Enron und die Ursachen. Wird es in Zukunft nie


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Schnorrer:

Enron und die Ursachen. Wird es in Zukunft nie

 
14.01.02 19:59
wieder earnings seasons geben, sondern nur noch warnings season. Kaum zu glauben, daß enron mit seiner Kreativität alleine stand. Und bei jährlich 50 Millionen Dollar Gebühren kann man alle Hühneraugen schließen. Das sind Profischnorrer:


SEC warnt vor irreführenden Gewinnausweisen
Zunehmender Sittenzerfall in der Rechnungslegung
Cls. New York, 5. Dezember

Der Kollaps der Enron Corporation hat eine neue Welle der Kritik an der Rechnungslegung von Publikumsgesellschaften ausgelöst. Im Urteil von Gesetzgebern, früheren Regulatoren und Anlegergruppen ist der Sittenzerfall im Rechnungswesen bedrohlich, und die Behörden, namentlich die Securities and Exchange Commission (SEC), unternehmen von dieser Warte aus gesehen zu wenig, um der Manipulation der Gewinnausweise Einhalt zu gebieten. Die Enron-Affäre hat auch die Buchprüfungsfirmen erneut ins Schussfeld der Kritik gerückt. Revisionsgesellschaften seien zu abhängig geworden von Beraterhonorarern, meint Lynn Turner, der frühere Chefbuchhalter der SEC. Arthur Andersen, Enrons Revisionsfirma, beispielsweise hat im vergangenen Jahr neben 25 Mio. $ an Revisionsgebühren auch noch 27 Mio. $ an «Consulting fees» kassiert. Die Firma hat jahrelang ihr Gütesiegel unter Enrons Ausweise gesetzt, die später kräftig revidiert werden mussten, und Andersen, die sich mittlerweile Schadenersatzklagen ausgesetzt sieht, hat Enron nicht von dubiosen Buchungen ausserhalb der Bilanz abgehalten. John Dingell, der ranghöchste Demokrat im Energieausschuss des Repräsentantenhauses, der den Enron- Fall untersucht, meinte, Andersen sei entweder korrupt oder unfähig, vielleicht auch beides. Ein Versuch des früheren SEC-Präsidenten, Arthur Levitt, dem Interessenkonflikt der Revisionsgesellschaften durch eine Begrenzung der Beratertätigkeiten entgegenzuwirken, scheiterte am starken Widerstand der Branche.

Investieren mit Sachverstand
Die fünf grossen Buchprüfungsfirmen - neben Arthur Andersen PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, KPMG und Deloitte & Touche - haben diese Woche in einem gemeinsamen Communiqué erklärt, sie wollten der SEC verbesserte Offenlegungsregeln für die Art von Partnerschaften vorschlagen, die Enron verwendete. Ausserdem forderten die «Big Five» die Wertschriftenbehörde auf, die Unternehmen zu mehr verbalen Informationen über ihren Gesundheitszustand zu ermuntern. Ertragszahlen alleine reichten nicht aus, um den Investoren ein akurates Bild zu vermitteln. Enron hat nicht nur «Bilanzierungs-Fehler» gemacht und Schulden versteckt, sondern ihre Quartalsausweise in einer Form präsentiert, die selbst den Analytikern den Durchblick verunmöglichte. Einer Hinterfragung ist Enron stets ausgewichen. Dennoch, und damit liegt der schwarze Peter wieder bei den Anlegern, zählte Enron bis zuletzt zu den Börsenlieblingen. Namhafte institutionelle Anleger wie Allliance Capital, Janus Capital, Marsh & McLennan, Barclays Bank, Fidelity Investments, Citigroup, State Street, Amvescap, Taunus, Vanguard u. a. gehörten zu den Hauptaktionären mit Beständen zwischen 10 Mio. und 45 Mio. Anteilen. Manche Anleger und Analytiker geben heute zu, dass sie Enrons Geschäft nicht verstanden hätten.

Keine neuen Verordnungen
Die SEC hat die Gelegenheit genutzt, die Anleger erneut vor Gewinnmanipulierungen zu warnen und die Unternehmen zu mehr Sorgfalt und Offenheit bei der Veröffentlichung sogenannter Pro-forma-Gewinne aufzufordern. Wenn solche um ausserordentliche Posten bereinigte Ergebnisse publiziert würden, dann müsse in klarem Englisch der Unterschied zu den Zahlen erklärt werden, die auf Grund allgemein anerkannter Bilanzierungsregeln (GAAP) berechnet würden. Tatsächlich gibt es eine Vielfalt von Praktiken, und längst nicht alle sind transparent. Pro-forma- Angaben können laut SEC zwar manchmal nützlich sein, aber die Unternehmen müssten streng darauf achten, die Anleger nicht irrezuführen. Ob diese Warnung viel bewirken wird, bleibt abzuwarten. Die SEC ist dem Rat von Kritikern nicht gefolgt, die Publikation von Pro-forma-Gewinnen zeitgleich mit den GAAP-Ausweisen zu machen. Die Quartalsmitteilungen an die Öffentlichkeit erfolgen in der Regel Tage oder Wochen vor den Eingaben an die SEC.

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Schnorrer:

Zusammenfassung für schnorr - Unerfahrene

 
14.01.02 20:23
Die Beratung für 27 Millionen hat offenbar das komplizierte Firmengeflecht geschaffen, für das man 25 Millionen Prüfungsgebühren ausgab. Man hat das geprüft, was man selbst geschaffen hat. Weil das keiner mehr blickt, gibts auch Geld von den Banken. Ohne Ende. Und jetzt, wo alles weg ist, stellt sich Kreativoberschnorrer Big Five hin und behauptet, die Gesetzgebung ist schuld.

Dabei verdienen die daran, die Gesetzgebung zu unterlaufen.


Geniales Schnorrprinzip: jede Änderung, Verschärfung oder Regulierung spült denen noch mehr Kohle in die Kasse.
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positiver:

Keine Sorge, es werden noch mehr Unternehmen folge

 
14.01.02 20:53
n, deren virtuelle Gewinne wie Seifenblasen zerplatzten.Dafür Sorgen schon die Firmenkäufer, -zerplitterer und verkäufer mit Unterstützumg der Prüfungsgesellschaften. Auch das Gewinnaussaugen vor Weiterverkäufen darf man nicht unterschätzen.  
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josua1123:

Richtig snorre

 
14.01.02 21:11
""Die Beratung für 27 Millionen hat offenbar das komplizierte Firmengeflecht geschaffen, für das man 25 Millionen Prüfungsgebühren ausgab. Man hat das geprüft, was man selbst geschaffen hat.""

Erinnert mich irgendwie an meine Firma
die geben 3Mill€ p.a.für SAP aus damit sie wissen
wo sie 500.000€ einsparen können
natürlich fragten sie vorher eine schweizer Beratungsfirma
um lächerliche 700.000€ um Rat
dämlicher gehts nimmer..

jo.
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Schnorrer:

Re josua: jetzt kippe ich schon zum zweiten Mal

 
14.01.02 21:15
heute vom Stuhl. Ironisch. Wirklich gut.
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josua1123:

Ich vergaß zu erwähnen

 
14.01.02 21:43
seitdem herrscht das blanke Chaos
alle Strukturen funktionieren nicht mehr
und wir werden gut zwei Jahre brauchen das wir alles auf
die Reihe zu bekommen
was die zwei Jahre kosten mag ich nicht abzuschätzen...
Seit SAP ist meine administrative Arbeit um 10% gestiegen
Arbeiten die ich früher nebenbei erledigte,erfordern plötzlich
unmengen Schreibkram,zum kotzen so machts keinen Spass


jo.
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