spieler davon etwas gewusst hat.

Sollten diesmal die Bayern-Millionen dazu beigetragen haben, dass die Borussen-Profis ihre August-Gehälter rechtzeitig erhielten? Die Überweisung ging wenige Tage vor dem 15. September ein, dem Zahltag.
Angeblich liegt der Schlüssel zur Erklärung des Vorgangs im Transferfall des Nationalspielers Torsten Frings. Der war im Juni von Dortmund zum Rekordmeister aus München gewechselt. Damals lautete die Vereinbarung: Die Bayern zahlen sofort gut neun Millionen Euro Transfergeld. Sollten die Münchner im Sommer 2005 einen Platz in der lukrativen Champions League erreichen, würden weitere 2,5 Millionen Euro fällig.

BVB-Geschäftsführer Meier bestätigt, dass die September-Überweisung "im Zusammenhang" mit dem Frings-Wechsel stehe. Ob es sich bei den zwei Millionen Euro um ein Darlehen handelt oder einen Vorschuss, hängt offenbar von der sportlichen Entwicklung der Münchner ab: Champions League 2005 ja oder nein.

Bereits vor Monaten hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß, der sich zu der Zahlung nicht äußern will, angekündigt: Man werde dem Ruhrpott-Club im Notfall unter die Arme greifen. Denn für den deutschen Fußball wäre es "eine Katastrophe, wenn Dortmund abschmiert".

Kaum eine Woche verging in letzter Zeit, in der nicht über Finanzakrobatik im fünften Stock am Dortmunder Rheinlanddamm 207, der Chefetage des BVB, berichtet oder getratscht wurde. Der geplatzte Einkauf des Niederländers Mark van Bommel war so ein Fall. Angeblich hatte der Club seinen Ausrüster Nike um einen Vorschuss zur Finanzierung des Mittelfeldspielers gebeten. Den Nike-Kredit, wollen Geschäftspartner wissen, habe der BVB dann trotz Verzichts auf die teure Neuverpflichtung eingestrichen. Niebaum will das weder bestätigen noch bestreiten.

Ins Absurde glitt die Finanzdebatte ab, nachdem die Borussia die Namensrechte am Westfalenstadion für fünf Millionen Euro an die Commerzbank-Tochter Assunta verkauft hatte - für einen Zeitraum von vier Jahren und weit unter Marktpreis. Niebaum sprach diffus von einem "Vertrag mit vorläufigem Charakter" und einer "Zwischenfinanzierung". Er widersprach der Deutung des Sprechers der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Stefan ten Doornkaat. Der hatte schlicht auf "die Aufnahme eines Kredits" getippt.

Fakt ist: Der Name der Arena ist nie geändert worden, die fünf Millionen werden demnächst plus Zinsen zurückgezahlt. Anlegerschützer ten Doornkaat spottet über ein "Voodoo Accounting", nämlich "das Schaffen von Werten durch Geschäfte, die keiner abschließen will". Das Hin und Her mit dem Namensverkauf erinnert ihn "an Ulbrichts Ausruf: 'Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.'" Clubchef Niebaum erklärt den Rückzug nun damit, dass ein zweiter Namenssponsor neben Assunta zwischenzeitlich abgesprungen sei.

Ähnlich einfallsreich wie beim Polieren von Bilanzen gingen die Westfalen zuletzt bei der Beschaffung frischer Börsenmillionen zu Werke. In einem Papier mit dem originellen Namen "Road Show London 2004" versuchten die BVB-Bosse, potenzielle Investoren bei der eingeleiteten Kapitalerhöhung mit zweifelhaften Informationen zu ködern.

So wird eine Trennung vom Vermarkter Sportfive angekündigt, an den die Borussia derzeit 20 Prozent sämtlicher Erlöse aus dem Verkauf der Sponsoring-, Stadion- und Fernsehrechte überweisen muss. Nur: Der Vertrag mit der Hamburger Agentur läuft bis 2011. BVB-Manager Meier spricht mittlerweile von einem "Versehen". Die Zusammenarbeit beenden können die Westfalen frühestens Mitte 2007, sofern Sportfive einwilligt. In diesem Fall wäre eine Konventionalstrafe in zweistelliger Millionenhöhe fällig.

Die Ausgabe neuer Aktien kommt - nahe dem Allzeittief von 2,26 Euro - ohnehin zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. "Ausgerechnet jetzt verballern wir die letzte Kugel, die wir im Lauf hatten", klagt ein Kritiker der Führung. Schlim- mer noch: Als das Münchner Investmenthaus Viscardi im BVB-Auftrag um Käufer für die 9,75 Millionen frischen Aktien buhlte, warf der Verleger Rentrop 11,22 Prozent des BVB-Aktienkapitals auf den Markt - ein katastrophales Signal für den Kurs.

In seiner Not erinnerte sich Viscardi-Chef Friedrich-Wilhelm Göbel an einen alten Bekannten: den berüchtigten Börsenmakler Florian Homm. Dessen Chefhändler war von der Offerte, Rentrops BVB-Anteil zu übernehmen, zunächst wenig begeistert: "Vergessen Sie's", entgegnete er am Telefon, "ich bin Schalke-Fan." Homm schlug dennoch zu und ergriff 2,188 Millionen BVB-Aktien - für den Dumping-Preis von angeblich zwei Euro pro Stück.

Mit dem Einstieg des Großspekulanten ist die Aktie nun offenkundig zum Zockerpapier verkommen. Hatten Börsenexperten wie der Bonner Report "Nebenwerte Insider" zuvor stets vor der Fußballaktie gewarnt ("Finger weg von diesen Aktien!"), so machen nun, kaum dass Homm in der schwarz-gelben Kickerwelt angekommen ist, einschlägig bekannte Analysten gute Stimmung für den Wert.

Die "Prior Börse" etwa nennt das BVB-Papier eine "unter Umständen interessante Turnaround-Spekulation" für "Anleger ohne Nerven". Und "Independent Research" empfiehlt die Aktie "auf Grund der Unterbewertung" zum Kauf. Den "fairen Wert" taxieren die Analysten aus Frankfurt auf 3,55 Euro.

Nicht zum ersten Mal sind gerade diese beiden Börsenbeobachter aufgefallen - als äußerst wohlwollende Begleiter von Homm-Investments.
Quelle der Spiegel.


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