Es war einmal ein Leistungsträger,

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Es war einmal ein Leistungsträger, Rubensrembrandt
Rubensrembr.:

Es war einmal ein Leistungsträger,

 
23.09.09 22:19
#1
der leitete eine Bank. Da die Rendite nicht stimmte, musste er die Kosten senken
und entließ deshalb viele Mitarbeiter. Außerdem besorgte er sich Fremdkapital,
um das Geschäft auszuweiten und strukturierte Produkte aus dem Land zu
kaufen, wo Milch und Honig fließen. Tatsächlich gelang es ihm die Eigenkapital-
rendite des Unternehmens erheblich zu erhöhen. Die Aktionäre waren sehr
zufrieden und der Leistungsträger genehmigte sich eine gewaltige Gehalts-
erhöhung, denn Leistung muss sich lohnen. Wenn schon Produkte aus dem
Land, wo Milch und Honig fließen, dann muss das Gehalt auch so hoch sein
wie im Honigland. Dann kam plötzlich die Finanzkrise, die wirklich keiner und
vor allem kein Leistungsträger voraussehen konnte und zusammen mit
anderen Leistungsträgern forderte er den Staat auf, die faulen Kredite end-
lich zu übernehmen, was dieser auch tat, weil bald Wahlen anstanden, und es
eine Menge zu vertuschen gab, insbesondere, dass die Regierungspolitiker
diesen Markt so schön frei gemacht hatten, dass die strukturierten Finanz-
produkte aus dem Honigland so super in der BRD verkauft werden konnten.

Aber der Leistungsträger fühlte sich nicht mehr so wohl, da er nicht mehr
so angesehen war. Doch zum Glück gab es die FDP. Die schrie im Wahlkampf:
Die Leistungsträger müssen mehr motiviert werden! Leistung muss sich
wieder lohnen! Mehr netto als brutto! Oder so ähnlich. Als das die Wähler
hörten, waren sie sehr begeistert, denn sie dachten insgeheim, sie wären
alle Leistungsträger und müssten deshalb mehr netto als brutto erhalten.

Tatsächlich gelangten die freien DPs in die Regierung und genehmigten dem
Leistungsträger ein ganz großes Mehr an netto als brutto, denn der Leistungs-

träger bekam ja schon so viel Gehalt und er sollte ja auch merken, dass er jetzt
mehr bekam. Da kamen die anderen Wähler, die insgeheim dachten, sie
wären auch Leistungsträger und die deshalb die FDP gewählt hatten.
Da sagten die FDPler: "Ihr Schmuddelkinder, ihr könnt doch nicht Leistungs-
träger sein. Seht einmal Euer Gehalt an. So wenig wie ihr verdient, ihr könnt
doch gar keine Leistungsträger sein. Da muss der Leistungsträger für Euch
noch anteilig Beiträge zur Sozialversicherung bezahlen. Eure Arbeit muss
sich für den Leistungsträger wieder lohnen, deshalb müsst ihr jetzt einen
größeren Anteil zur Sozialversicherung zahlen. Außerdem hat der Staat
jetzt so viel neue Schulden, die abgetragen werden müssen. Deshalb müsst
ihr jetzt mehr Umsatzsteuer zahlen." So kam es und die insgeheimen Leistungs-
träger rissen  sich - wie sie es schon jahrzehntelang gewohnt waren -
noch stärker am Riemen und schnallten den Gürtel noch enger.

Der Leistungsträger lobte die FDPler und versprach ihnen gelegentlich eine
Spende, wenn die in voller Höhe als Betriebsausgabe abgesetzt werden kann.

Und wenn die FDPler nicht gestorben sind, dann regieren sie die ganze
Legislaturperiode.
Es war einmal ein Leistungsträger, BarCode
BarCode:

Und was lernen wir daraus?

 
23.09.09 22:40
#2
Erzählen ist auch ne Kunst, die nicht jeder beherrscht...
"Das Wissen über makroökonomische Zusammenhänge ist so weit fortgeschritten, dass größere Wirtschaftskrisen ausgeschlossen werden können."
FED-Chef Bernanke, als er noch Wirtschaftsprofessor war...
Es war einmal ein Leistungsträger, Rubensrembrandt
Rubensrembr.:

Die Logik der FDP

 
24.09.09 15:02
#3
Leistungsträger sind diejenigen, die viel verdienen bzw. hohe Gewinne erzielen.
Damit sie weiterhin Leistung erbringen (Gewinne, Einkünfte erzielen), erhalten
sie zusätzlich einen besonders großen Batzen Steuergewinne. Damit werden dann
noch größere Leistungsträger.
Das ist hochgradiger Schwachsinn, der von der FDP da unters Wahlvolk gestreut
wird.
Es war einmal ein Leistungsträger, Rubensrembrandt

Arbeit muss sich lohnen.

 
#4
Deshalb ist die FDP
- für Dumpinglöhne zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland?
- gegen Mindestlöhne?
- für eine Verringerung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung?
- für eine Erhöhung des Arbeitnehmeranteils zur Sozialversicherung?

Ergo meint die FDP:
Arbeit muss sich wieder lohnen für den Arbeitgeber, d. h. die Gehälter
der Nicht-Leistungsträger sollten möglichst niedrig sein, damit die
Motivation der Leistungsträger über hohe Gewinne und Steuerge-
schenke an die Leistungsträger finanziert werden kann.


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