Es gibt auch gute Nachrichten: Mehr Jobs in HH

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Job-Wende in Hamburg?

Umfrage: Viele Firmen suchen Fachkräfte. Bis zu 20 Prozent mehr Stellenangebote. Boom bei Zeitarbeitsfirmen gilt als Indikator für Konjunktur.
Von Mark Hübner-Weinhold

Hamburg -
Am Hamburger Arbeitsmarkt zeichnet sich erstmals seit Jahren eine Trendwende ab. Die großen internationalen Zeitarbeitsfirmen sowie spezialisierte Personalvermittler melden Auftragszuwächse von bis zu 20 Prozent im Oktober und November, ergab eine Abendblatt-Umfrage. "Zeitarbeitsfirmen sind ein wichtiger Frühindikator für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt", sagte Rolf Steil, Chef der Hamburger Agentur für Arbeit.

Die verstärkte Nachfrage nach Personal zeichnet sich bereits in der Statistik ab: Hamburg verzeichnete im November erstmals seit dem Frühjahr 2002 ein Plus von 0,1 Prozent bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. "Damit sind wir das einzige Bundesland, das Arbeitsplätze hinzugewonnen hat", sagte Wirtschaftssenator Gunnar Uldall dem Abendblatt. Im Bund nahm die Beschäftigung im November um ein Prozent ab.

Daß Hamburg gegen den Trend bei den offenen Stellen zulegt, hängt nach Meinung von Personalexperten vor allem damit zusammen, daß die Wirtschaft in der Metropolregion sich seit 2002 schneller gesundgeschrumpft hat als in anderen Bundesländern. Und die Hansestadt beherbergt zwei Boombranchen: "Hafen und Luftfahrtindustrie sind Jobmotoren", sagt Karl Bosshard, Direktor bei der Managementberatung Kienbaum.

Auch die Hamburger Dienstleistungsbranche plant nach Umfragen des AGA Unternehmensverbandes und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform mehr als 5200 neue Arbeitsplätze. Kienbaum registrierte in den Monaten Oktober und November ein Plus von 20 Prozent bei Stellenbesetzungen und neuen Anfragen. Darunter seien verstärkt Aufträge aus dem mittelständischen Maschinenbau und aus den Branchen Textil, IT, Telekommunikation, Nahrungsmittel und Touristik. "Ein Aufschwung auf breiter Front", meint Bosshard.

Noch skeptisch ist die Hamburger Handelskammer. In ihrer letzten Konjunkturumfrage aus dem dritten Quartal 2005 überwiegt die Zahl der für das kommende Jahr geplanten Entlassungen die der geplanten Neueinstellungen. "Die Schere schließt sich zwar langsam, aber wir sehen insgesamt noch keine Wende zum Besseren", sagt Rolf Jenkel, Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaftspolitik der Handelskammer.

Dem widersprechen die Zahlen der Zeitarbeitsfirmen. "Es ist definitiv eine Trendwende im Hamburger Wirtschaftsraum erkennbar", erklärt Martina Hoyer vom Personalvermittler Vedior. "Das war der beste November seit 1999", sagt auch die Hamburger Personalvermittlerin Heidrun Jürgens. Ähnlich sieht es bei Zeitarbeitsfirmen wie Adecco und Arbeit & Mehr oder den Personalmarketing-Agenturen wie Wahring & Company oder UBI Media aus: Sie melden ebenfalls bis zu 20 Prozent mehr Nachfrage im Vergleich zu 2004.

Gesucht werde vorrangig Personal mit akademischer oder kaufmännischer Ausbildung. Auch für Vertriebsfachleute und Callcenter-Mitarbeiter gebe es zahlreiche Stellen. "Doch auch Handwerker, gewerbliche Techniker oder Produktionshelfer haben wieder gute Chancen", sagt Rolf Steil. "Wer qualifiziert ist, wird jetzt viel schneller eingestellt als früher. Alter oder Berufserfahrung sind nicht mehr so entscheidend", so Heidrun Jürgens.

06.12.05 Hamburger Abendblatt


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