Es geht die Schweiz nichts an

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Es geht die Schweiz nichts an Happy End
Happy End:

Es geht die Schweiz nichts an

3
27.03.09 08:56
#1
«Es geht die Schweiz nichts an, wie Deutschland seine Steuern erhebt»

Steueroasen sind Trittbrettfahrer, und die Schweiz ist letztlich mitschuldig, wenn deutsche Normalbürger hohe Steuern berappen müssen: Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann wandte sich vor dem deutschen Bundestag entschieden gegen das Bankgeheimnis.

Herr Thielemann, Sie waren am Mittwoch als Experte vor den Finanzausschuss des Deutschen Bundestages geladen. Dort sagten Sie, «in der Schweiz kursierten gänzlich abenteuerliche Argumente zur Rechtfertigung des Bankgeheimnisses». An welche Argumente dachten Sie?

Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Wo man wohnt, wird man besteuert. Das Besteuerungsrecht der Staaten hängt am Wohnsitz und an nichts anderem. Dieses Wohnsitzprinzip zu verletzen, ist ein schweres staatliches Vergehen, vor allem, wenn es systematisch geschieht. Was das Ganze kompliziert macht, sind die Argumente, die dagegen kursieren.

Zum Beispiel, dass ein souveräner Staat Dinge wie die Besteuerung oder Information der Steuerbehörden selber festlegen kann.

Genau. Aber die Schweiz hat keine legitime Souveränität in Bezug auf Steuer-Ausländer, das ist ein Missbrauch der Souveränität. Damit wäre eigentlich schon alles erledigt. Aber es kursiert noch ein zweites Argument: der Steuerwettbewerb. Die Idee, dass die Staaten untereinander im Konkurrenzkampf um tiefere Steuern und attraktive Steuerzahler stehen. Bloss haben wir es hier mit einem Nicht-Wettbewerb zu tun. Denn Leistung spielt hier keine Rolle. Sowohl der Steuerflüchtling wie die Steueroase sind Trittbrettfahrer. Der Flüchtling wandert nicht aus, sondern er will die Leistung seines Heimatlands weiter nutzen. Und wo liegt die Leistung der Steueroase?

Immerhin schafft sie Druck auf die Finanzminister anderer Länder, damit deren eigene Steuern nicht überborden.

Das ist das Argument: «Ihr Deutschen solltet selber dafür sorgen, dass ihr keine Steuerwüste habt». Dieses Argument ist zynisch. Denn wenn der Informationsaustausch verweigert wird, ist es für einen Steuerflüchtling immer günstiger, sein Geld in einer Steueroase zu verstecken. Die Steuerwüste wäre nur dann nicht mehr gegeben, wenn die Steuern auf Kapitaleinkommen bei Null lägen. Im übrigen geht es die Schweiz gar nichts an, wie Deutschland seine Steuersouveränität wahrnimmt. Wie auch umgekehrt: Wenn die Schweiz meint, Kapitaleinkommen seien nur wenig zu versteuern, kann sie das gerne machen. Aber nicht für Steuer-Ausländer.

Wo bleibt der ebenfalls hohe Wert der Gleichbehandlung? Ein deutscher Falschparker bekommt dieselbe Busse wie ein Schweizer Falschparker, und ähnlich soll auch die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug für beide gelten.

Nein, wenn die Personen, um die es geht, in der Schweiz nicht ansässig sind, besteht kein Recht, sie dem Schweizer Steuerrecht zu unterwerfen – wie indirekt auch immer. Das ist der Kern der gesamten Angelegenheit.

Die Banken melden, dass die Kunden ihr Geld längst nicht mehr ins Land bringen, um Steuern zu sparen, sondern weil sie Diskretion suchen; sie fliehen vor der staatlichen Überwachung ihrer Konti. Es gibt viele Indizien, dass da einiges dran ist.

Das macht keinen Unterschied. Die Besteuerung ist eine elementare Grundpflicht aller Bürger. In Deutschland ist der Zugriff der Steuerbehörden - die übrigens selber dem Steuergeheimnis unterliegen – nur darum nicht vollständig erfüllt, weil es diese Steuerfluchtmöglichkeit gibt. Deshalb will ja die EU den grenzüberschreitenden Informationsaustausch.

Das heisst: Lieber fiskalische Vollabschöpfung als Schutz der Privatsphäre.

Erstens: Die Schweiz geht die fiskalische Privatsphäre eines anderen Staates nichts an. Zweitens kann es keine fiskalische Privatsphäre geben. Denn das ist eine Diskriminierung der verschiedenen Einkommensarten: Normale Lohnbezüger sind mit ihrem Lohnausweis vollständig steuertransparent. Es geht also um eine rechtsstaatliche Frage – also darum, dass alle gleichermassen steuerpflichtig und steuertransparent sind. Und wenn die Steuerbehörden nicht wissen, wie hoch die Einkommen sind, können sie natürlich nicht besteuern.

weiter: www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/...erhebt/story/28517054
Es geht die Schweiz nichts an Dagonet
Dagonet:

Es geht Deutschland nichts an

4
27.03.09 09:05
#2
wie die Schweiz ihre Steuern erhebt.
Es geht die Schweiz nichts an Dagonet
Dagonet:

aber mal ganz was anderes

2
27.03.09 09:06
#3
Wirtschaftsethiker: ist das ein Lehrberuf oder eine entstellende Krankheit?
Es geht die Schweiz nichts an Rigomax
Rigomax:

Der Herr Thielemann ist ein ganz Logischer:

 
27.03.09 09:18
#4
Zitat aus #1:

"Erstens: Die Schweiz geht die fiskalische Privatsphäre eines anderen Staates nichts an. Zweitens kann es keine fiskalische Privatsphäre geben. "

Ein wahrer Experte. Ein argumentatives Schwergewicht. Sowas braucht Steinbrück.
Es geht die Schweiz nichts an ottifant
ottifant:

Hätte gut hier reingepasst,

2
27.03.09 09:18
#5
oder bist du auch bei mir gesperrt??
Es geht die Schweiz nichts an Happy End
Happy End:

Immer richtig zitieren, Rigospatz

 
27.03.09 09:20
#7
"Die Schweiz geht die fiskalische Privatsphäre eines anderen Staates nichts an. Zweitens kann es keine fiskalische Privatsphäre geben. Denn das ist eine Diskriminierung der verschiedenen Einkommensarten: Normale Lohnbezüger sind mit ihrem Lohnausweis vollständig steuertransparent. Es geht also um eine rechtsstaatliche Frage – also darum, dass alle gleichermassen steuerpflichtig und steuertransparent sind. Und wenn die Steuerbehörden nicht wissen, wie hoch die Einkommen sind, können sie natürlich nicht besteuern."
Es geht die Schweiz nichts an Rigomax
Rigomax:

Ach Happy. Meinst Du wirklich, daß der Widerspruch

2
27.03.09 09:28
#8
zwischen den beiden von mir zitierten Sätzen dadaurch aufgehoben wird, daß man das Zitat verlängert?
Das erklär doch bitte mal.

In #4 ging es darum, daß der Herr Thielemann es schafft, in zwei direkt aufeinanderfolgenden Sätzen das Kunststück zu vollbringen, daß beide Sätze sich gegenseitig ad absurdum führen. Daß er danach noch eine Menge mehr Unsinn erzählt hat (davor auch) ändert daran nichts.

Lerne sinnvoll zitieren, Happy.
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Es geht die Schweiz nichts an Karlchen_V
Karlchen_V:

Schweizer Banker dürfen nicht ins Ausland...

 
27.03.09 09:29
#9
www.welt.de/wirtschaft/article3452663/...Schweizer-Banker.html
Es geht die Schweiz nichts an Happy End
Happy End:

Reiseverbot für hochrangige Schweizer Banker?

 
27.03.09 09:32
#10
*lol*
Es geht die Schweiz nichts an Jon Game
Jon Game:

@otti

 
27.03.09 10:35
#11
jetzt aber bitte nicht weinen :-)

Rigomax hat das nicht in Deinen Thread gepostet, obwohl er nicht bei Dir gesperrt ist.

Manmanman

ihr Kinderlein kommet.....
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Es geht die Schweiz nichts an Rigomax
Rigomax:

Ich glaube nicht, daß #5 eine Reaktion auf #4 war.

2
27.03.09 10:52
#12
(beide 09:18).

Happys Threaderöffnung war sicherlich informativer als die deutlich frühere von ottifant zum selben Thema.
Das hängt auch damit zusammen, daß otti das Zitatrecht nicht überdehnt hat, Happy nach meinem Dafürhalten schon. Aber das ist nicht mein Problem. Dafür hält sich Ariva Mods.
Es geht die Schweiz nichts an Jon Game

up für Happy

 
#13
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