Energiesparhäuser heute und früher

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Energiesparhäuser heute und früher geldschneider
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Energiesparhäuser heute und früher

 
19.08.05 14:42
#1
1. Das Maulwurfhaus in Doinaueschingen.

Wie die Maulwürfe
Für ein exklusives und natürliches Wohngefühl buddelt ein Architekt seine Bauherren halb in die Erde ein

Einen Spitznamen hatten die Bewohner der Siedlung "Auf der Staig" in Donaueschingen schnell: "Maulwürfe" sagten spöttelnd die Nachbarn in der Kreisstadt im Schwarzwald. Aus der Ferne ähneln die neun Erdhügelhäuser tatsächlich dem Werk des fleißigen Gräbers. Dicke Erdschichten bedecken tonnenförmige Dächer, darauf blühen Wiesenblumen, Lavendelbüsche und Kräuter.

Die Öko-Siedlung ist das bisher größte Projekt des Architekten Gerd Hansen. 1991 realisierte seine Baufirma Archy Nova (Bietigheim-Bissingen) erstmals die ungewöhnliche Bauform, seither hat er in Deutschland 16 Erdhügelbauten realisiert. Ein gutes Dutzend der "SolArc"-Häuser sind derzeit in Deutschland und Österreich in der Planung. Bei Stuttgart sollen weitere Siedlungen entstehen.

"Erdhügelhäuser versiegeln den Boden nicht, bestehen aus natürlichen Baustoffen und verbrauchen wenig Energie", erklärt Hansen die Popularität seiner Refugien. Das Prinzip hatte er sich bei amerikanischen Ureinwohnern abgeschaut. Höhlenwohnungen und Lehmhäuser der Indianer nutzen die Erde als natürliche Klimaanlage. Selbst wenn vor der Tür große Hitze oder Kälte herrscht, bleibt es innen angenehm konstant. "Das Geheimnis ist die temperierende Wirkung der Erde."

Eine dicke Bodenschicht umhüllt auch die Wände seiner Wohngebäude. An ein Walfischgerippe erinnert die tragende Konstruktion aus Holzleimbindern. An den beiden Giebelseiten öffnet sich das Gebäude dem Licht.

"Das Wohnklima ist sehr angenehm. Wenn es draußen stürmt und donnert, fühlen wir uns sehr geschützt", schwärmt Hausherr Henry Probst. Er und seine Familie wollten mit dem Haus "der Natur die verbrauchte Fläche wieder zurückgeben". Seit zehn Jahren leben sie glücklich halb unter der Donaueschinger Erde.

Nur ein Bauherr war dort anfangs unzufrieden, es gab Spannungsrisse in seinen Wänden. "Das Problem war die ungleiche Lastverteilung der Erdschicht. Das Problem ist beseitigt, die Erde wurde neu aufgelegt", erläutert Hansen. Das Mißgeschick sei einem fremden Bauleiter passiert.

Nach 14 Jahren hat Archy Nova die Erdhügel-Wohnungen optimiert. Heute wird schon in kleiner Serie vorgefertigt. Zusätzlich zum natürlichen Mantel bekommen die Häuser eine Dämmung aus Altpapier. "In unserem neuesten Haus liegt die Heizkostenrechnung bei 150 Euro - im Jahr", berichtet Hansen. Ein kleiner Kaminofen im Wohnzimmer reicht für die Wärmeversorgung, ein Wärmetauscher sorgt zudem für Belüftung.

Trotz der Energiebilanz kosten die Gebäude kaum mehr als ein vergleichbares Einfamilienhaus. Die Baukosten liegen bei rund 1500 Euro pro Quadratmeter, das kleinste Erddomizil hat 75 Quadratmeter Wohnfläche.

Eine Luxusversion wie das neueste Domizil mit 220 Quadratmetern kann schon 220 000 Euro kosten, plus Grundstückspreis. Passend zur natürlichen Hülle ließ der Ludwigsburger Bauherr in die wenigen Mauern lasierte Lehmsteine integrieren. 80 Quadratmeter groß ist im Erdgeschoß ein Wohnbereich mit offener Küche. Fast höhlenartig wirken die Schlafräume unter dem tonnenförmigen Dach. Den Dachdecker brauchen die Bewohner zwar nicht, aber mindestens einmal im Jahr müssen sie hinaufkraxeln - zum Absensen der Wiese oben. Susanne Ziegert


Artikel erschienen am 17. Juli 2005  Welt am Sonntag
Energiesparhäuser heute und früher geldschneider

den Indianer-häusern abgeschaut.

 
#2
Erddecke als Kälteschutz

Den Indianer Häusern aus dem 17. Jahrhundert nachgebaut.

Hobbits und Indianer


Vorbild Auenland



-Auch die Hobbits wissen das Wohnen unter der Erde zu schätzen. Die kleinen Wesen aus J.R.R. Tolkiens Roman-Trilogie "Herr der Ringe" leben in Erdhügelhäusern mit runden Fenstern im Auenland.



Vorbild Nord-Dakota



-Als Inspiration für die Hobbit-Filmkulisse dürften Indianerwohnungen am Missouri gedient haben. So lebten auch die Mandan-Indianer in North Dakota (USA) in runden Erdbauten. In einer tiefen Grube wurde ein Gewölbegerüst aus Holz errichtet und mit Zweigen und Erde bedeckt. Ein Eingangstunnel führte ins Innere.


Die meisten Wohnhäuser hatten 15 Meter Durchmesser, größere Gebäuden wurden als Versammlungshäuser für bis zu 40 Stammesmitglieder errichtet. Die Hügelbauten standen um einen Platz herum.


Einige solcher Erdhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind inzwischen nachgebaut worden. In Slant Village nahe dem Fort Abraham Lincoln (bei Mandan) können die urigen Bauten besichtigt werden.


Artikel erschienen am 17. Juli 2005





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