Ende der Ära "Arafat"?

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Ende der Ära
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Ende der Ära "Arafat"?

 
28.10.04 09:27
#1
ftd.de, Do, 28.10.2004, 7:29  

Ärzte kämpfen um Arafats Leben

Der Gesundheitszustand von Palästinenserführer Jassir Arafat hat sich offenbar dramatisch verschlechtert. Ein Ärzteteam kämpfe in Arafats Hauptquartier in Ramallah um das Überleben des 75-Jährigen.

Der Zustand von Palästinenserführer Jassir Arafat hat sich in der Nacht verschlechtert

Zwischenzeitlich sei der Palästinenserführer ohne Bewusstsein gewesen und habe wiederbelebt werden müssen, hieß es. Gleich mehrere Ärzteteams aus Jordanien und Ägypten wurden am Donnerstagmorgen in Ramallah erwartet. Auch Arafats Frau Suha wollte aus Paris anreisen, um an der Seite ihres Mannes zu sein. Der israelische Armeesender meldete, Israel wolle dem seit mehr als zwei Jahren in Ramallah isolierten Arafat angesichts seines kritischen Zustands eine Behandlung in "jedem Krankenhaus der Welt" erlauben.

Am Mittwochabend hatte sich die Führungsspitze in Arafats Hauptquartier versammelt. Ein Krankenwagen brachte ein Ärzteteam in das Gebäude, vor dem besorgte Anhänger und Journalisten in der Nacht ausharrten und auf Nachrichten warteten.

Berichte über Notfallkomitee dementiert

Der Berater von Arafat, Nabil Abu Rudeineh, dementierte indes Berichte, wonach wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Palästinenserführers bereits ein Notfallkomitee zur Führung der Amtsgeschäfte berufen worden sei. Zuvor war aus Palästinenserkreisen verlautet, dass Arafat Ministerpräsident Ahmed Kureia, dessen Vorgänger Mahmud Abbas sowie den Präsidenten des Palästinensischen Nationalrats, Salim Saanun, per Dekret beauftragt habe, seine Amtsgeschäfte zu übernehmen, sollte er selbst dazu nicht mehr in der Lage sein.

Israelische Medien berichteten in der Nacht zum Donnerstag, Arafats Gesundheitszustand habe sich dramatisch verschlechtert. Noch am Nachmittag hatte ein Arzt Arafats versichert, er leide nur an einer Grippe. Zuvor hatten israelische Medien von einer Krebserkrankung des Palästinenserführers berichtet. Dies wurde jedoch von palästinensischer Seite dementiert.

2004 Financial Times Deutschland , © Illustration:  AP

www.ftd.de/pw/in/1098881233125.html
 
Ende der Ära

Israel bereitet sich auf Arafats Tod vor

 
#2
SPIEGEL ONLINE - 28. Oktober 2004, 07:00
URL: 
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,325331,00.html

Naher Osten
 
Israel bereitet sich auf Arafats Tod vor

Israel trifft laut Medienberichten Vorbereitungen für den Tod des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat. Die Streitkräfte sollen an einen Notfallplan arbeiten, um auf Unruhen im Westjordanland und im Gazastreifen reagieren zu können. Arafats Gesundheitszustand ist nach palästinensischen Angaben äußerst kritisch.

'Erkrankter
GroßbildansichtDPAErkrankter Arafat: "Wir bereiten uns auf alles vor"
Ramallah - Ein Ärzteteam kämpfe in Arafats Hauptquartier in Ramallah um das Überleben des 75-jährigen Palästinenser-Präsidenten, berichten israelische Medien. Aus Regierungskreisen in Ramallah verlautete in der Nacht, der palästinensische Präsident sei gestern Abend zusammengebrochen und habe für etwa zehn Minuten das Bewusstsein verloren. Er befinde sich in einer "sehr kritischen Situation". Kommunikationsminister Assam Ahmed sagte dem Fernsehsender al-Dschasira: "Wir bereiten uns auf alles vor." Mehrere Teams jordanischer und ägyptischer Ärzte befinden sich auf dem Weg ins Westjordanland, um Arafat zu behandeln.

Gestern Abend wurden nach palästinensischer Darstellung Ministerpräsident Ahmed Kurei und dessen Vorgänger Mahmud Abbas zu Arafat gerufen. Ein Leibwächter berichtete später, Arafat habe während der Unterredung eine Suppe gegessen und sich dann übergeben müssen. Er sei daraufhin auf die Krankenstation seines Amtssitzes gebracht worden, wo er in Ohnmacht gefallen sei.

In israelischen Regierungskreisen wurde spekuliert, ob Arafat möglicherweise einen Schlaganfall erlitten haben könnte. Arafats Sprecher Nabil Abu Rdeneh erklärte jedoch später, der Zustand des 75-Jährigen habe sich wieder stabilisiert, doch brauche er Ruhe und ständige ärztliche Aufsicht.

Rdeneh dementierte zugleich Angaben anderer ranghoher Palästinenser, wonach Arafat ein dreiköpfiges Notstandskomitee eingesetzt hat, das bis auf weiteres die Regierungsgeschäfte führen soll. Den Berichten zufolge besteht das Team aus Kurei und Abbas sowie Salim Saanun, dem Vorsitzenden des Palästinensischen Nationalrats, des 512-köpfigen Parlaments der Palästinenser. Wie es weiter hieß, soll dieses Komitee sowohl der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) als auch der Palästinensischen Autonomiebehörde vorstehen, bis sich Arafats Zustand wieder verbessert. Rdeneh erklärte jedoch, der palästinensische Präsident habe ein solches Gremium nicht eingesetzt.

Ehefrau Suha reist nach Ramallah

Arafat und seine Frau Suha (Archiv): Der palästinensische Präsident soll ernsthaft erkrankt sein
GroßbildansichtAPArafat und seine Frau Suha (Archiv): Der palästinensische Präsident soll ernsthaft erkrankt sein
Am Amtssitz Arafats versammelten sich Dutzende palästinensische Spitzenpolitiker und Beamte, um für alle Fälle in Reichweite zu sein. Zugleich verlautete aus israelischen Regierungskreisen, Arafats Ehefrau Suha werde heute aus Paris nach Ramallah kommen, um an der Seite ihres Mannes zu sein.

Aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon verlautete, die Palästinenser hätten Israel gebeten, ausländischen Ärzten den Zugang zu Arafat zu erlauben. Scharon habe die Sicherheitskräfte angewiesen, die medizinische Versorgung Arafats zu erleichtern. Israel werde auch erlauben, dass Arafat zur Behandlung ins Ausland gebracht werde. Seit dem 3. Dezemeber 2001 befindet sich Arafat de facto unter Hausarrest in seinem Hauptquartier in der Westbank. Ob Israel nach der Ausreise Arafats seiner Rückkehr jemals wieder zustimmen würde, ist mehr als unsicher.

Der Gesundheitszustand von Arafat hat seit Tagen Anlass zu neuen Spekulationen gegeben. Erstmals seit Beginn des Ramadans unterbrach der palästinensische Präsident vorgestern auf Anraten seiner Ärzte das Fasten. Berichte über eine Krebserkrankung wurden allerdings von einem Mitglied des Ärzteteams unter Verweis auf eine Blutuntersuchung zurückgewiesen. Zuvor hatte ein Krankenhausmitarbeiter erklärt, ein großer Gallenstein sei das Problem, dies sei aber leicht zu behandeln. Die Ärzte hätten Arafat geraten, den Gallenstein entfernen zu lassen.
 



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